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Geschlechtsspezifische Erziehung in der frühen Neuzeit

Title: Geschlechtsspezifische Erziehung in der frühen Neuzeit

Seminar Paper , 2005 , 15 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Anissa Heinrichs (Author)

History of Europe - Middle Ages, Early Modern Age
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Die Sozialenstrukturen und den Umgang mit anderen erlernt der Mensch in seiner Kindheit. Die Erziehung ist jedoch von Familie zu Familie und von Stand zu Stand unterschiedlich. Aber es gibt auch Unterschiede zwischen den Geschlechtern.
Kinder werden auf ihr Leben in der Erwachsenenwelt vorbereitet. Sie sollen alle Fertigkeiten erlernen, die man später in der Gesellschaft und im Beruf benötigt. Das gilt für damals ebenso wie für heute. Auch heute werden Kinder von den Eltern auf die Welt vorbereitet. Während im Mittelalter Erziehung und Bildung dem Adel und dem Klerus vorbehalten war, kamen in der Renaissance neben den kirchlichen Schulen sogenannte „Bürgerschulen“ auf. Nach dem Dreißigjährigen Krieg fordert Johann Amos Comenius in seiner Abhandlung „Didactica Magna“ von 1632 Allgemeinbildung für alle, unabhängig der Herkunft oder des Geschlechts. Später in der Aufklärung wird die Kindheit zum ersten Mal als ein wichtiger Lebensabschnitt begriffen.
In der frühen Neuzeit, hier ein festgelegter Zeitraum vom 16. bis zum 18. Jahrhundert, waren die Geschlechterrollen klar definiert.
Der Mann ist das Oberhaupt der Familie und der Ernährer. Er repräsentiert die Familie nach außen. Die Frau hingegen ist abhängig von ihrem Mann, der sie ernährt und beschützt. Sie hütet die Kinder und kümmert sich um den Haushalt. Ihre sozialen Kontakte gehen mehr nach innen in die Familie.
In meiner Arbeit möchte ich mich vor allem mit der Erziehung und Bildung der Frau beschäftigen. Wieso unterscheidet sich die Erziehung der Mädchen von der der Jungen? Wie sah es mit der Bildung aus? Gab es auch eine gemeinsame Erziehung der Geschlechter? Zu Beantwortung dieser Fragen habe ich hauptsächlich Literatur aus der Pädagogik mit dem Schwerpunkt Frauenbildung benutzt. Um das Thema weiter einzugrenzen, konzentriere ich mich nur auf die höheren Stände wie Bürgertum und Adel.
Im ersten Abschnitt werde ich auf das Leben der Frau in der frühen Neuzeit eingehen, um einen Überblick zu schaffen und auf die Frage einzugehen, warum die Mädchenerziehung anders ist und worauf das zurückzuführen ist.
Dann möchte ich einen Blick in die Erziehung und Bildung werfen, um schließlich auf die Unterschiede und Gemeinsamkeiten von Mädchen- und Jungenerziehung zu kommen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. „Er ist die Sonn`, sie ist der Mond“

2.1 Die Frau als Opfer oder Partner?

3. Bildung und Erziehung

3.1 Ein berühmtes Beispiel

3.2 Resümee

4. Schlussbetrachtungen

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die geschlechtsspezifischen Unterschiede in der Erziehung und Bildung während der frühen Neuzeit (16. bis 18. Jahrhundert) im Kontext des Bürgertums und Adels. Ziel ist es, aufzuzeigen, wie gesellschaftliche Rollenbilder – geprägt durch die Vormundschaft des Mannes und die häusliche Bestimmung der Frau – die Bildungswege von Mädchen und Jungen divergierten und welche sozialen Erwartungen diese Diskrepanz begründeten.

  • Soziale Struktur und Geschlechterrollen in der frühen Neuzeit
  • Historische Einordnung der Bildungskonzepte für Jungen und Mädchen
  • Einfluss von pädagogischen Strömungen und religiösen Vorstellungen auf die Frauenbildung
  • Fallbeispiel: Erziehung und Bildungsbiografie von Cornelia Goethe
  • Vergleichende Analyse der Erziehungspraxis und deren langfristige gesellschaftliche Auswirkungen

Auszug aus dem Buch

3. Bildung und Erziehung

Die Anfänge der Frauenbildung im Mittelalter waren geprägt von der Kirche. Es wurde Sitte, dass Töchter der vornehmen Familien im Kloster erzogen wurden. Dort wurden Bildungsinhalte wie das Lesen und Schreiben aber auch Handarbeit und sogar Astronomie gelehrt. Die geistige Kultur der Frauen wurde zu dieser Zeit rege gefördert. Dadurch waren die Anfänge einer gelehrten Bildung bei Frauen eher zu finden als bei Männern.

Die Erziehung der Jungen im Adel richtete sich eher auf die Eigenschaften eines guten Ritters, der reiten konnte und kämpfen. Vor allem der Umgang mit Waffen war wichtig. Natürlich war es von Vorteil, wenn der Ritter eine gewisse Kenntnis von Dichtungen hatte, um bei den Frauen Eindruck zu machen. Die meisten Adligen konnten jedoch gar nicht oder nur ungenügend Lesen.

