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Folgen der EuGH-Rechtsprechung für das deutsche Steuerrecht - Grundsätze und Beispiele

Title: Folgen der EuGH-Rechtsprechung für das deutsche Steuerrecht - Grundsätze und Beispiele

Seminar Paper , 2005 , 30 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Sönke Thiedemann (Author)

Business economics - Law
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Die Steuerhoheit wird seit jeher als ein fundamentales Prinzip und als Ausdruck staatlicher Souveränität angesehen. Oftmals auch als Sympathiebarometer der Regierungen aufgefaßt, nimmt die Steuerpolitik einen prominenten Platz in den Medien über die Staatsgrenzen hinaus ein. Darüber hinaus übt die Besteuerung von Unternehmen und Haushalten als eine der wichtigsten Stellschrauben makroökonomischer Politik enormen Einfluß auf die wirtschaftliche Entwicklung eines Staates aus. Vor diesem Hintergrund wird die Brisanz der Einflußnahme des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) auf nationale Steuervorschriften verständlicher. Insbesondere in der Europäischen Union mit der EU-Osterweiterung am 1. April 2004 ist der steuerliche Wettbewerbsdruck zwischen den Mitgliedsstaaten gestiegen. Gleichzeitig stehen die Mitgliedsstaaten vertraglich unter dem zunehmenden Druck, das nationale Steuerrecht dem Gemeinschaftsrecht anzupassen. Die oftmals unterschiedliche Auslegung des Europäischen Gemeinschaftsvertrags (EGV) und dessen Regelungsziele von Klägern und Finanzgerichten führte in den letzten 25 Jahren zu einer Reihe von Verhandlungen vor dem EuGH. Die Urteile des EuGH waren nicht nur auf nationaler Ebene für die jeweiligen Finanzgerichte von Relevanz sondern hatten auch Auswirkungen auf das deutsche Steuerrecht. In diesem Zusammenhang ist es das Ziel dieser Arbeit, einen Beitrag zum Verständnis der Bedeutung der EuGH-Rechtsprechung und deren Auswirkungen auf das deutsche Steuerrecht zu leisten. Der Schwerpunkt liegt aufgrund der betriebswirtschaftlichen Relevanz in der Analyse der Konsequenzen bisheriger Urteile des EuGH für die Unternehmensbesteuerung. Andere Steuerbereiche, für die ebenfalls Auswirkungen beobachtbar sind, sollen hier nicht detailliert behandelt werden. Kapitel 2 befaßt sich mit Grundlagen zur EuGH-Rechtsprechung und den Grundsätzen, die bei ihr vor dem Gerichtshof zur Anwendung kommen. Zwei themenbezogene Urteile, die weitreichende Auswirkungen auf das nationale Steuerrecht haben, werden in den Kapiteln 3.1 und 3.2 vorgetragen und unter Bezugnahme auf vorige Grundsatzurteile analysiert. Kapitel 3.3 bezieht eine aktuelle Entscheidung des EuGH zur direkten Unternehmensbesteuerung in diese Analyse ein. Einige der durch die Entscheidungen her-vorgerufenen Änderungen des deutschen Steuerrechts werden in Kapitel 4 hervorgehoben.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Die deutsche Steuersouveränität im dynamischen Wandel der EU

2 Grundsätze in der Rechtsprechung des EuGH

2.1 Die Regelungen zu den direkten und indirekten Steuern

2.2 Kompetenzen des EuGH

2.3 Das Verhältnis von nationalem zu Gemeinschaftsrecht

2.4 Die Grundfreiheiten des EGV

3 Wegweisende Urteile zur direkten Unternehmensbesteuerung

3.1 Der Fall „ICI“

3.1.1 Die steuerlichen Kernaussagen der Entscheidung

3.1.2 Die Beeinträchtigung der Niederlassungsfreiheit und ihre Rechtfertigung

3.2 Der Fall „Saint-Gobain“

3.2.1 Die steuerlichen Kernaussagen der Entscheidung

3.2.2 Die Beeinträchtigung der Niederlassungsfreiheit und ihre Rechtfertigung

3.3 Der Fall „Manninen“ und seine Folgen

4 Ausgewählte Beispiele von Anpassungen des deutschen Steuerrechts an die EuGH-Maßstäbe

5 Zusammenfassende Betrachtung und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Bedeutung der Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) für das deutsche Steuerrecht. Ziel ist es, die Auswirkungen der EuGH-Urteile auf die nationale Unternehmensbesteuerung zu analysieren und aufzuzeigen, wie diese zur Harmonisierung des Steuerrechts beitragen und die deutsche Finanzverwaltung vor Herausforderungen stellen.

  • Grundlagen und Kompetenzen der EuGH-Rechtsprechung im Steuerrecht.
  • Analyse wegweisender Urteile (u.a. „ICI“, „Saint-Gobain“, „Manninen“).
  • Die Rolle der Grundfreiheiten des EGV bei der Begrenzung nationaler Steuerhoheit.
  • Anpassungsbedarf und praktische Folgen für das deutsche Steuergesetzbuch.
  • Wirtschaftliche und fiskalische Auswirkungen auf den deutschen Haushalt.

Auszug aus dem Buch

3.1 Der Fall „ICI“

In diesem Verfahren stritten die Imperial Chemical Industries plc (ICI) und die Steuerverwaltung des Vereinigten Königreichs um die Gewährung eines Steuervorteils für Verluste, die einer Tochtergesellschaft der Holdinggesellschaft entstanden sind. Einige Tochtergesellschaften, an denen ICI im Sinne des Income and Corporation Taxes Act beteiligt war, hatten ihren Sitz in anderen Mitgliedstaaten, wodurch der grenzüberschreitende Bezug gesichert war und somit das Gemeinschaftsrecht Anwendung fand.

