Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit den produktbasierten Ursachen der Finanzkrise 2008 und erforscht warum Collaterized Debt Obligations und Subprime Kredite zu dieser Krise beigetragen haben. Um dies zu ermitteln, wird zu Beginn ein geschichtlicher Hintergrund der Finanzkrise Übersicht über die damaligen Rahmenbedingungen schaffen. Anschließend wird der Aufbau sowie die Risiken dieser Finanzprodukte genauer erläutert. Zusätzlich werden die Auswirkungen auf den Bankensektor erarbeitet, und die getroffenen Schutzmaßnahmen erläutert um abschließend ein Fazit zu treffen, welches die Frage beantwortet, ob so eine ähnliche Krise nochmal geschehen kann, oder ob genug Voraussetzungen geschaffen wurden, um ein erneutes Desaster verhindern zu können und wenn nicht, welche Maßnahmen getroffen werden müssten um eine erneute Finanzkrise zu verhindern.
Um die tiefgründigen Aspekte der Finanzkrise besser verstehen und interpretieren zu können, ist ein umfassender Rückblick notwendig. Die Finanzkrise, die enorme und unübersehbare Auswirkungen auf die Weltwirtschaft hatte, entwickelte sich nicht über Nacht. Vielmehr ist sie der Höhepunkt einer Krise, die so gut wie kein Experte kommen sah. Der Ausgangspunkt der Finanzkrise von 2007-2009 liegt im US-Immobilienmarkt. Zu Beginn des Jahrtausends sank der US-Leitzins aufgrund der geplatzten Internetblase und aufgrund der verheerenden Anschläge am 11. September 2001 stetig weiter. Dies war für viele Bürgerinnen und Bürger der Vereinigten Staaten von Amerika die Gelegenheit endlich ihren Traum des Eigenheims zu verwirklichen und ihren eigenen "American Dream" zu erleben. Kreditinstitute überzeugten selbst die kreditunwürdigsten Menschen einen Kredit aufzunehmen. Ein enormer Nachfrageschub wurde vorangetrieben, während die Preise für Häuser immer weiter anstiegen. Insbesondere und speziell ist hier auf den Subprime Markt zu verweisen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Geschichtlicher Hintergrund
3. Collaterized Debt Obligation
3.1 Struktur eines CDO´s
3.2 Bewertungsverfahren von CDO´s
3.3 Vergleich der Rahmenbedingungen der Finanzkrise 2008 und heute
4. Die Subprime-Krise
4.1 Auswirkungen der Subprime-Kredite auf den Bankensektor
4.2 Korrelation von CDO´s und Subprime Krediten
5. Darstellung von Risiken
6. Schlussfolgerung
Zielsetzung & Themen
Das primäre Ziel dieser Arbeit ist es, die produktbasierten Ursachen der Finanzkrise von 2008 zu analysieren und zu ergründen, inwiefern Collaterized Debt Obligations (CDOs) und Subprime-Kredite zu deren Entstehung beigetragen haben.
- Analyse der Rolle von Kreditderivaten wie CDOs bei der Entstehung der Krise.
- Untersuchung der Mechanismen und des Scheiterns des Subprime-Hypothekenmarktes.
- Bewertung der mangelhaften Rolle von Ratingagenturen und deren Einfluss auf die Finanzmarktblase.
- Gegenüberstellung der damaligen Rahmenbedingungen mit heutigen ökonomischen Gegebenheiten.
- Diskussion über potenzielle Verbesserungsansätze für die Risikodarstellung komplexer Finanzprodukte.
Auszug aus dem Buch
Struktur eines CDO´s
Auf der Suche nach Profit, hatten viele Investoren vor der Finanzkrise die Intention sich am stark wachsenden Immobilienmarkt zu beteiligen. Eine Möglichkeit, welche Investoren hatten, um dieses Ziel zu erfüllen, waren die durch die Banken bereitgestellten Kreditderivate, insbesondere die CDO´s. Aus diesem Grund konnte man vor der Krise einen starken Anstieg der CDO´s auf dem Kapitalmarkt erkennen. (Arbeitsgruppe Alternativer Wirtschaftspolitik, 2009, S. 86).
Die üblichste und klassischste Methode, um Investoren zu bekommen, ist eine Kreditvergabe. Nachteile davon sind jedoch zum einen die hohe Kapitalbindung und zum anderen gibt es mögliche Risiken, da die damit verbundene höhere Verzinsung durch Liquiditätsvorschriften begrenzt wird. Ein Weg diese Risiken und Nachteile weitestgehend zu beseitigen und gleichzeitig die Liquidität von Krediten zu erhöhen, war die Verbriefung und der anschließende Verkauf von Hypothekenportfolios. Durch die Verbriefung von illiquiden Anlageprodukten, wie in dem Fall die Forderungen einer Bank zu den jeweiligen Kreditnehmern, konnten diese Forderungen handelbar gemacht werden, wodurch die Kapitalbindung reduziert wurde, da nun immaterielle Vermögensgegenstände durch Geld ersetzt werden konnten. (Bloss, 2009, S. 82).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die kapitalistische Wirtschaftsordnung, thematisiert das Gewinnstreben als Treiber von Krisen und führt in die Thematik der Finanzkrise 2008 sowie deren produktbasierte Ursachen ein.
