Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Texte veröffentlichen, Rundum-Service genießen
Zur Shop-Startseite › Soziale Arbeit / Sozialarbeit

Suizidalität und ihre Diagnostik

Titel: Suizidalität und ihre Diagnostik

Hausarbeit , 2006 , 20 Seiten , Note: 1,5

Autor:in: Britta Brokate (Autor:in)

Soziale Arbeit / Sozialarbeit
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Wahrscheinlich gibt es kaum einen Menschen, der noch nie über den Sinn des Lebens allgemein und insbesondere über den Sinn des eigenen Lebens nachgedacht hat und der nicht in irgendeiner Form, insbesondere in leidvollen Situationen, zu der Frage gekommen ist: Kann und will ich so weiterleben? Selbst wenn dem Suizid oft keine klare Entscheidung im Sinne des letzten Ergebnisses lebensbestimmender Faktoren, sondern eher eine Antriebshandlung zugrunde liegt, scheint die Frage des Sinns, für die allein in Deutschland mehrfach pro Stunde festzustellenden vollendeten oder versuchten Selbsttötungen, entscheidend zu sein.
Selbsttötung (Fachausdruck: Suizid) und Suizidversuch sind kennzeichnend menschliche Probleme, denn nur der Mensch kann seinen eigenen Tod wollen. Sie berühren grundlegend das Dasein des Menschen und setzen ein bestimmtes Maß der Selbstbetrachtung voraus, dass zu einem bewussten Handeln mit der Folge bzw. dem Versuch führt, das eigene Leben aus-zulöschen. Selbstzerstörendes Verhalten wie bei manchen Tieren (z.B. der Todesmarsch der Lemminge u. a.) gilt nicht als Suizid, da es nicht mit der Vorstellung des Todes verknüpft ist und im Übrigen auf ganz andere Ursachen zurückgeht.
Sicher beschäftigt sich niemand gerne mit einem solch belastenden Thema, und häufig sind die meisten völlig ratlos, wenn sie im Familien- oder Bekanntenkreis mit drohendem- oder vollführtem Suizid konfrontiert werden, doch ein Mindestmaß an Kenntnissen über Ursachen, Risikofaktoren, Selbsttötungsmethoden u. a. kann Leben retten. Deshalb ist es wichtig sich zu informieren, was das Erkennen von Alarmzeichen, das Verstehen von Beweggründen, Vorbeugen und Handeln wenn es Not tut, anbelangt.
Ziel dieser Arbeit ist, nachfolgend einen Überblick über das Thema und Problemfeld Suizidalität, deren Ursachen und dem Erkennen der Suizidgefährdung zu geben, sowie Zusammenhänge zu untersuchen und darzustellen.
Zunächst wird ein kurzer theoretischen Hintergrund mit Hilfe konkreter Begriffsbestimmung und epidemiologischer Fakten aufgezeigt, daraufhin wird auf die Kennzeichen verschiedener Suizidformen eingegangen, um anschließend im Besonderen mit den unterschiedlichen Erklärungsansätzen für Suizidalität zu klären. Dann geht es dem Bereich der Diagnostik und abschließend werden verschiedene Interventions- und Behandlungsmöglichkeiten aufgezeigt.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Definition von Suizidalität

3. Epidemiologie

3.1. Häufigkeit von Suizidhandlungen

3.2. Risikofaktoren für Suizidalität

4. Arten von Suizidformen

5. Darstellung verschiedener Erklärungsansätze und Faktoren von Suizid

5.1. Psychoanalytisches bzw. Tiefenpsychologisches Erklärungsmodell

5.2. Psychosoziale Suizidtheorie

5.2.1. Egoistischer Suizid

5.2.2. Anomischer Suizid

5.3. Erklärungsmodell der Biologie

5.4. Narzissmus-Modell von Henseler und Reimer

6. Diagnostik von Suizidaliät und deren Indikatoren

6.1. Anamnese

6.2. Die Exploration

6.3. Verläufe der Entscheidung zur Suizidhandlung

7. Therapiemöglichkeiten und Suizidintervention

7.1. Ambulante Angebote

7.2. Medikamentöse- bzw. Psychopharmakotherapeutische Behandlung

7.3. Stationäre bzw. teilstationäre Angebote und die Möglichkeit der Zwangseinweisung

8. Abschlussüberlegung zum Disput über das Recht auf Suizid

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, einen umfassenden Überblick über das Problemfeld der Suizidalität zu geben, die zugrundeliegenden Ursachen und Risikofaktoren zu analysieren sowie Ansätze zur Früherkennung, Diagnostik und Intervention aufzuzeigen.

  • Begriffsbestimmung und epidemiologische Datenlage zum Suizidgeschehen
  • Theoretische Erklärungsansätze (psychoanalytisch, psychosozial, biologisch, Narzissmus-Modell)
  • Diagnostische Vorgehensweisen und Erkennung suizidaler Krisen
  • Interventionsstrategien und Behandlungsmöglichkeiten
  • Ethische und juristische Auseinandersetzung mit dem Suizid

Auszug aus dem Buch

1. Einleitung

„Ich möchte sterben, nur noch sterben, wie ich sterbe ist mir völlig egal… Ich hasse mich, ich hasse mein Leben… Es tut mir so leid dass ich alle Menschen in meiner Nähe zum Verzweifeln bringe! […] Ich bin echt zu nichts zu gebrauchen, ich hasse mein ganzes verdammtes Leben… es soll endlich alles vorbeigehen, ich möchte endlich aus diesem Albtraum aufwachen… ich will endlich wieder aufstehen, aber ich kann nicht…“

Wahrscheinlich gibt es kaum einen Menschen, der noch nie über den Sinn des Lebens allgemein und insbesondere über den Sinn des eigenen Lebens nachgedacht hat und der nicht in irgendeiner Form, insbesondere in leidvollen Situationen, zu der Frage gekommen ist: Kann und will ich so weiterleben? Selbst wenn dem Suizid oft keine klare Entscheidung im Sinne des letzten Ergebnisses Lebensbestimmender Faktoren, sondern eher eine Antriebshandlung zugrunde liegt, scheint die Frage des Sinns, – ähnlich dem eingangs zitierten Beitrag aus einem Suizidforum – für die allein in Deutschland mehrfach pro Stunde festzustellenden vollendeten oder versuchten Selbsttötungen, entscheidend zu sein.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einführung thematisiert die existenzielle Not suizidaler Menschen, definiert den Forschungsgegenstand und skizziert das methodische Vorgehen der Arbeit.