Die Steuerverwaltung verwehrte ICI den Verlustabzug, da 19 der 23 Tochtergesellschaften keine Körperschaften mit Sitz im Vereinigten Königreich waren. Auf die Vorlage des House of Lords beurteilte der EuGH die strittige Steuernorm als gemeinschaftswidrig. Darüber hinaus prüfte das Gericht, ob die Einschränkung der Niederlassungsfreiheit und die gleichzeitige Ungleichbehandlung gegenüber ansässigen Gesellschaften gerechtfertigt sei. Die Verwehrung des steuerlichen Verlustabzugs basierte auf der Ansicht, daß bei den direkten Steuern die Situation von gebietsansässigen und gebietsfremden Gesellschaften nicht vergleichbar wären. Die in Frage gestellten Vorschriften sollten sowohl die Gefahr der Steuerumgehung verringern als auch die Verringerung der Steuereinnahmen verhindern, die dadurch bedingt sei, daß der den ansässigen Tochtergesellschaften gewährte Steuervorteil nicht durch die Besteuerung der Gewinne im Ausland ausgleichen lasse. Beide Argumente lehnte der Gerichtshof ab ebenso wie den Rechtfertigungsgrund der „Kohärenz des Steuersystems“.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Die deutsche Steuersouveränität im dynamischen Wandel der EU: Einleitung in die Bedeutung der Steuerhoheit und den steigenden Einfluss des EuGH auf das deutsche Steuerrecht.

2 Grundsätze in der Rechtsprechung des EuGH: Darlegung der rechtlichen Rahmenbedingungen, Kompetenzen des EuGH und der relevanten Grundfreiheiten.

3 Wegweisende Urteile zur direkten Unternehmensbesteuerung: Detaillierte Analyse spezifischer EuGH-Urteile, die den Druck zur Anpassung des nationalen Steuerrechts erhöhten.

4 Ausgewählte Beispiele von Anpassungen des deutschen Steuerrechts an die EuGH-Maßstäbe: Übersicht über konkrete Gesetzesänderungen in Deutschland infolge europäischer Rechtsprechung.

5 Zusammenfassende Betrachtung und Ausblick: Resümee über die stetige Steuerharmonisierung und Prognose künftiger Entwicklungen.

Schlüsselwörter

EuGH, Steuerrecht, Steuersouveränität, Unternehmensbesteuerung, Niederlassungsfreiheit, Kapitalverkehrsfreiheit, Harmonisierung, Diskriminierungsverbot, Rechtfertigungsgründe, Kohärenz des Steuersystems, Gemeinschaftsrecht, deutsche Finanzverwaltung, Steuerumgehung, Grundfreiheiten.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert den Einfluss der EuGH-Rechtsprechung auf das deutsche Steuerrecht mit einem Fokus auf die direkte Unternehmensbesteuerung.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die Grundfreiheiten des EGV, die Begrenzung nationaler Steuervorschriften durch den EuGH und die resultierenden Anpassungen im deutschen Recht.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es, ein besseres Verständnis für die Bedeutung der EuGH-Rechtsprechung und deren Konsequenzen für das deutsche Steuersystem zu vermitteln.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt die Analyse von Grundsatzurteilen und eine Untersuchung der daraus resultierenden gesetzlichen Anpassungen im deutschen Steuerrecht.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil behandelt die theoretischen Grundlagen der EuGH-Rechtsprechung und analysiert wegweisende Urteile wie „ICI“, „Saint-Gobain“ und „Manninen“.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Kernbegriffe sind Europäischer Gerichtshof, Steuerharmonisierung, Niederlassungsfreiheit, Diskriminierungsverbot und Unternehmenssteuern.

Welche Rolle spielen Doppelbesteuerungsabkommen in der Analyse?

Sie dienen als Bezugspunkt für die Frage, wie Mitgliedstaaten ihre Steuerhoheit aufteilen und inwiefern der EuGH verlangt, dass ausländische Gesellschaften bei der Anwendung dieser Abkommen nicht benachteiligt werden.

Warum ist das „Manninen“-Urteil laut Autor besonders kritisch?

Das Urteil ist besonders folgenreich, da es nicht nur die Kapitalverkehrsfreiheit stärkte, sondern auch feststellte, dass gemeinschaftswidrige nationale Vorschriften rückwirkend nicht anwendbar sind, was den deutschen Haushalt durch Rückforderungen belastet.

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Details

Title
Folgen der EuGH-Rechtsprechung für das deutsche Steuerrecht - Grundsätze und Beispiele
College
European Business School - International University Schloß Reichartshausen Oestrich-Winkel  (Lehrstuhl für Betriebliche Steuerlehre)
Course
Seminar Betriebliche Steuerlehre 2005
Grade
2,0
Author
Sönke Thiedemann (Author)
Publication Year
2005
Pages
30
Catalog Number
V54457
ISBN (eBook)
9783638496612
ISBN (Book)
9783656784876
Language
German
Tags
Folgen EuGH-Rechtsprechung Steuerrecht Grundsätze Beispiele Seminar Betriebliche Steuerlehre
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Sönke Thiedemann (Author), 2005, Folgen der EuGH-Rechtsprechung für das deutsche Steuerrecht - Grundsätze und Beispiele, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/54457
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