Bis etwa 1350 gab es keinen großen Unterschied in bürgerlichen Familien bei der Erziehung und Bildung der Kinder. Doch das sollte sich ändern. Bürgersöhne besuchten zunehmend Universitäten. Dies war äußerst kostspielig, und man war der Meinung, dass sich so ein Aufwand für eine Frau nicht lohnen würde, da sie ja bald heiraten würde. Außerdem waren die „lockeren Sitten der Studenten“ nichts für vornehme Töchter.

Die jungen Männer konnten sich in dieser Zeit dort austoben und Wissen sammeln.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung skizziert den zeitlichen Rahmen der Arbeit und stellt die grundlegende Forschungsfrage nach den Unterschieden in der Erziehung von Mädchen und Jungen in der frühen Neuzeit.

2. „Er ist die Sonn`, sie ist der Mond“: Dieses Kapitel untersucht die damaligen Geschlechterrollen, in denen der Mann als Versorger und die Frau als abhängige Partnerin definiert wurde, und beleuchtet deren Auswirkungen auf den Lebensalltag.

2.1 Die Frau als Opfer oder Partner?: Hier wird kritisch hinterfragt, ob die Rollenverteilung in der frühen Neuzeit einseitig negativ oder als komplementäre Partnerschaft zu bewerten ist.

3. Bildung und Erziehung: Das Kapitel analysiert den Wandel der Bildungsangebote und zeigt auf, warum Mädchen oft nur eine auf den Haushalt ausgerichtete Grundbildung erhielten.

3.1 Ein berühmtes Beispiel: Am Beispiel von Cornelia und Johann Wolfgang von Goethe wird die Diskrepanz zwischen der Förderung des Sohnes und der eingeschränkten Bildungsentfaltung der Tochter veranschaulicht.

3.2 Resümee: Das Resümee fasst die Erkenntnisse über die Väter-Tochter-Bildungsbeziehungen zusammen und konstatiert die geistige Unterforderung vieler gebildeter Frauen dieser Zeit.

4. Schlussbetrachtungen: Die Schlussbetrachtung reflektiert die historischen Ergebnisse und zieht Parallelen zu heutigen, weiterhin bestehenden gesellschaftlichen Erwartungsmustern.

Schlüsselwörter

Frühe Neuzeit, Geschlechterrollen, Frauenbildung, Mädchenerziehung, Pädagogik, Bürgertum, Adel, Rollenverteilung, Bildungsbiografie, Didactica Magna, Aufklärung, Soziale Normen, Ehefrau, Haushaltsführung, Johann Amos Comenius.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Hausarbeit befasst sich mit der Untersuchung der geschlechtsspezifischen Unterschiede in der Erziehung und Bildung von Kindern in der frühen Neuzeit (16. bis 18. Jahrhundert) unter besonderer Berücksichtigung der höheren Stände.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die historische Entwicklung der Geschlechterrollen, der Zugang zu Bildung, die Rolle der Religion und die gesellschaftlichen Erwartungen an Frauen und Männer innerhalb des Familiengefüges.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie und warum die Erziehung von Mädchen und Jungen unterschiedlich gestaltet wurde und welche sozialen Mechanismen – etwa die Vorbereitung auf die Ehe – diese Unterschiede legitimierten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine literaturgestützte historische Analyse, die vor allem auf pädagogischer Fachliteratur und historischen Quellen zum Frauenbild basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen, die Bildungsgeschichte (von der klösterlichen Erziehung bis zur Aufklärung) und die Bedeutung der Wissensvermittlung als Mittel zum Zweck untersucht.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die zentralen Schlagworte sind Geschlechterrollen, Frauenbildung, Aufklärung, soziale Normen, frühe Neuzeit und Bildungsbiografie.

Welche Rolle spielte das Beispiel Cornelia Goethe?

Cornelia Goethe dient als anschauliches Beispiel, um zu verdeutlichen, dass auch eine hochwertige Bildung für Frauen in der Praxis oft an den gesellschaftlichen Zwängen und dem fehlenden beruflichen Anschluss scheiterte.

Wie unterscheidet sich die Erziehung in der frühen Neuzeit von heute?

Während die Erziehung in der frühen Neuzeit auf die Einhaltung starrer Rollenbilder und den Erhalt der Haus- und Familiengemeinschaft zielte, steht heute die individuelle Selbstfindung und Gleichberechtigung im Vordergrund.

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Details

Title
Geschlechtsspezifische Erziehung in der frühen Neuzeit
College
Christian-Albrechts-University of Kiel
Course
Proseminar : Kindheit in der frühen Neuzeit
Grade
1,7
Author
Anissa Heinrichs (Author)
Publication Year
2005
Pages
15
Catalog Number
V54913
ISBN (eBook)
9783638500104
ISBN (Book)
9783656775317
Language
German
Tags
Geschlechtsspezifische Erziehung Neuzeit Proseminar Kindheit Neuzeit
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anissa Heinrichs (Author), 2005, Geschlechtsspezifische Erziehung in der frühen Neuzeit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/54913
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