Max Weber - Religionssoziologie


Hausarbeit, 2005

26 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Max Webe
2.1. Webers Biografie
2.2. Webers Bedeutung für die Religionswissenschaft

III. Religionssoziologie
3.1. Begriffsdefinitionen
3.1.1. Webers Religionsbegriff
3.1.2. Webers Mystik- und Askesebegriff
3.1.4. Entzauberung der Welt
3.1.3. Webers Rationalitätsbegriff
3.2. Die protestantische Ethik und der Geist des Kapitalismus
3.2.1.Webers Problemstellung
3.2.2. Faktoren der Entwicklung des okzidentalen Kapitalismus
3.2.3. Der Geist des Kapitalismus
3.2.4. Die besondere Bedeutung des Protestantismus
3.3. Die Wirtschaftsethiken der Weltreligionen
3.3.1. Webers Problemstellung mit einer Definition von Wirtschaftethik
3.3.2. Zum Beispiel Buddhismus

IV. Schlusswort

V. Literaturverzeichnis

I. Einleitung

Max Webers Arbeiten gelten heute als wichtige Bestandteile der Soziologie und Sozialgeschichte, Politikwissenschaft, Wirtschafts-geschichte und der Religionsgeschichte. Trotzdem sich Max Weber nie als Religionswissenschaftler gesehen hatte, gehört er dennoch ohne Zweifel zu den Klassikern der Religionswissenschaft.[1]Diese Hausarbeit beschäftigt sich mit den Werken der Religionssoziologie von Max Weber. Dem herausragendem Werk „Die protestantische Ethik und der Geist des Kapitalismus“, sowie den darauf anschließenden Werken der „Wirtschaftsethik der Weltreligionen“. Es sollen die Hauptthesen des Zusammenhanges der protestantischen Ethik mit der Entfaltung des kapitalistischen Geistes besprochen werden. Bei der Betrachtung des Werkes „Die Wirtschaftethik der Weltreligionen“ kann es nicht Sinn sein, jede von Max Weber behandelte Religion zu untersuchen. Vielmehr versuche ich Max Webers Vorgehensweise, auch am Beispiel des Buddhismus, darzulegen. Dazu müssen aber im Vorfeld einige wichtige Begriffe definiert werden, die Max Weber immer wieder vorträgt und benutzt.

II. Max Weber

2.1. Webers Leben

Am 21. April 1864 wird Karl Emil Maximillian Weber in Erfurt als ältester Sohn von Max Weber senior geboren. Schon 1869 zieht er mit der Familie nach Berlin um und beginnt 1882 nach dem Abitur ein Jurastudium in Heidelberg und Straßburg. Neben Jura studierte er auch Nationalökonomie, Philosophie und Geschichte. 1885 absolviert er das Referendarexamen und ist als Rechtsanwalt tätig. Bei Levin Goldschmidt promoviert er 1889 in Berlin über „Die Entwicklung des Sonder-vermögens der offenen Handelsgesellschaften im Mittelalter“.[2]1891 habilitiert er ebenfalls in Berlin bei August Meitzen über „Die römische

Agrargeschichte in ihrer Bedeutung für das Staats- und Privatrecht“ und ist dann als Lehrer in Vertretung und als Rechtsanwalt tätig.[3]Bis 1892 erstellt Max Weber die Studie „Die Verhältnisse der Landarbeiter im ost-elbischen Deutschland“ und begründet damit seinen wissenschaftlichen Ruf. Ein Jahr später, 1893, heiratet er Marianne Schnitger. Diese Verbindung blieb kinderlos. Als Nachfolger von Knies wird er 1896 Professor für Nationalökonomie in Heidelberg. 1897 stirbt Max Webers Vater, wobei daraufhin, Vater und Sohn gingen im Streit auseinander, bei Max Weber eine rätselhafte psychische Krankheit, bis hin zum Nerven-zusammenbruch, ausbricht, durch die er zeitweise arbeitsunfähig ist. Es folgen zahlreiche Reisen und Sanatorienaufenthalte. Schließlich scheidet er 1903 auf eigenen Wunsch aus seinem Lehramt aus. Im folgenden Jahr, 1904, unternimmt Max Weber mit seiner Frau und Ernst Troeltsch eine Amerikareise und nimmt in St. Louis am wissenschaftlichen Welt-kongress teil. Noch im selben Jahr wird Max Weber Mitherausgeber des „Archiv für Sozialwissenschaft und Sozialpolitik“.

1904/05 erscheint Max Webers Abhandlung „Die protestantische Ethik und der Geist des Kapitalismus“. Ein Jahr darauf die Studie über „Die protestantischen Sekten und der Geist des Kapitalismus“. 1909 ist er an der Gründung der deutschen Gesellschaft für Soziologie beteiligt und wird 1911 deren Vorsitzender. Er beginnt ebenso 1911 intensiv mit den religionssoziologischen Studien, in denen er den Zusammenhang von Wirtschaftsform und religiöser Gesinnung untersucht. Von 1914 bis 1915 ist er nach Kriegsausbruch Disziplinaroffizier der Lazarettkommission in Heidelberg und sowohl publizistisch als auch politisch tätig. Er tritt einerseits für ein Durchstehen des Krieges ein, fordert aber andererseits gleichzeitig die Parlamentarisierung. 1918 lehrt er wieder an einer Universität, probeweise zunächst am Lehrstuhl für Nationalökonomie in Wien.[4]Ein Jahr später übernimmt Max Weber die Professur für Nationalökonomie in München, stirbt aber bereits wiederum ein Jahr

später 1920 an einer zu spät behandelten Lungenentzündung.[5]Begraben wird er aber in Heidelberg.[6]

2.2. Webers Bedeutung für die Religionswissenschaft

Max Weber schrieb nicht, im Gegensatz zu anderen Klassikern der Religionswissenschaft, ein großes Werk. Im Gegenteil sein Werk umfasst zahlreiche, auch sehr umfangreiche Aufsätze. Für die Religions-wissenschaft ist Max Weber dahingehend bedeutend, dass er als weithin bekanntester Vertreter des aufgestellten Leitsatzes von den Wechsel-wirkungen zwischen Kultur und Religion gilt. Er brach dabei mit der damals vorherrschenden Meinung, dass die religiöse Offenlegung als Rückstrahlung von sozialen und ökonomischen Gefügen entstanden ist. Ebenso galt die Religionssoziologie von Max Weber lange Zeit als endgültiger gegenteiliger Beweis der Materialismusstudie von Karl Marx. Außerdem hat Max Weber auf die nicht beabsichtigten Auswirkungen von religiösen Ideen, die in höchster Weise auf bloßen Mutmaßungen basieren, aufmerksam gemacht und somit den Blick auf den Zusammenhang von Lebensführung und Religion gerichtet, nämlich auf die von der Religion bewirkten geistigen Voraussetzungen sozialen Handelns.[7]

III. Religionssoziologie

3.1. Begriffsdefinitionen

3.1.1. Webers Religionsbegriff

Max Weber hat selbst keine Definition von Religion gegeben. Zu Beginn seiner Ausführungen der Religionssoziologie schrieb er: „Eine Definition dessen, was Religion „ist“, kann unmöglich an der Spitze, sondern könnte allenfalls am Schlusse einer Erörterung wie der nachfolgenden

stehen. Allein wir haben es überhaupt nicht mit dem „Wesen“ der Religion, sondern mit den Bedingungen und Wirkungen einer bestimmten Art von Gemeinschaftshandeln zu tun...“[8].

Für Max Webers Religionssoziologie ist das religiöse oder magisch motivierte Handeln der zentrale Begriff. Dieses Handeln umfasst jedes Verhalten, so bald es auf religiösen Vorstellungen zurück zu führen ist. Das heißt, Religiosität meint eine psychologische Form des Bewusstseins, die besondere Gefühlsweisen, Denkweisen und Handlungsweisen vorbilden. So interessiert sich Max Weber also nicht für das Wesen der Religion, sondern ausschließlich für die Wirkung der Religion auf das Handeln der ihr angehörigen Menschen, d. h. er interessiert sich also für die Haltung der Menschen gegenüber der Welt, die durch die Religion geprägt wurde, die sich in Form von Religiosität widerspiegelt.

Es wird deutlich, dass Max Weber anstelle eines Religionsterminus den Begriff Religiosität anwendet. Und beide werden klar von einander abgegrenzt. Diese religiöse Haltung der Menschen gegenüber der Welt wiederum kann entweder durch einen rationalen, aktiven oder durch einen stimmungsmäßigen, passiven Charakter geprägt sein. Max Weber unterscheidet den Begriff Religiosität nach passiv und aktiv sowie rational und emotional. So kann er zwei Formen der Religiosität gegenüberstellen, die Askese und die Mystik.

Den Begriff der Religiosität bestimmte Max Weber allerdings sehr unterschiedlich. Sie erfolgte je nach dem philosophischen Gesamt-entwurf. So wurde der Begriff einerseits in die Nähe von Moralität, andererseits in Abgrenzung zur Moral gestellt. So kann auch Religiosität in zweierlei Hinsicht verstanden werden. Auf der einen Seite als eine freie Verwendung für Religion, auf der anderen Seite als psycho-soziale Erscheinung in Folge und Begleitung von Religion[9]

3.1.2. Webers Mystik- und Askesebegriff

Max Weber stellt dem Mystikbegriff den Askesebegriff als einen typologischen Kontrast gegenüber. Das heißt das die Gefühlskultur, die die Mystik repräsentiert, mit der Handlungskultur, zur Askese gehörig, kontrahiert.[10]Die Askese ist aktiv. Max Weber beschreibt diesen Terminus als „ein gottgewolltes Handeln als Werkzeug Gottes“.[11]Mystik meint hingegen den besinnlichen Besitz des Heils, die Weltflucht. Der einzelne Mensch ist hier nicht das Werkzeug Gottes, sondern das „Gefäß des Göttlichen“[12]. In einer typologischen Gegenüberstellung unter-scheidet er beide Begriffe durch eine Reihe von Merkmalen. Dazu gehören die Begriffspaare Leisten und Haben, Werkzeug und Gefäß, Handeln und Nichthandeln, oder verstärkt Nichtdenken und innere Welt und äußere Welt (auch mit ablehnender Welt bezeichnet). Des Weiteren entwickelt Max Weber eine Unterordnung der Mystik, die weltflüchtige Mystik. Max Weber meint damit die vollständige Lösung von der Welt, das „Suchen eines „Ruhens“ im Göttlichen“[13], die „Entleerung von allem, was irgendwie an die „Welt“ erinnert“[14]. Dem gegenüber steht die innerweltliche Mystik, „die demütige Hinnahme der gegeben sozialen Ordnung“[15].

[...]


[1]Vgl. Kehrer, Günter: Max Weber, in: Michaelis, Axel (Hg.): Klassiker der Religionswissenschaft. Von

Friedrich Schleiermacher bis Mircea Eliade, München 1997, S. 121.

[2]Vgl. Heins, Volker: Max Weber. Zur Einführung, Hamburg 1990, S. 129.

[3]Vgl. Ebenda, S. 129.

[4]Vgl. Käsler, Dirk: Einführung in das Studium Max Webers, München 1979, S. 14 ff.

[5]Vgl. Ebenda, S. 29.

[6]Vgl. Kehrer, Günter: Max Weber; in: Michaelis, Axel (Hg.): Klassiker der Religionswissenschaft, München

1997, S. 121.

[7]Vgl. Ebenda, S. 122 ff.

[8]Weber, Max: Wirtschaft und Gesellschaft. Grundriss der verstehenden Soziologie, 5., rev. Aufl., besorgt von

Johannes Winckelmann, Tübingen 1980, S. 245.

[9]Vgl. Krech, Volkhard: Wissenschaft und Religion, Tübingen 2002, S. 28 f.

[10]Vgl. Ebenda, S. 30

[11]Krech, Volkhard: Wissenschaft und Religion, Tübingen 2002, S. 278.

[12]Ebenda, S. 278.

[13]Weber, Max: Wirtschaft und Gesellschaft. Grundriss der verstehenden Soziologie, Tübingen 1980, S. 230.

[14] Ebenda, S. 130.

[15] Ebd., S. 333.

Ende der Leseprobe aus 26 Seiten

Details

Titel
Max Weber - Religionssoziologie
Hochschule
Friedrich-Schiller-Universität Jena  (Religionswissenschaft)
Veranstaltung
Religionswissenschaftliche Klassiker
Note
1,3
Autor
Jahr
2005
Seiten
26
Katalognummer
V54787
ISBN (eBook)
9783638499057
Dateigröße
514 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Weber, Religionssoziologie, Religionswissenschaftliche, Klassiker
Arbeit zitieren
Kathrin Weiß (Autor), 2005, Max Weber - Religionssoziologie, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/54787

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