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Benno Werlens Entwurf einer handlungszentrierten Sozialgeographie in kritischer Diskussion

Title: Benno Werlens Entwurf einer handlungszentrierten Sozialgeographie in kritischer Diskussion

Seminar Paper , 2002 , 23 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Janine Bittner (Author)

Geography / Earth Science - Miscellaneous
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Lange Zeit wurde der Raum als der Zuständigkeitsbereich der Geographie bezeichnet. Die Aufgabe der Sozialgeographie lag in der Untersuchung des Gesellschaft-Raum-Verhältnisses. Doch dieses Gesellschaft-Raum-Verhältnis beginnt sich zunehmend zu wandeln. Mit den neuen Kommunikationsmedien verliert die räumliche Dimension für die menschliche Existenz zunehmend an Bedeutung. Man spricht von einem Verschwinden der Distanz bzw. von einem raumzeitlichen Schrumpfungsprozess der geographischen Lebensbezüge. Gleichzeitig steigen die Möglichkeiten der Lebensgestaltung des Einzelnen, man spricht in diesem Zusammenhang von einer Globalisierung der Lebenskontexte aller Menschen.
Unter diesen globalisierten Bedingen fordert Werlen in seiner handlungszentrierten Sozialgeographie eine vollständige Abkehr von den alten raumzentrierten Paradigmen. Gesellschaften werden nicht länger über räumliche Phänome erklärt sondern über Handlungen. Im Mittelpunkt stehen dabei nicht gesellschaftliche Gruppen sondern das Subjekt als solches, das sich durch seine Handlungen definiert. Heute bezweifelt kaum noch jemand, dass die deutsche Sozialgeographie durch die Arbeiten von Benno Werlen eine wichtige Weiterentwicklung erfahren hat. Seine subjektzentrierte Handlungstheorie eröffnet der deutschen Geographie neue Perspektiven, die es zu nutzen gilt. Trotz allem gibt es auch einige Schwachpunkte und offene Fragen, die in dieser Ausarbeitung nach einem allgemeinen Überblick über seine Handlungstheorie erörtert werden sollen.

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Inhaltsverzeichnis

1. Einführung

2. Erkenntnistheoretischer Kontext der handlungszentrierten Sozialgeographie

2.1. Der Kritische Rationalismus

2.2. Die Phänomenologie

3. Handlungszentrierte Sozialgeographie als Ausdruck spätmoderner Gesellschaften

3.1. Aufgaben der sozialwissenschaftlichen Geographie

3.2. Die Strukturationstheorie von Giddens

3.3. Traditionelle Gesellschaften

3.4. Traditionelle Geographie

3.5. Spät-moderne Gesellschaften

3.6. Neuorientierung in der sozialwissenschaftlichen Geographie

4. Handlungszentrierte Sozialgeographie nach Werlen

4.1. Forschungsgegenstand

4.2. Handlungen, Handeln und Handelnde

4.3. Handlungsablauf

4.4. Unterschiedliche Handlungstheorien

5. Diskussion

5.1. Kritik am Raumverständnis von Werlen

5.2. Zur gesellschaftlichen Entwicklungstheorie

5.3. Gedanken über das handelnde Subjekt

5.4. Die Entankerung der Gesellschaft

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Diese Arbeit setzt sich kritisch mit Benno Werlens Entwurf einer handlungszentrierten Sozialgeographie auseinander. Das primäre Ziel ist es, die theoretischen Grundlagen dieses Ansatzes vor dem Hintergrund spätmoderner gesellschaftlicher Wandlungsprozesse zu analysieren und ihn einer wissenschaftlichen Diskussion zu unterziehen, um dabei sowohl die Stärken als auch offene Schwachpunkte der Theorie aufzuzeigen.

  • Erkenntnistheoretische Fundierung (Kritischer Rationalismus und Phänomenologie)
  • Differenzierung zwischen traditionellen und spätmodernen Gesellschaften
  • Die handlungstheoretische Neuorientierung der Sozialgeographie
  • Die Rolle des Subjekts und die Bedeutung des Handelns
  • Kritische Diskussion der Konzepte von Raum, Gesellschaftsentwicklung und Entankerung

Auszug aus dem Buch

3.2. Die Strukturationstheorie von Giddens

Werlen knüpft mit seiner Unterscheidung zwischen traditionellen und spätmodernen Gesellschaften an die Strukturationstheorie von Giddens an.

Giddens geht in seiner Theorie davon aus, dass die soziale Wirklichkeit von kompetenten Handelnden konstituiert wird, die sich dabei auf soziale Strukturen beziehen. Diese soziale Praxis bezeichnet Giddens als Strukturation. Diese Kernidee der Strukturationstheorie impliziert somit ein neues Verständnis des Verhältnisses von „Handeln“ und „Struktur“. Handeln und Struktur werden demnach über den Vermittlungsprozess der Strukturierung miteinander in Beziehung gesetzt.

Wichtig ist auch die Dualität sozialer Strukturen. Gesellschaftliche Strukturen werden sowohl durch das menschliche Handeln konstituiert und sind gleichzeitig auch das Medium der Konstitution. Aufgrund dieser Tatsache ist es nach Giddens wichtig, Gesellschaftsforschung in Begriffen des Handelns zu betreiben und nicht in strukturellen Kategorien. Denn nicht die Struktur bildet das Kerninteresse sondern das Bindeglied zwischen den Handelnden und der sozialen Struktur, die Strukturierung.

