Bewertung langfristiger Fertigungsaufträge nach IAS/IFRS


Seminararbeit, 2003

25 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1 Einleitung

2 Grundlagen internationaler Rechnungslegung für kleine und mittelgroße Unternehmen
2.1 Definition kleiner und mittelgroßer Unternehmen
2.2 Aktuelle Entwicklung der gesetzlichen Grundlagen internationaler Rechnungslegungsvorschriften
2.3 Auswirkungen der Internationalisierung der Rechnungs- legung auf kleine und mittelgroße Unternehmen

3 Gegenüberstellung der Bewertungsvorschriften lang- fristiger Fertigungsaufträge nach HGB und IAS/IFRS
3.1 Abgrenzung langfristiger Fertigungsaufträge
3.2 Sonderprobleme bei der Bewertung langfristiger Fertigungsaufträge
3.3 Langfristige Fertigungsaufträge nach dem HGB
3.3.1 Grundsätze der Bewertung von langfristigen Fertigungsaufträgen nach dem HGB
3.3.2 Completed-Contract-Methode
3.3.2.1 Completed-Contract-Methode bei kumuliertem Gewinn des langfristigen Fertigungsauftrags
3.3.2.2 Completed-Contract-Methode bei kumuliertem Verlust des langfristigen Fertigungsauftrags
3.4 Langfristige Fertigungsaufträge nach den IAS/IFRS
3.4.1 Grundsätze der Bewertung von langfristigen Fertigungsaufträgen nach den IAS/IFRS
3.4.2 Percentage-of-Completion-Methode
3.4.2.1 Percentage-of-Completion-Methode bei kumuliertem Gewinn des langfristigen Fertigungsauftrags
3.4.2.2 Bilanzierung nach IAS/IFRS bei kumuliertem Verlust des langfristigen Fertigungsauftrags
3.5 Anwendung und Vergleich der Bewertungsmethoden bezüglich kleiner und mittelgroßer Unternehmen

4 Zusammenfassung

Literaturverzeichnis

Verzeichnis verwendeter Gesetze, Richtlinien und Parlamentaria

Abbildungsverzeichnis

Abb. 1 typischer Erfolgsverlauf der Completed-Contract- Methode bei kumuliertem Gewinn des langfristigen Fertigungsauftrags

Abb. 2 typischer Erfolgsverlauf der Completed-Contract- Methode bei Verlust des Fertigungsauftrags

Abb. 3 idealtypischer Erfolgsverlauf der Percentage-of- Completion- Methode bei kumuliertem Gewinn des Fertigungsauftrags

Abb. 4 typischer Erfolgsverlauf bei Bilanzierung nach IAS 11 und kumuliertem Verlust des langfristigen Fertigungsauftrags

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Einleitung

Ab 2005 besteht in Deutschland voraussichtlich ein Wahlrecht zur Anwendung der International Accounting Standards/International Financial Reporting Standards (im folgenden IAS/IFRS) bezüglich der Erstellung des Einzelabschlusses aller Unternehmen und des Konzernabschlusses der nicht kapitalmarktorientierten Unternehmen. Damit stehen auch kleine und mittelgroße Unternehmen vor dem Problem, ob dieses Wahlrecht ausgeübt werden soll.

Im Grundlagenteil dieser Arbeit werden zunächst kleine und mittelgroße Unternehmen abgegrenzt sowie die aktuelle Ent- wicklung der internationalen Rechnungslegung und die Aus- wirkungen der Internationalisierung der Rechnungslegung mit allgemeinen Vor- und Nachteilen für kleine und mittelgroße Unternehmen erläutert.

Um die grundsätzlichen Unterschiede der Ansatz- und Bewertungs- vorschriften nach HGB und nach IAS/IFRS darzustellen, wurde vom Verfasser aus der Vielzahl der Möglichkeiten die Bewertung von langfristigen Fertigungsaufträgen gewählt. Als HBG-konforme Bewertungsmethode wird die Completed-Contract-Methode aus- führlich erläutert. Der IASB (International Accounting Standards Board) hat die Bewertung von Fertigungsaufträgen im IAS 11 geregelt. Danach ist die Percentage-of-Completion-Methode anzu- wenden, die ebenfalls ausführlich beschrieben wird. Dabei werden Situationen, in denen der langfristige Fertigungsauftrag mit Gewinn abgeschlossen wird von solchen unterschieden, in denen über alle Perioden des Fertigungauftrags ein negatives Ergebnis erzielt wird.

