Dieser Artikel setzt sich mit dem Unterrichtskonzept des „Handlungs- und produktionsorientiertem Literaturunterrichts“ auseinander. Neben der Theorie wird das Konzept auch als eine mögliche Umsetzung im Literaturunterricht dargestellt. Dafür wurde ein deutschsprachiges Werk des türkischen Schriftstellers Feridun Zaimoĝlu ausgesucht. Seinem Werk „Koppstoff. Kanaka Sprak vom Rande der Gesellschaft“ sind mehrere Themen für den Literaturunterricht zu entnehmen, die auch schülerrelevante Aspekte darstellen, wie die Interkulturalität, der Fremdheits-, Identitäts- und Heimatsbegriff, der Generationskonflikt, die Traditionen, die Religionen und der sprachliche Aspekt.
Mit der Auswahl des Buches für den Literaturunterricht sind bestimmte Ziele beabsichtigt. Zum Einen sollen deutsche Schüler durch diese Literatur mehr über die türkische Kultur erfahren und zum Anderen sollen türkische Kinder der 3. und 4. Generation ihre Problematik in Büchern wiederfinden und somit auch Interesse am Lesen finden. Dabei werden die Schüler dazu aufgefordert, sich mit dieser Problematik zu befassen und sich in Kritik, Analyse und dem Vergleich auseinander zu setzen.
Thematisch ist diese Arbeit so gegliedert, dass ich einen kurzen Einblick in die Unterrichtseinheit gebe. Daraufhin folgt eine Sachanalyse, in die der Inhalt von „Koppstoff“ und einige Protokolle zusammengefasst wurden. Außerdem wird die genaue Definition des handlungs- und produktionsorientiertem Literaturunterrichts, die in dieser Unterrichtseinheit eine wichtige Rolle spielt, erläutert. Anschließend wird eine didaktische Analyse gegeben, die näheres über den Rahmenplan beschreibt und die Lernziele der Unterrichtseinheit bekannt gibt. Hinzu kommt eine ausführliche Begründung der Themen- und Methodenwahl. Abschließend werden einzelne Stationen der Unterrichtseinheit näher erläutert.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1. Planung und Analyse einer Unterrichtseinheit im Deutschunterricht
1.1 Die Unterrichtseinheit
1.2 Gliederung der Unterrichtseinheit
1.3 Unterrichtsvoraussetzungen
2. Sachanalyse
2.1 Inhalt
2.1.1 Hatice, Jurastudentin
2.1.2 Banu, Barfrau
2.1.3 Caĝil, Studentin
2.2 Handlungs- und produktionsorientierter Literaturunterricht
2.3 Das personal- kreative Schreiben
3. Didaktische Analyse
3.1 Bezug zum Rahmenplan
3.2 Themenbegründung
3.3 Lernziele
3.3.1 Grobziel
3.3.2 Feinziele
3.4 Methodenbegründung
4. Medien/ Methodische Möglichkeiten
4.1 Einführungsstunde
4.2 Erarbeitungsstunden- Das Stationslernen
4.3 Ergebnis- Abschluss der Unterrichtseinheit
5. Resümee
6. Anmerkung
7. Literaturangaben
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, ein Unterrichtskonzept für den handlungs- und produktionsorientierten Literaturunterricht zu entwickeln, das Schüler für die Themen Identität, Interkulturalität und Fremdheitserfahrungen sensibilisiert. Die zentrale Forschungsfrage untersucht, wie das Werk „Koppstoff“ von Feridun Zaimoĝlu als Grundlage dienen kann, um sowohl deutsche als auch türkischstämmige Jugendliche zur aktiven Auseinandersetzung mit Literatur und den damit verbundenen gesellschaftlichen Herausforderungen zu motivieren.
- Analyse des handlungs- und produktionsorientierten Literaturunterrichts
- Einsatz von Feridun Zaimoĝlus „Koppstoff“ im Unterricht
- Förderung interkulturellen Lernens und Verständnis für den Fremdheitsbegriff
- Anwendung methodischer Formate wie Stationslernen und personal-kreatives Schreiben
- Motivation zur Auseinandersetzung mit Identitätsfragen und soziokulturellen Themen
Auszug aus dem Buch
2.2 Handlungs- und produktionsorientierter Literaturunterricht
Das Umdenken in der Wahl der Methode für den Literaturunterricht war bestimmt durch die Erkenntnis, dass ein ausschließlich kognitiv- analytischer Umgang mit Literatur, wie er im herkömmlichen interpretierenden Umgang praktiziert wurde, nicht allen Lern- und Begabungstypen gerecht werden kann. Der ausschließlich reflexiv analytische Umgang mit Literatur wird nun ergänzt und oft auch ersetzt durch handlungs- und produktionsorientierte Verfahren.
Der Doppelbegriff „handlungs- und produktionsorientiert“ akzentuiert zwei Grundformen eines aktiv- produktiven Tuns der Schüler im Unterricht: Einerseits den vielfältigen, durch praktisches Handeln und den aktiven Gebrauch der Sinne bestimmten Umgang mit gegebenen Texten und andererseits das produktive Erzeugen von neuen Texten bzw. Textteilen und Textvarianten. Mit dem Begriff „handlungsorientiert“ ist dementsprechend der Aspekt des bildlich- illustrativen, musikalischen, darstellenden und spielenden Reagierens auf Texte bezeichnet; der Begriff „produktionsorientiert“ meint dagegen die stärker das kognitive Vermögen beanspruchende Erzeugung von neuen Texten. Die Möglichkeiten mit Texten umzugehen, sich einzumischen, auf sie zu antworten, mit ihnen Erfahrungen zu machen, sind vielfältig. Der Phantasie sind dabei keine Grenzen gesetzt.
