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Die amerikanischen Parteien

Title: Die amerikanischen Parteien

Seminar Paper , 2002 , 33 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Othmar Kolp (Author)

Politics - Region: USA
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„Was für Staat und Gesellschaft der USA insgesamt gilt, trifft in besonderem Maße für das amerikanische Parteiwesen zu: es ist bis zur unmittelbaren Gegenwart hin einer Fülle von Missverständnissen und Fehldeutungen ausgesetzt geblieben.“ (Wasser 1996, 117) Die amerikanischen Parteien sind aus dem geschichtlichen Kontext der Vereinigten Staaten entstanden und können daher weder von der Begrifflichkeit noch von der Funktion und Organisation her mit europäischen Parteien verglichen werden. Die großen nationalen Parteien der Demokraten und der Republikaner präsentieren sich heute als Patronageparteien ebenso wie als locker organisierte Verflechtungen wirtschaftlicher, sozialer und ethnischer Interessenverbände sowie als Wahlkartelle untereinander grundverschiedener lokaler und regionaler Parteiinstanzen mit mancherlei personalpolitischen und wenigen programmatischen Gemeinsamkeiten. Trotz all dieser Besonderheiten ist der Beginn der modernen amerikanischen Parteien in der Frühphase der Republik anzusetzen. In gewisser Hinsicht ist es eine Ironie der Geschichte, dass die ersten modernen Parteien in den USA entstanden sind.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. EINLEITUNG

2. BEGRIFFLICHE KLÄRUNG

3. HISTORISCHE ENTWICKLUNG DER PARTEIEN

4. ORGANISATION UND FUNKTIONEN

5. TYPOLOGISCHE EINORDNUNG DER PARTEIEN

6. DIE DRITTEN PARTEIEN (THIRD PARTIES)

7. DIE SCHWÄCHE DER NATIONALEN PARTEIEN

8. PARTY DECLINE ODER PARTY REVIVAL?

9. NACHBETRACHTUNG

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die besonderen strukturellen und funktionalen Merkmale des US-amerikanischen Parteiensystems, um dessen Einzigartigkeit im globalen Vergleich zu verdeutlichen. Die zentrale Forschungsfrage befasst sich mit den Ursachen für die spezifische Organisation der Parteien, ihrer Rolle im politischen Prozess sowie der Debatte um den vermeintlichen Niedergang oder eine mögliche Wiederbelebung der Parteien (Party Decline vs. Party Revival).

  • Historische Genese des US-Zweiparteiensystems
  • Strukturanalysen der Parteiorganisationen (Stratarchie)
  • Die funktionale Rolle und Bedeutung der "Third Parties"
  • Ursachen für die strukturelle Schwäche der nationalen Parteien
  • Debatte um Professionalisierung und Modernisierung (Party Revival)

Auszug aus dem Buch

2. BEGRIFFLICHE KLÄRUNG:

„Amerikanischen Parteien unterscheiden sich hinsichtlich ihrer Struktur, Programmatik und Funktion wesentlich von jenen politischen Organisationen in Westeuropa, die ebenfalls als Parteien bezeichnet werden und aus diesem Grund große Ähnlichkeiten vermutet werden könnten.“ (Lösche 1995, 268) Es treten hier unterschiedliche Bedeutungen des politischen Begriffsschemata auf. Für die amerikanische party ist der herkömmliche Parteienbegriff nicht anwendbar. Der Begriff party ist analytisch in drei Bedeutungen zu unterscheiden:

• PARTY AS ORGANISATION: Beschreibt eine Organisation, die von der Nachbarschaft bis zur Bundesebene eine lockere Föderation bildet. Sie darf aber nicht mit den durchstrukturierten bürokratischen Apparaten von österreichischen Parteien verwechselt werden.

• PARTY IN CONGRESS bzw. PARTY IN PARLIAMENT bzw. PARTY IN GOVERNMENT: Gruppe von Parlamentariern bzw. Amtsinhabern, die zwar unter dem Abzeichen der gleichen Partei gewählt worden sind, aber nicht durch Fraktions und Parteidisziplin zusammengehalten werden. Der Parteinahme dient hier als eine Art trade mark.

• PARTY IN THE ELECTORATE: Eine bei Meinungsumfragen und bei Wahlen erkennbare Wählerkoalition, die sich aus unterschiedlichen sozialen, ethnischen, rassischen und religiösen Bevölkerungsgruppen aus verschiedenen Regionen auf längere Zeit gebildet hat.

Zusammenfassung der Kapitel

1. EINLEITUNG: Die Einleitung beleuchtet die Entstehung der US-Parteien aus geschichtlicher Sicht und stellt die Einzigartigkeit des amerikanischen Parteiensystems im Vergleich zu europäischen Modellen heraus.

2. BEGRIFFLICHE KLÄRUNG: Dieses Kapitel differenziert den amerikanischen Parteibegriff analytisch in die Kategorien Organisation, Parlamentspartei und Wählerschaft.

3. HISTORISCHE ENTWICKLUNG DER PARTEIEN: Die historische Analyse zeigt die Entwicklung des Zweiparteiensystems in fünf Phasen, beginnend bei den Federalists bis hin zur Ära der New Deal-Koalitionen.

4. ORGANISATION UND FUNKTIONEN: Hier wird die stratarchische Organisationsstruktur erläutert, die durch eine lockere Föderation ohne strikte parteiinterne Hierarchien gekennzeichnet ist.

5. TYPOLOGISCHE EINORDNUNG DER PARTEIEN: Das Kapitel charakterisiert die Parteien als pragmatische "Catch-all"-Parteien, die eher über historische Mythen als über dogmatische Programme definiert werden.

6. DIE DRITTEN PARTEIEN (THIRD PARTIES): Der Text analysiert die geringe Erfolgschance dritter Parteien aufgrund des Mehrheitswahlrechts und deren Rolle als "Frühwarnsystem" für gesellschaftliche Probleme.

7. DIE SCHWÄCHE DER NATIONALEN PARTEIEN: Es werden Faktoren wie Dezentralisierung, Vorwahlen und die Verfassung beleuchtet, die die Macht der nationalen Parteien einschränken.

8. PARTY DECLINE ODER PARTY REVIVAL?: Dieses Kapitel diskutiert das Spannungsfeld zwischen dem medialen Bild eines Parteienverfalls und Anzeichen für eine technische Professionalisierung und Wiederbelebung.

9. NACHBETRACHTUNG: Das Fazit stellt fest, dass umfassende Strukturreformen in den USA aufgrund der politischen Traditionskultur schwer umzusetzen sind und die Parteien trotz Professionalisierung fragmentiert bleiben.

Schlüsselwörter

Zweiparteiensystem, US-Parteien, Party Decline, Party Revival, Stratarchie, New Deal, Third Parties, Vorwahlen, Wahlkampffinanzierung, Federalists, Democrats, Republicans, politische Partizipation, Interessenverbände, Political Action Committees.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Seminararbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die US-amerikanische Parteienlandschaft, ihre historische Entstehung, ihre spezifische Organisation und die aktuelle Debatte darüber, ob sich die Parteien in einer Phase des Niedergangs befinden oder durch Professionalisierung modernisieren.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Im Fokus stehen die historische Entwicklung der Demokraten und Republikaner, die "stratarchische" Organisationsstruktur, die Bedeutung von Vorwahlen und die Rolle kleinerer "Third Parties" im politischen Prozess.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die Merkmale herauszuarbeiten, die das US-Parteiensystem von anderen globalen Systemen unterscheiden und es als einzigartiges, fragmentiertes Gebilde charakterisieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse bestehender politikwissenschaftlicher Fachliteratur zur US-amerikanischen Parteiengeschichte und -struktur.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Einordnung, eine Untersuchung der Parteiorganisation, eine typologische Analyse der großen Parteien und eine Diskussion über die Schwäche nationaler Strukturen gegenüber einer fortschreitenden Medialisierung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die zentralen Begriffe umfassen Zweiparteiensystem, Stratarchie, Party Decline, New Deal-Koalition sowie die institutionellen Besonderheiten wie das Mehrheitswahlrecht.

Warum haben "Third Parties" in den USA strukturell kaum Chancen?

Aufgrund des Mehrheitswahlrechts in Einerwahlkreisen werden Stimmen für dritte Parteien oft als "verloren" betrachtet, was Wähler dazu bewegt, taktisch für eine der beiden Hauptparteien zu stimmen.

Was unterscheidet die US-Parteienorganisation von europäischen Modellen?

US-Parteien sind keine straff geführten bürokratischen Apparate, sondern lockere, dezentrale Koalitionen von lokalen Interessenverbänden, die innerhalb des stratarchischen Aufbaus autonom handeln.

Inwiefern hat die "Progressive Era" die Parteien beeinflusst?

Reformen wie die Einführung von Vorwahlen und der Ausschluss von Parteibezeichnungen bei Kommunalwahlen haben die Bindung zwischen Partei und Wähler gelockert und die nationale Machtbasis der Parteiapparate nachhaltig geschwächt.

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Details

Title
Die amerikanischen Parteien
College
University of Innsbruck  (Institut für Politikwissenschaft)
Course
SE Wahlprozesse in den USA
Grade
2,0
Author
Othmar Kolp (Author)
Publication Year
2002
Pages
33
Catalog Number
V54845
ISBN (eBook)
9783638499552
ISBN (Book)
9783656772965
Language
German
Tags
Parteien Wahlprozesse
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Othmar Kolp (Author), 2002, Die amerikanischen Parteien, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/54845
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