Es schließt sich ein Vergleich beider Methoden in bezug auf kleine und mittelgroße Unternehmen an. Die wesentlichen Unterschiede sowie Vor- und Nachteile beider Methoden werden dargestellt. Dabei wird an einem einfachen Beispiel untersucht, ob die Anwendung der IAS/IFRS für kleine und mittelgroße Unternehmen, die langfristige Fertigungsaufträge ausführen, sinnvoll sein kann.

2 Grundlagen internationaler Rechnungslegung für kleine und mittelgroße Unternehmen

2.1 Definition kleiner und mittelgroßer Unternehmen

Die Abgrenzung der kleinen und mittelgroßen Unternehmen lehnt sich in dieser Arbeit an die gesetzliche Definition der Größenklassen für Kapitalgesellschaften an.

Demnach sind kleine und mittelgroße Unternehmen solche, die mindestens zwei der drei folgenden Merkmale nicht überschreiten:

13.750.000 € Bilanzsumme (nach Abzug eines aktiven Fehlbetrages)

27.500.000 € Umsatzerlöse pro Jahr

250 Arbeitnehmer im Jahresdurchschnitt

Alle Unternehmen, die mindestens zwei der drei vorgenannten Merkmale überschreiten, gelten als große Unternehmen.1

2.2 Aktuelle Entwicklung der gesetzlichen Grundlagen internationaler Rechnungslegungsvorschriften

Der Anteil der deutschen Unternehmen, die nach den IAS/IFRS bilanzieren, hat in den letzten Jahren vor dem Hintergrund einer zunehmenden Globalisierung des Wettbewerbs und einer damit verbundenen Inanspruchnahme der internationalen Kapitalmärkte stetig zugenommen. Mittlerweile hat diese Entwicklung auch die kleinen und mittelgroßen Betriebe erreicht.

Gegenwärtig brauchen deutsche Unternehmen einen Konzernabschluss nach HGB nicht aufzustellen, sofern sie kapitalmarktorientiert sind und einen befreienden Konzernabschluss nach international anerkannten Rechnungslegungsvorschriften erstellen. Diese Regelung läuft am 31.12.2004 aus.2

Die am 19.07.2002 erlassene EG-Verordnung Nr.1606/2002 schreibt für die konsolidierten Abschlüsse von kapitalmarktorientierten Unternehmen für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 01.01.2005 beginnen, die Anwendung der IAS/IFRS verbindlich vor.3 Hinsicht- lich der konsolidierten Abschlüsse von nicht-kapitalmarktorientierten Unternehmen und der Einzelabschlüsse aller Gesellschaften besteht für die Mitgliedsstaaten hingegen die Möglichkeit, die Anwendung der IAS/IFRS zu gestatten oder vorzuschreiben.4 Dies bedeutet auch, dass die Anwendung der IAS/IFRS für die konsolidierten Abschlüsse nicht kapitalmarktorientierter Unternehmen und für die Einzelabschlüsse aller Unternehmen verboten ist, wenn von der Möglichkeit der Gestattung bzw. der Vorschrift durch die jeweilige nationale Gesetzgebung kein Gebrauch gemacht wird.5

Das in Deutschland zuständige Bundesministerium für Justiz hat im 10-Punkte-Programm zum Anlegerschutz und zur Unternehmens- integrität unter Punkt 4 klargestellt, dass sowohl für den Konzernabschluss der nicht-kapitalmarktorientierten Unternehmen als auch für den Einzelabschluss aller Unternehmen die Einführung eines Wahlrechts bevorzugt wird. Für den Einzelabschluss ist die Anwendung der IAS/IFRS jedoch auf Informationszwecke zu begrenzen, da der nach HGB aufzustellende Einzelabschluss, der insbesondere dem Gläubigerschutz, der Ausschüttungsbemessung und der Besteuerung dient, erhalten bleiben soll.6

Für kleine und mittelgroße Unternehmen gelten grundsätzlich die gleichen IAS/IFRS-Rechnungslegungsvorschriften wie für Großunternehmen. Lediglich für nicht börsennotierte Unternehmen entfällt die Pflicht zur Segmentberichterstattung, zur Veröffentlichung des Ergebnisses pro Aktie und zur Zwischenberichterstattung.7

2.3 Auswirkungen der Internationalisierung der Rechnungs- legung auf kleine und mittelgroße Unternehmen

Aufgrund der vorgenannten Entwicklungen sind kleine und mittel- große Unternehmen derzeit angehalten, eine konkrete unter- nehmensindividuelle Analyse des Nutzens und der Kosten zu erstellen, um die richtige Entscheidung für oder gegen eine Umstellung zu treffen.

Zur Bewertung des Nutzens für das einzelne Unternehmen ist es erforderlich, die eigene spezifische internationale Orientierung zu betrachten. Dabei ist davon auszugehen, dass der Nutzen der Einführung eines Abschlusses nach IAS/IFRS umso größer ist, je stärker ein Unternehmen international orientiert ist. Ausländische Geschäftspartner sind von der eigenen Solidität zu überzeugen; hierbei sind Abschlüsse nach internationalen Vorschriften besser geeignet als ein HGB-Jahresabschluss.

Nutzen könnte sich auch aus der Senkung der Fremdkapitalkosten ergeben. Da Banken die Kreditwürdigkeit eines Unternehmens zu- nehmend auf internationaler Ebene bewerten, benötigen sie Jahres- abschlüsse, die international vergleichbar sind. Liegen solche Ab- schlüsse nicht vor, ergibt sich tendenziell ein schlechteres Rating für das Unternehmen und damit aufgrund der bald geltenden Solvabili- tätsvorschriften nach Basel II auch höhere Fremdkapitalkosten.8

Ein Jahresabschluss nach IAS/IFRS könnte kleinen und mittelgroßen Unternehmen den Zugang zu alternativen Finanzierungsquellen er- leichtern, da potenzielle ausländische Fremd- bzw. Eigenkapital- geber einen Abschluss nach internationalem Standard verlangen.9

Hauptargument gegen die Einführung der IAS/IFRS ist die erhebliche Kostenbelastung. Diese Kosten entstehen einerseits durch den einmaligen Umstellungsaufwand, andererseits aber auch durch laufende Belastungen wie deutlich umfangreichere Geschäfts- berichte, permanente Änderungen der IAS/IFRS, Kosten für die Weiterbildung der Mitarbeiter des Rechnungswesen, zusätzliche Kosten für den Einsatz von Spezialisten und Beratern sowie den kontinuierlichen Mehraufwand wegen der parallelen Erstellung von IAS- und HGB-Abschlüssen. Für kleine und mittelgroße Unter- nehmen wirken sich diese Kosten überproportional aus, da hier die Ressourcen im Rechungswesen i.d.R. begrenzt sind und der Anteil der o.g. Kosten pro Umsatzeinheit umso höher sein wird, je kleiner das Unternehmen ist.

3 Gegenüberstellung der Bewertungsvorschriften langfristiger Fertigungsaufträge nach HGB und IAS/IFRS

3.1 Abgrenzung langfristiger Fertigungsaufträge

Langfristige Fertigungsaufträge kommen vorwiegend in der Bau- wirtschaft und im Anlagenbau vor, nicht hingegen in der industriellen Massen- und Großserienfertigung. Der Bau von Kraftwerken, Schiffen, Flugzeugen, große Hoch- und Tiefbauprojekte wie Brücken, Staudämme oder Autobahnen dauert i.d.R. mehrere Jahre. Auch damit zusammenhängende Dienstleistungen, wie beispielsweise Architektenleistungen, fallen unter den Begriff der langfristigen Fertigungsaufträge. Gemeinsam ist den genannten Projekten, dass sie sich über mehrere Geschäftsjahre des Herstellers bzw.

[...]


1 Vgl. HGB § 267, Abs. 1-3

2 Vgl. HGB § 292a

3 Vgl. Amtsblatt der EG vom 11.09.2002 S.L243/3 Artikel 4

4 Vgl. Amtsblatt der EG vom 11.09.2002 S.L243/3 Artikel 5

5 Vgl. Buchholz, Internationale Rechnungslegung 2003, S.13

6 Vgl. Pressemitteilung des BM der Justiz Nr. 10/03 vom 25.02.2003

7 Vgl. Baetge/Beermann „Die Neubewertung ... nach IAS“ in: StuB 1999, S.341

8 Vgl. Born, Rechnungslegung international 2003, S. XXIX

9 Vgl. Kremin-Buch, Internationale Rechnungslegung 2001, S.1-3

Ende der Leseprobe aus 25 Seiten

Details

Titel
Bewertung langfristiger Fertigungsaufträge nach IAS/IFRS
Hochschule
FernUniversität Hagen
Note
2,0
Autor
Jahr
2003
Seiten
25
Katalognummer
V54912
ISBN (eBook)
9783638500098
ISBN (Buch)
9783638663618
Dateigröße
429 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Bewertung, Fertigungsaufträge, IAS/IFRS
Arbeit zitieren
Thomas Gipp (Autor), 2003, Bewertung langfristiger Fertigungsaufträge nach IAS/IFRS, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/54912

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