Der kleinste gemeinsame Nenner aller Definitionen von Metakommunikation ist, dass
Metakommunikation Kommunikation über Kommunikation ist. Allerdings beinhaltet diese
Kurzdefinition weder Aussagen über die Voraussetzungen noch über die Anwendung von
Metakommunikation und soll daher im Folgenden erklärt und erweitert werden. Zuvor soll
jedoch der Begriff bestimmt und damit ein Überblick über die unterschiedlichen
Interpretationen von „Metakommunikation“ gegeben werden.
Auch wenn sich viele Menschen dessen nicht bewusst sind: Metakommunikation gehört zur
Alltagssprache. Sie ist ein konstitutives Element der kommunikativen Interaktionsfähigkeit
des Menschen. Ohne Metakommunikation ist ein sinnvoller Austausch von Informationen
kaum möglich. Die Verständigung darüber, wie der Sender einer Nachricht diese Nachricht
vom Empfänger verstanden wissen will, ist essentiell für gelungene Kommunikation. In
diesem Zusammenhang sollen explizite und implizite Metakommunikation erklärt und um
den Begriff der „Doppelbindung“ ergänzt werden.
Anschließend wird der Aufbau meines Seminarbeitrags dargelegt werden. Er besteht aus
einem theoretischen und einem praktischen Teil. Die Seminarteilnehmer sollten sich zuerst
mit dem Thema „Metakommunikation“ vertraut machen, um es später umzusetzen.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
I. Theoretischer Teil der Hausarbeit
1. Begriffsbestimmung
2. Metakommunikation in der Sozialpsychologie
2.1. Explizite und implizite Metakommunikation
2.2. Doppelbindung
3. Voraussetzungen für Metakommunikation
3.1. Funktionen von Metakommunikation
4. Anwendung von Metakommunikation
5. Grenzen der Metakommunikation
II. Aufbau des Seminarbeitrages
A Theorie
B Praxis
C Übungsmaterial
D Umsetzung
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Diese Arbeit untersucht den Begriff und die Anwendung der Metakommunikation als zentrales Element der zwischenmenschlichen Interaktionsfähigkeit. Ziel ist es, theoretische Grundlagen zu vermitteln und durch praktische Übungen aufzuzeigen, wie Metakommunikation zur Auflösung von Kommunikationsstörungen und Konflikten beitragen kann.
- Definition und wissenschaftliche Einordnung der Metakommunikation
- Differenzierung zwischen expliziter und impliziter Metakommunikation
- Bedeutung des Konzepts der Doppelbindung in der paradoxen Kommunikation
- Voraussetzungen und Rahmenbedingungen für eine konstruktive Metakommunikation
- Praktische Anwendung von Metakommunikation in der Lehre und im Alltag
Auszug aus dem Buch
1. Begriffsbestimmung
Zuerst wird der Begriff „Metakommunikation“ interpretiert. Daraus lässt sich erkennen, dass dieser nicht nur der Kommunikations- bzw. Sozialpsychologie zugeordnet werden kann. Die sozialpsychologische Interpretation von „Metakommunikation“ ist nur eine unter vielen. So beschäftigt sich auch die Linguistik mit Metakommunikation. In diesem Zusammenhang interessiert sich die Linguistik aber nur für die verbal-kommunikativen Interaktionsfähigkeit des Menschen. Nonverbale Metakommunikation wird, anders als in der Sozialpsychologie, nicht beachtet. Zudem arbeitet die Linguistik mit dem „metakommunikativem Sprechakt“. Dabei sei nur das als metakommunikativer Sprechakt anzusehen, was „innerhalb der Kommunikation“ ist. Metakommunikativ wäre also laut Wunderlich: „ein sprachliches Verhalten zu nennen, dass über eine Kommunikation spricht, während es zugleich in dieser Kommunikation steht“.
Auch in der hermeneutischen Philosophie wird Metakommunikation untersucht. Die Fähigkeit zur Metakommunikation wird hier laut Apel als „eine wesentliche Bedingung der Möglichkeit der Sprachwissenschaft“ angesehen. In dieser Tradition ist die Rückbezüglichkeit der Sprache, die sich in Metakommunikation manifestiert, eine Voraussetzung für jegliches Verstehen. Besondere Bedeutung haben in diesem Zusammenhang laut Apel „Sprachspiele“, die sich auf andere „Sprachspiele“ beziehen.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Die Einleitung definiert Metakommunikation als Kommunikation über Kommunikation und erläutert den Aufbau der Hausarbeit in Theorie und Praxis.