2. Die Definition von Suizidalität: In diesem Kapitel werden verschiedene Begriffe für Selbsttötung diskutiert und die Suizidalität als Spektrum zwischen Suizidideen, Absichten und Versuchen systematisiert.

3. Epidemiologie: Hier wird die Verbreitung von Suiziden anhand statistischer Daten analysiert, wobei geschlechtsspezifische Unterschiede und Risikofaktoren beleuchtet werden.

4. Arten von Suizidformen: Dieses Kapitel differenziert zwischen „harten“ und „weichen“ Methoden und beleuchtet den Einfluss von kulturellen und psychischen Faktoren auf die Wahl der Suizidmethode.

5. Darstellung verschiedener Erklärungsansätze und Faktoren von Suizid: Es werden zentrale psychologische und soziologische Modelle vorgestellt, darunter die psychoanalytische Sicht, Durkheims Suizidtheorie, biologische Befunde und das Narzissmus-Modell.

6. Diagnostik von Suizidaliät und deren Indikatoren: Der Fokus liegt auf der klinischen Diagnostik durch Anamnese und Exploration sowie dem Verständnis der stadienhaften Entwicklung einer Suizidhandlung.

7. Therapiemöglichkeiten und Suizidintervention: Dieses Kapitel erläutert ambulante, medikamentöse und stationäre Interventionsmöglichkeiten, einschließlich rechtlicher Aspekte der Zwangseinweisung.

8. Abschlussüberlegung zum Disput über das Recht auf Suizid: Es wird die ethische Debatte um das „Recht auf Suizid“ beleuchtet und abschließend die Bedeutung der Suizidprävention hervorgehoben.

Schlüsselwörter

Suizid, Suizidalität, Suizidprävention, Krisenintervention, Suizidversuch, psychische Erkrankung, Epidemiologie, Anamnese, Diagnostik, Depression, Narzissmus, Suizidtheorie, Lebenssinn, Psychopharmakotherapie, Suizidformen

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit dem komplexen Thema der Suizidalität, wobei sowohl die theoretischen Hintergründe als auch praktische Aspekte der Diagnostik und Therapie beleuchtet werden.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Zu den Schwerpunkten zählen die Definition von Suizidalität, statistische Epidemiologie, verschiedene wissenschaftliche Erklärungsmodelle, diagnostische Ansätze sowie Interventions- und Behandlungsmöglichkeiten.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, einen Überblick über das Problemfeld zu geben, Zusammenhänge der Suizidgefährdung zu untersuchen und praktische Kenntnisse zur Prävention und zum Umgang mit suizidalen Krisen darzustellen.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, die verschiedene psychologische, soziologische und biologische Fachquellen sowie Statistiken des Bundesamtes integriert, um den aktuellen Kenntnisstand zusammenzufassen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung durch diverse Erklärungsmodelle, die klinische Diagnostik mit ihren Indikatoren sowie den Prozess der Suizidintervention.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind unter anderem Suizidalität, Suizidprävention, Krisenintervention, Diagnostik, psychische Erkrankungen und theoretische Suizidmodelle.

Warum spielt die Unterscheidung von Suizidideen und Suizidabsichten eine Rolle?

Die Unterscheidung ist entscheidend für die klinische Einschätzung, da Suizidabsichten mit einer konkreten Planung und einem deutlich höheren Handlungsdruck verbunden sind als bloße Suizidideen.

Was besagt die „Gottesurteilsfunktion“ im Kontext von Suizidversuchen?

Sie beschreibt die Restambivalenz, bei der der Betroffene den Suizidversuch zwar durchführt, aber das Ergebnis (Überleben oder Tod) dem Schicksal überlässt.

Ist Suizidprävention nach juristischer Auffassung verpflichtend?

Da der Suizid an sich rechtlich keinen Straftatbestand erfüllt (da Täter und Opfer identisch sind), gibt es nach der hier vertretenen Auffassung keine rein juristische Verpflichtung zur Prävention, obwohl sie medizinisch und ethisch geboten ist.

Ende der Leseprobe aus 20 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Suizidalität und ihre Diagnostik
Hochschule
Universität Vechta; früher Hochschule Vechta  (Erziehungswissenschaften)
Veranstaltung
Sozialpädagogische Diagnostik, Fallanalyse und Hilfeplanung : Lebensweltanalyse
Note
1,5
Autor
Britta Brokate (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2006
Seiten
20
Katalognummer
V54514
ISBN (eBook)
9783638496995
ISBN (Buch)
9783638765602
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Suizidalität Diagnostik Sozialpädagogische Diagnostik Fallanalyse Hilfeplanung Lebensweltanalyse
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Britta Brokate (Autor:in), 2006, Suizidalität und ihre Diagnostik, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/54514
Blick ins Buch
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
Leseprobe aus  20  Seiten
Grin logo
  • Grin.com
  • Versand
  • Kontakt
  • Datenschutz
  • AGB
  • Impressum