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Journalismus aus Sicht der Cultural Studies und der Systemtheorie

Title: Journalismus aus Sicht der Cultural Studies und der Systemtheorie

Seminar Paper , 2005 , 18 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Susanne Schlink (Author)

Communications - Journalism, Journalism Professions
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Innerhalb der letzten Jahrzehnte hat der Journalismus einen Wandel erfahren. Vor allem mit dem Aufkommen der privaten Fernsehanstalten Mitte der 1980er Jahre hat das deutsche Medienpublikum eine Fülle an Unterhaltungsprogrammen erhalten. Der Journalismus, nun zunehmend auf wirtschaftliche Interessen bedacht, hat sich mehr und mehr auf Unterhaltung spezialisiert, zu Lasten des an Fakten orientierten Informationsjournalismus.
„Entpolitisierung“, „Personalisierung“, „Boulevardisierung“, ja, sogar „Schreinemakerisierung“ lauten die – meist negativ belasteten – Begriffe, die den heutigen populären Journalismus charakterisieren.
Diese Tendenz ist auch durch das Aufkommen neuer Formate und Genres zwischen Faktizität und Fiktionalität, die insbesondere die aktuellen Fernsehangebote prägen, zu beobachten. Reality-TV, politische Talk-Shows und Doku-Dramen bieten Information und Unterhaltung zugleich. „Journalismus ist nicht mehr über seine Informationsfunktion und über die Erfüllung einer öffentlichen, am Gemeinwohl ausgerichteten Aufgabe definierbar, sondern dient zunehmend der Unterhaltung und befriedigt ökonomische Interessen“.
Um diese Entwicklung angemessen erfassen zu können, wird der Ruf nach einer veränderten Journalismusforschung laut. Innerhalb der Diskussion in der Deutschen Kommunikationswissenschaft, haben sich zwei Konzepte herauskristallisiert: Der Cultural Studies Approach einerseits und die Systemtheorie auf der anderen Seite. Die Hauptvertreter im deutschen Raum sind Rudi Renger, Elisabeth Klaus und Margreth Lünenborg, sowie Armin Scholl und Siegfried Weischenberg.
In der vorliegenden Arbeit soll nun der jeweilige Journalismusbegriff der beiden theoretischen Ansatzpunkte herausgearbeitet und gegenübergestellt werden. Ferner werden grundlegende Eigenschaften der beiden Forschungsdisziplinen erklärt und ihr erhoffter Ertrag für die Journalismusforschung erläutert.
Da es kein einheitliches Konzept von Cultural Studies bzw. nicht die Systemtheorie gibt, beschränken sich die folgenden Ausarbeitungen auf die Literatur der oben genannten Vertreter.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Informations- vs. Populärer Journalismus

2 Journalismusforschung heute

2.1 Aktueller Trend

2.1.1 Die Kritik an der momentanen Journalismusforschung

2.2 Was sind Cultural Studies?

2.2.1 Wissenschaftstheoretisches Verständnis

2.2.2 Kulturbegriff

2.2.3 Machtbegriff

2.2.4 Theorien

2.3 Die Systemtheorie

3 Journalismusforschung im Rahmen der Cultural Studies und der Systemtheorie

3.1 Definition

3.2 Gegenstand

3.3 Macht

3.4 Kultur

3.5 Leistung des Journalismus

3.6 Rezipientenrolle

3.7 Empirische Studien

4 Schlusswort

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den Wandel des Journalismus hin zu populäreren Formaten und analysiert, wie zwei unterschiedliche theoretische Konzepte – die Cultural Studies und die Systemtheorie – diesen Prozess und den Journalismusbegriff erfassen und bewerten. Das Ziel ist es, die jeweiligen Perspektiven auf Journalismus gegenüberzustellen und ihren Erkenntniswert für die moderne Journalismusforschung zu diskutieren.

  • Wandel des Journalismusbegriffs durch ökonomische Interessen und Unterhaltung.
  • Grundlagen und theoretische Ansätze der Cultural Studies.
  • Grundlagen und autopoietische Konzepte der Systemtheorie.
  • Vergleichende Analyse von Macht, Kultur und Leistung des Journalismus.
  • Rolle der Rezipienten in beiden Theorierahmen.

Auszug aus dem Buch

2.3 Die Systemtheorie

Die neuere Systemtheorie geht auf Niklas Luhmann zurück. Es wird von einem System ausgegangen, welches aus verschiedenen Elementen besteht, die gegenseitig Bezug aufeinander nehmen, also selbstreferenziell sind. Alles, was nicht zum System gehört, wird Umwelt genannt. Ferner gliedert sich die Gesellschaft in mehrere soziale Systeme. Diese sind im Sinne Luhmanns (1996) operativ geschlossen, aber material-energetisch umweltoffen. Das bedeutet, dass ein System mit seiner Unwelt in Beziehung steht, alles, was in das System hineinkommt, wird jedoch sofort systemintern nach dessen Regeln verarbeitet oder eben ignoriert.

Zu Beginn der 1980er Jahre erfuhr die Systemtheorie eine autopoetische Wende. Systeme wurden nun als autopoetisch, also sich selbst reproduzierend, bezeichnet. Auch die Elemente dieses Systems reproduzieren sich selbst. (Weber 2003).

Systeme bestehen aus Kommunikationen, Personen oder Handlungen werden im Gegensatz zu den Cultural Studies nicht betrachtet. Soziale Systeme besitzen Sinngrenzen und überschneiden sich nicht. Was zum System gehört und was nicht, entscheidet ein binärer Code. Für das Wissenschaftssystem schlägt Luhmann (1996) beispielsweise den Code wahr/falsch vor.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Informations- vs. Populärer Journalismus: Beschreibt den Wandel des Journalismus hin zu einer stärkeren Marktorientierung und Boulevardisierung unter wirtschaftlichem Druck.

2 Journalismusforschung heute: Analysiert aktuelle Trends im Medienangebot sowie die Kritik an der bisherigen, zu stark am Informationsjournalismus orientierten Forschung und führt in die Cultural Studies und Systemtheorie ein.

3 Journalismusforschung im Rahmen der Cultural Studies und der Systemtheorie: Stellt beide Ansätze in den Bereichen Definition, Gegenstand, Macht, Kultur, Leistung und Rezipientenrolle systematisch gegenüber.

4 Schlusswort: Resümiert, dass eine Öffnung der Journalismusforschung für genresübergreifende Ansätze im Sinne der Cultural Studies neue, wertvolle Perspektiven für die Analyse der Medienwirklichkeit eröffnen kann.

Schlüsselwörter

Journalismusforschung, Cultural Studies, Systemtheorie, Medienwandel, Boulevardisierung, Machtstrukturen, Autopoiesis, Kommunikation, Rezipientenrolle, Informationsjournalismus, Populärkultur, Medienökonomie, Gesellschaft, Medienanalyse.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht den Wandel des Journalismus durch die ökonomische Ausrichtung auf Unterhaltung und stellt zwei theoretische Erklärungsmodelle – Cultural Studies und Systemtheorie – gegenüber.

Welches sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder sind die Definition von Journalismus, die Analyse von Macht, die Rolle der Kultur sowie der Umgang mit Unterhaltungsformaten in der heutigen Medienwelt.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist die theoretische Aufarbeitung und der Vergleich des Journalismusbegriffs innerhalb der Cultural Studies und der Systemtheorie sowie deren Ertrag für die moderne Journalismusforschung.

Welche wissenschaftlichen Methoden finden Verwendung?

Die Arbeit nutzt eine komparative Literaturanalyse und stützt sich auf die theoretischen Positionen führender Vertreter beider Forschungsrichtungen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung beider Richtungen und eine detaillierte Gegenüberstellung hinsichtlich Definition, Machtverständnis, Kulturauffassung und Rezipientenrolle.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Journalismusforschung, Cultural Studies, Systemtheorie, Medienwandel und Machtstrukturen sind die prägenden Begriffe.

Warum wird in der Systemtheorie auf die Untersuchung von Personen verzichtet?

Weil die Systemtheorie nach Luhmann ausschließlich aus Kommunikation besteht und Personen nicht als Systemelemente betrachtet, um den Forschungsgegenstand auf soziale Prozesse zu fokussieren.

Wie unterscheidet sich der Machtbegriff zwischen den beiden Ansätzen?

Während die Cultural Studies Macht als gesellschaftliches Ungleichgewicht in den Händen weniger Akteure sehen, ordnet die Systemtheorie Macht funktional der Analyse von Systembeziehungen unter.

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Details

Title
Journalismus aus Sicht der Cultural Studies und der Systemtheorie
College
LMU Munich  (Institut für Kommunikationswissenschaft und Medienforschung)
Course
Journalismusforschung
Grade
1,3
Author
Susanne Schlink (Author)
Publication Year
2005
Pages
18
Catalog Number
V54977
ISBN (eBook)
9783638500432
ISBN (Book)
9783638782555
Language
German
Tags
Journalismus Sicht Cultural Studies Systemtheorie Journalismusforschung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Susanne Schlink (Author), 2005, Journalismus aus Sicht der Cultural Studies und der Systemtheorie, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/54977
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