Diese handlungs- und produktionsorientierte Verfahren sind vor allem in der Grundschule wichtig, wo rein analytische Vorgehensweisen nicht dem geistig seelischen Entwicklungsstand entsprechen, aber auch dort, wo die dafür notwendige analytische Begabung nicht vorhanden ist. Das gilt für alle Schularten, vor allem dann, wenn die Schüler eine vorherrschend künstlerische Begabung oder stark emotional geprägte Weltsicht haben.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Die Einleitung beleuchtet das Problem des sekundären Analphabetismus und den Mangel an Motivation zum Lesen, wobei das Potenzial des handlungs- und produktionsorientierten Literaturunterrichts als Lösungsansatz hervorgehoben wird.
1. Planung und Analyse einer Unterrichtseinheit im Deutschunterricht: Dieses Kapitel erläutert die fachdidaktischen Anforderungen für den Deutschunterricht in der Sekundarstufe 1, inklusive der Gliederung und Voraussetzungen einer geplanten Unterrichtseinheit.
2. Sachanalyse: Hier werden die inhaltlichen Grundlagen zu Zaimoĝlus „Koppstoff“ gelegt, die Bedeutung der „Kanaka Sprak“ analysiert sowie theoretische Ansätze zum handlungs- und produktionsorientierten Literaturunterricht und zum personal-kreativen Schreiben dargelegt.
3. Didaktische Analyse: Dieses Kapitel verknüpft die Themenwahl mit den Vorgaben des Rahmenplans, begründet die didaktischen Ziele und die Wahl der methodischen Herangehensweise zur Förderung interkultureller Kompetenzen.
4. Medien/ Methodische Möglichkeiten: Der praktische Teil beschreibt die konkrete Ausgestaltung der Unterrichtseinheit, insbesondere die Einführungsstunde sowie die Umsetzung durch Stationenlernen mit verschiedenen inhaltlichen Schwerpunkten.
5. Resümee: Das Resümee reflektiert die geplante Unterrichtseinheit und unterstreicht die Wirksamkeit der methodischen Abwechslung und der kreativen Arbeit für die Motivation und Selbsttätigkeit der Schüler.
Schlüsselwörter
Handlungs- und produktionsorientierter Literaturunterricht, Feridun Zaimoĝlu, Koppstoff, Kanaka Sprak, Interkulturelles Lernen, Fremdheit, Identität, Migrantenliteratur, Stationslernen, Personales Schreiben, Deutschunterricht, Sekundarstufe 1, Motivation, Kreativität, Sprachwechsel.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Planung einer Unterrichtseinheit für das Fach Deutsch in der zehnten Klasse, die das Werk „Koppstoff“ von Feridun Zaimoĝlu nutzt, um mittels handlungs- und produktionsorientierter Methoden relevante gesellschaftliche Themen zu behandeln.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zu den zentralen Themen gehören die Identitäts- und Heimatsfindung von Jugendlichen, die interkulturelle Kommunikation, der Umgang mit Fremdheitserfahrungen sowie die soziolinguistische Bedeutung der „Kanaka Sprak“.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, ein motivierendes Unterrichtskonzept zu entwickeln, das Schülern durch kreative und handlungsorientierte Zugänge den Zugang zu Literatur erleichtert und ihre Auseinandersetzung mit multikulturellen Lebensrealitäten fördert.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine fachdidaktische Analyse, die theoretische Konzepte des handlungs- und produktionsorientierten Unterrichts mit einer konkreten Planung von Unterrichtsphasen und -stationen verbindet.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine Sachanalyse des literarischen Werkes und der Lehrmethoden, eine didaktische Begründung der Unterrichtsvorhaben sowie eine detaillierte Ausarbeitung der Unterrichtseinheit inklusive Stationslernen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie „Handlungs- und produktionsorientierter Literaturunterricht“, „Kanaka Sprak“, „Interkulturalität“ und „Identitätswechsel“ bestimmt.
Welche Rolle spielt die „Kanaka Sprak“ in der Unterrichtsplanung?
Die „Kanaka Sprak“ dient als sprachliches und kulturelles Untersuchungsobjekt, an dem Schüler die Mischung von Codes, den Einfluss von Straßenslang und die Identitätskonstruktion der zweiten und dritten Einwanderergeneration analysieren können.
Warum wird Stationslernen als Methode für „Koppstoff“ vorgeschlagen?
Das Stationslernen bietet den Schülern die notwendige Offenheit, um sich individuell oder in Kleingruppen intensiv mit verschiedenen Aspekten des Buches auseinanderzusetzen, was die aktive Mitarbeit fördert und den „Akkordarbeitsplatz“ klassischer Frontalstunden aufbricht.
- Quote paper
- Nuran Aksoy (Author), 2003, Feridun Zaimoglus 'Koppstoff. Kanaka Sprak vom Rande der Gesellschaft' als mögliche Unterrichtsbehandlung im handlungs- und produktionsorientierten Literaturunterricht, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/54956