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Karl Mickels Gedicht 'Odysseus auf Ithaka' - Eine Analyse

Title: Karl Mickels Gedicht 'Odysseus auf Ithaka' - Eine Analyse

Seminar Paper , 2001 , 19 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Manuela Lück (Author)

German Studies - Modern German Literature
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Thema dieser Hausarbeit soll das Gedicht „Odysseus in Ithaka“ von Karl Mickel sein, welches ich analysieren und interpretieren möchte. Karl Mickel, der eine Professur für Versmaß und Diktion an der Berliner Schauspielschule „Ernst Busch“ innehatte, verstarb am 20. Juni 2000. Er galt als einer der „gescheitesten, theoretisch und poetisch geschultesten in dieser Gruppe [Sächsische Dichterschule, d. A.]“, aber auch als einer der am wenigsten bekannten Lyriker der DDR. In zweiter Existenz Wissenschaftler, - Wirtschaftshistoriker, was in seinen Gedichten, die immer wie eine künstlerische Weiterführung seiner analytischen Thesen und Beobachtungen wirken, zum Ausdruck kommt. Das Gedicht „Odysseus in Ithaka“, im Band „Vita nouva mea - Mein neues Leben“ im Jahre 1966 veröffentlicht, steht einerseits in der Tradition der Verarbeitung antiker Mythen in der Literatur der DDR der sechziger Jahre, muß aber anderseits wegen seinem negativen und gesellschaftskritischen Entwurf und der Lyrikauffassung, die sich gegen tradierte Formen und vorgegebenen Darstellungen widersetzt Ausnahme gelten. Im Mittelpunkt meiner Arbeit soll dabei die Frage nach der Bedeutung des Mythos und im Speziellen, des Odysseus Mythos in der DDR-Literatur stehen. Es wird sich dann eine Analyse und Interpretation dieses Gedichtes anschließen. Karl Mickels Odysseus stellt sich nach der Rückkehr von zehnjähriger Irrfahrt die Frage nach der ´Heimat` Ithaka, die ihm nun entfremdet und vergreist erscheint. Der Mythos wird von Mickel als Maske einer anderen Frage, der Frage nach der Ankunft bzw. der sozialistischen Heimat benutzt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Hauptteil

2.1. Kulturpolitisches Klima der Sechziger Jahre

2.2. Lyrik und die „Sächsische Dichterschule“

2.3. Mythen. Eine Einführung.

2.4. Antike Mythen im Sozialismus

2.5. Die Odysseusfigur in der Tradition der DDR -Literatur

3. Gedichtanalyse und Interpretation

3.1. Inhalt

3.2. Form

3.3. Analyse

3.4. Interpretation

4. Schluß

Zielsetzung und Forschungsfragen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Gedicht „Odysseus in Ithaka“ von Karl Mickel vor dem Hintergrund der kulturpolitischen Verhältnisse in der DDR der 1960er Jahre. Ziel ist es zu ergründen, wie Mickel den klassischen Mythos nutzt, um gesellschaftskritische Entwürfe zu formulieren und die ästhetische Enge des sozialistischen Realismus zu problematisieren.

  • Analyse der Rolle antiker Mythen in der DDR-Literatur
  • Untersuchung des kulturpolitischen Klimas der sechziger Jahre
  • Charakterisierung der „Sächsischen Dichterschule“
  • Interpretation der Odysseusfigur als Ausdruck der Subjektwerdung
  • Dialektische Betrachtung von Heimat, Entfremdung und Utopie

Auszug aus dem Buch

3.3. Analyse

Strophe eins wird mit der Frage „Wo bin ich?“ eingeleitete und bestimmt somit auch gleich den thematischen Rahmen. Die nächsten Verse beschäftigen sich mit der darauffolgende Erkenntnis, daß dies nicht Ithaka sein kann, denn die „Berge sind blau“ und die „Ebenen geräumig(er)“ und das „Blattwerk grün“ und das Licht spiegelt sich in den „lebendigen Gewässern“. Die hier verwendeten Tautologien steigern die bildliche Aussage, dadurch werden die Berge noch grüner und die Ebenen noch weiter. Karl Mickel zeichnet in der ersten Versen der ersten Strophen ein in der Natur verankertes, von der Erinnerung Odysseus idealisiertes Bild Ithakas. Die nun folgende fünfte Zeile beginnt mit einer Alliteration, „Stumpf, schleichst zwischen Geröll stinkend“, die eine Zäsur einleitet und gleichzeitig thematischer Brückenkopf zwischen erstem und zweitem Teil der Strophe ist.

