Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Pedagogy - General

Staatsbürgerkunde in der DDR. Probleme und Einflussfaktoren einer dogmatischen Pädagogik vom Staate aus.

Title: Staatsbürgerkunde in der DDR. Probleme und Einflussfaktoren einer dogmatischen Pädagogik vom Staate aus.

Intermediate Examination Paper , 2001 , 40 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Esther Uhlmann (Author)

Pedagogy - General
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Als sich Ende der 80iger Jahre durch die Reformbewegung in der UdSSR der Ost-West-Konflikt, als ein Konflikt zweier sich grundlegend unterscheidender Herrschaftssysteme, und auch der Kalte Krieg, der seit dem Zerbrechen der Anti- Hitler-Koalition das Weltgeschehen maßgeblich beeinflusste, dem Ende neigten, ging auch ein Kapitel deutscher Geschichte zu Ende. Dieses Kapitel war geprägt durch die Teilung Deutschlands und die damit verbundene Einbindung der neu entstandenen Staaten in den jeweiligen Machtbereich der Supermächte USA und UdSSR. Während 1949 im Westteil Deutschlands ein Staat mit westlich-demokratischen Prinzipien ausgerufen wurde, die Bundesrepublik Deutschland, entstand im Ostteil der „erste Arbeiter- und Bauernstaat auf deutschem Boden“, die Deutsche Demokratische Republik. Sie wurde nach sowjetischem Muster auf den Prinzipien des Marxismus-Leninismus bzw. des Sozialismus aufgebaut.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Abriss der Entwicklung des Bildungssystems der DDR

2.1 Antifaschistisch-demokratische Schulreform - Neuordnung ab 1945

2.2 Aufbau der sozialistischen Schule

2.3 Allgemeinbildung und Polytechnisierung

2.4 Das einheitliche sozialistische Bildungssystem

3. Ideologische Erziehung und Staatsbürgerkunde

3.1 Das Ideal der „allseitig entwickelten sozialistischen Persönlichkeit“

3.2 Ziele und Aufgaben des Staatsbürgerkundeunterrichts

3.3 Lehrplan und Lehrplanvorgaben

3.3.1 Begriffsbestimmung „Lehrplan“

3.3.2 Inhaltsvorgaben für das Fach Staatsbürgerkunde

3.4 Staatsbürgerkunde und Religion

4. Die Rolle des Staatsbürgerkundelehrers

4.1 Ansprüche an die Persönlichkeit des Lehrers

4.2 Didaktisch-methodische Umsetzung des Lehrplanes

4.2.1 Vorgaben

4.2.2 Probleme

5. Die Realität - Vergleich der Theorie und den Vorgaben des Staates mit der tatsächlichen Umsetzung im alltäglichen Schulbetrieb

5.1 Pädagogik der DDR - Staatspädagogik einer Diktatur

5.2 Zugänge

5.2.1 Lehrerrolle und Lehrersein

5.2.2 Schülerrolle, Schülersein und die Rolle der familialen Sozialisation

6. Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Schulfach Staatsbürgerkunde in der DDR als Instrument politisch-ideologischer Erziehung. Dabei wird analysiert, inwiefern der Staat versuchte, durch dogmatische Vorgaben und eine spezifische Lehrerrolle das Ziel der „allseitig entwickelten sozialistischen Persönlichkeit“ zu erreichen und welche Diskrepanzen zwischen diesem staatlichen Anspruch und der Realität im schulischen Alltag bestanden.

