Giordano Bruno und die Unendlichkeit des Universums

Eine kurze Darstellung


Hausarbeit, 2001
13 Seiten, Note: sehr gut

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Biographie Giordano Brunos
2.1. Kindheit und Jugend
2.2. Seine Ordenszeit
2.3. Wendepunkt und Verlassen des Ordens
2.4. Seine Wanderjahre
2.5. Die Gefangenschaft und der Prozess

3. Von der Ursache, dem Prinzip und dem Einen
3.1. Prinzip und Ursache
3.2. Weltseele

Schluss

Bibliographie

1. Einleitung

Das auslaufende 16. Jahrhundert war gekennzeichnet durch Umwälzungen, die das bis dahin unumschränkt herrschende Papsttum in Frage stellten und seine Machtposition schmälerten. Der calvinistische und lutherische Protestantismus hatten sich dauerhaft etabliert. In der Schweiz, in der Tschechoslowakei, in weiten Teilen Deutschlands, aber auch in Großbritannien und Skandinavien hatte der Vatikan seine geistige Führung an den Protestantismus abgeben müssen. Aber auch aus einer ganz anderen Richtung kamen neue Gedanken, die den Ansichten des damaligen Katholizismus entgegenstanden. Der Astronom Nikolaus Kopernikus entwickelte ein neues Modell unseres Planetensystems. Brisant daran war, dass sich in diesem Modell die Sonne im Mittelpunkt der Planetenbahnen befand. Das bisherige Weltbild des Griechen Ptolemäus, das vom Vatikan wie ein Dogma behandelt wurde, sah hingegen die Erde als Mittelpunkt des ganzen Universums an. Es wurde erstmals offensichtlich, dass systematisches Beobachten, Analysieren und Berechnen dem bloßen Interpretieren der in der Bibel enthaltenen Aussagen zu Naturphänomenen überlegen war. Aber auch die bis dahin uneingeschränkt für gültig gehaltenen Lehren der griechischen Naturphilosophen wie die des Aristoteles gerieten mehr und mehr unter Beschuss.

Zu Beginn dieser Umwälzungen betrat mit Giordano Bruno ein Mann die Bühne der Geschichte, dessen Leben selbst ein Spiegelbild dieses geistigen Wandels darstellte. Daher zählt er neben Galilei zur zweitwichtigsten Symbolfigur des Übergangs vom Mittelalter zur Neuzeit.

Die folgende Arbeit beschäftigt sich im ersten Teil mit dem Leben von Giordano Bruno, und setzt sich im zweiten Teil mit den Begriffen Ursache, Prinzip und Weltseele aus seinem Werk „Von der Ursache, dem Prinzip und dem Einen“ auseinander.

2. Biographie Giordano Brunos

2.1. Kindheit und Jugend

Filippo Bruno, so sein eigentlicher Taufnamen, wurde im Januar oder Februar des Jahres 1548 in San Giovanni del Cesco bei Nola im Königreich Neapel, geboren. Sein Vater, ein Soldat im Dienste des spanischen Vizekönigs von Neapel, trägt den Namen Giovanni Bruno, seine Mutter ist die junge Fraulissa Savolina.

„Alles was wir über Brunos Kindheit wissen, wissen wir von ihm selbst“ (Ulbrich/Wolfram, 1994,11). Daher bleibt vieles über seine Kindheit und Jugend im Dunkeln, denn man kann nur aus Andeutungen in seinen erhaltenen Schriften auf seine ersten Jahre schließen.

Die Hafenstadt Nola, Brunos Geburtsstadt ist eine Stadt mit langer Geschichte, die bis ins 3. Jahrhundert zurückreicht. Sie zählt im 16. Jahrhundert ungefähr 10000 Einwohner und ist vor allem bei den „Reichen und Mächtigen von Rom, Neapel und Florenz“ (Ulbrich/Wolfram, 1994, 11) sehr beliebt.

Dort, in einem der Vororte, wohnt Filippo mit seiner Familie, umgeben von Weinbergen, Bauernhöfen und Gartenhäuser. Der Stolz auf seine Geburtsstadt wird vor allem in seinem späteren Leben deutlich. Denn bei keiner Eintragung in ein Register, sei es an der Universität, Gemeinde oder Stadt fehlt an seiner Unterschrift der Zusatz Nolanus, als Hinweis auf seine Vaterstadt.

Luigi Tansillo, ein Freund der Familie, der wohl auch als sehr begabt in der Dichtkunst war, kehrt des öfteren bei der Familie Bruno ein. Filippo lernt ihn als einen sehr erfahrenen Mann kennen, der viel zu erzählen hat und die Welt gesehen hat. Fasziniert hört er ihm zu, wenn er von Pico della Mirandola und seinem berühmten Werk „De dignitate hominis“ erzählt, das ein völlig neues Gedankengut in die damalige Gesellschaft einbrachte, und auch wie der Traum vom Mensch als Genie der Ernüchterung weichen musste, als die Franzosen und Spanier über Italien herfielen. Er erzählt Filippo auch „vom Sacco di Roma, der furchtbaren Plünderung Roms im Jahre 1572, aber auch vom sittlichen Verfall, dem Neopotismus und der Geschäftemacherei mit Ablaß und Ämterverkauf der drei berüchtigten Renaissance-päpste Alexander XI., Julius II. und Leo X.“(Ulbrich/Wolfram, 1994, 14).

