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Werbung oder Propaganda - Der IG-Farben Konzern im Nationalsozialismus

Title: Werbung oder Propaganda - Der IG-Farben Konzern im Nationalsozialismus

Seminar Paper , 2006 , 26 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Konrad Hurler (Author)

History of Germany - National Socialism, World War II
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Werbung begegnet uns heute, da wir bereits das Jahr 2006 schreiben, in den verschiedensten Facetten und Formen. Denken sie nur an den letzten Fernsehabend, an dem an der spannendsten Stelle des Films einmal mehr eine fünfminütige Werbepause eingelegt wurde. Wenn sie aktuelle Zeitschriften oder Tageszeitungen aufschlagen, werden sie mit Anzeigen und Inseraten werbetreibender Unternehmen überhäuft. Diese Aufzählung könnte noch beliebig fortgeführt werden. Ein Kennzeichen moderner Werbung ist die Möglichkeit eines jeden Unternehmens das Werbemittel und den Werbeträger frei zu wählen und auch den Inhalt der Werbebotschaft nahezu frei bestimmen zu können. Jedoch war dies nicht immer der Fall. Im Jahr 2005 wurden wir anlässlich zahlreicher
60. Jahrestage, es seien genannt 60 Jahre Kriegsende, die Befreiung vieler Konzentrationslager, etc. durch unzählige Fernsehdokumentationen und Filme an die Zeit des Nationalsozialismus erinnert. Es stellte sich für mich daher die Frage, wie die Werbung in dem wohl dunkelsten Kapitel der deutschen Geschichte betrieben wurde? Was waren die zu dieser Zeit bevorzugten Werbeträger und –mittel? Inwiefern wurden die Werbebotschaften von nationalsozialistischer Ideologie beeinflusst bzw. vom Regime im vorn herein bestimmt?
Diesen Fragen soll in folgender Arbeit durch Bezugnahme auf einen der wichtigsten deutschen Konzerne, der IG-Farben AG, nachgegangen werden. Dabei möchte ich zu Beginn das Unternehmen kurz vorstellen, bevor ich sodann auf die Wirtschaftpolitik nach 1933 eingehe, die zum Verständnis für die Ausrichtung der Werbung grundlegend ist. Danach werden ausgehend von speziell die Werbung betreffenden Institutionen und Gesetzen Merkmale deutscher Werbung und anschließend wichtige Werbemittel dargestellt. Abschließend wird konkret auf eine Mitarbeiterzeitschrift der IG-Farben als Werbemittel eingegangen um Zusammenhänge zwischen Werbung und Propaganda zu erarbeiten.
Ich möchte an dieser Stelle betonen, dass in dieser Arbeit Werbung mit Wirtschaftswerbung gleichzustellen ist. Aufgrund des beschränkten Umfangs der Arbeit muss auf eine ausführliche Analyse der einzelnen Punkte verzichtet werden. Es wird aber doch ein Überblick über die wichtigsten Kennzeichen der Werbung während des Nazi-Regimes gegeben, sodass die grundlegenden Zusammenhänge zwischen Werbung und Propaganda verständlich werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1.) Einleitung

2.) Die Entstehung des Konzerns und seine Geschichte bis zur Machtübernahme

3.) Wirtschaftspolitik im Nationalsozialismus

3.1) Autarkiepolitik und Vierjahresplan

3.2) Bedeutung der IG für die deutsche Kriegswirtschaft

4.) Werbung im NS

4.1) Das Wirtschaftswerbegesetz (WWG)

4.2) Der Werberat der deutschen Wirtschaft

4.3) Hervorhebung deutscher Produkte

4.4) Die Gemeinschaftswerbung

5.) Beispiele für Werbeträger und Werbemittel im NS

5.1) Rundfunkwerbung und Werbefilm

5.2) Die Anzeigenwerbung

5.3) Plakatwerbung

5.4) Weitere Werbearten

6.) „Erzeugnisse unserer Arbeit“ – eine Mitarbeiterzeitschrift

6.1) Imagewerbung

6.2) Aufbau und Einordnung der Zeitschrift

6.3) Propaganda und Deutschtum in der Werbung am Beispiel Bayer

7.) Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Verflechtung von Wirtschaftswerbung und nationalsozialistischer Ideologie am Beispiel der IG-Farben AG. Dabei wird der Frage nachgegangen, wie Unternehmen ihre Werbemaßnahmen unter dem Druck und den Zielsetzungen des NS-Regimes – insbesondere im Kontext der Autarkiepolitik und Kriegsvorbereitung – ausrichteten und inwiefern sich Werbung und Propaganda gegenseitig durchdrangen.

  • Die historische Entwicklung des IG-Farben-Konzerns bis 1933
  • Die Rolle der Wirtschaft im Kontext von Autarkie und Vierjahresplan
  • Staatliche Reglementierung der Werbung durch das Wirtschaftswerbegesetz (WWG) und den Werberat
  • Analyse von Werbeträgern und -mitteln wie Rundfunk, Film, Anzeigen und Plakaten
  • Fallstudie der IG-Farben-Mitarbeiterzeitschrift „Erzeugnisse unserer Arbeit“

Auszug aus dem Buch

4.1) Das Gesetz über die Wirtschaftswerbung:

Nach der Machtübernahme Hitlers wurden eine Vielzahl an Gesetzen und Verordnungen zur Ausdehnung des totalitären Machtanspruchs erlassen. Das wohl bekannteste, das so genannte „Gesetz zur Behebung der Not von Volk und Reich“ besser bekannt als „Ermächtigungsgesetz“ vom 23. März 1933 sicherte der Exekutive auch die legislative Macht. Somit erhielt die in den Wochen zuvor schon betriebene Verfolgung von Sozialdemokraten, Kommunisten und Juden ihre gesetzliche Absicherung. Am 12. September 1933 wurde schließlich vom Reichskabinett das „Gesetz über Wirtschaftswerbung (WWG)“ verabschiedet, mit dem sich die nationalsozialistischen Machthaber einen umfassenden Zugriff auf die gesamte Werbung sicherten (siehe n. Seite). Überhaupt kann man von einer umfassenden Affinität zwischen nationalsozialistischer Propaganda und wirtschaftlicher Werbung sprechen. Dies lässt sich dadurch begründen, dass das Nazi-Regime als Propagandabewegung massenkommunikativen Strukturen generell aufgeschlossener gegenüber stand, als andere Parteien. Mit anderen Worten kann gesagt werden, dass eine sehr große Überlappung zwischen Medien- und Werbefreundlichkeit besteht, da durch Werbung bzw. Propaganda Millionen Menschen erreicht werden können. Der Begriff Wirtschaftswerbung und Propaganda kann zur Zeit des Nationalsozialismus tatsächlich als Synonym verwendet werden.

Zusammenfassung der Kapitel

1.) Einleitung: Einführung in die Thematik der Werbepraxis während der NS-Zeit und Zielformulierung der Untersuchung am Beispiel der IG-Farben.

2.) Die Entstehung des Konzerns und seine Geschichte bis zur Machtübernahme: Kurzer Abriss zur wirtschaftlichen Bedeutung und Konzentrationsgeschichte des IG-Farben-Konzerns vor 1933.

3.) Wirtschaftspolitik im Nationalsozialismus: Darstellung der ideologischen Neuausrichtung der deutschen Wirtschaft auf Autarkie und Kriegsvorbereitung im Rahmen des Vierjahresplans.

4.) Werbung im NS: Erläuterung der gesetzlichen Rahmenbedingungen durch das WWG und die Rolle des Werberats als Kontrollinstanz.

5.) Beispiele für Werbeträger und Werbemittel im NS: Analyse der staatlichen Einflussnahme auf verschiedene Werbekanäle wie Rundfunk, Film, Presse und Außenwerbung.

