Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › History of Germany - National Socialism, World War II

Katholischer Kirchenkampf 1933-1945

Title: Katholischer Kirchenkampf 1933-1945

Seminar Paper , 2006 , 24 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Theresia Knuth (Author)

History of Germany - National Socialism, World War II
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

[...] Zur Untersuchung des Verhaltens der katholischen Kirche im Dritten Reich
bietet sich eine chronologische Betrachtung an. Entsprechend beginne ich mit
einer kurzen Darstellung der Position der Kirche vor 1933, denn schon in der
Weimarer Republik setzte sie sich mit dem Nationalsozialismus auseinander,
wobei wegweisende Positionen begründet wurden. Im Hauptteil wird zunächst das
Jahr 1933 ausführlicher betrachtet, da entscheidende Grundlagen für den Umgang
mit dem Regime herausgebildet wurden und eine Verhaltensänderung stattfand.
Anschließend rücken die Jahre vor dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs in den
Mittelpunkt, sie waren geprägt vom totalitären Verfügungsanspruch und konkreten
Unterdrückungs- und Verdrängungsversuchen durch das Hitler-Regime. Die
Darstellung des Verhaltens der Kirche im Zweiten Weltkrieg schließt sich an.
Abschließend wird der Widerstand von einzelnen Katholiken und katholischen
Gruppen thematisiert, bevor in einer Schlussbetrachtung die Ergebnisse
zusammengefasst werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Position vor 1933

3. Katholische Kirche im Nationalsozialismus

3.1. Positionierung und Reichskonkordat 1933

3.2. Verdrängung und Reaktion

3.3. Die Kirche im Zweiten Weltkrieg

3.4. Widerstand von Gruppen und Einzelnen

4. Fazit

Zielsetzung und Themenfelder

Die Arbeit untersucht das Verhalten der katholischen Kirche während der Zeit des Nationalsozialismus zwischen 1933 und 1945. Dabei wird analysiert, wie sich die Kirche in einem totalitären System behauptete, welche Strategien der Anpassung oder des Widerstands sie verfolgte und inwieweit das Spannungsfeld zwischen institutioneller Selbsterhaltung und moralischer Verantwortung das kirchliche Handeln prägte.

  • Historische Einordnung der kirchenpolitischen Haltung vor und nach 1933.
  • Die Rolle des Reichskonkordats als Schutzinstrument und Instrument der Machtausübung.
  • Die Dynamik von Repression, Verdrängung und institutioneller Reaktion der Kirche.
  • Unterschiedliche Formen des Widerstands durch Gruppen und Einzelpersonen.
  • Die kritische Aufarbeitung der kirchlichen Rolle im Kontext des Holocausts und der Euthanasie-Programme.

Auszug aus dem Buch

1.1 Positionierung und Reichskonkordat 1933

Bevor das Regime den Kirchen 1933 mit Repression begegnete, versuchte es zunächst, sie zu einem Bündnis gegen Demokratie und Sozialismus zu bewegen. Zum gemeinsamen Feind wurde der Kommunismus deklariert und so sollten die Kirchen helfen, die Etablierung der Herrschaft zu beschleunigen. Groß angelegter Widerstand wurde nicht geleistet. Viele Christen standen, zumindest vorübergehend, der Bündnisidee positiv gegenüber und Widerstand regte sich nur vereinzelt.

Auf katholischer Seite schwenkte die bisher kritische Haltung dem Nationalsozialismus gegenüber Anfang 1933 in die andere Richtung. Mit dem Wahlsieg der NSDAP stand die Kirche vor dem Dilemma, dass die bisher verurteilte Bewegung nun die Staatsmacht innehatte, „der man laut alter kirchlicher Lehre staatsbürgerlichen Gehorsam schuldete“. So wurde Hitlers Ernennung zum Reichskanzler positiv gesehen und bald folgende Repressionen wurden überwiegend ignoriert. Das Zentrum stimmte am 23.03. dem sogenannten Ermächtigungsgesetz zu und fünf Tage später widerrief der Episkopat die bisher verbreiteten Warnungen vor der NSDAP. Die Bayerische Volkspartei (BVP) und das in sich gespaltene Zentrum lösten sich am 4. und 5. Juli selbst auf und kamen einer Zwangsauflösung zuvor. Ob die Kirche darauf drängte war lange umstritten, doch ist ein Zusammenhang wahrscheinlich. Für die Bischöfe bedeutete der Wegfall des politischen Katholizismus mehr Verantwortung, da sie die vakanten Positionen in der Öffentlichkeit auszufüllen hatten.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung skizziert die Herausforderungen der katholischen Kirche unter dem NS-Regime und erläutert die unterschiedlichen geschichtswissenschaftlichen Perspektiven auf die Rolle der Kirche zwischen Anpassung und Widerstand.

