„Was für Staat und Gesellschaft der USA insgesamt gilt, trifft in besonderem Maße für das amerikanische Parteiwesen zu: es ist bis zur unmittelbaren Gegenwart hin einer Fülle von Missverständnissen und Fehldeutungen ausgesetzt geblieben.“ (Wasser 1996, 117) Die amerikanischen Parteien sind aus dem geschichtlichen Kontext der Vereinigten Staaten entstanden und können daher weder von der Begrifflichkeit noch von der Funktion und Organisation her mit europäischen Parteien verglichen werden. Die großen nationalen Parteien der Demokraten und der Republikaner präsentieren sich heute als Patronageparteien ebenso wie als locker organisierte Verflechtungen wirtschaftlicher, sozialer und ethnischer Interessenverbände sowie als Wahlkartelle untereinander grundverschiedener lokaler und regionaler Parteiinstanzen mit mancherlei personalpolitischen und wenigen programmatischen Gemeinsamkeiten. Trotz all dieser Besonderheiten ist der Beginn der modernen amerikanischen Parteien in der Frühphase der Republik anzusetzen. In gewisser Hinsicht ist es eine Ironie der Geschichte, dass die ersten modernen Parteien in den USA entstanden sind.
Inhaltsverzeichnis
- EINLEITUNG
- BEGRIFFLICHE KLÄRUNG
- HISTORISCHE ENTWICKLUNG DER PARTEIEN
- experimantal system (Virginia Dynasty)
- democratizing system (Jacksonian Democracy)
- civil war system an period of reconstruction
- industrial system
- New Deal-system/permanent campaign
- ORGANISATION UND FUNKTIONEN
- TYPOLOGISCHE EINORDNUNG DER PARTEIEN
- DIE DRITTEN PARTEIEN (THIRD PARTIES)
- DIE SCHWÄCHE DER NATIONALEN PARTEIEN
- PARTY DECLINE ODER PARTY REVIVAL?
- NACHBETRACHTUNG
- LITERATURVERZEICHNIS
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Seminararbeit befasst sich mit dem amerikanischen Parteiwesen und dessen Entwicklung. Sie verfolgt das Ziel, das einzigartige System der amerikanischen Parteien im Vergleich zu europäischen Parteien aufzuzeigen und seine charakteristischen Merkmale herauszuarbeiten.
- Die Entstehung des Zweiparteiensystems in den USA
- Die historische Entwicklung der wichtigsten Parteien (Demokraten und Republikaner)
- Die Organisation, Struktur und Funktionen der amerikanischen Parteien
- Die Bedeutung von Wahlkoalitionen und realignments in der amerikanischen Politik
- Der Vergleich des amerikanischen Parteiwesens mit europäischen Systemen
Zusammenfassung der Kapitel
EINLEITUNG
Die Einleitung stellt das amerikanische Parteiwesen als ein System voller Missverständnisse und Fehldeutungen vor. Die Entstehung der großen nationalen Parteien Demokraten und Republikaner wird im Kontext der geschichtlichen Entwicklung der Vereinigten Staaten beleuchtet. Die besondere Rolle der Parteien im US-amerikanischen System der checks and balances wird hervorgehoben.
BEGRIFFLICHE KLÄRUNG
Dieses Kapitel definiert den Begriff "party" im amerikanischen Kontext und unterscheidet ihn vom herkömmlichen europäischen Parteienbegriff. Es werden drei verschiedene Bedeutungen von "party" erläutert: Partei als Organisation, Partei im Kongress/Parlament/Regierung und Partei im Wählerkreis.
HISTORISCHE ENTWICKLUNG
Die historische Entwicklung des amerikanischen Parteiensystems wird anhand der wichtigsten Phasen und ihrer charakteristischen Merkmale beleuchtet. Dabei werden die Veränderungen in den Wählerkoalitionen und die Rolle von nationalen Krisen in der Parteiengeschichte hervorgehoben. Die Kapitel erläutert auch die Anfänge des Zweiparteiensystems mit den Federalists und den Jeffersonian-Republicans.
Häufig gestellte Fragen
Wie unterscheiden sich US-Parteien von europäischen Parteien?
Amerikanische Parteien sind eher locker organisierte Wahlkartelle und Interessenverbände ohne die strikte programmatische Bindung europäischer Mitgliederparteien.
Was sind die zwei Hauptparteien in den USA?
Das Zweiparteiensystem wird von den Demokraten (Democrats) und den Republikanern (Republicans) dominiert.
Was bedeutet „Jacksonian Democracy“?
Es bezeichnet eine Ära der Demokratisierung im 19. Jahrhundert unter Andrew Jackson, die das Parteiensystem massiv veränderte.
Welche Rolle spielen „Third Parties“ (Dritte Parteien)?
Sie haben es im US-Wahlsystem schwer, gewinnen zu können, beeinflussen aber oft die Themen der großen Parteien oder fungieren als „Zünglein an der Waage“.
Was versteht man unter „Checks and Balances“?
Es ist das System der gegenseitigen Kontrolle zwischen Regierung, Kongress und Rechtsprechung, in dem die Parteien agieren müssen.
- Quote paper
- Othmar Kolp (Author), 2002, Die amerikanischen Parteien, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/54845