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Schopenhauers metaphysisches Argument in seiner "Preisschrift über die Grundlage der Moral"

Title: Schopenhauers metaphysisches Argument in seiner "Preisschrift über die Grundlage der Moral"

Term Paper , 2006 , 11 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Johannes Heieck (Author)

Philosophy - Philosophy of the 20th century
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Summary Excerpt Details

Nachdem Schopenhauer in seiner „Preisschrift über die Grundlage der Moral“ das Mitleid als
die Triebfeder aller moralischen Handlungen nachgewiesen hat, entschließt er sich, der Arbeit
noch eine Zugabe beizufügen. Er ist bei seinen Untersuchungen zu der Ansicht gelangt, dass
allein die Metaphysik in der Lage ist, dem Menschen die „letzte Befriedigung und
Beruhigung“ zu gewähren. Dieser möchte er sich in den letzten beiden Paragraphen seiner
Preisschrift widmen.
Die vorliegende Arbeit soll einen Überblick über diese beiden letzten Paragraphen geben.
Zunächst soll der Gedankengang Schopenhauers wiedergegeben werden. In den darauf
folgenden Abschnitten soll gezeigt werden, welche verschiedenen Elemente ihn bei der
Entwicklung seiner eigenen Metaphysik beeinflusst haben. Hierbei sollen seine Ausführungen
zur Philosophie Immanuel Kants ebenso betrachtet werden, wie seine Beziehung zur
Christlichen Heilslehre und seine offenkundige Affinität zum Buddhismus.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Hauptteil

II.1: Der Paragraph 21

II.2: Der Paragraph 22

II.3: Schopenhauers Kritik am Christentum

II.4: Schopenhauers Kritik an Kant

II.5: Schopenhauers Moralkonzeption

III. Schluss

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Diese Arbeit analysiert die metaphysischen Argumentationen in den letzten beiden Paragraphen von Arthur Schopenhauers „Preisschrift über die Grundlage der Moral“. Ziel ist es, Schopenhauers Verständnis von Mitleid als moralischer Triebfeder zu untersuchen und aufzuzeigen, wie er durch metaphysische Überlegungen – beeinflusst durch den Hinduismus und Buddhismus – eine von christlicher Dogmatik und Kantianismus befreite, moderne Ethik entwirft.

  • Die metaphysische Herleitung des Mitleids als Grundlage moralischen Handelns.
  • Kritische Auseinandersetzung mit der christlichen Moralvorstellung und Nächstenliebe.
  • Vergleich und Abgrenzung zu Immanuel Kants kategorischem Imperativ.
  • Die Rolle der Einheit des Lebens als zentrales metaphysisches Prinzip.

Auszug aus dem Buch

II.1: § 21

Zu Beginn seiner Ausführungen stellt Schopenhauer klar, dass er der eigentlichen Aufgabe der königlich dänischen Gesellschaft der Wissenschaften bereits genügt hat. Seine „metaphysische Auslegung der ethischen Grundlage“ möchte er als eine über das eigentlich geforderte hinausgehende Zusatzleistung verstanden wissen.

Durch seine bisherige Arbeit hat Schopenhauer das „Urphänomen“ der Moral aufgedeckt. Dieses erkläre zwar alle aus ihm folgenden moralischen Sachverhalte, es selbst bleibt jedoch unklar. Zum letztendlichen Verständnis dieses Urphänomens ist eine Metaphysik unausweichlich. Sowohl die Religion als auch die Philosophie seien sich dahingehend einig, dass der moralische Wert einer Handlung gleichzeitig auch ein metaphysischer ist und über die sichtbaren Auswirkungen eben jener hinaus geht. Diese ethische Ebene steht für Schopenhauer in direkter Verbindung zum wahren Dasein der Welt.

Um diesen Forderungen Nachdruck zu verleihen stellt Schopenhauer eine These auf. Für ihn ist jedes Menschenleben auf den Tod hin ausgerichtet und er vertritt die Meinung, dass jeder Mensch sein Leben in moralischer Rücksicht beenden möchte. Als Beispiele hierfür seien die „Zeugnisse der Alten“ denen des Christentums vorzuziehen, da diese noch nicht durch das christliche Weltbild beeinflusst sind. Er führt sodann Perikles vor, der auf dem Sterbebett von all seinen hervorragenden politischen Verdiensten nichts wissen will und nur bestätigt haben möchte, dass er nie einen Menschen in Trauer versetzt hat. Geradezu kontrastierend zum großen Athener Staatsmann, beschreibt Schopenhauer als nächstes einen „rohe[n] fünzehnjährige[n] Negerjungen“, der, als er auf einem Schiff im Sterben liegt, nur durch die Aussage seiner Mannschaftskameraden, er habe nie einen unter ihnen gekränkt oder beleidigt, beruhigt werden kann.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Hinführung zur Fragestellung der Arbeit und Darstellung des Ziels, die letzten beiden Paragraphen der Preisschrift zu analysieren.