I. Theoretischer Teil der Hausarbeit: Dieser Teil betrachtet die theoretischen Grundlagen, Voraussetzungen und Anwendungsbereiche der Metakommunikation.
1. Begriffsbestimmung: Hier wird der Begriff aus verschiedenen Fachdisziplinen wie Linguistik, Philosophie und Sozialpsychologie beleuchtet.
2. Metakommunikation in der Sozialpsychologie: Dieses Kapitel erläutert den funktionalen Ansatz der Sozialpsychologie zur Lösung von Kommunikationsstörungen.
2.1. Explizite und implizite Metakommunikation: Differenzierung zwischen direkten Sprechakten und nonverbalen Kommunikationsanteilen.
2.2. Doppelbindung: Untersuchung der paradoxen Kommunikation als eine spezielle, konfliktbehaftete Form der Beziehungsgestaltung.
3. Voraussetzungen für Metakommunikation: Beleuchtung der notwendigen persönlichen Haltungen wie Offenheit, Motivation und Selbsterfahrung.
3.1. Funktionen von Metakommunikation: Zusammenfassung der Zielformulierungen nach Wiegand zur Problemlösung in Interaktionen.
4. Anwendung von Metakommunikation: Praktische Hinweise und Verhaltensregeln zur bewussten Gestaltung von metakommunikativen Prozessen.
5. Grenzen der Metakommunikation: Erörterung der Risiken bei unsachgemäßer oder übertriebener Anwendung der Metakommunikation.
II. Aufbau des Seminarbeitrages: Zusammenfassung des methodischen Vorgehens während der praktischen Übungseinheiten im Seminar.
Schlüsselwörter
Metakommunikation, Sozialpsychologie, Kommunikation, Doppelbindung, Kommunikationsstörung, Interaktion, Beziehungsaspekt, Inhaltsaspekt, Sprachspiele, Watzlawick, Schulz von Thun, Konfliktlösung, Selbstoffenbarung, Ich-Botschaften, Feedback
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt das Konzept der Metakommunikation – also die Kommunikation über die Kommunikation – als essentielles Instrument zur Lösung von zwischenmenschlichen Kommunikationsproblemen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Zentrale Themen sind die theoretische Abgrenzung des Begriffs, die Unterscheidung zwischen expliziter und impliziter Metakommunikation sowie die praktische Anwendung zur Verbesserung von Interaktionsprozessen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, theoretisches Wissen über Metakommunikation zu vermitteln und durch ein praktisches Seminarbeispiel aufzuzeigen, wie diese zur Bewältigung gestörter Kommunikation eingesetzt werden kann.
Welche wissenschaftlichen Perspektiven werden eingenommen?
Die Arbeit integriert Erkenntnisse aus der Sozialpsychologie, der Linguistik, der hermeneutischen Philosophie und der Kommunikationstheorie, insbesondere unter Bezugnahme auf Watzlawick und Schulz von Thun.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen (Begriffe, Funktionen, Doppelbindung, Voraussetzungen) und die methodische Umsetzung in einem Seminar, inklusive der Auswahl von Filmmaterial zur praktischen Übung.
Welche Kriterien machen eine gelungene Metakommunikation aus?
Laut der Arbeit erfordert sie ein hohes Maß an Offenheit, Mut zur Selbsterfahrung, den Einsatz von Ich-Botschaften sowie die Bereitschaft, das eigene Verhalten und die Beziehungsebene konstruktiv zu hinterfragen.
Was ist eine Doppelbindung im Sinne der Metakommunikation?
Eine Doppelbindung bezeichnet eine paradoxe Kommunikationssituation, in der widersprüchliche Botschaften den Empfänger in eine ausweglose Lage bringen, da dieser weder auf der Inhalts- noch auf der Metaebene korrekt reagieren kann.
Warum wird in der Arbeit explizit auf Kurzfilme zurückgegriffen?
Die Filme aus „Coffee and Cigarettes“ dienen als anschauliche Fallbeispiele für fehlschlagende Kommunikation, an denen die Seminarteilnehmer ihre Fähigkeiten in der Metakommunikation in geschützten Rollenspielen erproben können.
Welche Grenzen weist die Metakommunikation auf?
Sie kann bei fehlender Bereitschaft der Beteiligten unproduktiv sein, zu einer „Imponiersprache der Eingeweihten“ führen oder durch Ebenen-Verlagerung neue Störungen hervorrufen, wenn sie übertrieben angewendet wird.
- Quote paper
- Jenny Kramer (Author), 2005, Metakommunikation in der Sozialpsychologie - Theorie und Praxis, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/55035