Mein Praktikum auf dem Aktivspielplatz Hildesheim


Praktikumsbericht / -arbeit, 2005

18 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Vorwort

1. Beschreibung der Organisation
1.1. Historie
1.2. Lage
1.3. Finanzierung
1.4. Mitarbeiter/Innenstruktur
1.5. Besucher/Innenstruktur
1.6. Kooperation und stetiger Austausch mit Familien und anderen Kinder- und Jugendhilfeeinrichtungen
1.7. Öffnungszeiten
1.8. Ausstattung des Aktivspielplatzes

2. Pädagogischer Leitfaden, Rechtsgrundlage und Ziele der Aktivspielplatzarbeit
2.1. Was bedeutet „Offene Kinder- und Jugendarbeit“?
2.2. Rechtsgrundlage
2.3. Ziele des Aktivspielplatzes

3. Darstellung der eigenen Tätigkeit und des Tätigkeitszusammenhanges (Einbindung in die Konzeption)
3.1. Betreuung im Offenen-Tür-Bereich
3.2. Beobachtung im Offenen-Tür-Bereich
3.2.1. Beobachtung am Beispiel der Familie
3.3. Spiel- und Sportangebote
3.4. Kreative Angebote
3.5. Allgemeine Vorbereitungsarbeiten
3.6. Verpflegung der Tiere
3.7. Hausaufgabenhilfe

4. Reflektion meines Praktikums
4.1. Eigene Probleme
4.2.Eigene Erfolge
4.3.Negative Eindrücke
4.4.Betriebsklima und Beurteilung der Anleitung
4.5.Folgerungen für meine Zukunft
4.6.Verbesseerungsvorschläge

Vorwort

Bei der Frage, in welcher Einrichtung ich mein achtwöchiges Praktikum absolvieren wollte, standen zwei Überlegungen im Vordergrund:

1. Welche Form von Einrichtung kann mir am ehesten eine allgemeine Einsicht in das Gebiet der Kinder- und Jugendarbeit bieten?
2. Ich besaß bis dahin nur wenig Erfahrung mit Jugendlichen aus sozialen Brennpunkten und scheute davor zurück, ein konfliktbehaftetes Einsatzgebiet (wie etwa Jugendarrestanstalten) zu wählen.

Ich entschied mich daher (unter anderem da mir aufgrund eigener Besuche aus meiner Kindheit die Einrichtung bekannt war) für den Aktivspielplatz X..

1. Beschreibung der Organisation

1.1. Historie

Vor 30 Jahren kaufte die Stadt X. im Stadtteil „S.“ einen alten Bauernhof und baute diesen zum Aktivspielplatz um. Im ehemaligen Haupthaus sind heute die Büros sowie unterschiedlich ausgestattete Räume untergebracht. Im ehemaligen Stall ist heute die Tenne. eine große Halle in der sich den Kindern und Jugendlichen die unterschiedlichsten Spielmöglichkeiten bieten. Des Weiteren gehört zum Aktivspielplatz ein 10.000 qm großes Außengelände auf dem sich auch zahlreiche Spielideen verwirklichen lassen.

1.2. Lage

Der Aktivspielplatz liegt am Rand eines Wohngebietes und in erreichbarer Nähe zu den Schulen in der Innenstadt. Eine Grundschule befindet sich cirka einen Kilometer entfernt. Einen Kindergarten gibt es in diesem Stadtteil nicht. Zwischen Autobahn, Gewerbegebiet Umgehungsstraße und stark befahrener Bundesstrasse ist der Stadtteil mit öffentlichen Nahverkehrsmitteln oder zu Fuß nur unzureichend erreichbar. In unmittelbarer Nachbarschaft des Platzes befindet sich seit 4 Jahren ein Neubaugebiet (Einfamilienhäuser). Der Aktivspielplatz und das Neubaugebiet werden durch eine Straße vom „alten“ Stadtteil abgegrenzt. Dort gibt es z. Zt. noch zwei Geschäfte sowie einen Kiosk. Es grenzen mehrere Wohnblöcke des Sozialen Wohnungsbaus an, in denen ca. 50 % der Besucher/Innen des Aktivspielplatzes wohnen.