Brunos Vater ist das überhaupt nicht recht, denn er möchte seinem Sohn, der offenkundig sehr begabt ist, ein Studium an einer Universität ermöglichen, was jedoch an den mangelnden Mitteln zu scheitern droht. Die einzige Möglichkeit, die er deshalb sieht, ist die Priesterlaufbahn, doch für dieses Vorhaben ist es mehr als ungünstig, würde Tansillo seinen Sohn negativ gegenüber der Kirche beeinflussen.

1562 kommt Filippo nach Neapel, wo er bei seinem Onkel Agostino wohnt, und an der freien Universität öffentliche Vorlesungen von Teofilo de Varrano hört. Zusätzlich erhält er Privatunterricht von ihm. Teofilo de Varrano galt zur damaligen Zeit als Kenner der aristotelischen Schriften und der antiken Philosophie überhaupt, woher es auch zu erklären ist, dass sich in den Werken Brunos immer wieder aristotelisches Gedankengut findet. Filippo selbst nennt ihn später seinen „wichtigsten Lehrer in der Philosophie“ ( Canone, in: Blum, 1999, 188).

In dieser Zeit lernt Filippo zudem Griechisch und beginnt die Schriften des Homer zu übersetzen.

2.2. Seine Ordenszeit

Am 15. Juni 1565 schließlich tritt er in den Dominikanerorden San Domenico Maggiore in Neapel ein. Sein Ziel ist es, in die große Bibliothek mit all den kostbaren Büchern zu gelangen, doch zu seiner großen Enttäuschung erfährt er, dass er während des Novinziatsjahres die Bibliothek nicht betreten darf.

Im folgenden Jahr, lernt er die strengen Regeln des Ordens kennen, schreibt die Bibel und die Geschichte der Scholastik per Hand ab. Immer mehr reift dabei in Bruno die Ansicht, die Geschichte der Kirche sei „ein Netz von Legenden und Halbwahrheiten“ (Ulbrich/Wolfram, 1994,31). Mit Hilfe philosophischer Schriften und neuerer Dichter, die eigentlich zur verbotenen Lektüre gehören, versucht er die Lücken zu füllen.

Ein Jahr nach seinem Eintritt in das Kloster, legt er am 16. Juni 1566, vor Prior Ambrogio Pasqua das Ordensgelübde ab. Er erhält den Ordensnamen Giordano.

Kurz darauf liegt dem Prior eine Anzeige gegen Giordano wegen Äußerungen gegen den Marienkult und die Ablehnung von Heiligenbildern vor. Doch dieser Konflikt wird durch die rethorischen Fähigkeiten Brunos rasch beigelegt. Danach stürzt er sich in die Arbeit, er liest unzählige Bücher. Er studiert „fast alle griechischen Philosophen des Altertums, wie auch die der Römer(). Von den Letzteren vor allem Lukrez und Plotin.“ (Ulbrich/Wolfram, 1994, 41) Dabei erschließt er sich zum Latein, Griechisch, Hebräisch und Spanisch, weitere moderne Sprachen. Unter all diesen Werken, die er liest, sind jedoch auch zahlreiche verbotene Schriften und er ist sich bewusst, dass er mit seinem Wissen sehr vorsichtig sein muss, vor allem bei seiner Papstaudienz 1568 oder 1569. Die Aufforderung von Papst Pius V. in Rom zu erscheinen kam für ihn völlig überraschend und es wurde ihm schlagartig bewusst, in welche Gefahr er sich mit dem Studium verbotener Schriften begab. Doch Pius V. hatte lediglich von seinem großartigen Gedächtnis gehört, und wollte ihn kennen lernen. Giordano widmete dem Papst bei seinem Besuch sein erstes Werk, die Satire „Arche Noah“, die jedoch bis heute verschollen ist.

[...]

Ende der Leseprobe aus 13 Seiten

Details

Titel
Giordano Bruno und die Unendlichkeit des Universums
Untertitel
Eine kurze Darstellung
Hochschule
Bayerische Julius-Maximilians-Universität Würzburg  (Philosophische Fakultät)
Note
sehr gut
Autor
Jahr
2001
Seiten
13
Katalognummer
V5451
ISBN (eBook)
9783638133180
ISBN (Buch)
9783638853743
Dateigröße
473 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Giordano, Bruno, Unendlichkeit, Universums
Arbeit zitieren
M.A. Simone Nuß (Autor), 2001, Giordano Bruno und die Unendlichkeit des Universums, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/5451

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