Handeln und Struktur sind nicht identisch, sie können aber auch nicht als Gegensatz betrachtet werden. Struktur wird nur über Handlungen wirklich und nur über diese reproduziert. Handeln ist in diesem Sinne gleichzeitig als strukturiert und strukturierend zu verstehen, Struktur gleichzeitig als Handlungsprodukt und Handlungsgenerierung.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einführung: Die Einleitung skizziert den Wandel im Gesellschaft-Raum-Verhältnis durch Globalisierung und Kommunikationstechnologien und leitet die Notwendigkeit einer handlungszentrierten Sozialgeographie ab.

2. Erkenntnistheoretischer Kontext der handlungszentrierten Sozialgeographie: Dieses Kapitel erläutert die Grundlagen durch den Kritischen Rationalismus von Popper und die Phänomenologie nach Husserl und Schütz als theoretische Basis für Werlens Entwurf.

3. Handlungszentrierte Sozialgeographie als Ausdruck spätmoderner Gesellschaften: Hier werden die strukturellen Merkmale traditioneller versus spätmoderner Gesellschaften unter Rückgriff auf die Strukturationstheorie von Giddens detailliert gegenübergestellt.

4. Handlungszentrierte Sozialgeographie nach Werlen: Dieses Kapitel definiert den Forschungsgegenstand, analysiert die Prozesssequenzen des Handlungsablaufs und differenziert verschiedene Handlungstheorien.

5. Diskussion: Der abschließende Teil setzt sich kritisch mit Werlens Raumverständnis, seiner gesellschaftlichen Entwicklungstheorie sowie der Annahme über das handelnde Subjekt auseinander.

Schlüsselwörter

Sozialgeographie, Benno Werlen, Handlungstheorie, Strukturationstheorie, Anthony Giddens, Raumverständnis, Spätmoderne, Gesellschaft, Handeln, Subjekt, Globalisierung, Kritischer Rationalismus, Phänomenologie, Alltagspraxis, Entankerung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der kritischen Auseinandersetzung und theoretischen Einordnung des von Benno Werlen entwickelten Konzepts der handlungszentrierten Sozialgeographie.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Zentrale Themen sind die theoretische Fundierung des Handelns, die Unterscheidung zwischen traditionellen und spätmodernen Gesellschaftsformen sowie die methodologische Abkehr von raumzentrierten hin zu handlungszentrierten Ansätzen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, das Theoriegebäude von Werlen zu beleuchten, seine Tragfähigkeit für die Analyse spätmoderner gesellschaftlicher Gegebenheiten zu prüfen und inhaltliche Schwächen sowie offene Diskussionspunkte aufzuzeigen.

Welche wissenschaftliche Methode wird zur Analyse verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine theoretische und diskursive Analyse, bei der Werlens Ansätze mit anderen sozialwissenschaftlichen Konzepten (insbesondere Giddens, Popper, Schütz) sowie Kritikpunkten von Autoren wie Blotevogel, Sahr und Meusburger konfrontiert werden.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil behandelt die erkenntnistheoretischen Voraussetzungen, die Abgrenzung von Gesellschaftstypen, die Definition des handlungszentrierten Forschungsgegenstandes und die Modellierung des Handlungsablaufs.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den prägenden Begriffen gehören Sozialgeographie, Handlungstheorie, Raumverständnis, Entankerung, Subjektzentrierung und Spätmoderne.

Wie bewertet die Arbeit den Begriff der „Entankerung“ nach Werlen?

Das Kapitel 5.4 diskutiert die Entankerung kritisch, indem es einschränkt, dass diese zwar für indirekte Kommunikation gilt, jedoch für face-to-face Kontakte und hochrangige Entscheidungsfunktionen in der Arbeitswelt aufgrund der Standortbindung an Prestigeorte nur bedingt zutrifft.

Welche Kritik übt Meusburger an der Subjektzentrierung?

Meusburger kritisiert die Annahme einer ubiquitären Informationsverfügbarkeit und den Fokus auf das autonome Individuum, da die meisten Menschen in arbeitsteilige Organisationen eingebunden sind und somit stärker durch strukturelle Machtverhältnisse geprägt werden als durch freie individuelle Entscheidungen.

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Details

Title
Benno Werlens Entwurf einer handlungszentrierten Sozialgeographie in kritischer Diskussion
College
University Karlsruhe (TH)  (Institut für Geographie und Geoökologie II)
Course
Humangeographisches Seminar Sozialgeographie
Grade
1,0
Author
Janine Bittner (Author)
Publication Year
2002
Pages
23
Catalog Number
V55171
ISBN (eBook)
9783638501996
ISBN (Book)
9783656786566
Language
German
Tags
Benno Werlens Entwurf Sozialgeographie Diskussion Humangeographisches Seminar Sozialgeographie
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Janine Bittner (Author), 2002, Benno Werlens Entwurf einer handlungszentrierten Sozialgeographie in kritischer Diskussion, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/55171
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