1.3. Finanzierung

Die Stadt X. fungiert als Träger der Einrichtung. Über die bereitgestellten finanziellen Mittel entscheidet der Jugendhilfeausschuss. Weitere Finanzierungsquellen sind Spenden und Einnahmen aus Veranstaltungen. Das Jahresbudget des Aktiv-Spiel-Platzes beträgt z. Zt. 236.800 €., davon sind 70% geschätzte Personalkosten. Für die Erhaltung des Gebäudes und der Außenanlagen ist ein Budget von 7% angesetzt. Für Grundbesitzabgaben, Energiekosten, Wasser, Inventar, Reinigung, Reparaturen, Telefon, Versicherungen u. ä. beläuft sich der Ansatz auf 19%. Der Haushaltsansatz für Lehr- Lern- Beschäftigungsmaterialien und für Veranstaltungen, so wie Lesestoffe u. ä., beträgt 4%.

1.4. Mitarbeiter/Innenstruktur:

Die Mitarbeiter des Aktivspielplatzes sind: eine Leiterin, eine Erzieherin sowie eine Berufspraktikantin, vier Honorarkräfte (Studenten der Sozialpädagogik und Kulturpädagogik) für spezielle Aufgaben wie Musik, Sport, Baugebiet und Hausaufgabenhilfe, wechselnde Praktikanten/Innen von der Uni, der FH und Erzieherschulen sowie ein Hausmeister.

1.5. Besucher/Innenstruktur:

Diese Mitarbeiter betreuen täglich ca. 40 – 70 sogenannte Stammkinder (Kinder die in der Einrichtung namentlich bekannt sind und sie täglich bzw. wöchentlich be-suchen und mit deren Familien zum Teil sehr eng zusammengearbeitet wird). Das Klientel setzt sich zusammen aus 30 % deutschen und 70 % ausländischen (vor-wiegend Kosovo-Albaner) Kindern. Das Angebot des Aktivspielplatzes richtet sich vordergründig an Kinder und Jugendliche zwischen 6 und 14 Jahren. Die Besucher/Innen kommen aus dem gesamten Stadtgebiet jedoch überwiegend aus dem angrenzenden Stadtteil. Die Geschlechterverteilung liegt bei 70 % männlichen und 30 % weiblichen Besucher/Innen. Zusätzlich besuchen noch Kindergartengruppen, Schulklassen, sowie Kindergruppen von freien und öffentlichen Trägern der Jugendhilfe sowie private Geburtstagsgruppen den Aktivspielplatz.

1.6. Kooperation und stetiger Austausch mit Familien und anderen Kinder- und Jugendeinrichtungen:

Der Aktivspielplatz befindet sich im stetigen Austausch, sowie in Kooperation mit anderen Einrichtungen der freien und öffentlichen Jugendhilfe (Haus der Jugend, Kinder- und Jugendhaus Klemmbutze KJH Nordstadt etc.). Ein intensiver Kontakt besteht zu den Schulen und Kindergärten, die von den Stammkindern besucht werden. Der Aktivspielplatz steht als Treffpunkt und Veranstaltungsort diesen Interessengruppen des Stadtteils zur Verfügung. Das attraktive Außengelände wird von Familien des Stadtteils für Freizeitzwecke genutzt. Hierbei entstehen Kontakte und informelle Gespräche, die für die allgemeine Orientierung im Stadtteil und die familienbezogene Arbeit unermesslich sind. Dieser Kontakt wird durch Hausbesuche, die auch von den Eltern und Kindern angeregt werden, und das „Nach-Hause-Bringen“ der Kinder in den Wintermonaten aufrechterhalten und intensiviert. Zusätzlich werden besonders die Bewohner des Stadtteils durch größer angelegte Veranstaltungen und Feste, wie Osterfeuer und Sommerfest, angesprochen.

