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Die Theorie des Rollenkonflikts nach Robert K. Merton

Title: Die Theorie des Rollenkonflikts nach Robert K. Merton

Term Paper , 2002 , 20 Pages , Grade: hervorragend gegliedert

Autor:in: Josina Johannidis (Author)

Sociology - General and Theoretical Directions
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1.)Einleitung

Die Rollentheorien haben in der Soziologie eine wichtige Stellung. Hillmann erläutert den Begriff der Rollentheorien als eine "Sammelbezeichnung für eigenständige oder in umfassendere Theorien (Handlungs-, Verhaltens- oder Systemtheorie) eingebundene theoretische Ansätze, in denen mit Hilfe des Konzepts der soz. Rolle Hypothesen und Modelle für die Erklärung von soz. Verhaltensweisen und Konflikten in verschiedenartigen Interaktions- bzw. Beziehungssystemen formuliert und konstruiert worden sind". (HILLMANN 1994, Seite 747).
Von großer Wichtigkeit sind die Theorien für die Soziologie, da sie eine gewissen Voraussagbarkeit der Handlungen implizieren. OPP stellt in "Soziales Handeln Rollen und soziale Systeme" über Rollentheorien fest, dass diese eine äußerst wirksame Strategie darstellen, mit der die Sozialwissenschaft neues Wissen über Bedingungen, die konkretes Verhalten auslösen akkumulieren kann. (OPP 1970, Seite 2).
Anwendung finden die Rollentheorien in der Soziologie in verschiedenen Bereichen. So kann man sie in Schichtmodellen wie z.B. der von Hartfiel finden, in der es um die Rollenorientierung in Familien geht, (HARTFIL 1981, Seite 89) oder auch im "Theoretischen Modell sozialer Strukturdynamik" von Schimank. Hier soll die Erwartbarkeit, die an eine Rollen geknüpft wird, erläutert werden. (SCHIMANK, 1999, Seite 11 und Seite 142)
Ebenso finden diese Theorien auch immer wieder im täglichen Leben Aktualität, z.B. das Handeln der Individuen und hier speziell bei unerwarteten Handlungsmustern. Solche Zuwiderhandlungen werden häufig mit dem Konzept der Rollenkonflikte versucht zu erklären. Ein Beispiel hierfür ist der Amoklauf eines 19 Jahre alten Schülers in Erfurt, der 16 Menschen in seiner ehemaligen Schule erschossen hat. Nach solchen Ereignissen wird häufig die Frage gestellt warum Menschen nicht in die an ihre Rolle Handlungsmustern agieren? Die Theorie der Rollenkonflikte kann bei einer solchen Frage versuchen Lösungsansätze zu liefern. So wird in dem oben genannten Beispiel des Schülers von einer Überlastung gesprochen die er in seiner Rolle des Schülers empfunden hat und die ihn zu einem nicht seiner Rolle entsprechenden Handeln gebracht hat.
[...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1.) Einleitung

2.) Soziale Position

3.) Soziale Rolle

3.1) Rollentheorie nach Parsons

3.2) Die erweiterte Rollentheorie nach Merton

4.) Rollenkonflikte

4.1) Der Intrarollenkonflikt

4.2) Der Interrollenkonflikt

5.) Lösungsansätze

5.1) Lösung für den Intrarollenkonflikt

5.1.1) „Der Mechanismus der unterschiedlichen Intensität des Rollenengagements der Personen im Rollenset“.

5.1.2) „Der Mechanismus der Machtunterschiede der zum Rollenset gehörenden Personen“.

5.1.3) „Der Mechanismus des Schutzes der Rollenaktivitäten vor der Übersehbarkeit für die Mitglieder des Rollensets“.

5.1.4) „Der Mechanismus der den Mitgliedern des Rollensets gebotenen Übersehbarkeit der an die Inhaber eines sozialen Status gerichteten widersprüchlichen Anforderungen“

5.1.5) „Der Mechanismus der sozialen Unterstützung durch andere Personen mit gleichem sozialen Status und gleichen Schwierigkeiten im Umgang mit einem schlecht integrierten Rollenset“.

5.1.6) „Verkleinerung des Rollensets: Abbruch von Rollenbeziehungen“.

5.2) Lösung für den Interrollenkonflikt

6.) Schlussbetrachtung

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, die Rollentheorie von Robert K. Merton als Erweiterung der struktur-funktionalen Theorie von Talcott Parsons darzustellen und aufzuzeigen, wie diese Konzepte zur Erklärung von Rollenkonflikten und deren Lösungsmechanismen in sozialen Systemen beitragen.

