Das Lukasevangelium in besonderer Hinsicht auf seine Gleichnisse


Hausarbeit, 2006

35 Seiten, Note: 2


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Der Verfasser des Lukasevangeliums

Abfassungszeitraum des Lukasevangeliums

Die Bedeutung des Autoren Lukas

Die von Lukas benutzen Quellen

Theologische Grundgedanken des Lukasevangeliums

Themen des Lukasevangeliums

Gleichnisse im Lukasevangelium

Sprache und Struktur der Gleichnisse

Geschichte der Gleichnisse

Formale Einteilung der Gleichnis – Arten

Lukas 10, 25 – 37

Lukas 14, 28 – 32

Lukas 16, 19 – 31

Lukas 18, 1-8

Lukas 18, 9 – 14

Resümee

Quellenverzeichnis

Einleitung

Der Hausarbeit liegt das Lukasevangelium zugrunde, dies ist das Evangelium nach dem Autoren Lukas, das dritte Buch des Neuen Testaments, es wird seit dem Mittelalter in 24 Kapitel unterteilt.

Das Neue Testament mit seinen Evangelien handelt vom gekreuzigten und auferstandenen Sohn Gottes, von Jesus Christus. Alle Teile der Schrift werden im Licht der frohen Botschaft[1] verstanden.[2]

Paul Gerhard Müller[3] verweist in seiner Einführung, wie andere Autoren, darauf hin, dass es sich nicht um eine streng chronologisch recherchierte Biographie von Jesus von Nazareth handelt, es ist eine gedeutete Lebens- und Todeserzählung über den Messias[4], Propheten[5] und Gottessohn.

Die Schriften des Neuen Testaments wurden ursprünglich als Gelegenheitsliteratur verfasst, wurden aber schnell zu Sammlungen zusammengebracht.[6] Die Evangelien wurden in verschiedenen Teilen des Römischen Reiches geschrieben und fanden schnell weite Verbreitung innerhalb der Kirche.[7]

Das lukanische Geschichtswerk setzt sich selbst zum Ziel, die „Gewissheit der Worte“ zu erweisen, in denen sein Leser unterwiesen wird. Es gibt demnach einen engen Zusammenhang zwischen dem, was der Erzähler Lukas an Ereignissen darstellt und dem theologischen Sinn, den er der Lektüre seiner historischen Monographie beimisst.[8]

Der Verfasser des Lukasevangeliums

Das Lukasevangelium, sowie die Apostelgeschichte sind Theophilus gewidmet ( Lk, 1,3; Act 1,1), man vermutet hinter diesem Namen eine Modellgestalt, einen idealen Leser bzw. Hörer.[9] Theophilus bedeutet soviel wie „der Gott liebt“.[10]

Dem Lukasevangelium wurde das Zeichen des Stieres zugewiesen. Dies geschah in Hinblick auf den Tod Jesu Christi ( Opferstier) und einem Bericht des Lukas vom Opfer des Zacharias, seit Hieronymus.[11]

Über den Verfasser des Evangeliums sind keine Notizen erhalten, Eusebius von Cäsarea[12] jedoch vermutete, dass der Verfasser identisch mit dem in den Paulusbriefen genannten Lukas sei. Selbiger Lukas wird in den Kolosserbriefen als „Lukas, der geliebte Arzt“ erwähnt. Im Lukasevangelium kommen medizinische Fachausdrücke vor ( Lk 8, 43).[13] Auch lässt er ein ungünstiges Urteil über Ärzte ( Mk, 5, 26 ) in seinem Evangelium aus, jedoch sind auch dies keine eindeutigen Hinweise auf seinen Beruf.

Ebenso ist ein Lukas als Mitarbeiter des Paulus bekannt, jedoch gibt es keine Beweise, dass es sich bei den beiden Lukaserwähnungen um ein und dieselbe Person handelt.[14]

Eine Legende sieht in Lukas auch den ungenannten Emmausjünger ( Lk 24; Kleopas)[15]

Auch Theißen weist auf die kirchliche Tradition hin, da wird Lukas als Arzt erwähnt (Kol.4, 14). Dieser Arzt harrt bei Paulus in der römischen Gefangenschaft aus ( 2 Tim. 4,11). Im theologischen Handkommentar zum Neuen Testament wird darauf hingewiesen, das weder die Evangelienschrift noch die Apostelgeschichte einen direkten Grund oder einen Hinweis auf den Autor in sich tragen.[16] Seine Gebeine sollen in der Apostelkirche in Konstantinopel begraben sein, nach einer Überlieferung wurden sie 357 dorthin gebracht.[17]