6.) „Erzeugnisse unserer Arbeit“ – eine Mitarbeiterzeitschrift: Untersuchung der internen Unternehmenswerbung als Instrument zur Stärkung der Ideologiekonformität und Betriebsgemeinschaft.

7.) Zusammenfassung: Synthese der Untersuchungsergebnisse und Einordnung der Rolle der deutschen Unternehmerschaft im totalitären System.

Schlüsselwörter

IG-Farben, Nationalsozialismus, Wirtschaftswerbung, Propaganda, Autarkiepolitik, Vierjahresplan, Werberat der deutschen Wirtschaft, Rundfunkwerbung, Anzeigenwerbung, Plakatwerbung, Mitarbeiterzeitschrift, Ideologie, Kriegswirtschaft, Unternehmenskommunikation, Gleichschaltung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Transformation der Wirtschaftswerbung während der Zeit des Nationalsozialismus und untersucht, wie der IG-Farben-Konzern seine Werbepraxis an die Ideologie des Regimes anpasste.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zu den zentralen Themen gehören die nationalsozialistische Wirtschaftspolitik, die staatliche Kontrolle der Werbewirtschaft durch Gesetze und Institutionen sowie die ideologische Instrumentalisierung von Werbung.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, die Zusammenhänge zwischen kommerzieller Werbung und politischer Propaganda aufzuzeigen und zu verstehen, wie wirtschaftliche Interessen mit den Zielen des NS-Regimes verschmolzen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine geschichtswissenschaftliche Seminararbeit, die auf einer Literaturanalyse sowie der Untersuchung von Primärquellen wie Gesetzen und einer firmeneigenen Mitarbeiterzeitschrift basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, die gesetzliche Reglementierung der Werbebranche, eine Analyse spezifischer Werbeträger und eine vertiefende Fallstudie zur Kommunikation der IG-Farben.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind IG-Farben, Wirtschaftswerbung, Propaganda, Autarkie, Werberat, NS-Regime, Kriegsvorbereitung und Unternehmenskommunikation.

Welche Rolle spielt der Werberat der deutschen Wirtschaft in diesem Kontext?

Der Werberat fungierte als zentrale staatliche Kontrollinstanz, die direkt dem Propagandaministerium unterstand und durch Genehmigungsverfahren eine einheitliche, ideologiekonforme Gestaltung der Werbung sicherstellte.

Wie wurde die Mitarbeiterzeitschrift „Erzeugnisse unserer Arbeit“ als Werbemittel genutzt?

Sie diente dazu, die Belegschaft mit dem nationalsozialistischen Weltbild zu verknüpfen, die Identifikation mit dem NS-Staat zu stärken und die Produkte der IG-Farben im Kontext der Autarkiepolitik zu glorifizieren.

Welches Bild vermittelt die Analyse des „Bayer-Kreuzes“ im Dokument?

Das „Bayer-Kreuz“ als Leuchtreklame wird als Symbol der industriellen Entschlossenheit gedeutet, die in den Dienst der Kriegsvorbereitung und der nationalsozialistischen Autarkieziele gestellt wurde.

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Details

Title
Werbung oder Propaganda - Der IG-Farben Konzern im Nationalsozialismus
College
University of Constance  (Fachbereich Geschichte)
Course
Geschichte der Werbung im 19./20. Jahrhundert
Grade
2,0
Author
Konrad Hurler (Author)
Publication Year
2006
Pages
26
Catalog Number
V54832
ISBN (eBook)
9783638499422
ISBN (Book)
9783638809955
Language
German
Tags
Werbung Propaganda IG-Farben Konzern Nationalsozialismus Geschichte Werbung Jahrhundert
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Konrad Hurler (Author), 2006, Werbung oder Propaganda - Der IG-Farben Konzern im Nationalsozialismus, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/54832
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