Das mechanistische Weltbild der kartesianisch-newtonschen Naturwissenschaft wird zunehmend abgelöst durch ein ganzheitlich ökologisches Paradigma. Diese Entwicklung, die sich zu Beginn dieses Jahrhunderts durch die Quantenphysik begann, nimmt auch Einfluss auf die Wirtschaftswissenschaft (Capra;1988;VIII und 203ff). In der „ökologischen Ökonomie wird die Natur als Quelle und Bedingung aller Produktiv- und Wertschöpfungsprozesse und gleichzeitig als Lebenswelt“ für alle Lebewesen gesehen. (Politische Ökologie;Sonderheft6;14). Diese Denkweise wird nun seit Rio 1992 zumindest formal anerkannt, und im Bereich der Regionen durch die Lokale Agenda 21 formuliert. Hier geht es darum die Regionen, im Rahmen der Globalisierung, durch nachhaltige Regionalentwicklung zu stärken (http://www.uni-trier.de/taurus/nachhaltige_regionalentwicklung/inhalt.html). In dieser Arbeit möchte ich ein Konzept von Regionalmanagement vorstellen um nachhaltige Regionalentwicklung in die Praxis umzusetzen. Hierzu werde ich zuerst erklären was Regionalmanagement ist. Daraus möchte ich Inhalte für das Regionalmanagement beschreiben. Diese werde ich dann im Kontext der Nachhaltigkeit darstellen. Im Anschluss daran möchte ich das „Waldviertel Management“, als Beispiel eines schon etablierten Regionalmanagements vorstellen. Ein Beispiel für ein sich etablierendes Regionalmanagement in Bayern ist der Landkreis Rottal-Inn. Dessen Methode zu Erstellung eines Regionalentwicklungkonzeptes werde ich abschließend vorstellen.
Inhaltsverzeichnis
I. Einleitung
II. Regionalmanagement und nachhaltige Regionalentwicklung
1. Begriffserklärung
2. Qualifikationsprofil für Regionalmanagement
3. Aufgaben des Regionalmanagement
3.1. Mögliche Arbeitsgruppenschwerpunkte
3.1.1. Land- und Forstwirtschaft
3.1.2. Tourismus, Kultur und Gesundheit
3.1.3. Nachhaltige Wirtschaft
3.1.4. Bildung und Qualifikation
3.1.5. Informationsmanagement
3.1.6. Abfallwirtschaft
3.1.7. Soziales
4. Regionalmanagement im Kontext der Nachhaltigkeit
4.1. Begriffsklärung Nachhaltigkeit
4.2. Die Nachhaltigkeit in der Regionalentwicklung
5. Beispiele für Regionalmanagement zur nachhaltigen Regionalentwicklung
5.1. Waldviertel Management in Niederösterreich
5.2. Regionales Entwicklungskonzept Landkreis Rottal-Inn
III. Abschließende Überlegungen
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht das Regionalmanagement als ein effektives Instrument zur praktischen Umsetzung einer nachhaltigen Regionalentwicklung. Dabei steht die zentrale Frage im Fokus, wie durch kommunikative Prozesse und die Einbindung lokaler Akteure endogene Potenziale einer Region identifiziert, vernetzt und nachhaltig gefördert werden können.
- Grundlagen des Regionalmanagements und dessen Aufgabenprofil.
- Verknüpfung von regionalökonomischen Strukturen mit Nachhaltigkeitszielen.
- Anforderungen an das Qualifikationsprofil von Regionalmanagern.
- Praxisbeispiele für erfolgreich implementiertes Regionalmanagement.
- Strategien zur Aktivierung endogener Potenziale in strukturschwachen Gebieten.
Auszug aus dem Buch
1.Begriffserklärung
Eine „Region ist ein aktives Milieu mit einer historisch entstandenen und verflochtenen regionsspezifischen Dynamik ökonomischer, sozialer, kultureller und politischer Akteure und Elemente“ (Elsen;1998;132). Diese gewachsenen Strukturen sprich endogenen Potenziale, gilt es in der Regionalentwicklung zu integrieren und zu fördern.
Management leitet sich aus dem englischen „to manage“ ab, was handhaben, leiten bedeutet. Dieses steht in Verbindung mit einem Konzept, das die Gesamtheit aller Handlungen umfasst, um bestmöglich formulierte Ziele zu erreichen(Brockhaus;Band14;134).
Regionalmanagement hat also die Aufgabe in einer Region Ziele für diese zu entwickeln. Hierbei ist es wichtig, dass diese Entwicklung von Zielen in einem gemeinsamen Prozess mit der Region geschieht. Das Regionalmanagement hat nicht die Aufgabe ein fertiges Konzept vorzulegen, sondern diesen Prozess anzustoßen und zu begleiten unter Beachtung der Ressourcen in der Region. Das heißt es sollte einen „bootom up“ Prozess anstoßen, um gemeinsam mit den Akteuren, ein Konzept zur nachhaltigen Regionalentwicklung zu entwickeln.
Zusammenfassung der Kapitel
I. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den Paradigmenwechsel hin zu einer ganzheitlich ökologischen Betrachtung der Wirtschaft und definiert das Ziel der Arbeit, Regionalmanagement als Konzept für nachhaltige Entwicklung darzustellen.
II. Regionalmanagement und nachhaltige Regionalentwicklung: Dieses Kapitel definiert den Begriff der Region und das Managementverständnis, leitet daraus notwendige Qualifikationen für Regionalmanager ab und beschreibt spezifische Aufgabenfelder wie Netzwerkarbeit und Ressourcenmanagement im Kontext der Nachhaltigkeit.
III. Abschließende Überlegungen: Das Fazit resümiert das Regionalmanagement als wichtiges Instrument für die Regionalentwicklung und fordert die Etablierung standardisierter Weiterbildungsmöglichkeiten für Regionalmanager.
Schlüsselwörter
Regionalmanagement, Nachhaltigkeit, Regionalentwicklung, endogene Potenziale, Lokale Agenda 21, Netzwerkbildung, Prozesssteuerung, Strukturentwicklung, Bürgerbeteiligung, ländlicher Raum, Projektmanagement, ökologische Ökonomie, Wirtschaftsförderung, Regionale Identität, Ressourcenmanagement.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht das Regionalmanagement als praxisnahes Konzept, um eine nachhaltige Entwicklung in Regionen zu initiieren und aktiv zu steuern.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Arbeit fokussiert sich auf die Verknüpfung von ökonomischen, ökologischen und sozialen Aspekten in der Regionalentwicklung sowie auf die Rolle der Netzwerkarbeit.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es aufzuzeigen, wie Regionalmanagement als „Bottom-up“-Prozess die Region nachhaltig stärken kann, indem endogene Potenziale gezielt mobilisiert werden.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Fundierung, ergänzt durch die Analyse etablierter Praxisbeispiele, wie das Waldviertel Management und das Konzept des Landkreises Rottal-Inn.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil definiert das Profil des Regionalmanagers, beschreibt konkrete Aufgabenbereiche (z.B. Landwirtschaft, Tourismus, Soziales) und verknüpft diese mit den Leitlinien der Nachhaltigkeit.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Regionalmanagement, Nachhaltigkeit, endogene Potenziale, Netzwerkbildung und eine ganzheitliche ökologische Ökonomie.
Wie unterscheiden sich Ist- und Soll-Zustand in der Darstellung der Arbeit?
Der Ist-Zustand beschreibt eine hohe Abhängigkeit von externen Rohstoffen und Energie, während der Soll-Zustand eine zirkuläre, regionale Veredelung von Produkten und Rohstoffen anstrebt.
Warum ist die Qualifikation des Regionalmanagers von solch hoher Bedeutung?
Da Regionalmanagement keine standardisierte Ausbildung darstellt, ist die Fähigkeit zur Moderation, Führung und Vernetzung entscheidend, um den komplexen, partizipativen Prozess der Regionalentwicklung erfolgreich zu leiten.
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- Alexander Thomas (Author), 2001, Regionalmanagement, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/5518