Die mit s-Lauten beginnende Alliteration erzeugt bei der lautlichen Realisation einen eindringlichen Ton. Odysseus muß hier erkennen, daß seine Sehnsucht und Erwartungen, die er auf die Heimat Ithaka projiziert, keine Entsprechungen vor Ort haben. Somit wird die Heimat zum utopischen Ort in der Vergangenheit, dessen Erreichen unmöglich geworden ist. Es wird nach dieser Zäsur ein wesentlich negativeres Bild von Ithaka, von „Staub“ und „Strünken“, die die Alliteration scheinbar fortsetzen, gezeichnet.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Vorstellung des Gedichts und Einordnung von Karl Mickel als Lyriker der DDR, mit Fokus auf die Relevanz des Mythos als gesellschaftskritische Maske.

2. Hauptteil: Detaillierte Untersuchung des literarischen und politischen Kontexts der 1960er Jahre sowie theoretische Einführung in die Mythosforschung und die spezifische DDR-Tradition.

3. Gedichtanalyse und Interpretation: Untersuchung der formalen Struktur sowie tiefgehende inhaltliche Analyse und Interpretation der dialektischen Bezüge des Gedichts.

4. Schluß: Resümee über Mickels Positionierung im sozialistischen Literaturbetrieb und die Deutung des Gedichts als Absage an die Heimatutopie.

Schlüsselwörter

Karl Mickel, Odysseus in Ithaka, DDR-Literatur, Mythos, Sozialistischer Realismus, Heimat, Entfremdung, Sächsische Dichterschule, Lyrik, Dialektik, Subjektivität, Kulturpolitik, Interpretation, Analyse, Negation.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit?

Die Arbeit analysiert Karl Mickels Gedicht „Odysseus in Ithaka“ hinsichtlich seiner gesellschaftskritischen Dimensionen im Kontext der DDR-Literatur der sechziger Jahre.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Arbeit behandelt das Spannungsfeld zwischen individuellem Anspruch und kollektiver Norm, die Funktion von Mythen in politischen Systemen sowie die Problematik des Begriffs „Heimat“.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es aufzuzeigen, wie Mickel durch die mythologische Maskierung des Odysseus die kulturpolitische Enge seiner Zeit kritisiert und das Konzept der „Ankunft“ in der sozialistischen Gesellschaft als Utopie entlarvt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine literaturwissenschaftliche Analyse durchgeführt, die intertextuelle Bezüge, formale Gedichtanalyse sowie geschichtsphilosophische und marxistische Interpretationsansätze kombiniert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung des kulturpolitischen Klimas, eine Einführung in die Mythosforschung, den Umgang mit antiken Mythen im Sozialismus sowie die Tradition der Odysseusfigur in der DDR.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den zentralen Begriffen gehören Mickels „Odysseus in Ithaka“, der Mythosbegriff, die DDR-Kulturpolitik, Subjektwerdung, Entfremdung und der „sozialistische Realismus“.

Inwiefern ist das Gedicht eine Kritik am Sozialismus?

Mickel verwirft mit der Figur des Odysseus die Vorstellung einer vollendeten sozialistischen Heimat und thematisiert stattdessen die Leere und Entfremdung, die hinter der offiziellen Ideologie verborgen bleiben.

Welche besondere Bedeutung hat der „neue Aufbruch“ im Gedicht?

Der Aufbruch symbolisiert die bewusste Abkehr von der durch Götter bzw. Ideologien determinierten Ordnung und die tragische Suche des Individuums in einer entfremdeten Welt.

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Details

Title
Karl Mickels Gedicht 'Odysseus auf Ithaka' - Eine Analyse
College
Humboldt-University of Berlin  (Institut für deutsche Sprache und Literatur)
Course
Seminar
Grade
1,7
Author
Manuela Lück (Author)
Publication Year
2001
Pages
19
Catalog Number
V54866
ISBN (eBook)
9783638499750
ISBN (Book)
9783656650263
Language
German
Tags
Karl Mickels Gedicht Odysseus Ithaka Eine Analyse Seminar
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Manuela Lück (Author), 2001, Karl Mickels Gedicht 'Odysseus auf Ithaka' - Eine Analyse, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/54866
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