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Differenzierung im Sportunterricht

Title: Differenzierung im Sportunterricht

Internship Report , 2004 , 14 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Sebastian Knobbe (Author)

Didactics - Sport, Sport Pedagogy
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Ein richtig verstandener Sportunterricht ist ohne Maßnahmen der Differenzierung kaum denkbar. Es zählt daher zu den unbedingt zu beachtenden Leitsätzen, dass der Sportlehrer die individuellen Besonderheiten seiner Schüler und die bestehenden Unterschiede zwischen diesen berücksichtigt. Differenzierung wird insbesondere dann zum unverzichtbaren Bestandteil des Sportunterrichts, wenn die Leistungsunterschiede zwischen den Schülern so eklatant sind, dass sie allein mit Hilfe der einschlägigen methodischen und pädagogischen Maßnahmen nicht mehr zu bewerkstelligen sind.
Angesichts dieser fundamentalen Bedeutung von Differenzierung wird schnell verständlich, dass der Forderung nach Differenzierung ein kritisches Element innewohnt. Zuallererst wendet sie sich gegen die Sozialform des Frontalunterrichts selbst, welche gemeinhin als der offensichtlichste Ausdruck eines undifferenzierten Unterrichts angesehen wird. Darüber hinaus kritisiert die Forderung nach Differenzierung sämtliche Formen jenes Unterrichts – ganz egal welche Sozialformen hier verwendet werden – in denen persönliche Bedürfnisse nicht hinreichend berücksichtigt werden (vgl. Brodtmann, 1984, S. 193.)
Die Frage nach den methodischen und pädagogischen Maßnahmen für einen differenzierten Unterricht kann indes keineswegs simpel beantwortet werden. Letztlich sind die im differenzierten Sportunterricht verwendeten Mittel und Methoden als das Resultat der jeweilig verfolgten Intention anzusehen. Genau diese Intentionen bestimmen nämlich, auf welche individuellen Besonderheiten der Schüler mit Hilfe der Differenzierungsmaßnahmen überhaupt eingegangen werden soll. So versteht z.B. Söll unter Differenzierung die „ ... Anpassung der pädagogischen und organisatorischen Maßnahmen an die unterschiedliche Leitungsfähigkeit der Schüler.“ (1976, S. 133). Anhand dieser Definition wird ersichtlich, dass Söll mit Hilfe des Prinzips der Differenzierung in erster Linie das motorische Lernen und die konditionellen Voraussetzungen fördern will. Diese Beschränkung auf das Körperliche wird aber der tatsächlichen Tragweite des Differenzierungsbegriffes nicht gerecht. Neben der Intensivierung des motorischen Lernens und der konditionellen Förderung kann und sollte mit Hilfe von Differenzierungsmaßnahmen auch das soziale Lernen gefördert werden (vgl. Brodtmann, 1984).
Mit genau diesen beiden Perspektiven des differenzierten Unterrichts wird sich der Verfasser auseinandersetzen

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Problemstellung

2. Zum Problem der Differenzierung im Sportunterricht

3. Historisch-didaktische Wurzeln des differenzierten Unterrichts

4. Innere Differenzierung des Sportunterricht

4.1. Vorbemerkungen

4.2. Innere Differenzierung unter dem Aspekt der motorisch-konditionellen Förderung

4.3. Innere Differenzierung unter dem Aspekt des sozialen Lernens

5. Schlussbemerkungen

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Belegarbeit befasst sich mit dem pädagogischen Prinzip der Differenzierung im Sportunterricht. Das Hauptziel der Arbeit besteht darin, ein theoretisches Verständnis für eine "richtig verstandene" Innere Differenzierung zu schaffen, die über rein organisatorische Maßnahmen hinausgeht und sowohl motorische als auch soziale Lernziele integriert.

  • Differenzierung als pädagogisches Prinzip im Sportunterricht
  • Historische Entwicklung der Didaktik des differenzierten Unterrichts
  • Unterscheidung zwischen methodischer und inhaltlicher Differenzierung
  • Fokus auf die motorisch-konditionelle Förderung von Schülern
  • Bedeutung von sozialem Lernen und Gruppenarbeit im Sport

Auszug aus dem Buch

4.2. Innere Differenzierung unter dem Aspekt der motorisch-konditionellen Förderung

Für Klafki und Stöcker leitet sich die Unumgänglichkeit der Inneren Differenzierung zunächst einmal aus den allgemeinen Zielen des Unterrichts ab (1976, S. 503): Danach ist es wesentliches Anliegen, allen Schülern bei der Aneignung von (Er-)Kenntnissen, Fähigkeiten und Fertigkeiten eine optimale Förderung zukommen zu lassen. Darüber hinaus muss die Entwicklung verschiedener Persönlichkeitsmerkmale angeregt und unterstützt werden. Auch geht es im Unterricht darum, den Schülern den Prozess des Lernens selbst zu vermitteln. Last but noch least gilt es, die Kooperationsfähigkeit und somit die Fähigkeit zum bewussten sozialen Lernen zu entwickeln.