2. Geschichtlicher Hintergrund: Dieses Kapitel zeichnet den Verlauf der Finanzkrise nach, wobei der Schwerpunkt auf dem US-Immobilienmarkt und der Ausweitung des Subprime-Marktes durch exzessive Kreditvergabe liegt.
3. Collaterized Debt Obligation: Hier werden die Struktur, das "Wasserfall-Prinzip" und die hochkomplexen Bewertungsverfahren von CDOs sowie deren Rolle im Kontext damaliger und heutiger Rahmenbedingungen analysiert.
4. Die Subprime-Krise: Der Fokus liegt auf dem Geschäftsmodell der Subprime-Kredite, deren Auswirkungen auf den Bankensektor sowie der fatalen Korrelation zwischen den Hypothekenkrediten und den darauf basierenden Kreditderivaten.
5. Darstellung von Risiken: Dieses Kapitel kritisiert die mangelhafte Rolle der Ratingagenturen und diskutiert Ansätze zur Verbesserung der Transparenz und Risikobewertung von komplexen Finanzinstrumenten.
6. Schlussfolgerung: Die Arbeit schließt mit einem Fazit über das fehlerhafte Zusammenspiel von Kreditvermittlern, Banken und Ratingagenturen und betont die Notwendigkeit eines bewussteren Umgangs mit Spekulationsrisiken.
Schlüsselwörter
Finanzkrise 2008, Subprime-Krise, Collaterized Debt Obligation, CDO, Kreditderivate, Immobilienblase, Lehman Brothers, Ratingagenturen, Risikobewertung, FICO-Score, Leitzinspolitik, Verbriefung, Hypothekenmarkt, Kapitalismus, Finanzmarktregulierung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die spezifischen Finanzprodukte, insbesondere CDOs und Subprime-Kredite, die als zentrale Auslöser für die weltweite Finanzkrise des Jahres 2008 gelten.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Zu den zentralen Themen gehören die Funktionsweise von Kreditderivaten, die Fehlentwicklungen am US-Hypothekenmarkt, die Rolle der Ratingagenturen sowie die systemischen Risiken der Finanzmarktinstrumente.
Welches ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Ziel ist es zu ermitteln, warum Collaterized Debt Obligations und Subprime-Kredite maßgeblich zur Krise beigetragen haben und ob eine ähnliche Krisensituation durch veränderte Rahmenbedingungen heute erneut entstehen könnte.
Welche wissenschaftliche Methode wurde für diese Arbeit verwendet?
Es handelt sich um eine strukturierte Literaturanalyse, die bestehende wirtschaftswissenschaftliche Definitionen, Analysen zur Entstehung der Krise und Dokumentationen über Finanzprodukte auswertet.
Was wird schwerpunktmäßig im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung des geschichtlichen Kontextes, die technische Erläuterung der CDO-Struktur, die Analyse des Subprime-Kreditmarktes und eine kritische Auseinandersetzung mit der Risikodarstellung durch Ratingagenturen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die vorliegende Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Finanzkrise 2008, CDOs, Subprime-Kredite, Ratingagenturen, Risikoanalyse, Leitzinspolitik, Immobilienblase und Finanzderivate.
Warum spielt der FICO-Score in der Analyse eine wichtige Rolle?
Der FICO-Score wird als Indikator für die Kreditwürdigkeit angeführt, dessen Missachtung oder Manipulation bei der Vergabe von Subprime-Krediten zur massiven Ausweitung toxischer Finanzprodukte führte.
Welche Rolle spielten die Ratingagenturen laut der Arbeit?
Die Arbeit kritisiert, dass Ratingagenturen aufgrund von Interessenkonflikten und mangelnder Transparenz fehlerhafte, zu positive Bewertungen für hochriskante Finanzprodukte abgaben und somit die Krise befeuerten.
Inwiefern unterscheidet sich die Bewertung von CDOs von anderen Derivaten?
CDOs waren aufgrund ihrer internen Korrelation (da alle Tranchen auf dem gleichen Hypothekenportfolio basieren) mit Standardmodellen wie der Black-Scholes-Formel kaum korrekt bewertbar, was die Intransparenz erhöhte.
Was ist das sogenannte "Wasserfall-Prinzip" bei CDOs?
Es bezeichnet die hierarchische Aufteilung der Zahlungsströme in einem CDO, bei der Tranchen mit geringerem Risiko zuerst bedient werden, während Ausfälle primär die risikoreicheren Tranchen treffen.
- Citar trabajo
- Leonard Oehme (Autor), 2019, Produktbasierte Ursachen für die Finanzkrise 2008, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/545538