  • Historische Entwicklung des Bildungswesens in der DDR bis 1965
  • Strukturen und theoretische Grundlagen der ideologischen Erziehung
  • Funktion und inhaltliche Ausrichtung des Faches Staatsbürgerkunde
  • Anforderungen an die Lehrerschaft und staatliche Kontrollmechanismen
  • Analyse der tatsächlichen Umsetzung und Wirksamkeit dieser staatspädagogischen Maßnahmen

Auszug aus dem Buch

5.1 Pädagogik der DDR - die „Staatspädagogik“ einer Diktatur

Staatsbürgerkunde in der Hinsicht, dass es eine Art Einführung in politische Zusammenhänge und den gesellschaftlichen Aufbau eines Staates darstellt, ist vergleichbar mit dem in unserem heutigen deutschen Schulwesen integrierten Fach Gesellschaftskunde oder Politik. Seit jeher gehört zum Prozess der Sozialisation, das heißt der Einführung der Kinder in die kulturellen Selbstverständlichkeiten einer bestimmten Gesellschaft auch die politische Sozialisation. Diese politische Sozialisation beinhaltet den Erwerb von Wertvorstellungen, Einstellungen, Überzeugungen, Handlungsdispositionen und Wissensbeständen die als erforderlich für die Stabilität der politischen Ordnung einer Gesellschaft betrachtet werden.(vgl. Sander 1999, S. 5) Dabei erscheint es mir wichtig das politische Bildung auch Politik zum Gegenstand hat, der Unterricht muß den Schülern aber die Möglichkeit zur reflexiven Auseinandersetzung mit der politischen und gesellschaftlichen Realität geben. In der DDR wollte jedoch die SED, die als Machtgruppe den alleinigen Führungsanspruch auf allen Gebieten für sich einforderte den bestehenden gesellschaftlich-politischen Zustand durch politisch – ideologische Erziehung legitimieren und vor Kritik schützen.

Dabei ging es der Staatspädagogik der DDR, die für sich den Anspruch erhob, „alle Lebensbereiche und Handlungsfelder menschlicher Praxis staatlich zu normieren und entsprechende Ordnungsvorstellungen auf dem Wege der Erziehung und Bildung von Staatsbürgern durchzusetzen“ (Benner/Sladek 1996, S.2) nicht um die kritische Auseinandersetzung mit den genannten Themen des Faches, sondern um eine Überformung der Schüler. Die Vermittlung von erwünschten Gesinnungen wurde praktiziert. Die Schüler sollten vorgefertigte Überzeugungen und Meinungen übernehmen. Öffentlich wurde diese Tatsache verschleiert und stets darauf hingewiesen, dass eine formale, dogmatische Unterrichtsführung unbedingt zu vermeiden sei und das die gesetzmäßige Entwicklung zum Sozialismus zwangsläufig die Schlussfolgerung aller Überlegungen sein soll. (vgl. LP Staatsbürgerkunde 1958, S.4) Die Aufgabe der Bildungspolitik der DDR lässt sich daher kurz als „Herrschaftslegitimation“ (Sander/Ackermann 1999, S.7) beschreiben, denn diese Erkenntnisse bzw. Schlussfolgerungen bauten auf einer vermittelten Weltanschauung auf, die den Wahrheitsanspruch dadurch legitimierte, dass sie oppositionelle politische Positionen diffamierte und historische Prozesse verfälschte und verzerrte.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung kontextualisiert die DDR als sozialistischen Staat und benennt die Rolle der Schule als zentrale Instanz innerhalb der sogenannten „Erziehungsdiktatur“.

2. Abriss der Entwicklung des Bildungssystems der DDR: Das Kapitel skizziert die schulpolitische Entwicklung von der Nachkriegszeit über die Einführung der polytechnischen Oberschule bis hin zum einheitlichen sozialistischen Bildungssystem.

3. Ideologische Erziehung und Staatsbürgerkunde: Hier wird das Menschenbild der „sozialistischen Persönlichkeit“ definiert und die zentrale Rolle des Staatsbürgerkundeunterrichts als Instrument zur Vermittlung marxistisch-leninistischer Ideologie dargelegt.

4. Die Rolle des Staatsbürgerkundelehrers: Dieses Kapitel thematisiert die hohen parteipolitischen Ansprüche an die Lehrerschaft sowie die methodischen Vorgaben und den problematischen Umgang mit diesen in der Unterrichtspraxis.

