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Risikomanagement unter Basel II

Title: Risikomanagement unter Basel II

Term Paper (Advanced seminar) , 2006 , 21 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Bastian Schultz (Author)

Business economics - Banking, Stock Exchanges, Insurance, Accounting
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Im Juni 2004 legte der Baseler Ausschuss für Bankenaufsicht die neuen Eigenkapitalanforderungen vor. Eine Überarbeitung des bisher geltenden Aufsichtsrechts war aufgrund zahlreicher Veränderungen in der Finanzwelt notwendig. So findet in Basel II die Kapitalunterlegung für eingegangene Risiken erstmals risikosensitiv statt und auch operationelle Risiken sind nun direkt mit Eigenkapital zu unterlegen. Das neue Aufsichtsrecht soll weltweiten Standard erreichen und dadurch das Finanzsystem stärken und gegen Zusammenbrüche schützen. Für die Berechnung des nötigen Eigenkapitals für beide Risikogruppen stehen jeweils drei Verfahren steigender Differenzierung zur Verfügung.
Für die Banken sind insbesondere die Einrichtung eines den Anforderungen entsprechenden Ratingsystems für Kreditnehmer sowie die Implementierung eines Risikomanagements für operationelle Risiken große Herausforderungen. Wenn eine Bank diese erfolgreich meistert, lässt sich dadurch das erforderliche Eigenkapital erheblich senken.
Künftig wird sich jeder Kreditnehmer einem umfangreichen Rating zu unterziehen haben, welches einen entscheidenden Einfluss auf die Kreditkonditionen haben kann, schlechte Bonität führt zu höheren Zinsen, wodurch die Subventionierung durch gute Kreditnehmer verhindert wird.
Basel II rückt die Einrichtung eines qualifizierten Risikomanagements auch für Unternehmen stark in den Blickpunkt. Durch Nutzung und Implementierung eines umfangreichen Risikomanagements sind nun, neben den Kosteneinsparungen durch verminderte Risiken, auch erhebliche Einsparungen durch bessere Zinskonditionen möglich.
Auch wenn die Auswirkungen des Akkords auf die Kreditkonditionen zweifellos auftreten werden, ist deren Ausmaß noch immer strittig. Auch in Zukunft wird der Kreditzins aber vor allem vom Refinanzierungszinssatz abhängen, die erhöhten Risikoprämien werden vorerst untergeordnete Bedeutung haben. Um den Ausfall schlechter Kunden nicht durch hohe Zinsen zu beschleunigen, sollte eine Bank versuchen, ihren Kunden durch Beratung die Möglichkeit zu geben, ihr Rating und die finanzielle Situation des Unternehmens zu verbessern. So lässt sich eine nachhaltige, für beide Seiten lohnende Bank-Kunden-Beziehung aufbauen.
Fazit ist, dass die von Basel II geforderten Maßnahmen betriebswirtschaftlich sinnvoll und überfällig sind und dass die Regelungen daher nicht als Gefahr, sondern als Chance zur Modernisierung der veralteten Kreditbepreisungstechniken betrachtet werden sollten.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die wesentlichen Inhalte des zweiten Baseler Akkords

2.1 Erste Säule „Mindestkapitalanforderungen“

2.1.1 Kreditrisiko

2.1.2 Operationelles Risiko

2.1.3 Marktrisiko

2.2 Zweite Säule „Überwachung durch Bankenaufsicht“

2.3 Dritte Säule „Marktdisziplin und Markttransparenz“

3. Bedeutung von Basel II für die Banken

3.1 Etablierung eines neuen Ratingsystems

3.2 Einrichtung eines Risikomanagements für operationelle Risiken

3.3 Mögliche Chancen und Probleme für die Banken bei der Umsetzung des Akkords

4. Vorbereitungen auf Basel II in der Praxis

4.1 Vorgehensweise in der WGZ-Bank

4.1.1 Das 6-Stufen-Konzept

4.1.2 Projekte zur Umsetzung einer modernen Kreditrisikosteuerung

4.2 Basel II in der Föhr-Amrumer-Bank eG

5. Bedeutung von Basel II für die Finanzierung in Unternehmen

6. Kritische Betrachtung der Auswirkungen und Erfolge

6.1 Bedeutung des Risikomanagements

6.2 Auswirkungen von Basel II auf die Kreditkonditionen

6.3 Schutz vor Kreditausfall? – Kritische Betrachtung des Kundenverhältnisses

7. Fazit

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Diese Arbeit analysiert die Auswirkungen des zweiten Baseler Akkords (Basel II) mit einem besonderen Fokus auf die daraus resultierenden Herausforderungen und Chancen für Banken. Die zentrale Forschungsfrage untersucht, wie Kreditinstitute die neuen Anforderungen an das Risikomanagement umsetzen können, um nicht nur aufsichtsrechtliche Vorgaben zu erfüllen, sondern gleichzeitig ihre Ertragssituation durch modernisierte Prozesse und eine risikosensitive Kreditbepreisung nachhaltig zu verbessern.

  • Struktur und Kernpunkte des 3-Säulen-Konzepts von Basel II.
  • Anforderungen an moderne Rating-Systeme und Risikomanagement für operationelle Risiken.
  • Praxisbeispiele für die Implementierung bei Genossenschaftsbanken (WGZ-Bank, Föhr-Amrumer-Bank eG).
  • Auswirkungen der neuen Regulierung auf Kreditkonditionen und das Bank-Kunden-Verhältnis.

