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Die Wolgadeutschen von der Einwanderung bis zur Aufhebung des Kolonistenkontors

Title: Die Wolgadeutschen von der Einwanderung bis zur Aufhebung des Kolonistenkontors

Diploma Thesis , 2006 , 172 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Mag. Philipp Keim (Author)

History of Europe - Modern Times, Absolutism, Industrialization
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Summary Excerpt Details

Von besonderem Interesse sind die Ausführungen über die soziale Zusammensetzung und die Herkunftsgebiete der Auswanderer, aber auch auf die staatliche und private Anwerbung der Kolonisten wird dezidiert eingegangen.
Im Hinblick auf die Alltagskultur sind in erster Linie die Kapitel über die Sammelplätze, die Schiffsreise, die Weiterreise nach Saratov, die Ankunft an der Wolga, sowie jene über die ersten Einrichtungsarbeiten der Kolonisten von Bedeutung. Da dem durch Mennoniten gegründetem Sarepta eine Sonderstellung unter den Kolonien zukommt, ist der Gründungsgeschichte dieser Stadt ein eigener Abschnitt gewidmet.
Was die Planung und Anlegung der Kolonien betrifft, so werden vor allem die Namensgebung derselben und die archetektonischen Besonderheiten, welche in dieser Gegend zu Tage traten, erörtert. Sehr interessant sind auch jene Abschnitte, in denen – auch unter Einbeziehung zahlreicher Einzelschicksale – das schwere Los der Siedler, welches ihnen vor allem in der Gründungszeit die zahlreichen Überfälle der Kirgisen und die Einfälle der Banden des Aufständischen Pugatschjows verursachten, behandelt wird.
Großes Gewicht wird ebenfalls auf die Darstellung der wirtschaftlichen Lage der Kolonien gelegt, wobei im Konkreten auf die Lage des Handwerks, der Landwirtschaft und die Probleme, die mit der Finanzierung des wolgadeutschen Kontors verbunden waren, geschildert wird. Berücksichtigt wird weiters das sittliche Leben, die immer wieder vorkommende Beamtenwillkür und das Verwaltungssystem, welchem die Kolonien unterworfen waren.
Abgerundet wird die Arbeit durch einen Ausblick, in welchem nicht nur ein Blick auf die wichtigen historischen bzw. politischen Ereignisse und die Stellung, die der Kolonist während dieser schwierigen Zeiten inne hatte, geworfen wird, sondern auch auf seine Essgewohnheiten, sein Brauchtum und Festhalten an der deutschen Sprache eingegangen wird.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Vorwort

Einleitung: Frühere Versuche Ausländer ins Land zu holen

Die Manifeste von 1762 und 1763

Gründe für die Auswanderung aus Deutschland

Auswanderungsverbote in den Ländern Europas

Soziale Zusammensetzung und Herkunftsgebiete der deutschen Auswanderer

Die Anwerbung der Kolonisten

a.) Die staatliche Anwerbung

b) Die Persönlichkeit und Tätigkeit der privaten Werber

Die Sammelplätze und Überfuhr

Schiffsreise, Ankunft und Weiterreise nach Saratov

Ankunft an der Wolga und erste Einrichtungsarbeiten

Die Planung der Kolonien

Die Architektur

a) Das Haus

b) Die öffentlichen Gebäude

Der Sonderfall Sarepta

a) Vorausgehende Verhandlungen zur Gründung Sareptas

b) Erste Verhandlungen in Herrnhut

Namensgebung der Kolonien

Die Namenslisten

Der Räuberbanden Pugatschjows in den Kolonien

Die Kirgisen in den Kolonien

Das Schulsystem und die Geistlichkeit

Die wirtschaftliche Lage der Kolonien

a) Die Landwirtschaft

b) Das Handwerk

c) Die Finanzierung

Das sittliche Leben und die Willkür der Beamten

Das Verwaltungssystem und die zu bewältigenden Aufgaben

Schluss und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die historische Entwicklung und Lebensbedingungen der Wolgadeutschen von Beginn der Einwanderungsmanifeste (1762/1763) bis zur Unterstellung der Kolonien unter die russische Reichsverwaltung im Jahr 1871. Ziel ist es, die sozioökonomischen Rahmenbedingungen, die Einwanderungsmotive sowie die alltäglichen Herausforderungen und administrativen Hürden dieser deutschen Minderheit fundiert aufzuarbeiten.

