Betriebswirtschaftlicher Prozess des Entrepreneurship


Hausarbeit (Hauptseminar), 2005

25 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1. Einleitung

2. Rolle und Bedeutung des Entrepreneurship

3. Entwicklung eines Phasenmodells
3.1 Phase 1 „Chancen nutzen“
3.2 Phase 2 „Geschäftsmodell aufbauen“
3.3 Phase 3 „Ressourcenallokation und Gründungsmanagement“
3.4 Phase 4 „Wachstum anstreben“
3.5 Phase 5 „Überleben sichern“

4. Gestaltung eines positiven Umfeldes für den Entrepreneur

5. Fazit

Abbildungsverzeichnis

Abb. 1: Zusammenhang zwischen Entrepreneurship und Wirtschaftswachstum

Abb. 2: Kapitalquellen zu den Finanzierungsphasen

Abb. 3: Phasen des Wachstums

Abb. 4: Wachstumsdimensionen

Abb. 5: Strategische und finanzielle Optionen

Tabellenverzeichnis

Tab. 1: Risikofaktoren in der Unternehmungsentwicklung

Tab. 2: Fünf Bereiche der KMU-Politik des Schweizer Bundes

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1. Einleitung

Neben der „Transformation von Input zu Output“ erklärt die definitorische Abgrenzung eines Prozesses, auch in Abwandlungen z.B. der Systemtheorie und Informatik, aus betriebswirtschaftlicher Sicht, eine „inhaltliche und sachlogische Folge von Funktionen, die zur Bereitstellung eines Objekts in einem spezifizierten Zustand notwendig ist“.[1] Ist diese prozessuale Orientierung nun vereinbar mit dem Unternehmergeist des Entrepreneurs, seinen risikobehafteten Ideen, seiner Kreativität und seinem innovativem Streben?

Noch vor wenigen Jahren als nicht lehrbar beschrieben, gilt Entrepreneurship gegenwärtig, im Sinne der Gründung eines Unternehmens, durch umfangreiche Erkenntnisse als gut erforscht.[2] Ziel der Managementlehre ist es, im Kontrast zur theoretischen Ökonomie, konkrete Handlungsanweisungen für die Praxis zu liefern.[3] An dieser Stelle setzt somit die aktuelle Literatur zur Beantwortung der erörterten Problematik an. Den zentralen Schwerpunkt der Entrepreneurship-Forschung stellt der marktorientierte, unternehmerische Handlungsprozess dar.[4] Unternehmergeist ist gleichzusetzen mit einer Denkhaltung, einer Art zu Handeln.[5] Es resultiert ein Prozess, „der organisiert, kontrolliert, gefördert, gelehrt und in praktisch jedem organisatorischen Kontext angewendet werden kann“. Ergänzend konkretisiert Schaller in seinen Ausführungen Entrepreneurship „als eine besondere Form des Handelns, einen innovativen und wertsteigerungsorientierten wirtschaftlichen Prozess“.[6]

Es ist jedoch darzulegen, dass auf Basis einer Idee für ein neues Produkt oder eines neuen Service eine Einteilung in konkrete allgemeingültige Etappen einer Unternehmungsgründung schwierig erscheint und es somit einer kritischen Betrachtung im Sinne der Thematik bedarf.

Entrepreneurship beschreibt die Entwicklung einer unternehmerischen Idee und ihre Umsetzung. Der Entrepreneur ist dabei Entdecker, Ideenentwickler und – realisierer, der sich selbst und Anderen Arbeit und Einkommen verschafft. Die vorliegende Arbeit soll in diesem Zusammenhang diskutieren, in welchen Phasen diese Entwicklung verläuft. Dabei ist zu untersuchen, wie sich der unternehmerische Prozess entwickelt, wann Marktakteure unternehmerisch aktiv werden und welches die Erfolgsdeterminanten für ihr Handeln sind.

In Kapitel 1 soll zunächst auf die Verbindung von Entrepreneurship und dem Gesichtspunkt der Prozessorientierung eingegangen werden. Dabei wird postuliert, dass es, im Sinne der Thematik, der Erarbeitung eines betriebswirtschaftlichen Handlungskonzeptes aus dem ökonomischen Prozess bedarf.

Daran anschließend wird in Kapitel 2 die aktuelle Stellung des Entrepreneurship diskutiert. In diesem Zusammenhang sollen Faktoren wie Wirtschaftswachstum, Wirtschafts- und Arbeitsmarktpolitik sowie die Bedeutung kleiner und mittlerer Unternehmungen (KMU) betont werden.

Die umfassende Entwicklung eines Phasenmodelles im Sinne des bereits erörterten betriebswirtschaftlichen Handlungskonzeptes beschreibt Kapitel 3 der vorliegenden Arbeit. Hier sollen anhand von fünf Phasen, von der Nutzung von Marktchancen bis zur Sicherung der Unternehmung, Erfolgsfaktoren betrachtet und vereinzelt auf die fließenden Übergänge der einzelnen Etappen eingegangen werden.