Im Gegensatz zu Klafki & Stöcker verrät ein Blick in die Unterrichtspraxis, dass sich die Masse der Formen Innerer Differenzierung vorrangig an dem zuerst genannten Ziel, der optimalen Förderung aller Schüler bei der Aneignung von Erkenntnissen etc. orientiert und sich dabei primär auf den Bereich des motorischen Lernens bezieht. Diesen Sachverhalt liegt anscheinend zugrunde, dass die Notwenigkeit der Inneren Differenzierung in der Fachliteratur zumeist eben nicht von allgemeinen Zielen, sondern von der Leistungsdifferenz der Schüler her begründet wird (vgl. Söll, 1979, S. 80). Die sich hierin widerspiegelnde Auffassung von der optimalen Entwicklung der sportlichen Leistungsfähigkeit als wesentliches Ziel des Sportunterrichts wird offenbar als selbstverständlich hingenommen (vgl. Brodtmann, 1984, S. 196).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Problemstellung: Dieses Kapitel führt in die Thematik ein und verdeutlicht, dass Differenzierung im Sportunterricht ein notwendiges pädagogisches Prinzip ist, über dessen praktische Umsetzung häufig Unklarheit herrscht.

2. Zum Problem der Differenzierung im Sportunterricht: Hier wird die fundamentale Bedeutung der Differenzierung begründet und aufgezeigt, dass sie sich kritisch gegen undifferenzierte Sozialformen wie den Frontalunterricht richtet.

3. Historisch-didaktische Wurzeln des differenzierten Unterrichts: Dieser Abschnitt beleuchtet den historischen Kontext, insbesondere das Prinzip der Entwicklungsgemäßheit nach Rousseau, und leitet daraus den Bedarf zur Individualisierung ab.

4. Innere Differenzierung des Sportunterricht: Das Hauptkapitel analysiert organisatorische Möglichkeiten der Differenzierung und unterscheidet dabei zwischen der Förderung motorischer Fähigkeiten und dem Aspekt des sozialen Lernens.

5. Schlussbemerkungen: Zusammenfassend wird betont, dass echte Differenzierung bis auf die Ebene der Lerninhalte und -ziele gehen muss und ein ausgewogenes Verhältnis zwischen motorischen und sozialen Zielen erfordert.

Schlüsselwörter

Sportunterricht, Innere Differenzierung, motorisches Lernen, soziales Lernen, Leistungsfähigkeit, Individualisierung, Pädagogik, Gruppenarbeit, Entwicklungsgemäßheit, methodische Differenzierung, inhaltliche Differenzierung, Sportdidaktik, Kooperationsfähigkeit, Persönlichkeitsentwicklung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das pädagogische Prinzip der Inneren Differenzierung im Sportunterricht und hinterfragt, wie diese sinnvoll angewendet werden kann, um individuellen Schülerbedürfnissen gerecht zu werden.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Arbeit behandelt die historische Herleitung, die Abgrenzung von methodischer zu inhaltlicher Differenzierung sowie die Umsetzung unter dem Fokus der motorischen Förderung und der sozialen Kompetenzentwicklung.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, ein tieferes Verständnis für eine "richtig verstandene" Differenzierung zu schaffen, die über reine organisatorische Notwendigkeiten hinausgeht.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor nutzt eine systematische Aufarbeitung und Analyse der sportdidaktischen Forschungsliteratur, um Konzepte der Differenzierung kritisch zu beleuchten.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Differenzierung zur Optimierung motorischer Leistungen und in die Analyse von Gruppenstrukturen zur Förderung des sozialen Lernens.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Sportunterricht, Innere Differenzierung, motorisches Lernen, soziales Lernen und Individualisierung.

Warum unterscheidet der Autor zwischen "scheinbarer" und "tatsächlicher" Differenzierung?

Die Unterscheidung dient dazu, rein organisatorische Notlösungen (wie die Einteilung wegen Gerätemangels) von didaktisch begründeten Differenzierungsmaßnahmen abzugrenzen, die tatsächlich die individuellen Leistungsvoraussetzungen berücksichtigen.

Welche Rolle spielt die Gruppengröße beim sozialen Lernen?

Basierend auf sozialpsychologischen Erkenntnissen empfiehlt der Autor eine Begrenzung der Gruppengröße auf 5 bis 7 Schüler, um beste Bedingungen für soziale Handlungsfähigkeit zu gewährleisten.

Führt eine stärkere Gewichtung des sozialen Lernens zu einer Vernachlässigung des motorischen Lernens?

Nein, der Autor betont, dass ein ausgewogenes Verhältnis angestrebt werden sollte und soziale Lernziele die motorische Komponente nicht ersetzen, sondern idealerweise in einem strukturierten Rahmen ergänzen.

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Details

Title
Differenzierung im Sportunterricht
College
Otto-von-Guericke-University Magdeburg  (Institut für Sportwissenschaft)
Grade
1,7
Author
Sebastian Knobbe (Author)
Publication Year
2004
Pages
14
Catalog Number
V54719
ISBN (eBook)
9783638498470
ISBN (Book)
9783638930130
Language
German
Tags
Differenzierung Sportunterricht
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Sebastian Knobbe (Author), 2004, Differenzierung im Sportunterricht, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/54719
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