  • Historische Voraussetzungen der russischen Ansiedlungspolitik und Einwanderungsmanifeste.
  • Methoden der Anwerbung von Kolonisten und Rolle der privaten Werber.
  • Herausforderungen der Ansiedlung: Reise, Logistik und Aufbau der Infrastruktur.
  • Die wirtschaftliche und soziale Organisation der Kolonien inklusive Bildung und Religion.
  • Konflikte und existenzbedrohende Ereignisse wie Aufstände und Überfälle.

Auszug aus dem Buch

Die Anwerbung der Kolonisten

So gut die Vorbereitungen für das Kolonisationswerk auf dem Papier auch waren, so schlecht und unprofessionell erfolgte im Großen und Ganzen auch die Abwicklung, angefangen von der Anwerbung bis zur Ansiedlung der Menschen und noch darüber hinaus. Ursprünglich oblag die Anwerbung von Kolonisten ausschließlich den russischen diplomatischen Vertretern in den Hauptstädten der größten Länder des damaligen Europas. Bei diesen handelte es sich in erster Linie um Fürst Dolgorukij in Berlin, Graf Ostermann in Stockholm, Graf Woronzow in London und Graf Gross in Den Haag. Nachdem sie die Manifeste in den Zeitungen veröffentlichen hatten lassen, sollten sie sich im Wesentlichen auf die Annahme der Interessenten, welche sich an sie wendeten, beschränken.

In einer Reihe von Zirkularen, die auf das Manifest gefolgt sind, wurde ihnen aufgetragen, nur den Bedürftigsten Darlehen zu geben, sodass die Empfänger auch nach Russland fahren und nicht zu Hause bleiben. In der Tat kamen solche Misserfolge anfangs noch öfters vor, worüber uns die erfahrenen und für das Kolonisationswerk sehr offenen Gesandten Musin-Puschkin (Hamburg), Smolin (Regensburg) und Graf Woronzow (London) berichteten: „viele von ihnen Angeworbene und mit Fahrtgeld ausgestattete haben gewissenlos gehandelt und sind nach Russland nicht gefahren.“

Zusammenfassung der Kapitel

Vorwort: Einführung in die Thematik der Russlanddeutschen und Erläuterung der Quellenlage sowie der persönlichen Motivation des Autors.

Einleitung: Frühere Versuche Ausländer ins Land zu holen: Historischer Rückblick auf die Versuche russischer Herrscher, ausländische Spezialisten zur Modernisierung des Landes zu gewinnen.

Die Manifeste von 1762 und 1763: Analyse der offiziellen kaiserlichen Aufrufe, die den rechtlichen Rahmen für die Ansiedlung deutscher Kolonisten bildeten.

Gründe für die Auswanderung aus Deutschland: Untersuchung der wirtschaftlichen, politischen und sozialen Push-Faktoren, die zur Auswanderung führten.

Auswanderungsverbote in den Ländern Europas: Darstellung der staatlichen Widerstände und Maßnahmen gegen das Abwandern der Bevölkerung.

Soziale Zusammensetzung und Herkunftsgebiete der deutschen Auswanderer: Beschreibung der Herkunft und der sozialen Struktur der Siedlergruppen.

Die Anwerbung der Kolonisten: Detaillierte Darstellung des Rekrutierungsprozesses durch Diplomaten und private Werber.

Die Sammelplätze und Überfuhr: Beschreibung der logistischen Abläufe der Reise, insbesondere über Lübeck.

Schiffsreise, Ankunft und Weiterreise nach Saratov: Schilderung der Strapazen der Reise und der ersten Ankunft im russischen Machtbereich.

Ankunft an der Wolga und erste Einrichtungsarbeiten: Bericht über die ersten Schritte beim Aufbau der Ansiedlungen unter schwierigen klimatischen und organisatorischen Bedingungen.

Die Planung der Kolonien: Überblick über die geplante Anlage und Vermessung der neuen Siedlungsgebiete.

Die Architektur: Analyse der Siedlungsstruktur und Bautechniken der Kolonisten.

Der Sonderfall Sarepta: Spezielle Betrachtung der Herrnhuter Siedlung, die sich durch religiöse Motivation von anderen Kolonien abhob.

Namensgebung der Kolonien: Erläuterung der historischen Entwicklung der Ortsbezeichnungen.

