War es zu Beginn des Rundfunks problematisch, an Informationen voneinander
unabhängigen Quellen zu gelangen, läuft man heute mehr denn je Gefahr, dem
Irrglauben zu erliegen, alle Informationen zu kennen. Zu verdanken ist dies dem
Einsatz modernster Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT). Man kann
in gewisser Weise von einer industriellen Informationsrevolution sprechen, die uns in
rasantem Tempo beschert wurde. Es haben sich damit aber auch die Aufgaben der
Medien verändert. Die Menschen brauchen mehr als Fakten. Sie wollen von der
Authentizität der Informationen überzeugt werden und verlangen Erklärungen, was
hinter den Fakten steht. Die Aufgabe der Medien besteht nun darin, dem Bürger in
dem täglich neu anfallenden Chaos von Ereignissen eine Ordnung und Orientierung
zu verschaffen.
Dem Rundfunk und hier im speziellen dem Fernsehen kommt seit jeher ein
besonders großer Glaubwürdigkeitsvorsprung zu Gute, erzeugen die ausgestrahlten
Bilder doch die Illusion der Teilnahme an einer anderen Wirklichkeit.
Erst die Entwicklung der auf der Mikroelektronik basierenden Informations- und
Kommunikationstechnologie und die kontinuierlichen Fortschritte in diesem Bereich
ermöglichen die Schöpfung von neuen multimedialen und telematischen Diensten
und Anwendungen, die sowohl Audio, Video als auch Text für jedes Mittel der
Kommunikation - Telefon, Telefax, Fernsehen, Radio oder Computer – kombinieren
und in komplementärer Weise benutzt werden können. Die Entwicklung dieser neuen
Kommunikationsformen repräsentiert ein Element vermehrter Wettbewerbsfähigkeit
für Unternehmen und eröffnet neue Perspektiven in der Arbeitsorganisation und der
Arbeitsbeschaffung. Die Verbreitung dieser neuen Technologien auf alle Ebenen des
wirtschaftlichen und sozialen Lebens führt zu einer schrittweisen Transformation
unserer Gesellschaft in eine Informationsgesellschaft.
Hinter dem Begriff Informationsgesellschaft verbirgt sich die Durchdringung aller
Arbeits- und Lebensbereiche mit neuen Formen der Information und Kommunikation.
Die Beschleunigung der technologischen Entwicklung in der Telekommunikation
erfordert somit eine Reihe von Weichenstellungen – etwa in Richtung Zukunft des
Österreichischen Rundfunks oder des terrestrischen Digitalfernsehens in Österreich.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung und Problemstellung
2 Electronic Government
2.1 Begriffserklärung
2.2 Gründe für den Einsatz von E-Government
2.3 Vorteile von E-Government
2.3.1 Service- und Kundenorientierung
2.3.2 Prozessoptimierung und Wirtschaftlichkeit
2.3.3 Zusammenarbeit und Communities
2.4 Anwendungsbereiche von E-Government
2.4.1 Government to Citizen (G2C)
2.4.2 Government to Business (G2B)
2.4.3 Government to Government (G2G)
2.5 Konzeptionelle Anforderungen
3 Medien und deren Theorie
3.1 Medientheorie
3.2 Begriffsbestimmung Medium
3.3 Neue Medien
4 Begriffsbestimmung Medienkompetenz
4.1 Dimensionen der Medienkompetenz
4.2 Medienkompetenz als Kulturtechnik
4.3 Bereiche der Medienkompetenz
4.3.1 Befähigung zur Medienkritik