Im Ökumenischen Taschenbuch zum Lukasevangelium wird darauf hingewiesen, dass Lukas die „biographische“ Darstellung der Jesusüberlieferung durch das von ihm benutzte Markusevangelium erreicht. Dieses diente ihm nicht nur als Quelle, auch als Leitfaden wurde das Markusevangelium verwandt. Allerdings sind die „Übergänge“ so geschickt verwischt worden, dass die Grenze zwischen zwei Quellen nur selten als Markierung dient.[18]

Aber genau wie Theißen legt Wolfgang Wiefel folgende Textstellen des Neuen Testaments zugrunde um die Vermutungen der Namensgebung zu unterstreichen (Phm24, Kol. 4,14, 2.Tim.4,11 ).

Eine weitere Legende besagt, das Lukas Bildnisse Christi gemalt haben soll, ebenso Bildnisse der Apostel und Maria, der Mutter Jesu.[19]

Abfassungszeitraum des Lukasevangeliums

Einer These nach soll er zu den griechischen Bewohnern Antiochias und somit zu den ersten Heidenchristen gehören die von Paulus im Jahre 40 missioniert wurden. Er soll Paulus auf der seiner zweiten Missionsreise im Jahre 51 nach Mazedonien und Griechenland begleitet haben. Lukas soll einige Zeit in Phillippi bei der dortigen Christengemeinde gelebt haben. Etwas später soll er Paulus wieder nach Jerusalem und auch nach Rom gefolgt sein (Jahr 62). Nach dem Tod von Paulus soll Lukas in Griechenland gelebt haben. Dort soll er dann das Evangelium geschrieben haben und im Alter von 84 soll er in Achaia / Boeotien gestorben sein.[20]

Der Heilige Lukas gilt als Arzt und Künstler als deren Schutzpatron er noch heute verehrt wird.

Die Entstehung des Evangeliums setzt Petr Pokorny nach dem Tode Paulus an.[21] Er begründet dies z.B. damit, dass der Verfasser des Evangeliums dies schon als bekannte Tradition sieht ( Act 20,25; 21,13).

Wenn man dann noch die Verwendung des Markusevangeliums zugrunde legt, geht Petr Pokorny ( wie in der These oben schon erwähnt) von den achtziger Jahren des ersten Jahrhunderts aus. Er schließt ebenso das, dass Markusevangelium schon in mehreren christlichen Gemeinden Widerhall gefunden hatte und das dies nach der Zeit des jüdischen Krieges sein musste.[22] Wolfgang Wiefel unterstützt dies, indem er die These dass das Evangelium schon um 60 n. Chr. entstand nicht zu halten ist. Allein die Schilderung seines Schicksals ( Lk 21, 20-24 ) und die Bedeutung Jerusalems weisen darauf hin. Er schlägt vor den Zeitpunkt des lukanischen Doppelwerkes um 85-90 an zusetzten.

Bedeutend ist hierbei das der Autor des Lukasevangeliums griechisch schreibt, dies tun die meisten neutestamentlichen Autoren nicht.[23] Hier findet man also eindeutige Beweise über die hellenistische Herkunft des Schreibers. Wolfgang Wiefel schlussfolgert auch das die Leser des Werkes als hellenistische Christen vorausgesetzt werden.[24]

Petr Pokorny erläutert weiterhin, dass hebräische Namen und Titel ins Griechische übersetzt werden, Beispiele findet man in Lk 6,15 oder Lk 9, 33. Im Markusevangelium sind an folgenden Stellen Hebräische Bezeichnungen verwandt (Mk 3, 18 und Mk 9, 5).

Die Bedeutung des Autoren Lukas

Lukas hat die Berichte seiner Vorgänger kritisch betrachtet.[25] Er schreibt so in seinem Prolog: „Nachdem viele schon versucht haben…“ ( Lk 1, 1-4), dies ist nur als kritische Äußerung zu verstehen.

Hätte er die Schriften seiner Vorgänger als zufrieden stellend angesehen, so hätte er selbst nicht ein neues Buch schreiben müssen, so argumentiert Petr Pokorny. Weiterhin schreibt Petr Pokorny das Lukas sich von seinen Vorgängern unterscheiden wollte, indem er „von Anfang an mit Sorgfalt vorgehen wollte“[26] hierzu gab es auch zwei Gründe, aufgrund der vergangenen Zeit blickte man auf die Jesusgeschichte zurück und es begannen sich Irrlehren auszubreiten.