  • Grundlagen der Begriffe "Soziale Position" und "Soziale Rolle"
  • Analyse der strukturell-funktionalen Rollentheorie nach Talcott Parsons
  • Differenzierung der Rollentheorie durch Robert K. Merton
  • Identifikation und Kategorisierung von Intrarollen- und Interrollenkonflikten
  • Darstellung spezifischer Mechanismen zur Bewältigung von Rollenkonflikten

Auszug aus dem Buch

Der Mechanismus der Machtunterschiede der zum Rollenset gehörenden Personen

Diesem Mechanismus der Konfliktvermeidung „liegt die Verteilung von Macht und Autorität“ zugrunde (MERTON 1973, Seite 325; in HARTMANN 1973). In der Regel haben nicht alle Bezugspersonen den gleich starken Machteinfluss auf den Inhaber einer Rolle. Wobei mit Macht „die beobachtete und vorhersagbare Fähigkeit, im sozialen Handeln den eigenen Willen auch gegen den Widerstand von anderen, an diesem Handeln beteiligten Personen durchzusetzen“ (MERTON 1975, Seite 353) gemeint ist.

Merton spricht bei einem höheren Machteinfluss eines Mitglieds von einem „Machtmonopol“ (MERTON 1973, Seite 326; vgl. HARTMANN 1973). Zu einer Machtkoalition kommt es, wenn „der Konflikt zwischen den Statusinhabern und den verschiedenen Mitgliedern ihres Rollensets“ verlaufen, „als zwischen den Mitgliedern des Rollensets selbst“.

Zusammenfassung der Kapitel

1.) Einleitung: Die Einleitung verortet Rollentheorien in der Soziologie und begründet deren Relevanz zur Analyse sozialen Verhaltens und abweichender Handlungsmuster.

2.) Soziale Position: Dieses Kapitel definiert die soziale Position als statischen Aspekt, der Handlungsanforderungen durch verschiedene Segmente und Beziehungspartner strukturiert.

3.) Soziale Rolle: Hier wird die Rolle als dynamischer Aspekt der Position eingeführt, der Erwartungen von Bezugsgruppen zusammenfasst und menschliches Handeln planbar macht.

4.) Rollenkonflikte: Das Kapitel erläutert die strukturelle Bedingtheit von Rollenkonflikten, wobei insbesondere zwischen dem Intrarollenkonflikt und dem Interrollenkonflikt unterschieden wird.

5.) Lösungsansätze: Hier werden von Merton entwickelte Mechanismen zur Konfliktvermeidung und -bewältigung innerhalb des Rollensets detailliert analysiert.

6.) Schlussbetrachtung: Das Fazit fasst die Bedeutung von Mertons Theorie für die moderne Soziologie zusammen und reflektiert über die Notwendigkeit von Erwartbarkeit für eine geordnete Gesellschaft.

Schlüsselwörter

Rollentheorie, Robert K. Merton, Talcott Parsons, Soziale Position, Soziale Rolle, Rollenkonflikt, Intrarollenkonflikt, Interrollenkonflikt, Rollenset, Bezugsgruppe, Struktur-Funktionalismus, Anomie, Sozialisation, Machtmonopol, Handlungsmuster

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der soziologischen Rollentheorie, insbesondere der Weiterentwicklung von Talcott Parsons' struktur-funktionalem Ansatz durch Robert K. Merton.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Begriffe soziale Position und Rolle, die Entstehung von Rollenkonflikten aus unvereinbaren Erwartungen sowie Strategien zur Konfliktminimierung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Merton die Theorie von Parsons erweiterte, um soziale Dysfunktionen und abweichendes Verhalten durch das Konzept des "Rollensets" besser erklären zu können.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Literaturanalyse, die auf den Werken klassischer und moderner Soziologen wie Parsons, Merton, Dahrendorf und Hillmann basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Begriffsdefinitionen, die Darstellung von Parsons' Rollentheorie, Mertons Erweiterungen, die Kategorisierung von Konflikttypen und die Analyse von Lösungsmechanismen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Rollentheorie, Rollenset, Struktur-Funktionalismus, soziale Position und Rollenkonflikt geprägt.

Was genau versteht Merton unter einem "Rollenset"?

Merton bezeichnet damit die Gesamtheit aller Rollenbeziehungen, die eine Person allein aufgrund ihres spezifischen sozialen Status innehat.

Wie unterscheiden sich Intrarollenkonflikte von Interrollenkonflikten?

Beim Intrarollenkonflikt bestehen widersprüchliche Erwartungen an eine einzelne Rolle (von verschiedenen Bezugspersonen), während beim Interrollenkonflikt Unvereinbarkeiten zwischen zwei oder mehr verschiedenen Rollen einer Person auftreten.

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Details

Title
Die Theorie des Rollenkonflikts nach Robert K. Merton
College
University of Hagen  (Soziologie)
Grade
hervorragend gegliedert
Author
Josina Johannidis (Author)
Publication Year
2002
Pages
20
Catalog Number
V5444
ISBN (eBook)
9783638133135
ISBN (Book)
9783656058342
Language
German
Tags
Rollentheorie Merton Intrarollenkonflikt Interrollenkonflikt Parsons
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Josina Johannidis (Author), 2002, Die Theorie des Rollenkonflikts nach Robert K. Merton, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/5444
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