Auszug aus dem Buch

3.2. Einrichtung eines Risikomanagements für operationelle Risiken

Obgleich einige Banken bereits über eigene Risikomanagementsysteme verfügen, besteht bei vielen Instituten noch erheblicher Nachholbedarf an deren qualifizierter Implementierung und Nutzung, da aber gerade diese neue Anforderung unter dem Ziel der Kostenminimierung unumgänglich ist, hat sie zentrale Bedeutung für die meisten Banken erlangt.

Zwar könnte eine Bank auf die Einrichtung von Risikomanagementsystemen weitestgehend verzichten und den BIA wählen, dies wäre jedoch mit einer erheblichen finanziellen Mehrbelastung durch hohe Kapitalanforderungen verbunden. Selbst der Standardansatz bietet, obwohl er die Einrichtung eines umfangreichen Risikomanagements voraussetzt, kaum eine Entlastung, kann also nur als Übergangslösung verstanden werden. Um das erforderliche Eigenkapital wirksam zu senken, ist es erforderlich den AMA zu verwenden, welcher aber an die Installation eines modernen, qualifizierten Risikomanagements unter Einbeziehung des obersten Managements und ausreichend Ressourcen zu dessen Umsetzung gebunden ist. In der Ausgestaltung des AMA sind die Banken durch Basel II wenig eingeschränkt worden, um ihnen nicht die unternehmerische Freiheit zu nehmen. Wichtig ist jedoch, dass eine ausreichende Menge interner Daten über früher eingetretene Verluste sowie auch externe Daten anderer Kreditinstitute verwendet werden.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Beschreibt den Kontext steigender Unternehmensinsolvenzen und die Notwendigkeit einer risikosensitiven Kapitalunterlegung, um die Stabilität des Finanzsektors zu sichern.

2. Die wesentlichen Inhalte des zweiten Baseler Akkords: Erläutert das Drei-Säulen-Konzept, bestehend aus Mindestkapitalanforderungen, Bankenaufsicht sowie Marktdisziplin.

3. Bedeutung von Basel II für die Banken: Analysiert den hohen Umstellungsaufwand für Ratingsysteme und das Management operationeller Risiken.

4. Vorbereitungen auf Basel II in der Praxis: Stellt anhand von Praxisbeispielen (WGZ-Bank, Föhr-Amrumer-Bank eG) unterschiedliche Umsetzungsgrade und Strategien dar.

5. Bedeutung von Basel II für die Finanzierung in Unternehmen: Beleuchtet die Auswirkungen auf Nichtbanken und die Notwendigkeit für Unternehmen, sich aktiv auf veränderte Anforderungen einzustellen.

6. Kritische Betrachtung der Auswirkungen und Erfolge: Hinterfragt kritisch die Wirksamkeit der Maßnahmen und das Spannungsfeld zwischen risikogerechter Bepreisung und nachhaltiger Kundenbeziehung.

7. Fazit: Kommt zu dem Schluss, dass Basel II eine Chance zur längst überfälligen Modernisierung der Kreditbepreisung darstellt, sofern die Chancen aktiv genutzt werden.

Schlüsselwörter

Basel II, Risikomanagement, Eigenkapitalanforderungen, Kreditrisiko, Operationelles Risiko, Rating, Kreditkonditionen, Basel Ausschuss, Bankenaufsicht, Finanzsystem, KMU, Risikosensitivität, Unternehmensfinanzierung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Einführung von Basel II und analysiert die daraus resultierenden Anforderungen an das Risikomanagement sowie deren Auswirkungen auf Banken und deren Kunden.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder sind das 3-Säulen-Konzept, die Etablierung moderner Ratingsysteme, das Management operationeller Risiken sowie die Auswirkungen auf Kreditkonditionen im Mittelstand.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es zu untersuchen, ob Basel II für Banken eher eine Gefahr darstellt oder als notwendiger Impuls für eine professionellere und ertragsstärkere Steuerung des Kreditgeschäfts gesehen werden kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine Literaturanalyse zur Darstellung des regulatorischen Rahmens und ergänzt diese durch eine praxisnahe Betrachtung von Umsetzungsprojekten in spezifischen Kreditinstituten.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil deckt die inhaltlichen Säulen von Basel II ab, diskutiert die konkrete Umsetzung bei Banken (wie der WGZ-Bank) und beleuchtet kritisch die Auswirkungen auf Unternehmen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind insbesondere Risikomanagement, Eigenkapitalanforderungen, Kreditrisiko, Rating sowie die Modernisierung von Kreditbepreisungstechniken.

Warum wird das 6-Stufen-Konzept der WGZ-Bank als Beispiel angeführt?

Es dient als praktisches Modell, um den unterschiedlichen Reifegrad von Banken bei der Implementierung moderner Kreditrisikosteuerungs-Systeme aufzuzeigen.

Wie bewertet der Autor die Rolle des Kundenverhältnisses bei Basel II?

Der Autor argumentiert, dass eine engere Zusammenarbeit und Beratung durch die Bank essenziell ist, um Ausfälle zu vermeiden und das Rating von Unternehmen zu verbessern.

Könnte es ein "Basel III" geben?

Der Autor deutet an, dass im Falle mangelnder Erfolge bei der Erreichung der Ziele von Basel II oder bei zu starker Entschärfung der Regeln, eine Weiterentwicklung hin zu "Basel III" absehbar sein könnte.

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Details

Title
Risikomanagement unter Basel II
College
University of Lüneburg  (Institut für Betriebswirtschaftslehre)
Course
Dynamisches Risikomanagement
Grade
1,3
Author
Bastian Schultz (Author)
Publication Year
2006
Pages
21
Catalog Number
V54902
ISBN (eBook)
9783638500012
ISBN (Book)
9783638840903
Language
German
Tags
Risikomanagement Basel Dynamisches Risikomanagement
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Bastian Schultz (Author), 2006, Risikomanagement unter Basel II, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/54902
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