Er verbessert vulgärgriechische Wörter wie „Getsemani“, „Golgata“, „Rabbi“ und „Rabbuni“. Er verwendet nur sechs mal das aramäische „Amen“, eine auch Heiden geläufige liturgische Formel.[27] Lukas unterscheidet nicht absolut zwischen Mensch und Gott, wie die Juden dies tun. Auch dies legt die These nahe das Lukas ein Heide war, wenn auch ein gottesfürchtiger Heide der Sympathien zur Synagoge hegte.[28] Er wendet sich an Heiden und heidenchristliche Leser und Hörer als Adressanten. Einzigartig ist das er über diese Vorhaben Auskunft erteilt. Er will mit seinem Werk von der „Zuverlässigkeit der Dinge“ erzählen von denen er in der christlichen Lehre vernommen hatte. Er kürzt Passagen und vermeidet Übertreibungen, lässt somit Wörter wie „viel“ oder „groß“ oder „sehr“ weg ( Mk 8,4 ff.).[29] Das Lukasevangelium ist in einem stilistisch sehr gelungenen Satzbau verfasst, nicht nur Wortschatz und Satzbau sind gelungen gewählt, auch vermeidet er semitische und lateinische Vokabeln.[30] Er schreibt somit für ein literarisch gebildetes und anspruchsvolles Publikum.[31] Er wendet sich hierbei an die Kirche aber auch an die Öffentlichkeit.

Die von Lukas benutzen Quellen

Wie schon erwähnt greift der Verfasser des Lukasevangeliums auf das Markusevangelium zurück. Er erweitert dies um den „Bericht des Anfangs“[32] wie Wolfgang Wiefel es nennt. Darunter versteht er die Taufe Jesu, Täufer, den Stammbaum und ein erstes Auftreten. Allerdings bleibt er dem Leitgedanken der Komposition des Markusevangeliums auch treu.[33] Des weiteren werden Sondergutquellen, sowie die Überlieferung der Logienquelle genannt.[34] Die Logienquelle ( Quelle Q ) wird auch als Sprüche Jesu bezeichnet.[35]

Bormann hat eine tabellarische Einteilung der Traditionsblöcke und dessen Inhaltes vorgenommen. Diese Tabelle erschließt die Verwendung der einzelnen Quellen sehr schnell.[36]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Lukas hat einige Texte des Markus ausgelassen, hier gehen die Meinungen auseinander, ob dies absichtlich geschah[37] oder ob Lukas vielleicht ein unvollständiges Exemplar des Markusevangeliums zugrunde lag.

[...]


[1] Botschaft Evangelium =griechisch evangélion: gute Botschaft, frohe Kunde

[2] Eduard Lohse, Die Entstehung des Neuen Testaments, Kohlhammer Verlag, Stuttgart 1972, Seite 12

[3] Paul Gerhard Müller, Lukas Evangelium, Stuttgarter Kleiner Kommentar, Verlag Kath. Bibelwerk Gmbh, Stuttgart 1998

[4] zu hebräisch maschiach: der Gesalbte, Messias war der hebräische Name für den prophezeiten Erlöser der Menschheit

[5] Prophetie (griechisch prophētēs, zu prophánai: vorhersagen, verkünden

[6] Eduard Lohse, Die Entstehung des Neuen Testaments, Kohlhammer Verlag, Stuttgart 1972, Seite 13

[7] Eduard Lohse, Die Entstehung des Neuen Testaments, Kohlhammer Verlag, Stuttgart 1972, Seite 13

[8] Karl Löning, Das Geschichtswerk des Likas, Band 1, Kohlhammer Verlag, Stuttgart 1997, Seite 11

[9] Petr Pokorny, Theologie der lukanischen Schriften, Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen, 1998, Seite 13

[10] Duden-Fremdwörterbuch, Band 5, Dudenverlag Mannheim, 2001

[11] Bocian, Lexikon der biblischen Personen, Körner Verlag, Stuttgart 1989, Seite 322

[12] Eusebius von Cäsarea (* 260-264 in Palästina; † 337-340) wird als der Vater der Kirchengeschichte bezeichnet. Er wird zu den Kirchenvätern gezählt.

[13] Petr Pokorny, Theologie der lukanischen Schriften, Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen, 1998, Seite 16

[14] Lukas Bormann, Neues Testament, Calwer Taschenbibliothek Verlag Stuttgart, 2003, Seite 62

[15] Bocian, Lexikon der biblischen Personen, Körner Verlag, Stuttgart 1989, Seite 321

[16] Wolfgang Wiefel, Das Evangelium nach Lukas, Theologischer Handkommentar zum Neuen Testament, Evangelische Verlagsanstalt Berlin, Berlin 1998, Seite1

[17] Bocian, Lexikon der biblischen Personen, Körner Verlag, Stuttgart 1989, Seite 321

[18] Gerhard Schneider, Das Evangelium nach Lukas, Kapitel 1-10, Ökumenischer Taschenbuch-Kommentar zum Neuen Testament 3/1, Gütersloher Taschenbuch, Echter Verlag, 1992, Seite 25

[19] Bocian, Lexikon der biblischen Personen, Körner Verlag, Stuttgart 1989, Seite 322

[20] Wolfgang Wiefel, Das Evangelium nach Lukas, Theologischer Handkommentar zum Neuen Testament, Evangelische Verlagsanstalt Berlin, Berlin 1998, Seite2

[21] Petr Pokorny, Theologie der lukanischen Schriften, Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen, 1998, Seite 17

[22] Petr Pokorny, Theologie der lukanischen Schriften, Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen, 1998, Seite 17

[23] Petr Pokorny, Theologie der lukanischen Schriften, Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen, 1998, Seite 16

[24] Wolfgang Wiefel, Das Evangelium nach Lukas, Theologischer Handkommentar zum Neuen Testament, Evangelische Verlagsanstalt Berlin, Berlin 1998, Seite 4

[25] Petr Pokorny, Theologie der lukanischen Schriften, Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen, 1998, Seite 21

[26] Petr Pokorny, Theologie der lukanischen Schriften, Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen, 1998, Seite 21

[27] Paul Gerhard Müller, Lukas Evangelium, Stuttgarter Kleiner Kommentar, Verlag Kath. Bibelwerk Gmbh, Stuttgart 1998, Seite 17

[28] Gerd Theißen, Das neue Testament, C.H.Beck Wissen, München 2002, Seite 74

[29] Gerhard Schneider, Das Evangelium nach Lukas, Kapitel 1-10, Ökumenischer Taschenbuch-Kommentar zum Neuen Testament 3/1, Gütersloher Taschenbuch, Echter Verlag, 1992, Seite28

[30] Gerhard Schneider, Das Evangelium nach Lukas, Kapitel 1-10, Ökumenischer Taschenbuch-Kommentar zum Neuen Testament 3/1, Gütersloher Taschenbuch, Echter Verlag, 1992, Seite 30

[31] Paul Gerhard Müller, Lukas Evangelium, Stuttgarter Kleiner Kommentar, Verlag Kath. Bibelwerk Gmbh, Stuttgart 1998, Seite 16

[32] Wolfgang Wiefel, Das Evangelium nach Lukas, Theologischer Handkommentar zum Neuen Testament, Evangelische Verlagsanstalt Berlin, Berlin 1998, Seite 5

[33] Wolfgang Wiefel, Das Evangelium nach Lukas, Theologischer Handkommentar zum Neuen Testament, Evangelische Verlagsanstalt Berlin, Berlin 1998, Seite 5

[34] Lukas Bormann, Neues Testament, Calwer Taschenbibliothek Verlag Stuttgart, 2003, Seite 65

[35] Petr Pokorny, Theologie der lukanischen Schriften, Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen, 1998, Seite 19

[36] Lukas Bormann, Neues Testament, Calwer Taschenbibliothek Verlag Stuttgart, 2003, Seite 66

[37] Lukas Bormann, Neues Testament, Calwer Taschenbibliothek Verlag Stuttgart, 2003,

Ende der Leseprobe aus 35 Seiten

Details

Titel
Das Lukasevangelium in besonderer Hinsicht auf seine Gleichnisse
Hochschule
Universität Hildesheim (Stiftung)
Note
2
Autor
Jahr
2006
Seiten
35
Katalognummer
V54891
ISBN (eBook)
9783638499941
Dateigröße
595 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Lukasevangelium, Hinsicht, Gleichnisse
Arbeit zitieren
Claudia Prost (Autor), 2006, Das Lukasevangelium in besonderer Hinsicht auf seine Gleichnisse, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/54891

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