4.3.2 Medienkunde
4.3.3 Mediennutzung bzw. Medienhandeln
4.3.4 Mediengestaltung
5 Kritik am Medium Rundfunk
5.1 Fernsehen als Massenmedium
5.2 Medienwirkungen der Massenmedien
5.2.1 Medienwirkung auf die Individuen
5.2.2 Medienwirkung im alltäglichen Leben
5.2.3 Gesellschaftliche Auswirkungen der Medien
5.3 „Verstärkung“
6 Der Österreichische Rundfunk (ORF)
6.1 Aufgaben des Österreichischen Rundfunks
6.1.1 Versorgungsauftrag
6.1.2 Programmauftrag
6.2 Organisation des ORF
6.3 Programmangebot
6.4 Finanzierung
6.5 Innovationsziele
6.6 Der ORF als Werbemedium
7 Fernsehmarkt in Österreich
7.1 Medienpolitische Ziele
7.2 Beschaffenheit des österreichischen Marktes
7.3 Entwicklung der Heimelektronik
7.4 Projektionszahlen der Mikrozensur
7.5 In Österreich empfangbare Fernsehsender
7.5.1 Der Spartenkanal TW1
7.5.2 Kabelfernsehen in Österreich
7.6 TV-Nutzungszeit in Gesamtösterreich
7.7 TV-Nutzungszeit der Schweiz und Deutschland
7.8 Fernsehquoten im Jahr 2000
7.8.1 Meistgesehene Sendungen von Erwachsenen
7.8.2 Meistgesehene Sendungen von Kindern
7.9 Marktanteile der Fernsehsender
7.9.1 Marktanteile bei Erwachsenen und Kindern
7.9.2 Marktanteile öffentlich-rechtlicher Sender in Europa
7.10 Pay-TV in Österreich
7.11 Digitales Fernsehen in Österreich
7.12 Fernsehnutzung in Österreich
8 Hörfunkmarkt in Österreich
8.1 Marktanteile und Reichweiten der Hörfunksender
8.2 Mediadaten der österreichischen Bundesländer
8.3 Tagesreichweite des ORF-Radios
9 Digitale Dienste der klassischen Medienanbieter
9.1 Technischer Überblick
9.2 Digitales Fernsehen
9.3 T-Commerce
9.3.1 Pay-TV-Abonnement
9.3.2 Pay-per-View/Near-Video-on-Demand
9.3.3 Merchandising
9.3.4 Teleshopping
9.3.5 Telefon-Dienste mit Sonderrufnummern
9.3.6 Video-on-Demand
9.3.7 TV-basierte E-Commerce-Plattformen
9.3.8 Provisionen (aus vermittelten Verkäufen)
9.4 Digital Audio Broadcasting (DAB)
10 Alternative digitale Dienste
10.1 Webcasting
10.2 Definition des Begriffes Online-Rundfunk
10.3 WebTV, Internet-TV und Cyber-TV
10.4 Personalisierung der Inhalte
10.4.1 Personalisierung mittels intelligenter Agenten
10.4.2 Personalisierung mittels kollaborativer Filter
10.5 Hörfunk im Internet
11 Verhältnis von Internet und klassischen Medien
12 Empirisch-Analytischer Teil
12.1 Untersuchungsmethode
12.2 Primärerhebung mittels Fragebogen
12.3 Statistische Auswertung
12.4 Ergebnisse der Fragebogenauswertung
12.4.1 Statistischer Teil – Demographische Daten
12.4.2 Statistischer Teil – Rundfunk
12.4.3 Statistischer Teil – E-Government
12.4.4 Auswertungskorrelationen
13 Gesamtnutzungszeit aller Medien
14 Zusammenfassung und Ausblick
15 Quellenverzeichnis
15.1 Allgemeines Quellenverzeichnis
15.2 Quellenverzeichnis Online-Literatur
Zielsetzung und Themen
Ziel dieser Arbeit ist es, einen repräsentativen Querschnitt der österreichischen Bevölkerung hinsichtlich ihres Nutzungsverhaltens von klassischen Medien wie Rundfunk sowie ihres Wissensstandes über Electronic Government zu erlangen und mögliche Korrelationen zwischen Nutzungsverhalten und demographischen Daten zu analysieren.
- Grundlagen von Electronic Government und dessen Anwendung in der öffentlichen Verwaltung
- Theoretische Auseinandersetzung mit Medienbegriffen und der Medienkompetenz
- Kritische Analyse des Mediums Rundfunk und des Österreichischen Rundfunks (ORF)
- Untersuchung des Fernseh- und Hörfunkmarktes in Österreich
- Betrachtung digitaler Dienste und alternativer Angebote (Online-Rundfunk, T-Commerce)
- Empirische Untersuchung des Mediennutzungsverhaltens mittels Fragebogen
Auszug aus dem Buch
1 Einleitung und Problemstellung
War es zu Beginn des Rundfunks problematisch, an Informationen voneinander unabhängigen Quellen zu gelangen, läuft man heute mehr denn je Gefahr, dem Irrglauben zu erliegen, alle Informationen zu kennen. Zu verdanken ist dies dem Einsatz modernster Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT). Man kann in gewisser Weise von einer industriellen Informationsrevolution sprechen, die uns in rasantem Tempo beschert wurde. Es haben sich damit aber auch die Aufgaben der Medien verändert. Die Menschen brauchen mehr als Fakten. Sie wollen von der Authentizität der Informationen überzeugt werden und verlangen Erklärungen, was hinter den Fakten steht. Die Aufgabe der Medien besteht nun darin, dem Bürger in dem täglich neu anfallenden Chaos von Ereignissen eine Ordnung und Orientierung zu verschaffen.
Dem Rundfunk und hier im speziellen dem Fernsehen kommt seit jeher ein besonders großer Glaubwürdigkeitsvorsprung zu Gute, erzeugen die ausgestrahlten Bilder doch die Illusion der Teilnahme an einer anderen Wirklichkeit.
Erst die Entwicklung der auf der Mikroelektronik basierenden Informations- und Kommunikationstechnologie und die kontinuierlichen Fortschritte in diesem Bereich ermöglichen die Schöpfung von neuen multimedialen und telematischen Diensten und Anwendungen, die sowohl Audio, Video als auch Text für jedes Mittel der Kommunikation - Telefon, Telefax, Fernsehen, Radio oder Computer – kombinieren und in komplementärer Weise benutzt werden können. Die Entwicklung dieser neuen Kommunikationsformen repräsentiert ein Element vermehrter Wettbewerbsfähigkeit für Unternehmen und eröffnet neue Perspektiven in der Arbeitsorganisation und der Arbeitsbeschaffung. Die Verbreitung dieser neuen Technologien auf alle Ebenen des wirtschaftlichen und sozialen Lebens führt zu einer schrittweisen Transformation unserer Gesellschaft in eine Informationsgesellschaft. [vgl. Euro01b]
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung und Problemstellung: Dieses Kapitel führt in die durch Informations- und Kommunikationstechnologien geprägte Informationsgesellschaft ein und erläutert die veränderten Aufgaben der Medien.
2 Electronic Government: Hier werden Definitionen und Anwendungsbereiche von E-Government sowie dessen Bedeutung für die moderne öffentliche Verwaltung dargelegt.
3 Medien und deren Theorie: Dieses Kapitel behandelt medientheoretische Grundlagen und die begriffliche Abgrenzung von klassischen zu neuen Medien.
4 Begriffsbestimmung Medienkompetenz: Es werden Dimensionen und Bereiche der Medienkompetenz definiert und deren Notwendigkeit als Kulturtechnik in der Informationsgesellschaft hervorgehoben.
5 Kritik am Medium Rundfunk: Hier werden medienwissenschaftliche Kritikpunkte an Massenmedien, insbesondere Fernsehen und Rundfunk, sowie Wirkungsweisen und gesellschaftliche Auswirkungen diskutiert.
6 Der Österreichische Rundfunk (ORF): Dieses Kapitel beschreibt den öffentlich-rechtlichen Auftrag, die Organisation, das Programmangebot sowie die Finanzierung des ORF im Kontext der Rundfunkreform.
7 Fernsehmarkt in Österreich: Es folgt eine Analyse des österreichischen Fernsehmarktes, inklusive Nutzerzahlen, Marktanteilen und medienpolitischer Ziele.
8 Hörfunkmarkt in Österreich: Dieses Kapitel bietet einen Überblick über die Marktanteile und Reichweiten der österreichischen Hörfunksender sowie Mediadaten der Bundesländer.
9 Digitale Dienste der klassischen Medienanbieter: Hier werden technische Hintergründe digitaler Dienste wie Video-on-Demand, T-Commerce und Digital Audio Broadcasting (DAB) erläutert.
10 Alternative digitale Dienste: Dieses Kapitel widmet sich der Entwicklung des Internet als Medium, insbesondere Webcasting und Methoden der Personalisierung von Inhalten.
11 Verhältnis von Internet und klassischen Medien: Es wird untersucht, wie das Internet als ergänzendes Medium in die bestehende Medienlandschaft integriert wird.
12 Empirisch-Analytischer Teil: Hier werden die Untersuchungsmethode, die Primärerhebung mittels Fragebogen sowie die statistische Auswertung und Korrelationen der Ergebnisse dargestellt.
13 Gesamtnutzungszeit aller Medien: Dieses Kapitel präsentiert einen fiktiven Tagesverlauf der Mediennutzung basierend auf den erhobenen Daten.
14 Zusammenfassung und Ausblick: Eine abschließende Reflektion der Ergebnisse zur Medienkompetenz und Nutzung von E-Government in Österreich.
Schlüsselwörter
Medienkompetenz, Electronic Government, Rundfunk, Österreich, Fernsehmarkt, Hörfunkmarkt, Digitalisierung, Internet, Informationstechnik, Massenmedien, Online-Rundfunk, Nutzungsverhalten, T-Commerce, Informationsgesellschaft.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht das Mediennutzungsverhalten der Österreicher im Kontext von Rundfunk, neuen digitalen Medien und dem Wissensstand über Electronic-Government-Angebote.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder umfassen die Medientheorie, Medienkompetenz, die Analyse des Rundfunkmarktes in Österreich (ORF) sowie die Rolle digitaler Technologien und E-Government.
Was ist das primäre Ziel der Studie?
Das Ziel ist es, einen repräsentativen Überblick über die Nutzungsgewohnheiten und die Medienkompetenz der österreichischen Bevölkerung hinsichtlich Fernsehen, Radio und E-Government zu erhalten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt einen theoretisch-deskriptiven Teil zur Begriffs- und Marktanalysen sowie einen empirisch-analytischen Teil, der auf einer quantitativen Primärerhebung mittels eines teilstandardisierten Fragebogens basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen zu Medien und E-Government, eine detaillierte Marktanalyse von TV und Radio in Österreich sowie die Auswertung der empirischen Daten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe sind Medienkompetenz, Electronic Government, ORF, Fernsehmarkt, Digitalisierung und Nutzungsverhalten.
Wie hoch ist das Interesse der Österreicher an E-Government?
Die Studie zeigt, dass eine Mehrheit den Begriff E-Government noch nicht kennt, E-Government-Angebote aber grundsätzlich positiv gegenübersteht, sofern diese gebührenfrei sind.
Welche Rolle spielt der ORF in der Mediennutzung?
Der ORF nimmt eine dominante Stellung im österreichischen Medienmarkt ein, sowohl bei den Marktanteilen von TV und Radio als auch bei der allgemeinen Reichweite in der Bevölkerung.
- Quote paper
- Mag. Robert Winter (Author), Harald Pötsch (Author), 2001, Die Medienkompetenz der Österreicher unter besonderer Berücksichtigung von E-Government und Rundfunk, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/5472