Hatte Karl Heinrich Marx einen Begriff für Kommunismus?


Hausarbeit, 2001

13 Seiten, Note: 2


Leseprobe

Inhalt

1. Einleitung

2.1 Biographie von Karl Heinrich Marx
2.2 Definition von Begriff
2.3 Dialektik bei Marx
2.4 Basis- Überbau Annahme
2.5 Soziale Frage
2.6 Entfremdung der Arbeit

3. Roher Kommunismus und Kommunismus
3.1 Was kennzeichnet den rohen Kommunismus?
3.2 Was zeichnet den wahren Kommunismus aus?
3.3 Widersprüche

4. Fazit

5. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Oftmals wird der Begriff des Kommunismus mit Karl Marx verbunden bzw. assoziiert. Doch hatte Karl Marx überhaupt einen Begriff von Kommunismus oder waren es vielmehr nur unkonkrete Vorstellungen über ein Gesellschaftssystem? Um dieser Frage nachzugehen wird der Autor zunächst den Begriff als solchen näher definieren bzw. sich den Definitionen aus Lexika bedienen. Er benutzt bei dieser Arbeit die Methode der Analytik, um den die Äußerungen von Karl Marx zum Kommunismus in seine einzelnen Teile zu zerlegen.

Des weiteren hält der Autor die gesellschaftlichen Umstände der Arbeiterklasse im 19. Jahrhundert für beeinflussend auf die Werke von Marx insbesondere auf die Äußerungen zur Arbeit des Proletariats. Eine einleitende Biographie soll einen Überblick über das „abwechslungsreiche“ Leben von Karl Marx schaffen.

Der Autor zeigt im weiteren Verlauf zwei Formen von Kommunismus nach Marx Verständnis. Den „unvollendeten/rohen Kommunismus“[1] sowie den „wahren Kommunismus“.

Anschließend wird auf Widersprüche zwischen den Aussagen der einzelnen Werke hingewiesen, um abschließend zu zeigen , dass Marx zwar ein Konzept zur Herstellung eines Systems hatten, diese jedoch mit dem wahren Kommunismus wenig gemein hatte. Der Autor kommt zu dem Ergebnis, dass Marx keinen Kommunismusbegriff hatte, bzw. dieser nicht in seinen Werken zu finden ist. Aufgrund des begrenzten Umfangs und der konkreten Fragestellung bezieht der Autor sich hauptsächlich auf drei Werke von Marx und Engels: die ökonomisch- philosophischen Manuskripte (1844), das Manifest der Kommunistischen Partei (1848) sowie die Randglossen zur Kritik des Gothaer Programms (1875). Diese Schriften weisen konkrete Aussagen über Kommunismus auf, außerdem spiegeln sie den Werdegang von Marx wieder (der Humanismus des jungen Marx; die Revolutionstheorie; Kritik der politische Ökonomie)[2].

2.1 Biographie von Karl Heinrich Marx

Am 5.Mai 1818 wurde Karl Heinrich Marx als Sohn eines Justizrates in Trier geboren. Von 1835-1836 studierte er Rechtswissenschaften in Bonn, wechselte nach Berlin und studierte dort Rechtswissenschaften, Geschichte und Philosophie.

In Berlin setzte er sich viel mit Hegel auseinander und trat dem sogenannten „Doktorclub“ der Junghegelianer bei.[3]

Nach Beendigung des Studiums 1841, promovierte er in Philosophie an der Universität in Jena. 1842 war Marx Mitarbeiter und später Chefredakteur der liberalen Rheinischen Zeitung in Köln.[4]

Marx ging 1843 nach Paris und wurde Mitherausgeber der „Deutsch-französischen Jahrbücher“. In Paris begann auch die Zusammenarbeit und die später berühmt gewordene Freundschaft mit Friedrich Engels[5]. 1844 schrieb Marx die „ökonomisch- philosophischen Manuskripte“. Nachdem er 1845 aus Frankreich ausgewiesen wurde, ließ er sich in Belgien nieder, wo er die „Thesen über Feuerbach“ ausarbeitete und mit Engels zusammen die „Heilige Familie“, eine Auseinandersetzung mit den Linkshegelianern, sowie die „deutsche Ideologie“ zu Papier brachte.[6] 1847 erschien das Werk „ Das Elend der Philosophie“. Zugleich schloss er sich dem politischen Kampf der Arbeiterbewegung an und trat dem „Bund der Kommunisten“ bei. Für den „Bund der Kommunisten“ verfassten Engels und er das „Manifest der Kommunistischen Partei“.(1848).[7]

Im selben Jahr wurde Marx aus Belgien verwiesen. Er siedelte sich in Köln an und gab von 1848-49 die „Neue Rheinische Zeitung“ heraus.

Nach dem Scheitern der Revolution in Deutschland wurde Karl Marx erneut des Landes verwiesen. Diesmal zog es ihn nach London. Dort verfasste er, sein wohl bekanntestes Werk, „Das Kapital“. (Band 1 1867)[8]

Marx spielte eine herausragende Rolle in der ersten Internationale, der Vereinigung zur Förderung der Zusammenarbeit sozialistischer und kommunistischer Organisationen in der ganzen Welt.[9] Als Mitglied der Internationale übte er heftige Kritik an dem 1875 verfassten Gothaer Programm und an der daraus hervorgehenden Sozialistischen Arbeiterpartei Deutschlands.[10]

Am 14.03.1883 starb Karl Heinrich Marx in London.

2.2 Definition von Begriff

Im Lexikon für Politik von Dieter Nohlen heißt es:

Begriff, auch Konzept (von lat. conceptus), eine allgemeine Vorstellung von Gegenständen, im Gegensatz zur direkten Anschauung, von individuell Seiendem.[11] Ein Begriff ist also eine Vorstellung von nicht nur einem Gegenstand; sondern möglicherweise auch von mehreren. Der Begriff grenzt die Eigenschaften eines Gegenstands oder mehrere Gegenstände von anderen Gegenständen ab. Durch einen Begriff kann man demnach bestimmte Phänomene gliedern und subsumieren. Die Politikwissenschaft benutzt Begriffe für eine sprachliche Umsetzung von politischen Zusammenhängen, Strukturen und Tatbeständen. Um mit den Worten von Max Weber zu sprechen: “[...], wenn man nur den rechten Begriff des Schönen, des Guten, oder etwa der Tapferkeit, der Seele – und was es sei – gefunden habe, dass man dann auch ihr wahres sein erfassen könne, [...]“[12] einen Begriff von etwas zu haben, meint die Bedeutung oder das Wesen des entsprechenden Phänomens zu kennen und in der Lage zu sein, es von anderen zu unterscheiden. Diese Charakterisierung ist jedoch philosophisch umstritten.[13] Begriffe seien Gegenstände, die mit Prädikaten am Besten auszudrücken sind, so einige Theorien aus der formalen Logik.[14] Ich möchte mich jedoch der Definition der Politikwissenschaft bedienen und werde den Kommunismusbegriff von Marx mit seinen Eigenschaften von anderen abgrenzen.

2.3 Die Dialektik und Marx

Marx wendet die Methode der Dialektik an, um gesellschaftliche Phänomene zu erarbeiten. Die von Hegel übernommene Prozesslogik beschreibt eine These, bildet dazu eine Antithese und daraus dann eine Synthese. Die Antithese ist die Negation der These, die Synthese ist die Negation der Negation. Am Beispiel von Staat und Gesellschaft ist diese Methode gut zu veranschaulichen.

Die Antithese zur Klassengesellschaft sei der Staat, dessen Negation, also die Negation der Negation sei die klassenlose Gesellschaft.[15]

[...]


[1] K. Marx „Ökonomisch- philosophische Manuskripte“ MEW Erg.-Bd. 1, Seite 536/ 534

[2] Dieter Nohlen, Lexikon der Politik, C.H. Beck`sche Verlagsbuchhandlung, München, 1995, Band 1, Seite 322

[3] F.A. Brockhaus GmbH, Mannheim und Deutscher Taschenbuchverlag GmbH & CO KG, Lexikon München 1992, Band 11 S.286

[4] F.A. Brockhaus GmbH, Mannheim und Deutscher Taschenbuchverlag GmbH & CO KG, Lexikon München 1992, Band 11 S.286

[5] Predrag Vranicki, Geschichte des Marxismus Band 1, Suhrkamp Verlag Frankfurt, 1972

[6] Ossip K. Flechtheim, Hans- Martin Lohmann, Marx zur Einführung, Junius Verlag GmbH, Hamburg, 1988, S. 151

[7] F.A. Brockhaus GmbH, Mannheim und Deutscher Taschenbuchverlag GmbH & CO KG, Lexikon, München 1992, Band 11 S.287

[8] Microsoft Encarta Enzyklopädie 2000

[9] F.A. Brockhaus GmbH, Mannheim und Deutscher Taschenbuchverlag GmbH & CO KG, Lexikon, München 1992, Band 11 S.286

[10] F.A. Brockhaus GmbH, Mannheim und Deutscher Taschenbuchverlag GmbH & CO KG, Lexikon, München 1992, Band 11 S.286

[11] Dieter Nohlen, Lexikon der Politik, C.H. Beck`sche Verlagsbuchhandlung, München, 1998, Band 2, Seite 69

[12] Max Weber, Wissenschaft als Beruf, Politik als Wissenschaft, Ernst Klett Schulbuchverlag GmbH, Stuttgart 1995, S. 15

[13] Microsoft Encarta Enzyklopädie 2000

[14] Microsoft Encarta Enzyklopädie 2000

[15] Dieter Nohlen, Lexikon der Politik, C.H. Beck`sche Verlagsbuchhandlung, München, 1998, Band 7, Seite 122-123

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Details

Titel
Hatte Karl Heinrich Marx einen Begriff für Kommunismus?
Hochschule
Freie Universität Berlin  (Otto Suhr- Institut)
Veranstaltung
Politik und Gesellschaft im Denken von Karl Marx
Note
2
Autor
Jahr
2001
Seiten
13
Katalognummer
V549
ISBN (eBook)
9783638103756
Dateigröße
385 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Karl Marx, Kommunismus, Kommunismusbegriff
Arbeit zitieren
Joachim Bühler (Autor), 2001, Hatte Karl Heinrich Marx einen Begriff für Kommunismus?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/549

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