Diese Hausarbeit hat zum Ziel, die kunsthistorische Methode der Ikonographie zu erläutern. Besondere Beachtung möchte ich jedoch in einem kurzen Exkurs dem relativ neuen Forschungsansatz der Politischen Ikonographie schenken. Einige dabei neu entstanden Fragen und Anwendungsgebiete versuche ich an kleinen Beispielen zu verdeutlichen. Ikonographie ist die Kunst der Bildbeschreibung. Der Name stammt ursprünglich von den griechischen Worten‚Eikon’(=Bild) und‚Graphein’(=schreiben). Im Mittelpunkt dieser Wissenschaft steht nicht die Qualität im ästhetischen und künstlerischen Sinne, sondern die Bildaussage. Die Wissenschaft entstammt der analytischen Kunstgeschichte und hat Themen und Motive der Bildenden Künste als Untersuchungsgegenstand.
Inhaltsverzeichnis
1. EINLEITUNG
2. IKONOGRAPHIE
2.1 DEFINITION
2.2 GESCHICHTE DER IKONOGRAPHIE
2.3 DAS PANOFSKY MODELL
2.4 IKONOGRAPHISCHE EPOCHEN
2.5 BEISPIEL
3. EXKURS POLITISCHE IKONOGRAPHIE
3.1 ENTWICKLUNG DES FORSCHUNGSFELDES
3.2 ZUM PROBLEM DER DEFINITION POLITISCHER IKONOGRAPHIE
3.2.1 Formal- und Materialobjekt
3.2.2 Methodische Unterschiede
3.2.3 Erweiterung des Ikonographiebegriffes
3.3 BEISPIELHAFTE INTERPRETATIONSANSÄTZE IM SINNE POLITISCHER IKONOGRAPHIE
3.3.1 Macht
3.3.2 Machtverlust
3.3.3 Bündnisse
3.3.4 Wahlkampf
3.4 ZUSAMMENFASSUNG BEISPIELE
3.5 KARIKATUREN
4. FAZIT
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit erläutert die kunsthistorische Methode der Ikonographie und überträgt diese in einem Exkurs auf das Feld der Politischen Ikonographie, um die Macht der visuellen Kommunikation und Symbolik in zeitgenössischen politischen Kontexten kritisch zu analysieren.
- Grundlagen der klassischen Ikonographie nach Erwin Panofsky
- Entwicklung und Definition der Politischen Ikonographie
- Analyse politischer Machtdarstellungen (z.B. Statuen und Inszenierungen)
- Die Rolle nonverbaler Gesten und Symbole in der Politik
- Vergleich zwischen klassischer Kunst und modernen Wahlkampfmedien
Auszug aus dem Buch
3.2.1 Formal- und Materialobjekt
Das Problem einer einwandfreien Definition der politischen Ikonogrpahie ist nicht das Formalobjekt zu definieren, denn das ist sehr ähnlich dem der allgemeinen Ikonographie. Die Schwierigkeit besteht in der Abgrenzung und Definition der Materialobjekte. Bilder und Darstellungen mit politischer Aussage wären eine mögliche Definition, die jedoch sehr offen und unterschiedlich auslegbar ist. Marion G. Müller versucht es genauer zu beschreiben:
„Politische Bilder, das heißt Abbilder und Denkbilder, die einen politischen Gehalt, eine politische Aussage oder Funktion haben oder als politische Bilder wahrgenommen oder rezipiert werden […].“
Dabei entstehen offensichtlich erste Konflikte mit dem Bildbegriff, der, obwohl von Aby Warburg erweitert, hier an seine Grenzen gelangt. Besonders in der modernen Politik sind wir mit Fotos und Plakaten von Politikern konfrontiert, die nicht der hohen Kunst entsprechen, mit der sich die klassische Ikonographie verschrieben hat. Aber diese erneute Erweiterung muss auch im Bezug auf zeitgemäße Kunst unternommen werden, denn längst haben Fotokunst und digitale Bildgestaltung Einzug in die Galerien dieser Welt gehalten. Außerdem finden sich gerade politische Themen jeder Zeit auf relativ ungewöhnlichen Materialien, die bisher von nur geringer Bedeutung für die Kunst waren, wie Medaillen, Münzen oder in Gärten.
Zusammenfassung der Kapitel
1. EINLEITUNG: Einführung in die Zielsetzung der Arbeit, die kunsthistorische Methode der Ikonographie mit einem Fokus auf die Politische Ikonographie zu verknüpfen.
2. IKONOGRAPHIE: Erläuterung der Grundlagen, der historischen Entwicklung sowie des dreiteiligen Analyse-Schemas nach Erwin Panofsky.
3. EXKURS POLITISCHE IKONOGRAPHIE: Vertiefende Untersuchung der speziellen Anforderungen an die Analyse politischer Bildsprache und deren Anwendung auf Macht, Bündnisse und Wahlkampf.
4. FAZIT: Zusammenfassende Betrachtung der Relevanz der Ikonographie im Zeitalter der digitalen Bilderflut und des Internet-Zeitalters.
Schlüsselwörter
Ikonographie, Politische Ikonographie, Erwin Panofsky, Bildanalyse, Symbolik, Machtdarstellung, Wahlkampf, Visuelle Kommunikation, Allegorie, Bildwissenschaft, Kulturgeschichte, Propaganda, Karikatur, Mediale Inszenierung, Bildbegriff.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der kunsthistorischen Methode der Ikonographie und deren Erweiterung auf politische Bildinhalte.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Fokus stehen die Definition von Bildsymbolen, die Analyse von Machtposen und die kritische Untersuchung politischer Bildstrategien.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, den Zusammenhang zwischen klassischer Bildbeschreibung und moderner politischer Kommunikation anhand von Beispielen aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf der kunsthistorischen Ikonographie und nutzt das dreiteilige Analyse-Modell von Erwin Panofsky als methodisches Fundament.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung zur Ikonographie und einen ausführlichen Exkurs zur Politischen Ikonographie inklusive Fallbeispielen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Ikonographie, Machtdarstellung, Politische Kommunikation, Symbolik und Bildwissenschaft sind die zentralen Begriffe.
Welche Rolle spielt die Körpersprache bei politischen Denkmälern?
Die Arbeit zeigt, dass die Pose des Dargestellten – etwa bei Statuen von Herrschern – oft ausreicht, um Machtansprüche zu kommunizieren, unabhängig von weiteren Symbolen.
Warum wird der "Handschlag" als Beispiel gewählt?
Der Handschlag dient als wiederkehrendes, historisch verankertes Symbol für Bündnisse und politische Annäherung, das auch in modernen Medien eine zentrale Rolle spielt.
- Quote paper
- Sabine Reich (Author), 2005, Ikonographie und Exkurs Politische Ikonographie, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/54689