Die Namenslisten: Bedeutung und Funktion der administrativen Erfassung der Kolonisten.

Der Räuberbanden Pugatschjows in den Kolonien: Beschreibung der Auswirkungen des Pugatschjow-Aufstandes auf die Siedlungen.

Die Kirgisen in den Kolonien: Bericht über die Bedrohung und Verschleppung durch kirgisische Nomadenstämme.

Das Schulsystem und die Geistlichkeit: Untersuchung der Rolle der Kirche und der kirchennahen Bildungseinrichtungen.

Die wirtschaftliche Lage der Kolonien: Analyse der landwirtschaftlichen Erträge, der Viehhaltung und der Entwicklung von Gewerben wie dem Tabakanbau.

Das sittliche Leben und die Willkür der Beamten: Beschreibung der sozialen Spannungen und der administrativen Unterdrückung.

Das Verwaltungssystem und die zu bewältigenden Aufgaben: Überblick über die Rolle des Kontors und der späteren Verwaltungsorgane.

Schluss und Ausblick: Zusammenfassende Betrachtung der Entwicklung bis zum Ende des 19. Jahrhunderts und des Schicksals der Wolgadeutschen im 20. Jahrhundert.

Schlüsselwörter

Wolgadeutsche, Ansiedlung, Katharina II., Russland, Kolonisten, Landwirtschaft, Herrnhuter, Sarepta, Pugatschjow-Aufstand, Kolonistenkontor, Auswanderung, Siedlungsgeschichte, Sozialgeschichte, Verwaltung, Lebensbedingungen.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Diplomarbeit befasst sich mit der Geschichte der deutschen Siedler an der Wolga, beginnend mit ihrer Einwanderung unter Katharina II. bis zum Ende des Kolonistenkontors im Jahr 1871.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Arbeit behandelt die Anwerbung, die logistische Durchführung der Umsiedlung, den Aufbau der Siedlungsstruktur, das religiöse Leben, das Schulwesen sowie die wirtschaftlichen und sozialen Herausforderungen der Siedler.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist eine wissenschaftliche Aufarbeitung der ersten hundert Jahre wolgadeutscher Geschichte, basierend auf historischen Manifesten, Archivmaterialien und zeitgenössischen Berichten.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Der Autor verwendet eine historische Analyse, die auf der Auswertung zeitgenössischer Dokumente, Berichte von Kolonisten (wie Christian Gottlob Züge) sowie modernerer russischsprachiger Literatur basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in verschiedene Abschnitte, die Themen wie die Anwerbung, die Schiffsreise, die Architektur, religiöse Sonderfälle (Sarepta), das Verwaltungssystem des Kontors und die Bedrohung durch Aufstände und Nomadenüberfälle behandeln.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Wolgadeutsche, Kolonistenkontor, Katharina II., Migrationsgeschichte, bäuerliches Leben und russische Ansiedlungspolitik.

Warum spielt das "Mir-System" eine so zentrale Rolle für die wirtschaftliche Entwicklung?

Das System der periodischen Landumverteilung verhinderte die Bildung eines wohlhabenden Bauerntums und förderte durch die Abhängigkeit von der Familiengröße die Entstehung sehr kinderreicher Haushalte, die unter beengten Verhältnissen lebten.

Welche Rolle spielte die Siedlung Sarepta innerhalb der Wolgakolonien?

Sarepta nahm eine Sonderstellung ein, da es von der Herrnhuter Brüdergemeinde gegründet wurde. Es zeichnete sich durch eine organisierte, religiös motivierte Wirtschaftsweise und ein im Vergleich sehr fortschrittliches Bildungssystem aus.

Excerpt out of 172 pages  - scroll top

Details

Title
Die Wolgadeutschen von der Einwanderung bis zur Aufhebung des Kolonistenkontors
College
University of Salzburg  (Institut für Geschichte)
Grade
1,0
Author
Mag. Philipp Keim (Author)
Publication Year
2006
Pages
172
Catalog Number
V54805
ISBN (eBook)
9783638499200
ISBN (Book)
9783638709125
Language
German
Tags
Wolgadeutschen Einwanderung Aufhebung Kolonistenkontors
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Mag. Philipp Keim (Author), 2006, Die Wolgadeutschen von der Einwanderung bis zur Aufhebung des Kolonistenkontors, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/54805
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