Die Bergpredigt. Historische und moderne Auslegung


Hausarbeit, 2000

11 Seiten, Note: 3


Leseprobe

INHALTSVERZEICHNIS

1. Einleitung

2. Die Auslegungen der Bergpredigt
2.1. Die alten Auslegungen der Bergpredigt
a) Zwei- Stufen- Ethik
b) Zwei- Reiche Lehre
c) Sündenspiegel
d) Gesinnungsethik
e) Interimsethik
2.2. Die neuen Auslegungen der Bergpredigt
a) Futuristische Eschatologie
b) Präsentische Eschatologie
c) Ekklesiologische Ethik
d) Toraethik

3. Die Antithesen

4. Schlussworte

5. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Die Bergpredigt ist wohl die bekannteste und umstrittenste Predigt des Neuen Testaments. Dabei existieren zwei Versionen (Matthäus 5- 7 und Lukas 6, 20 – 49), wobei ich mich ausschließlich mit der Bergpredigt aus dem Matthäus- Evangelium beschäftigen werde. Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass beide auf die Loggienquelle zurückgehen.

Zur Bergpredigt gehören die Seligpreisungen und die verschiedenen Antithesen. Ich werde mich im folgenden zu den verschiedenen Auslegungsarten der Bergpredigt und gezielt mit den Antithesen äußern.

2. Die Auslegungen der Bergpredigt

Bei der Exegese der Bergpredigt haben es sich die Theologen nicht einfach gemacht. Immer wieder bemühte man sich um eine aktuelle Bedeutung, die dem Christen den Umgang mit der Bergpredigt ermöglichen sollte.

Ursprünglich sprach Jesus ja eine bestimmte Gruppe an- er richtete seine Worte an Menschen, die Not litten und Hoffnung brauchten.

Die späteren Christen waren sicher nicht immer in solch einer Situation, was die angesprochenen Aktualisierungen nötig machte. Besonders heute leben die meisten in sicheren Verhältnissen. Dabei entstanden verschiedene Auslegungsarten, die den Gläubigen auf verschiedene Art und Weise den Inhalt der Bergpredigt vermittelten und es bis heute noch tun.

Heutzutage geht es dabei vor allem um die Möglichkeiten, die Bergpredigt in unseren Alltag einbringen zu können.

Ich werde zunächst die alten Auslegungen der Bergpredigt vorstellen und mich anschließend den aktuellen Auslegungen widmen.

2.1. Die alten Auslegungen der Bergpredigt

a) Zwei- Stufen- Ethik im Mittelalter

Die Zwei- Stufen- Ethik war vor allem im Mittelalter vertreten. Dabei Unterschied man in der Bibel zwischen Geboten und Ratschlägen. Die Gebote galten hierbei für alle Christen verpflichtend, wobei die Ratschläge nur für einen bestimmten Kreis unter den Christen galten. Das waren Mönche, Nonnen und Priester. In dieser Auslegung wurde nun die Bergpredigt den Ratschlägen zugeordnet und waren somit nur für Mönche, Nonnen und Priester verpflichtend.

b) Die Zwei- Reiche- Lehre

Als Grundlage für diese Ethik diente die Idee oder der Glaube daran, dass Gott die Welt auf zweierlei Weise regiert. Man unterschied dabei zwischen dem christlichen und dem weltlichen Regiment. Für wahrhaft gläubige Menschen galt das durch Christus direkt „regierte“ geistliche Regiment. Und dementsprechend griffen hier auch die Regeln der Bergpredigt, die von den Gläubigen freiwillig eingehalten wurden. Da aber nicht alle Menschen auf der Welt dem Christlichen Glauben angehören, waren andere weltliche Ordnungen nötig. Das heißt, hier konnte die Bergpredigt nicht gelten. Denn manchmal musste die Regierung Ordnung einstweilen mit Gewalt durchsetzen.

Für den Christen bedeutete dies, dass er in zwei Reichen lebt. Als Privatperson gelten für ihn die Regeln der Bergpredigt, aber als Amtsperson musste er zur Abwehr des Bösen Gewalt anwenden. Dies war zum Beispiel der Fall, wenn es sich um einen Richter, Polizisten oder Soldaten handelte.

c) Der Sündenspiegel

Der Sündenspiegel gehört zu den Auffassungen von Theologen im 16. Jahrhundert. Hierbei glaubte man, dass Jesus ganz bewusst etwas Unmöglich von den Menschen gefordert hat. Das heißt, das die Christen die Bergpredigt gar nicht einhalten können, sondern dadurch ihre eigenen Sünden wie in einem Spiegel erkenn sollen. Durch die daraus gewonnenen Erkenntnisse werden sie Gottes Gnade würdig.

d) Die Gesinnungsethik

Hierbei handelt es sich um eine Auffassung um die Jahrhundertwende. Jesus ging es dabei nicht um praktische Verhaltensregeln, sondern allein die moralische Gesinnung stand im Mittelpunkt. Man könnte auch sagen: „Der Gute Wille zählt.“.

e) Die Interimsethik der Jahrhundertwende

Dies war die Auffassung von dem Theologen und Arzt Albert Schweitzer. Er sah die Bergpredigt in einen ganz anderen Licht. Als Jesus in der Bergpredigt die Antithesen formulierte, stand das Reich Gottes kurz bevor. Aus diesem Grund war die Bergpredigt in der noch verbleibenden Zeit zu erfüllen. Alle Anstrengungen waren darauf zu konzentrieren, um im Endgericht zu bestehen. Da das nicht eingetroffen ist, hat die Bergpredigt heute keine unmittelbare Bedeutung mehr. Vielmehr ist sie nun als moralischer Anstoß zu verstehen. Für Albert Schweitzer waren dabei „Barmherzigkeit“ und die „Liebe zum Frieden“ die entscheidenden Worte der Bergpredigt.

[...]

Ende der Leseprobe aus 11 Seiten

Details

Titel
Die Bergpredigt. Historische und moderne Auslegung
Hochschule
Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg  (Grundschulinstitut in Kooperation mit der Theologischen Fakultät)
Veranstaltung
Einführung in das Neue Testament
Note
3
Autor
Jahr
2000
Seiten
11
Katalognummer
V5471
ISBN (eBook)
9783638133340
Dateigröße
505 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Bergpredigt, Einführung, Neue, Testament
Arbeit zitieren
Konstanze Herzberg (Autor), 2000, Die Bergpredigt. Historische und moderne Auslegung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/5471

Kommentare

  • Gast am 4.4.2006

    dr..

    empfehlenswert

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Titel: Die Bergpredigt. Historische und moderne Auslegung



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