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Das Bild vom Kind - Das Kind im Bild - Kinderfotografie in der bürgerlichen Gesellschaft

Title: Das Bild vom Kind - Das Kind im Bild - Kinderfotografie in der bürgerlichen Gesellschaft

Term Paper (Advanced seminar) , 2006 , 37 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Patricia Laukó (Author)

Ethnology / Cultural Anthropology
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Summary Excerpt Details

Unter dem Aspekt der Analyse eines Bildmediums werden in dieser Arbeit Untersuchungen an Kinderfotografien in ihrer Entwicklung und in ihrem gesellschaftlichen Kontext durchgeführt. Hierbei stellt sich beispielsweise die Frage, wie sich Darstellungen von Kindheit zur Zeit des Bürgertums entwickeln und wie diese Fotografien im gesellschaftlichen Zusammenhang zu bewerten sind.
Zunächst müssen Überlegungen zu den gesellschaftlichen Voraussetzungen angestellt werden. Dabei spielen vor allem die bürgerlichen Ideal – und Moralvorstellungen und ihr Einfluss auf den Lebenswandel des „Bürgers“ eine Rolle.
Der Begriff Bürgertum darf hier allerdings nicht stellvertretend für eine ganze Schicht gesehen werden. Er ist viel umfassender gemeint. Es geht eher um die Ideale, die diese Schicht verkörpert und nach welchen sie lebt und denen viele „Bürger“ anderer Schichten nachzueifern versuchen.
Des Weiteren müssen die fotografischen Voraussetzungen betrachtet werden. Wie verhält sich die Gesellschaft gegenüber diesem neuen Medium? Wie groß ist die Akzeptanz?
Nachdem die oben genannten Punkte abgearbeitet und die Fragen beantwortet sind, wird nun der ganze Themenkomplex im Detail betrachtet. Dabei wird zunächst auf die Darstellungen von Kindheit eingegangen. Mädchen- und Jungenbilder werden getrennt voneinander betrachtet und Ergebnisse mit Abbildungen bzw. Fotografien untermauert. Bei diesen Kapiteln beziehe ich mich größtenteils auf das Buch von Susanne Regener mit dem Titel Das verzeichnete Mädchen. Zur Darstellung des bürgerlichen Mädchens in Photographie, Puppe, Text im ausgehenden 19. Jahrhundert. Danach folgt die Einbindung der Kinder in Familienfotografien, Darstellung in biografischen Abbildungen und unter dem Gesichtspunkt fehlgeleiteter Erotik.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Prämissen der bürgerlichen Kinderfotografie

2.1 Gesellschaftliche und wirtschaftliche Voraussetzungen

2.2 Bedeutung des Kindseins

2.2.1 Erziehung im Kontext bürgerlicher Moralvorstellungen

2.3 Photographische Voraussetzungen

3. Darstellungen von Kindheit

3.1 Abbildungen vom Mädchen

3.2 Abbildungen vom Jungen

3.3 Kinder in ihrem sozialen Umfeld

3.3.1 Familienfotografien

3.3.2 Lebensstufenabbildungen

4. Aspekte fehlgeleiteter Erotik

5. Fazit

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die Arbeit untersucht die Entwicklung der Kinderfotografie in der bürgerlichen Gesellschaft zwischen 1860 und 1914. Im Fokus steht dabei die Frage, wie gesellschaftliche Ideale, bürgerliche Moralvorstellungen und Erziehungsziele die fotografische Darstellung von Kindern beeinflussten und inwieweit diese Bilder als Instrument der Repräsentation und sozialen Abgrenzung dienten.

  • Gesellschaftliche und ökonomische Rahmenbedingungen des Bürgertums
  • Die Bedeutung der Kindheit als eigenständige Lebensphase
  • Geschlechtsspezifische Unterschiede in der fotografischen Inszenierung
  • Die Rolle der Familie und sozialer Kontexte in der Fotografie
  • Aspekte der Disziplinierung und die bürgerliche Doppelmoral

Auszug aus dem Buch

3.1 Abbildungen vom Mädchen

In den Jahren zwischen 1860 und 1880 lässt sich ein deutlicher Perspektivwechsel feststellen. Während man in den 1860er Jahren aus der Distance abbildet, kommt es in den 1880er Jahren zu Brustbildern, d.h., der Fotograf bildet Kopf, Hals und Brust ab. Vom Hintergrund ist in diesen Abbildungen nichts mehr zu erkennen. Zu sehen ist diese Veränderung der Perspektive in den Abbildungen 1-3.

In Abbildung 1 ist ein Mädchen zu sehen, welches dem Kleinkindalter entwachsen ist. Es ist stehend und mit ganzem Körper abgebildet. Desdéris beschreibt die Vorzüge des Ganzkörperbildes folgendermaßen: „In dem Porträt mit ganzer Figur handelt es sich nicht bloß um die richtige Wendung des Halses und die Lage der Arme. Hier kommt auch noch die Stellung der ganzen Wirbelsäule und der unteren Extremitäten in Betracht, und es lässt sich nicht vertuschen, wenn sich der Körper nicht in schönem, richtigem Geleichgewichte auf den Füßen zu halten vermag. […]“

Hier klingt an, dass die Figur eine Vorrichtung benötigt, um eine optimale Lage zu erreichen und damit Harmonie ins Bild zu bringen. So wird oft eine Posevorrichtung als Mittel zur Disziplinierung der Körperhaltung verwendet. Die Haltung des Mädchens wirkt starr und steif. Um das Bild etwas aufzulockern, liegt der Arm des Kindes auf einem Buch, welches sich auf einem Schreibpult befindet. Kennzeichnend für das Portrait sind die klaren waagerechten und senkrechten Linien, die gezogen werden. Die Formen der Physiognomie evozieren einen angespannten Ausdruck. Es kommt zu einer Stilisierung des Mädchenantlitzes. Gesichtselemente sind streng und starr gezeichnet sowie symmetrisch, wie auch der Rest des Bildes dargeboten.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema Kinderfotografie in der bürgerlichen Gesellschaft ein und definiert den zeitlichen Rahmen von 1860 bis 1914.

2. Prämissen der bürgerlichen Kinderfotografie: Das Kapitel analysiert die sozioökonomischen Voraussetzungen, das bürgerliche Kindheitsverständnis sowie die technischen und theoretischen Grundlagen der zeitgenössischen Fotografie.

2.1 Gesellschaftliche und wirtschaftliche Voraussetzungen: Hier wird der bürgerliche Lebensstil zwischen 1860 und 1914 als Grundlage für die Bildsprache dieser Schicht betrachtet.

2.2 Bedeutung des Kindseins: Es wird erörtert, wie das Bürgertum die Kindheit als geschützten, spielerischen Raum idealisierte und welche Erziehungsideale daraus folgten.

2.2.1 Erziehung im Kontext bürgerlicher Moralvorstellungen: Dieses Unterkapitel beleuchtet die geschlechtsspezifische Erziehung und die Vorbereitung auf spätere gesellschaftliche Rollen durch Disziplinierung.

2.3 Photographische Voraussetzungen: Dieser Abschnitt thematisiert die Akzeptanz und den theoretischen Stellenwert der Fotografie als Medium der Zeit.

3. Darstellungen von Kindheit: Das Kapitel untersucht anhand von Bildbeispielen die visuelle Umsetzung von Kindheit im bürgerlichen Kontext.

3.1 Abbildungen vom Mädchen: Hier werden die spezifischen Stilisierungen und Posen bei Mädchenporträts sowie deren Wandel im Zeitverlauf analysiert.

3.2 Abbildungen vom Jungen: Dieser Teil befasst sich mit der Darstellung von Knaben, ihrer Kleidung und den Symbolen von Souveränität und Männlichkeit.

3.3 Kinder in ihrem sozialen Umfeld: Hier werden Gruppenaufnahmen und deren Aussagekraft bezüglich familiärer Strukturen betrachtet.

3.3.1 Familienfotografien: Die Analyse konzentriert sich auf die formale Konstellation von Personen in Familienporträts und deren symbolische Bedeutung.

3.3.2 Lebensstufenabbildungen: Es wird die fotografische Dokumentation wichtiger Lebensereignisse und Riten als Teil der biographischen Erinnerung beschrieben.

4. Aspekte fehlgeleiteter Erotik: Dieses Kapitel kritisiert die bürgerliche Doppelmoral, indem es den Widerspruch zwischen der Idealisierung kindlicher Unschuld und einer latenten Sexualisierung thematisiert.

5. Fazit: Das Fazit fasst die Rolle der Fotografie als wichtigstes Medium zur Selbstdarstellung und Repräsentation bürgerlicher Tugenden zusammen.

Schlüsselwörter

Kinderfotografie, Bürgertum, bürgerliche Moral, Kindheit, Geschlechterrollen, Repräsentation, 19. Jahrhundert, Familienporträt, Erziehung, Fototheorie, Matrosenanzug, Stilisierung, Doppelmoral, Sozialgeschichte, Bildanalyse

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt die Entwicklung und Funktion der Kinderfotografie in der bürgerlichen Gesellschaft im Zeitraum von ca. 1860 bis 1914.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Im Mittelpunkt stehen das bürgerliche Verständnis von Kindheit, die gesellschaftlichen Moralvorstellungen, die Rolle der Fotografie als Repräsentationsmedium und die Analyse geschlechtsspezifischer Darstellungsweisen.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es zu untersuchen, wie bürgerliche Ideale in Kinderfotografien zum Ausdruck kommen und wie diese Bilder genutzt wurden, um den sozialen Status und die Tugenden der bürgerlichen Klasse abzugrenzen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin verwendet eine bildmediale Analyse, bei der sie auf theoretische Grundlagen und zeitgenössische Quellen sowie auf Fotobeispiele zurückgreift, um den gesellschaftlichen Kontext der Bilder zu deuten.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der gesellschaftlichen Voraussetzungen, die Betrachtung der fotografischen Stilisierung bei Mädchen und Jungen, die Einordnung in den familiären Kontext sowie eine kritische Auseinandersetzung mit der bürgerlichen Doppelmoral und Fehlentwicklungen wie Kinderprostitution.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Kinderfotografie, bürgerliche Moral, Repräsentation, Geschlechterrollen und die historische Bedeutung der Familie im 19. Jahrhundert.

Welche Rolle spielt der Matrosenanzug in der Kinderfotografie dieser Zeit?

Der Matrosenanzug war ein zentraler Inbegriff der Kindermode, der durch den militärischen Prunk der wilhelminischen Zeit geprägt wurde und das Streben nach den Idealen von Militär und Marine symbolisierte.

Wie unterscheidet sich die Darstellung von Jungen und Mädchen laut der Analyse?

Während Mädchen oft in einer Weise dargestellt wurden, die Unschuld und später eine erotische Komponente betonte, symbolisierten Knabenporträts verstärkt Souveränität, Disziplin und eine auf Leistung ausgerichtete Zukunft.

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Details

Title
Das Bild vom Kind - Das Kind im Bild - Kinderfotografie in der bürgerlichen Gesellschaft
College
Christian-Albrechts-University of Kiel  (Seminar für Europäische Ethnologie/Volkskunde)
Course
Fotografie - Anlyse eines Bildmediums
Grade
1,0
Author
Patricia Laukó (Author)
Publication Year
2006
Pages
37
Catalog Number
V55097
ISBN (eBook)
9783638501392
ISBN (Book)
9783638663731
Language
German
Tags
Bild Kind Bild Kinderfotografie Gesellschaft Fotografie Anlyse Bildmediums Bürgertum 19. Jahrhundert Erotik; Kindererotik
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Patricia Laukó (Author), 2006, Das Bild vom Kind - Das Kind im Bild - Kinderfotografie in der bürgerlichen Gesellschaft, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/55097
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