Nachdem in Kapitel 4 auf Alternativen Bezug genommen wird, inwieweit man ein optimales Umfeld für Entrepreneure, im Sinne von Förderung und Rahmenbedingungen, schaffen kann, folgt im letzten Gliederungspunkt das Fazit. Hier soll kritisch hinterfragt werden, ob der Versuch dieser Arbeit, Entrepreneurship als einen mehrstufigen Prozess darzustellen, die erörterte Fragestellung beantworten kann.

2. Rolle und Bedeutung des Entrepreneurship

Den Ursprung für umfassende Diskussionen und Entwicklungen zum Verständnis des Entrepreneurship erörterte zu Beginn des 19. Jahrhunderts der Wirtschaftswissenschaftler Joseph Schumpeter.[7] Er lieferte eine moderne Definition des Unternehmers, der, u.a. durch Einführung neuer Produkte und Dienstleistungen, das bestehende wirtschaftliche Gleichgewicht zerstört und schöpferisches Potenzial freisetzt. Laut Global Entrepreneurship Monitor (GEM), einem laufenden universitären Projekt zur Messung unternehmerischer Aktivitäten in 34 Ländern, sind im Jahr 2004 fast 73 Millionen Menschen an entsprechenden Neugründungsprozessen beteiligt gewesen.[8] Basis für einen Transfer von Innovationen aus ideengegebenen Institutionen sind somit, neben gesellschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen, kreative und wagemutige Entrepreneure, die Marktchancen erkennen und umsetzen.[9] In Abbildung 1 ist dazu ein Modell des GEM zur Erläuterung integrativer Zusammenhänge dargestellt.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1: Zusammenhang zwischen Entrepreneurship und Wirtschaftswachstum

Quelle: In Anlehnung an Sternberg, R. (2002): Entrepreneurship in Deutschland. In: Braun, G., Diensberg, Chr. (Hrsg.): Entrepreneurship im Ostseeraum, Berlin, 2002, S. 95.

Noch vor zehn Jahren als altmodisch bezeichnet, nimmt Unternehmertum gegenwärtig einen zentralen Stellenwert ein.[10] Im Sinne von Wirtschafts- und Arbeitsmarktpolitik erfahren dabei Selbständige sowie kleine und mittlere Unternehmungen (KMU) zunehmend Bedeutung. Bestätigt durch eine Mehrzahl empirischer Untersuchungen steht die Notwendigkeit ihrer Förderung für wirtschaftliches Wachstum, Innovation und entscheidender Impulse für neue Arbeitsplätze außer Frage. Dieses Interesse erhöht sich zunehmend vor dem Hintergrund von Globalisierung und steigendem Wettbewerb.[11] Aus psychologischer Sicht bilden erfolgreiche Unternehmer zugleich Vorbild und Ansporn für andere Leistungsmotivierte. Zudem führt die Förderung des Bewusstseins der Eigenverantwortlichkeit und Selbstverwirklichung zur Stärkung der demokratisch-liberalen Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung.

Entrepreneurship gilt als Voraussetzung für die Entstehung kleiner und mittlerer Unternehmungen und ist vor allem geprägt durch das innovative Element in der Gründungsphase.[12] In Deutschland nehmen KMU einen hohen Anteil am unternehmerischen Marktvolumen ein, sodass Unternehmertum eher Klein-Unternehmertum als „Big Business“ ist. Die Schaffung neuer Strukturen, als wichtigstes Merkmal des Entrepreneurship, muss somit zunehmend im Sinne des Mittelstandes erklärt werden und bietet Raum für Forschungsschwerpunkte, denen aktuell nationale sowie internationale Universitäten und Institute eine hohe Bedeutung beimessen.

3. Entwicklung eines Phasenmodells

3.1 Phase 1 „Chancen nutzen“

Das Vorhandensein unternehmerischer Gelegenheiten bildet eine der Grundvoraussetzungen des Entrepreneurship, wobei die Entdeckung neuer Zweck-Mittel-Beziehungen im Vordergrund steht.[13] Entgegen der neoklassischen Theorie bieten sich der Person des Unternehmers durch Marktungleichgewichte entsprechende Arbitragemöglichkeiten, die durch eine „gewisse Findigkeit“ und einem Vorsprung an Wissen zum eigenen Vorteil ausgenutzt werden können. Zudem besteht in einer ungleichgewichtigen Wirtschaft eine Ungleichverteilung von Informationen und somit eine Asymmetrie, die das Erfolgspotenzial von Marktchancen unterstützt. Des Weiteren gilt als Grundvoraussetzung der Unterschied zwischen den Individuen bzw. Unternehmern, den jeweiligen „Zugang und die Fähigkeit, Informationen über Gelegenheiten als solche zu erkennen und zu nutzen“.