II. Hauptteil: Detaillierte Untersuchung der metaphysischen Begründungen, der Kritik an Kirche und Kant sowie der Entwicklung der Mitleidsethik.

II.1: Der Paragraph 21: Schopenhauer postuliert die Notwendigkeit einer Metaphysik für das Verständnis der Moral anhand von Beispielen sterbender Menschen.

II.2: Der Paragraph 22: Analyse der individuellen Wahrnehmung von Ich und Nicht-Ich und die Bedeutung der Einheit alles Lebendigen.

II.3: Schopenhauers Kritik am Christentum: Untersuchung der Distanzierung von christlicher Dogmatik und dem Konzept der Nächstenliebe.

II.4: Schopenhauers Kritik an Kant: Auseinandersetzung mit dem kategorischen Imperativ und dessen religiöser Prägung bei Kant.

II.5: Schopenhauers Moralkonzeption: Zusammenführung der Argumente zu einer eigenständigen, aufgeklärten und modernen Mitleidsethik.

III. Schluss: Resümee der Arbeit und Einordnung der Schopenhauerschen Ethik als befreites, modernes Gedankengebäude.

Schlüsselwörter

Schopenhauer, Moral, Mitleid, Metaphysik, Christentum, Kant, Kategorischer Imperativ, Ethik, Urphänomen, Tod, Einheit des Lebens, Buddhismus, Hinduismus, Egoismus, Weltbild.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht Schopenhauers metaphysische Begründung für die Moral in seiner Preisschrift, speziell in den letzten beiden Paragraphen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf dem Mitleid als Basis der Ethik, der Kritik an religiösen Dogmen und der philosophischen Auseinandersetzung mit Kants Kategorischem Imperativ.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist aufzuzeigen, wie Schopenhauer eine von göttlicher Reminiszenz freie, moderne Mitleidsethik auf Basis metaphysischer Einheitsvorstellungen entwickelt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor wählt einen analytischen Zugang und nutzt die induktive Methode, um aus beobachteten Handlungsweisen Rückschlüsse auf ein metaphysisches Prinzip zu ziehen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Interpretation der Paragraphen 21 und 22, die kritische Analyse von Christentum und Kant sowie eine systematische Darstellung der Moralkonzeption.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind Metaphysik, Mitleid, Einheit des Lebens, Schopenhauer, Kant und Ethik.

Warum lehnt Schopenhauer laut der Arbeit den Begriff der Nächstenliebe ab?

Schopenhauer sieht Nächstenliebe im Kontext christlicher Dogmatik als exklusiv und begrenzt an, während sein Mitleidskonzept alle leidensfähigen Wesen universell einschließt.

Inwiefern beeinflussen die Veden und der Buddhismus Schopenhauers Argumentation?

Sie dienen ihm als historische Belege für die Idee der absoluten Einheit des Lebens, die als Gegenmodell zur individuellen Trennung durch das „Maja“ fungiert.

Wie bewertet der Autor Schopenhauers Haltung zum Tod?

Der Autor zeigt auf, dass der „gute Mensch“ den Tod gelassener betrachtet, da er sich als Teil einer allumfassenden Einheit begreift und nicht als separiertes Individuum, dessen Existenz erlischt.

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Details

Title
Schopenhauers metaphysisches Argument in seiner "Preisschrift über die Grundlage der Moral"
College
University of Constance
Grade
2,0
Author
Johannes Heieck (Author)
Publication Year
2006
Pages
11
Catalog Number
V55019
ISBN (eBook)
9783638500784
ISBN (Book)
9783656807964
Language
German
Tags
Schopenhauers Argument Preisschrift Grundlage Moral
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Johannes Heieck (Author), 2006, Schopenhauers metaphysisches Argument in seiner "Preisschrift über die Grundlage der Moral", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/55019
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