5. Die Realität - Vergleich der Theorie und den Vorgaben des Staates mit der tatsächlichen Umsetzung im alltäglichen Schulbetrieb: Es erfolgt eine kritische Bilanzierung durch den Vergleich von staatstheoretischen Ansprüchen mit tatsächlichen Erfahrungen von Lehrern und Schülern.

6. Schlussbetrachtung: Das Fazit stellt fest, dass das Ziel der SED, eine vollkommen ideologisch konforme Generation zu formen, aufgrund von Widersprüchen zwischen Theorie und Realität nicht erreicht werden konnte.

Schlüsselwörter

DDR, Staatsbürgerkunde, sozialistische Erziehung, Erziehungsdiktatur, SED, marxistisch-leninistische Ideologie, Polytechnisierung, Lehrerrolle, Schülersein, politische Sozialisation, Herrschaftslegitimation, Bildungssystem, Staatspädagogik, Weltanschauung, Schulpolitik

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert das Unterrichtsfach Staatsbürgerkunde in der DDR und dessen Funktion als Instrument staatlicher, politisch-ideologischer Erziehung.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die Schwerpunkte liegen auf der Entwicklung des DDR-Bildungssystems, der Definition der „sozialistischen Persönlichkeit“, den Anforderungen an Lehrer sowie der Diskrepanz zwischen staatlichen Vorgaben und der Realität im Schulalltag.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?

Die Forschungsfrage befasst sich damit, inwiefern es dem DDR-Staat gelang, durch das Fach Staatsbürgerkunde die Ideologie des Marxismus-Leninismus erfolgreich zu vermitteln und den angestrebten Menschentypus zu formen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine Analyse von Quellen, Lehrplänen und Richtlinien sowie auf explorative Gespräche mit ehemaligen Lehrern und einer Schülerin, um Tendenzen und Erfahrungen darzustellen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine Darstellung der historischen Entwicklung des Bildungssystems, eine theoretische Abhandlung über die ideologische Erziehung und eine kritische Auseinandersetzung mit der Umsetzung und den Problemen des Unterrichts durch Lehrer und Schüler.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Kernbegriffe sind unter anderem DDR, Staatsbürgerkunde, Erziehungsdiktatur, sozialistische Erziehung und politische Sozialisation.

Inwiefern beeinflusste die familiale Sozialisation die Einstellung der Schüler zum Fach?

Das Dokument verdeutlicht, dass die Herkunft, etwa aus christlichen oder handwerklichen Familien, einen entscheidenden Einfluss darauf hatte, wie kritisch oder angepasst die Schüler im Unterricht agierten.

Welche Rolle spielten die Lehrerberichte für die Kontrolle der Planerfüllung?

Die Berichte dienten als zentrales Kontrollinstrument, um sicherzustellen, dass die Lehrer die parteilichen Vorgaben und den politisch-ideologischen Lehrplan exakt einhielten.

Warum wird die Pädagogik der DDR als „Staatspädagogik“ bezeichnet?

Der Begriff beschreibt den totalitären Anspruch der SED, alle Lebensbereiche – insbesondere Erziehung und Bildung – staatlich zu normieren, um den Erhalt der politischen Herrschaft zu sichern.

Excerpt out of 40 pages  - scroll top

Details

Title
Staatsbürgerkunde in der DDR. Probleme und Einflussfaktoren einer dogmatischen Pädagogik vom Staate aus.
College
Dresden Technical University  (Institut für allgemeine Erziehungswissenschaft)
Grade
1,3
Author
Esther Uhlmann (Author)
Publication Year
2001
Pages
40
Catalog Number
V54859
ISBN (eBook)
9783638499682
ISBN (Book)
9783656775690
Language
German
Tags
Staatsbürgerkunde Probleme Einflussfaktoren Pädagogik Staate
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Esther Uhlmann (Author), 2001, Staatsbürgerkunde in der DDR. Probleme und Einflussfaktoren einer dogmatischen Pädagogik vom Staate aus., Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/54859
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  40  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint