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Zeitlicher Hintergrund und geistige Vorläufer Descartes

Titre: Zeitlicher Hintergrund und geistige Vorläufer Descartes

Dossier / Travail de Séminaire , 2002 , 17 Pages , Note: 1,7

Autor:in: M.A. Holger Knaak (Auteur)

Philosophie - Philosophie au XVIIe et XVIIIe siècle
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Zusammenfassung

Wenn Descartes schrieb, dass

„der größte Nutzen, den [er] aus diesen Betrachtungen [Sitten anderer Völker] zog, darin bestand, dass [er] sah, dass eine Menge von Dingen, wie ungereimt und lächerlich sie auch erscheinen, [...] gleichwohl bei großen Völkern allgemein in Geltung und Ansehen [stünden], so dass [er] lernte, sich nicht mehr allzu fest auf das zu verlassen, was sich [ihm] durch Beispiel und Gewohnheit eingeprägt hatte [und er sich also eines Tages entschloss], ebenso in [sich] selbst zu studieren“

steht dies am Ende einer langen Reihe von Denkern, die schon vor ihm gegen „philosophische Aporien, Autoritäten und für die Förderung des Technisch-Praktischen und der Allgemeinverständlichkeit wissenschaftlicher Aussagen“ kämpften. Angefangen mit den Humanisten, die sich das Wissen der Antike neu erschlossen und ihre Augen dabei nicht vor Dingen verschlossen, die im Widerspruch zur herrschenden Lehrmeinung standen, über Diejenigen, die begierig oder auch skeptisch das aus den geographischen Entdeckungen resultierende Wissen aufnahmen und es weiterverbreiteten bis hin zu den Philosophen, die davon angeregt wurden und es in ihren eigenen Werke auf die eine oder andere Weise rezipierten. Rückblickend lässt sich so eine Reihe konstruieren, in der ausgehend von der Unvollkommenheit des vorhandenen Wissens die Aufnahme neuen Wissens gefordert wird (Morus), dann das Anerziehen von Wissen und darauf aufbauenden praktischen Fertigkeiten (Campanella) bis hin zur technischen Umsetzung (Bacon) und Beherrschung der elementaren Naturkräfte bei Descartes.
Was Descartes von seinen Vorgängern am stärksten unterschied, war, dass er am deutlichsten erkannte, dass das Dilemma eine auf sinnliche und damit möglicherweise fehlerhafte Wahrnehmung gegründete Wissenschaft betreiben zu müssen, und somit das Denken selbst irrezuführen, geradezu eine Neulegung der Grundlagen des Denkens und damit der Auswertung von Erkenntnissen unabhängig von äußerer Beeinflussung erforderte.

Eine kurze Skizze des kulturellen Umfeldes dieser Renaissance-Philosophen, neuartiger historischer Entwicklungen, wie etwa der Entdeckung einer neuen Welt und daraus resultierende Auswirkungen auf die Geistesgeschichte. Einige einleitende Anmerkungen zur Lehre vom Hexenwerk, welche die scheinbar unrationale Mystik in einigen dieser Werke leichter verständlich macht.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Zeitlicher Hintergrund

3. Rezeption der Geographischen Entdeckungen im Humanismus

4. Auswirkungen der Veränderung des Weltbildes auf ältere Philosophen vor Descartes

5. Zusammenfassung

6. Literatur

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht den historischen und geistigen Kontext, der das Denken von René Descartes maßgeblich beeinflusste. Dabei wird analysiert, wie politische Umwälzungen, geographische Entdeckungen und der daraus resultierende Wandel des Weltbildes im Humanismus den Boden für Descartes' radikale Abkehr von scholastischen Autoritäten und die Begründung einer neuen, methodisch zuverlässigen Philosophie bereiteten.

  • Die Krise des mittelalterlichen Weltbildes und die Entstehung der Neuzeit
  • Die Bedeutung der großen geographischen Entdeckungen für das europäische Selbstverständnis
  • Der Einfluss frühneuzeitlicher Utopien (Morus, Campanella, Bacon) auf die Wissenschaftsauffassung
  • Die Entwicklung vom Bücherwissen hin zur empirischen Naturbeobachtung
  • Descartes' philosophischer Ansatz im Vergleich zu seinen Vorläufern

Auszug aus dem Buch

3. Rezeption der Geographischen Entdeckungen

Bei der Rezeption der großen Entdeckungen bei den v.a. deutschen Humanisten überwogen drei Haltungen: sie wurden begeistert aufgenommen, man nahm sie eher skeptisch auf, befürchtete negative Auswirkungen oder sie wurden ignoriert: entweder direkt, da nicht überprüfbar sei, was die Entdecker erzählten oder indirekt, d.h. es wurde akzeptiert, dass es neue Länder gäbe, aber da man außer neuen Namen nichts weiter wüsste, sei es gleichgültig.

So kritisierte Johannes Cochläus (1479-1552), dass die neuen Gebiete außer dem Namen nach, noch genauso unbekannt wie vorher seien, sofern man den Seeleuten überhaupt trauen könnte: „Er [Vespucci, A.d.V.] behauptet, Afrika habe eine lange Ausdehnung. Jene neue Welt sei davon völlig getrennt und sogar größer als unser Europa. Ob das wahr oder erdichtet ist: zur Kenntnis der Kosmographie und Geschichte trägt dies nichts bis wenig bei. Denn sowohl die Völker wie die Örtlichkeiten jener Welt sind bis jetzt so unbekannt wie unbenannt für uns. Seereisen dorthin finden nur unter großen Gefahren statt, daher brauchen sich die Geographen darum nicht zu kümmern“.

Jedoch spätestens mit der Aufnahme intensiver Handelsbeziehungen nach Übersee und dem Entstehen der großen Kolonialreiche in Lateinamerika (spanische Vizekönigreiche Mexiko und Peru, portugiesisch Brasilien) und dem Ausbau von Handelstützpunkten in Übersee (v.a. des portugiesischen Estada dos India, aber auch dänischer, niederländischer und englischer Stützpunkte in Asien), konnte die Bedeutung und Wahrheit der Entdeckungen nicht mehr angezweifelt werden. In der Folge überwiegen kritische Reflektionen verschiedenster Art.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung skizziert Descartes' Ziel einer neuen, methodisch zuverlässigen Philosophie und bettet es in den historischen Kontext von Inquisition und theologisch geprägtem Weltbild ein.

2. Zeitlicher Hintergrund: Das Kapitel beschreibt den tiefgreifenden gesellschaftlichen und geistigen Wandel zwischen dem 15. und 17. Jahrhundert, der zur Ablösung mittelalterlicher Ordnungsprinzipien führte.

3. Rezeption der Geographischen Entdeckungen im Humanismus: Hier wird analysiert, wie die Entdeckung fremder Kulturen und neuer Erdteile den eurozentrischen Blick hinterfragte und zu einer kritischen Auseinandersetzung mit antiken Autoritäten zwang.

4. Auswirkungen der Veränderung des Weltbildes auf ältere Philosophen vor Descartes: Das Kapitel untersucht, wie Utopien von Morus, Campanella und Bacon durch neue Welterfahrungen beeinflusst wurden und den Weg zur Beherrschung der Natur durch Wissenschaft ebneten.

5. Zusammenfassung: Abschließend wird herausgearbeitet, dass Descartes' Philosophie die logische Konsequenz einer langen Entwicklung ist, die von der Infragestellung alter Autoritäten zur Forderung nach methodischer Unabhängigkeit führte.

6. Literatur: Auflistung der verwendeten Quellen und Forschungsliteratur.

Schlüsselwörter

René Descartes, Philosophie der Neuzeit, Humanismus, Scholastik, Geographische Entdeckungen, Weltbildwandel, Utopie, empirische Forschung, Naturbeherrschung, Inquisition, Autoritätskritik, Oikumene, Reformation, Rationalismus.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit den geistesgeschichtlichen und historischen Voraussetzungen, die Descartes ermöglichten, eine von scholastischen Traditionen befreite Philosophie zu begründen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Im Fokus stehen die Auswirkungen der europäischen Expansion, der Niedergang des alten kirchlichen Weltbildes und die Rolle von Wissenschaft und empirischer Beobachtung in der frühen Neuzeit.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, Descartes nicht isoliert zu betrachten, sondern ihn als Endpunkt einer Entwicklung einzuordnen, die durch die Relativierung von Autoritäten und das Aufkommen eines neuen, weltzugewandten Denkens geprägt war.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?

Der Autor nutzt eine historisch-analytische Methode, indem er zeitgenössische Quellen, frühneuzeitliche Utopien und die Rezeption der geographischen Entdeckungen auf ihre philosophischen Implikationen hin untersucht.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine Analyse des historischen Wandels (15./16. Jh.), die Rezeption neuer Länder durch Humanisten sowie den Einfluss von utopischen Denkern wie Morus, Campanella und Bacon auf das moderne Naturverständnis.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Schlüsselbegriffe sind vor allem die „Relativität des Wissens“, die „Abkehr von der Scholastik“ und die „Beherrschung der Natur durch angewandtes Wissen“.

Warum spielt das „Haus Salomon“ aus Bacons „Neu Atlantis“ eine Rolle?

Es dient als Beispiel dafür, wie utopische Entwürfe den Übergang von einer religiös determinierten Welt zur Idee der aktiven Naturbeherrschung durch staatlich geförderte Wissenschaft markierten.

Inwiefern hat die „Suprematsakte Heinrichs VIII.“ das Weltbild beeinflusst?

Die Akte wird als deutliches Zeichen für die Schwächung der kirchlichen Deutungshoheit angeführt, was den Raum für eine individuelle, von theologischen Dogmen losgelöste Erkenntnissuche öffnete.

Welchen Stellenwert nimmt die „Relativität“ in der Arbeit ein?

Die Relativität ist ein zentrales Motiv: Durch den Kontakt mit fremden Kulturen und die Spaltung des Glaubens (Reformation) erkannten Gelehrte, dass eigene Wahrheiten nicht absolut, sondern oft kulturell oder zeitlich bedingt sind.

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Résumé des informations

Titre
Zeitlicher Hintergrund und geistige Vorläufer Descartes
Université
Ernst Moritz Arndt University of Greifswald  (Institut für Philosophie)
Cours
HS Descartes, Meditationen
Note
1,7
Auteur
M.A. Holger Knaak (Auteur)
Année de publication
2002
Pages
17
N° de catalogue
V54570
ISBN (ebook)
9783638497404
ISBN (Livre)
9783638797108
Langue
allemand
mots-clé
Zeitlicher Hintergrund Vorläufer Descartes Meditationen
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GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
M.A. Holger Knaak (Auteur), 2002, Zeitlicher Hintergrund und geistige Vorläufer Descartes, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/54570
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Extrait de  17  pages
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