2. Position vor 1933: Dieses Kapitel behandelt die frühe Auseinandersetzung der Kirche mit dem Nationalsozialismus in der Weimarer Republik und beschreibt den Wandel von anfänglicher ideologischer Distanz hin zu einer verstärkten Ablehnung ab 1930.

3. Katholische Kirche im Nationalsozialismus: Dieser Hauptteil beleuchtet die politische Gratwanderung der Kirche von der Unterzeichnung des Reichskonkordats bis hin zu den internen Konflikten über das richtige Vorgehen gegen die zunehmenden staatlichen Repressionen.

3.1. Positionierung und Reichskonkordat 1933: Der Fokus liegt auf der veränderten Haltung der Kirche nach der Machtübernahme, der Selbstauflösung politisch katholischer Organisationen und dem Abschluss des Konkordats als Sicherungsmaßnahme.

3.2. Verdrängung und Reaktion: Dieses Unterkapitel analysiert die zunehmende Unterdrückung kirchlicher Aktivitäten durch das Regime und die verschiedenen Formen der kirchlichen Reaktion, wie Hirtenbriefe und Predigten.

3.3. Die Kirche im Zweiten Weltkrieg: Hier wird das Spannungsfeld zwischen kirchlicher Neutralität und der moralischen Herausforderung durch NS-Verbrechen während der Kriegsjahre thematisiert.

3.4. Widerstand von Gruppen und Einzelnen: Dieses Kapitel zeigt, dass neben dem Verhalten der offiziellen Kirchenhierarchie auch katholische Arbeitervereine, Jugendverbände und mutige Einzelpersonen aktiven Widerstand leisteten.

4. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet die Ambivalenz der kirchlichen Haltung, die primär auf den Erhalt der eigenen Institution abzielte und sich nur selten zu lautstarker öffentlicher Opposition durchringen konnte.

Schlüsselwörter

Nationalsozialismus, Katholische Kirche, Reichskonkordat, Widerstand, Episkopat, Gleichschaltung, NS-Regime, Holocaust, Euthanasie, Zentrumspartei, Anpassung, Kirchenkampf, Verfolgung, NS-Ideologie, Diplomatie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der Rolle der katholischen Kirche in Deutschland während der Zeit des Nationalsozialismus von 1933 bis 1945, wobei der Schwerpunkt auf ihrem Verhalten gegenüber dem Regime liegt.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen umfassen die kirchliche Positionierung zum NS-Staat, die Funktion des Reichskonkordats, die Auswirkungen der Gleichschaltung auf kirchliche Strukturen sowie die Grenzen und Formen des Widerstands.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das primäre Ziel ist es, ein differenziertes Bild der kirchlichen Haltung zu zeichnen, die sich zwischen institutioneller Selbsterhaltung, Loyalität zum Staat und dem Widerstand gegen moralisch inakzeptable NS-Praktiken bewegte.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine chronologische, historisch-analytische Betrachtung gewählt, die sich auf die Auswertung und kritische Interpretation der vorhandenen Fachliteratur und Primärquellen stützt.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert detailliert den politischen Wandel ab 1933, die zunehmende Repression, die kirchliche Eingabepolitik, das Verhalten während des Zweiten Weltkriegs und den Widerstand einzelner katholischer Gruppierungen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Schlüsselbegriffe sind Konkordat, Kirchenkampf, NS-Ideologie, moralische Verantwortung, Selbsterhaltung und der Widerstandsbegriff.

Warum war das Reichskonkordat von 1933 für die Kirche so wichtig?

Das Konkordat diente der Kirche als rechtliche Absicherung, um in einem totalitären System einen gewissen Grad an Autonomie, Bildungshoheit und den freien Kontakt zum Vatikan zu bewahren.

Warum wird das Verhalten der Bischöfe im Fazit kritisch betrachtet?

Die Kritik richtet sich vor allem darauf, dass die Kirchenführung aus Angst vor einer weiteren Eskalation des Kirchenkampfes keinen konsequenten öffentlichen Protest gegen den Holocaust wagte und zu sehr auf institutionelle Stabilität fokussiert blieb.

Excerpt out of 24 pages  - scroll top

Details

Title
Katholischer Kirchenkampf 1933-1945
College
Free University of Berlin  (Friedrich-Meinecke-Institut)
Course
Widerstand im Dritten Reich
Grade
1,7
Author
Theresia Knuth (Author)
Publication Year
2006
Pages
24
Catalog Number
V55100
ISBN (eBook)
9783638501422
ISBN (Book)
9783656788003
Language
German
Tags
Katholischer Kirchenkampf Widerstand Dritten Reich
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Theresia Knuth (Author), 2006, Katholischer Kirchenkampf 1933-1945, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/55100
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  24  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint