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Das Kernkraftwerk Zwentendorf. Einer der größten Konfliktfelder in der österreichischen Nachkriegszeit

Title: Das Kernkraftwerk Zwentendorf. Einer der größten Konfliktfelder in der österreichischen Nachkriegszeit

Seminar Paper , 2006 , 71 Pages , Grade: 1

Autor:in: Regina Bianchi (Author), Karin Weber (Author)

Politics - Region: Western Europe
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Summary Excerpt Details

In dieser Arbeit soll es um den Konflikt und um die damit verbundenen Interessensdurchsetzung rund um das fertig gebaute aber nie in Betrieb genommene Kernkraftwerk Zwentendorf (eigentlich: Gemeinschaftskraftwerk Tullnerfeld G. m. b. H.) gehen. Bei diesem Konflikt handelt es sich um einen der größten Konflikte Österreichs der Nachkriegszeit, der zudem auch zahlreiche Besonderheiten aufweist.

Der Konflikt zog sich über die gesamten 70er-Jahre hin und fiel damit genau in die Ära der SPÖ Alleinregierung unter Bundeskanzler Bruno Kreisky. Beginnend mit der relativ unspektakulär verlaufenden Planung, spitzte sich der Konflikt ab dem Jahr 1976 derart zu, dass der damaligen Bundesregierung lediglich der Weg in eine Volksabstimmung, übrigens die erste Volksabstimmung der II. Republik, als Lösung möglich erschien.

Wir wollen in dieser Arbeit darauf Bezug nehmen, wie es geschehen konnte, dass die moderne Technik und die damit verbundene Problematik in der Lage war, zahlreiche Menschen derart zu verunsichern, dass die Volksabstimmung schließlich negativ entschieden wurde.

Die Arbeit befasst sich mit dem Anfängen des Konflikts zu Beginn der 70er-Jahre, als eine kleine Gruppe von Menschen bereits die Sicherheitsfragen in Verbindung mit der friedlichen Nutzung der Kernenergie aufwarf und so versuchte (z. B. durch Bauplatzbesetzungen) bereits den Bau des Kernkraftwerks Zwentendorf zu verhindern. Besonders interessant ist neben den Bürgerinitiativen hier auch die Rolle der relevanten politischen Parteien in diesem Zeitraum, auch auf dies wird näher eingegangen um so die Gründe für die Haltungen der Parteien verstehen zu können. Eine tragende Rolle bei diesem Konflikt spielten natürlich die Bürgerinitiativen, denn ohne sie wäre es wohl nie zur oben bereits erwähnten Volksabstimmung und auch zum Konflikt um das Kraftwerk überhaupt gekommen.

Die Rolle der Medien (Printmedien und TV) wird ebenso behandelt wie auch die Tatsache, dass ein unpolitisches Bauvorhaben sich zu einer politischen Auseinandersetzung zuspitzte, die schließlich in einer Volksabstimmung gipfelte, bei der Bruno Kreisky selbst sich in die Waagschale warf.
Das Ergebnis der Volksabstimmung war das sogenannte Atomsperrgesetz, welches bis heute verhindert, dass Österreich die Kernenergie friedlich nutzt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Geschichte

2.1 Österreich und die friedliche Nutzung der Kernenergie

2.2 Energiepolitik im Österreich der 70er-Jahre

2.3 Entscheidungsträger

2.4 Planung und Bau

2.5 Baubeschluss

3 Der Konflikt

3.1 Vom Konsens zum Konflikt

3.2 AtomkraftbefürworterInnen und -gegnerInnen

3.2.1 Die Atomkraft-BefürworterInnen

3.2.2 Die Atomkraft-GegnerInnen

3.3 Die Parteien

3.3.1 Die sozialistische Partei - SPÖ:

3.3.2 FPÖ – Freiheitliche Partei Österreichs

3.3.3 Die österreichische Volkspartei - ÖVP

3.3.4 Atomexperten und Parteien

3.4 Die AKW-Gegnerschaft

3.4.1 Erster Widerstand

3.4.2 Zwentendorf wird öffentlich

3.4.3 Österreichweiter Zusammenschluss der AKW-GegnerInnen

3.4.4 Die AKW-Gegnerschaft stößt an ihre Grenzen

3.5 Die Medien

3.6 Die Aufklärungs/Informationskampagne der Bundesregierung und ihre Bedeutung für die AKW-Gegnerschaft

3.7 Politische Dimensionen des Konflikts

4 Die Volksabstimmung

4.1 Warum kam es zur Volksabstimmung?

4.2 Die Einstellung der Bevölkerung

4.2.1 Die Gründe der Befürworter

4.2.2 Die Gründe der Gegner

4.3 Der Wahlkampf

4.3.1 Die Befürworter

4.3.2 Die Gegner

4.3.3 Die Medien im Wahlkampf

4.4 Das Ergebnis der Volksabstimmung

4.5 Das Atomsperrgesetz

5 Der Konflikt um Zwentendorf – Versuch einer Analyse

5.1 Entstehungsursache

5.2 Einstellung der Einflussadressaten

5.3 Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit

5.4 Konkurrenzsituation

5.5 Organisationsstruktur

5.6 Legitimation gegenüber der Öffentlichkeit

5.7 Strategien (konventionell – unkonventionell)

5.7.1 Pressure Politik und Öffentlichkeitsarbeit der Gegnerschaft

5.8 Finanzielle und andere Mittel/Ressourcen

5.9 Expertenwissen

5.10 Störpotential

5.11 Nähe/Ferne zum politischen System

5.12 Gesellschaftliche Funktion/positiver Beitrag?

6 Abschließende Bemerkungen

7 Resümee

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit analysiert den historischen Konflikt um das Kernkraftwerk Zwentendorf in Österreich und untersucht die zugrunde liegende Interessensdurchsetzung zwischen Befürwortern und der Anti-AKW-Bewegung. Die Forschungsfrage fokussiert dabei darauf, inwieweit parteipolitische Präferenzen die Entscheidung gegen die Inbetriebnahme beeinflusst haben.

  • Entstehungsgeschichte der österreichischen Kernenergiepolitik in den 1970er-Jahren.
  • Organisation und Strategien der Anti-AKW-Bewegung sowie deren Rolle als Basisinitiative.
  • Die mediale Berichterstattung und deren Einfluss auf die öffentliche Meinungsbildung.
  • Analyse der Aufklärungskampagne der Bundesregierung und deren Scheitern.
  • Die Volksabstimmung von 1978 als zentrales Ereignis der direkten Demokratie in Österreich.

Auszug aus dem Buch

3.2.1 Die Atomkraft-BefürworterInnen

Als Beispiel dafür, wie die Befürworter zum damaligen Zeitpunkt argumentierten, diente unter anderem eine Informationsbroschüre des Verbandes der österreichischen Elektrizitätswerke aus dem Jahr 1975 „Warum wir Zwentendorf brauchen“. Gerade die Elektrizitätswirtschaft war natürlich eine der vehementesten BefürworterInnen.

In einer Broschüre der Elektrizitätswirtschaft wird massiv davor gewarnt, welche Folgen es haben könnte, wenn Österreich weiterhin ohne Atomstrom auskommen sollte.

„Strom aus Kernkraftwerken ist vorderhand und für längere Zeit die einzige Möglichkeit, um die Stromversorgung der Industriestaaten vor Engpässen zu schützen.“ (Schweißer 1975, 1)

Vor allem wird in der Broschüre darauf hingewiesen, dass ohne Atomstrom Arbeitsplätze verloren gehen, Reallöhne sinken und die Inflation steigen würde (vgl. Schweißer 1975, 1). Die Kernenergie wird somit als Ausweg aus diesem Dilemma empfohlen, um nicht in Zukunft total von Energieimporten abhängig zu werden.

Um die österreichischen Bürger darauf aufmerksam zu machen, wie notwendig ausreichende Energie werden wird, wird in der Broschüre gar bis auf die Zeit der Sklavenarbeit zurückgegriffen (vgl. ebd., 3). Des weiteren wird massiv davor gewarnt, dass die fossilen Energieträger (Kohle, Erdöl und Erdgas) knapp würden und als einziger Ausweg aus dem Dilemma wird der Einstieg in die Kernenergie propagiert (vgl. ebd., 5). Zwar wird auch die Wasserkraft als Alternative erwähnt, allerdings mit der Schlagzeile dass, wenn wir weiterhin nur auf Wasserkraft bauen würden, wir bis „1990 eine zweite Donau brauchen“.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Arbeit führt in den Konflikt um das Kernkraftwerk Zwentendorf ein und skizziert die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit der größten Anti-Atom-Bewegung der österreichischen Nachkriegsgeschichte.

2 Geschichte: Dieses Kapitel beleuchtet die Ursprünge der österreichischen Energiepolitik, den globalen Kontext der Kernenergienutzung und die Planungsphase des AKW Zwentendorf.

3 Der Konflikt: Hier werden die Akteure des Konflikts, insbesondere die politische Lagerbildung und die Entwicklung der organisierten AKW-Gegnerschaft, detailliert untersucht.

4 Die Volksabstimmung: Das Kapitel analysiert den Prozess, der zur ersten Volksabstimmung der Zweiten Republik führte, den Wahlkampf und die schließliche Ablehnung des Kraftwerks durch die Bevölkerung.

5 Der Konflikt um Zwentendorf – Versuch einer Analyse: Diese Sektion bietet eine strukturierte Analyse des Konflikts anhand politikwissenschaftlicher Leitfragen zu Interessensgruppen, Strategien und Legitimation.

6 Abschließende Bemerkungen: Ein Rückblick auf die Zeit nach der Volksabstimmung, die rechtlichen Folgen wie das Atomsperrgesetz und den Verbleib des Kraftwerks.

7 Resümee: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und überprüft die Ausgangshypothese hinsichtlich der Unabhängigkeit der Anti-AKW-Bewegung von parteipolitischen Präferenzen.

Schlüsselwörter

Zwentendorf, Kernenergie, Anti-AKW-Bewegung, Volksabstimmung, Energiepolitik, Bruno Kreisky, Atomkraftgegner, Österreichische Volkspartei, SPÖ, Bürgerinitiative, Umweltschutz, Atomsperrgesetz, Interessensdurchsetzung, Medienwirkung, Kernkraftwerk.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Seminararbeit behandelt den historischen Konflikt um das in Zwentendorf errichtete Kernkraftwerk und die damit verbundene Interessensdurchsetzung in Österreich während der 1970er-Jahre.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die Schwerpunkte liegen auf der Energiepolitik der Ära Kreisky, der Rolle von Bürgerinitiativen und politischen Parteien sowie dem Einfluss der Medien auf die Meinungsbildung der Bevölkerung.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist die Untersuchung der Frage, inwieweit parteipolitische Präferenzen für das Nein bei der Volksabstimmung 1978 verantwortlich waren oder ob die Bewegung als unabhängige Basisinitiative agierte.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autoren nutzen eine dokumentarische Analyse von Fachliteratur, zeitgenössischen Zeitschriften, Parteiprogrammen und Umfragedaten, um den Konfliktverlauf zu rekonstruieren.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Entstehungsgeschichte, die mediale Berichterstattung, das Scheitern der staatlichen Aufklärungskampagne und die Dynamik der verschiedenen Gruppierungen innerhalb der Anti-AKW-Bewegung.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Zwentendorf, Volksabstimmung, Anti-AKW-Bewegung, Energiepolitik, Basisinitiative und politische Willensbildung.

Warum spielt das "Journal für Sozialforschung" eine wichtige Rolle für die Analyse?

Es dient als zentrale Datenquelle für die damaligen Einstellungen der Bevölkerung und zur Belegung der massiven Verunsicherung der Bürger durch die komplexe Thematik der Kernenergie.

Welche Bedeutung hatte die "Aufklärungskampagne der Bundesregierung"?

Sie war ursprünglich als Informationsmittel der Regierung geplant, entwickelte sich jedoch zu einer Plattform für die AKW-Gegner, was maßgeblich zum Scheitern der Pro-Atom-Strategie beitrug.

Welchen Einfluss hatte Bundeskanzler Bruno Kreisky auf das Ergebnis?

Seine Entscheidung, die Volksabstimmung zur persönlichen Vertrauensfrage zu machen, verstärkte den Nein-Trend, da viele Wähler ihre Entscheidung stärker an dieser Personalisierung als an Sachthemen ausrichteten.

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Details

Title
Das Kernkraftwerk Zwentendorf. Einer der größten Konfliktfelder in der österreichischen Nachkriegszeit
College
University of Salzburg  (Politikwissenschaft)
Course
Seminar: Interessendurchsetzung in Österreich
Grade
1
Authors
Regina Bianchi (Author), Karin Weber (Author)
Publication Year
2006
Pages
71
Catalog Number
V55157
ISBN (eBook)
9783638501859
ISBN (Book)
9783638736602
Language
German
Tags
Zwentendorf Konflikt Seminar Interessendurchsetzung Österreich Kernenergie Atomkraft Kreisky
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Regina Bianchi (Author), Karin Weber (Author), 2006, Das Kernkraftwerk Zwentendorf. Einer der größten Konfliktfelder in der österreichischen Nachkriegszeit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/55157
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