Nach der Entdeckung einer Chance, ihrer Identifikation und umfangreichen Einschätzung, muss der potenzielle Unternehmer nun Vor- und Nachteile erörtern und zu einer Entscheidung kommen.[14] Dabei spielen neben der Charakteristika des Individuums vor allem die Opportunitätskosten für entgangene Alternativen, Geld und Zeit eine übergeordnete Rolle. Chancen sind dabei besonders dann attraktiv, wenn der Wettbewerb noch gering, der Technologielebenszyklus jung und Nachfrage sowie Margen groß sind. Weiterhin muss der Entrepreneur über das ökonomische Umfeld informiert sein, wissen, ob der Markt für das Produkt aufnahmebereit ist und den zusätzlichen Nutzen seiner Idee für den Kunden definieren können.[15] Aufgrund geringer Datensicherheit und zum Zwecke der Reduzierung von Entscheidungsunsicherheit ist es zudem nötig, aktiv Marktinformationen zu sammeln, aufzubereiten und sie laufend in den Gründungsprozess einfließen zu lassen. Dieser Marktforschungsprozess wirkt dabei dem charakteristischen Merkmal der Unsicherheit einer innovativen Produkteinführung entgegen.

[...]


[1] Vgl. Wikipedia (2005): Prozessdefinition. In: http://de.wikipedia.org/wiki/Prozess_%28 Begriffskl%C3%A4rung%29, vom 10.10.2005, o.S.

[2] Vgl. Bygrave, W. D. (1998): Die einzelnen Stufen des Entrepreneurship. In: Faltin, G./ Ripsas, S./ Zimmer, J. (Hrsg.): Entrepreneurship – Wie aus Ideen Unternehmen werden, München, 1998, S.114.

[3] Vgl. Ripsas, S. (1997): Entrepreneurship als ökonomischer Prozeß, Wiesbaden, 1997, S. 55.

[4] Vgl. Ripsas, S. (1997): Entrepreneurship als ökonomischer Prozeß, a.a.O., S. 84.

[5] Vgl. hierzu und im Folgenden Jenni, U. (2004): Unternehmerisch denken und handeln im Grundsatz. In: www.fh-htwchur.ch/files/newsletters/Newsletter_HTW_Chur_fuer_Juni_Juli__2004.pdf, vom 10.10.2005, 27 Seiten.

[6] Schaller, A. (2001): Entrepreneurship oder wie man ein Unternehmen denken muß. In: Blum, B./ Leibbrand, F. (Hrsg.): Entrepreneurship und Unternehmertum, 1. Auflage, Wiesbaden, 2001, S. 29.

[7] Vgl. hierzu und im Folgenden Bygrave, W. D. (1998): Die einzelnen Stufen des Entrepreneurship. In: Faltin, G./ Ripsas, S./ Zimmer, J. (Hrsg.): Entrepreneurship – Wie aus Ideen Unternehmen werden, a.a.O., S. 114.

[8] In eigener Übersetzung Vgl. Certo, T./ Certo, S. (2005): Spotlight on Entrepreneurship. In: Business Horizons, 48(2005), Nr. 4, S. 271.

[9] Vgl. Malek, M./ Ibach, P. (2004): Universitäten als Kristallisationskern für Innovationsnetzwerke. In: www.hu-berlin.de/forschung/spektrum/malek_0204.pdf, vom 10.10.2005, 7 Seiten.

[10] Vgl. hierzu und im Folgenden Bögenhold, D. (2002): Kulturelle und historische Momente der Entrepreneurship-Entwicklung. In: Braun, G./ Diensberg, Chr. (Hrsg.): Entrepreneurship im Ostseeraum, a.a.O., S. 29f.

[11] Vgl. hierzu und im Folgenden Schaller, A. (2001): Entrepreneurship oder wie man ein Unternehmen denken muß. In: Blum, B./ Leibbrand, F. (Hrsg.): Entrepreneurship und Unternehmertum, a.a.O., S. 4.

[12] Vgl. hierzu und im Folgenden Fueglistaller, U./ Müller, Chr./ Volery, T. (2004): Entrepreneurship, 1. Auflage, Wiesbaden, 2004, S. 88ff.

Ende der Leseprobe aus 25 Seiten

Details

Titel
Betriebswirtschaftlicher Prozess des Entrepreneurship
Hochschule
Universität Rostock  (Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Fakultät - Lehrstuhl für Management)
Veranstaltung
Hauptseminar
Note
1,3
Autor
Jahr
2005
Seiten
25
Katalognummer
V54595
ISBN (eBook)
9783638497596
ISBN (Buch)
9783640213832
Dateigröße
517 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Betriebswirtschaftlicher, Prozess, Entrepreneurship, Hauptseminar
Arbeit zitieren
Michael Meier (Autor), 2005, Betriebswirtschaftlicher Prozess des Entrepreneurship, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/54595

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