In der operativen Planung geht es darum, Planungsprobleme letztinstanzlich zu lösen. Es wird eine eindeutige, logische Lösung erwartet, die als Handlungsanweisung dienen soll.
Die Planungsprobleme beschränken sich nur auf kleine Teilbereiche der Planung, sog. Subsysteme. Dadurch sind die Fragestellungen und die nötigen Informationen relativ übersichtlich. Sie sind wohlstrukturiert.
Mathematische Verfahren sind für die Lösung solcher Planungsprobleme gut geeignet. Sie haben eine formale Struktur. Bei der Berechnung des Ergebnisses werden nur Informationen berücksichtigt, die bewusst und gewollt einfließen. Das Ergebnis ist logisch daraus ableitbar.
Deshalb spielen solche Verfahren in der operativen Planung eine große Rolle.
Allerdings ist auch bei operativen Planungen immer auch eine gewisse Unsicherheit vorhanden etwa in Bezug auf die zukünftige Entwicklung der Umweltbedingungen. Zum Umgang damit stehen flankierend z.B. das Modell der Sensitivtätsanalyse zur Verfügung.
Inhaltsverzeichnis
1. Mathematische Entscheidungsmodelle in der operativen Planung
1.1. Zur Rolle mathematischer Entscheidungsmodelle
1.2. Arten mathematischer Entscheidungsmodelle
1.2.1. Optimierungsmodelle
1.2.2. Prognosemodelle
1.2.3. Experimentiermodelle
2. Einzelne Optimierungsmodelle und die Grenzen ihrer Aussagekraft
2.1. optimale Bestellmenge
2.1.1. Anwendungsbereich
2.1.2. Das mathematische Modell
2.1.3. Voraussetzungen
2.1.4. Kritik
2.2. Lineare Programmierung
2.2.1. Anwendungsbereich
2.2.2. Das mathematische Modell
2.2.3. Voraussetzungen
2.2.4. Kritik
2.2.4.1. Voraussetzungen der Anwendbarkeit
2.2.4.2. Anwendungshäufigkeit in der Praxis
3. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Eignung und die Grenzen mathematischer Entscheidungsmodelle, insbesondere von Optimierungsmodellen, im Kontext der operativen Planung und beleuchtet kritisch, inwieweit diese Modelle der komplexen Unternehmenswirklichkeit gerecht werden.
- Rolle mathematischer Entscheidungsmodelle in der Planung
- Systematisierung von Optimierungs-, Prognose- und Experimentiermodellen
- Analyse des Modells der optimalen Bestellmenge und dessen Prämissen
- Anwendung und Kritik der Linearen Programmierung (LP)
- Diskussion der praktischen Umsetzung und Implementierungsprobleme
Auszug aus dem Buch
2.1.4. Kritik
Eine Reihe von Voraussetzungen stimmen mit der Realität selten überein. Häufig gewähren Lieferanten Mengerabatte oder die Transportkosten sinken bei steigender Bestellmenge, so dass die Einstandspreise nicht bestellmengenunabhängig sind und umgekehrt.18
Auch die Lagerkosten und die bestellfixen Kosten sind in der Regel nicht unabhängig von der Bestellmenge. Hier sind Modifikation des Modells nötig.19
Die Lagerabgangsgeschwindigkeit dürfte in der Praxis auch nicht konstant sein, sondern über die Produktion vom Absatz abhängen.
Neben dieser Restriktion dürfte es weitere in Form eines beschränkten Finanzbudgets oder eines eingeschränkten Lagerbestandes geben. Eventuell müssten also dem Modell Restriktion beiseitegestellt werden. Dadurch würde eine lineares Optimierungsmodell entstehen.20
Zusammenfassung der Kapitel
1. Mathematische Entscheidungsmodelle in der operativen Planung: Einführung in die Rolle mathematischer Verfahren und Kategorisierung in Optimierungs-, Prognose- und Experimentiermodelle.
2. Einzelne Optimierungsmodelle und die Grenzen ihrer Aussagekraft: Detaillierte Analyse der optimalen Bestellmenge und der Linearen Programmierung unter besonderer Berücksichtigung ihrer theoretischen Voraussetzungen und praktischen Anwendungsgrenzen.
3. Fazit: Zusammenfassende Bewertung, dass mathematische Modelle zwar hilfreiche Werkzeuge für die operative Planung sind, jedoch aufgrund ihres hohen Abstraktionsgrades meist Modifikationen für die praktische Anwendung erfordern.
Schlüsselwörter
Operative Planung, Mathematische Entscheidungsmodelle, Optimierungsmodelle, Lineare Programmierung, Optimale Bestellmenge, Restriktionen, Sensitivitätsanalyse, Simplex-Methode, Opportunitätskosten, Modellkritik, Abstraktionsgrad, Produktionsplanung, Unternehmenspraxis, Deterministische Modelle, Entscheidungsunterstützung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Arbeit analysiert den Einsatz und die Grenzen mathematischer Entscheidungsmodelle in der operativen Planung von Unternehmen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der Funktionsweise von Optimierungsmodellen, der Modellierung der optimalen Bestellmenge und der Anwendung der Linearen Programmierung.
Welches primäre Ziel verfolgt die Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie mathematische Modelle durch ihren Abstraktionsgrad zwar logische Ergebnisse liefern, in der Praxis jedoch oft an die Grenzen ihrer Anwendbarkeit stoßen.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Die Arbeit nutzt eine literaturbasierte Analyse theoretischer Modellansätze und stellt diese den Anforderungen der betrieblichen Realität gegenüber.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden spezifische Modelle wie die optimale Bestellmenge und die Lineare Programmierung mathematisch hergeleitet, ihre Voraussetzungen geprüft und ihre Praxistauglichkeit kritisch hinterfragt.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind operative Planung, mathematische Entscheidungsmodelle, Lineare Programmierung, Optimierung, Restriktionen und Anwendbarkeit.
Warum ist das klassische Modell der optimalen Bestellmenge in der Praxis problematisch?
Die zahlreichen Prämissen wie konstante Einstandspreise oder eine gleichbleibende Lagerabgangsgeschwindigkeit bilden die komplexe Realität oft nur unzureichend ab.
Welche Rolle spielt die Simplex-Methode in dieser Arbeit?
Sie dient als exemplarisches Verfahren zur Lösung linearer Optimierungsprobleme und wird hinsichtlich ihrer theoretischen Logik und praktischen Komplexität analysiert.
Wird die Bedeutung von menschlichen Faktoren bei der Anwendung der Modelle diskutiert?
Ja, der Autor weist darauf hin, dass neben der mathematischen Genauigkeit auch der Mensch als Entscheider, beispielsweise durch Akzeptanzprobleme, einen wesentlichen Unsicherheitsfaktor darstellt.
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- Georg Schwedt (Author), 2001, Grenzen der Aussagekraft mathematische Entscheidungsmodelle in der operativen Planung, insbesondere der Optimierungsmodelle, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/54538