1.7. Öffnungszeiten:

Im allgemeinen ist der Aktivspielplatz montags bis freitags von 13:00 Uhr bis 18:00 Uhr geöffnet. Ab 13:00 Uhr kommen täglich die sogenannten Hausaufgabenkinder, ab 14:00 Uhr meist die Spielkinder . In den Ferien wird eine Stunde früher geöffnet und bei Sonderveranstaltungen später geschlossen. Nach Anmeldung besteht für Gruppen die Möglichkeit den Aktivspielplatz von 10:00 Uhr bis 20:00 Uhr zu nutzen.

1.8. Ausstattung des Aktivspielplatzes:

Im Haus befinden sich verschiedene Funktionsräume (insgesamt ca. 500 qm), die für die pädagogische Arbeit genutzt werden:

- Spiel und Tobebereich / Tenne
(Der Aktivspielplatz besitzt einen offenen Freizeitbereich (die sog. Tenne) mit Billard, Tischfußball, Sitzgruppen, einer abgetrennten Verkleidungsecke und einem Tobebereich mit Matten, einer Rutsche, einem Kletternetz, Sprossenwänden)
- Werkraum und Fahrradwerkstatt
- Töpfer- und Kreativraum
- Multifunktionsraum (Tischtennis, Tanzen, Video)
- Snoezelraum (ein Ruheraum mit Leseecke)
- Gruppenraum (auch genutzt für Hausaufgaben)
- Musik- und Mädchenraum
- Computerraum, Küche, Büro

Im Außengelände befinden sich diverse Großspielgeräte wie eine Seilbahn, verschiedene Schaukeln, Sandkästen, Karussell, eine Wippe und viele mehr. Zudem ist es in verschiedene Bereiche unterteilt: ein Teich, ein Baugebiet in dem die Kinder unter Anleitung professionell eine eigene Hütte bauen können, ein Tiergehege mit Gänsen, Hühnern und Ziegen, Nutzgarten, Sinnesgarten, Feuerstelle, Grillplatz, BMX-Strecke und ein Mannschaftsspielfeld.

2. Pädagogischer Leitfaden, Rechtsgrundlage und Ziele der Aktivspielplatzarbeit

2.1. Was bedeutet „Offene Kinder- und Jugendarbeit“?:

Der Aktivspielplatz ist eine Einrichtung der offenen Kinder- und Jugendarbeit. Diese findet vor allem in Jugendfreizeitstätten (Häusern der Jugend, Jugendzentren, etc.) statt. Es handelt sich um Einrichtungen, die allen Kindern und Jugendlichen, beson-ders den nichtorganisierten, durch Bereitstellen von Räumen und Sachmitteln die Möglichkeit zu vielfältigen Freizeitaktivitäten bieten und regelmäßig, d. h. an mehre-ren Tagen in der Woche bis in den Abend geöffnet sind.“(Krisam und Tegethoff „Jugendfreizeitzentrum und soziales Umfeld“ Neuwied 1977, S.2)

2.2. Rechtsgrundlage

Das Kinder- und Jugendhilfegesetz (KJHG) bietet die Rechtsgrundlage für die Offene Arbeit mit Kindern. Im KJHG sind die Richtlinien für die Jugendarbeit genannt. Die Offene Arbeit mit Kindern und Jugendlichen ist als Bestandteil der Jugendarbeit anzusehen. Im KJHG werden unter anderem folgende, konkrete Zielvorgaben erwähnt:

Jugendhilfe soll zur Verwirklichung des Rechts nach Absatz 1 insbesondere

- jungen Menschen in ihrer individuellen und sozialen Entwicklung fördern und dazu beitragen, Benachteiligungen zu vermeiden und abzubauen (Hausauf-gabenhilfe, Förderung der motorischen Fähigkeiten bei einzelnen Kindern)
- Eltern und andere Erziehungsberechtigte bei der Erziehung beraten und unterstützen (Den Eltern aufzeigen, sie sich in einem anderen Kulturkreis bewegen und ihnen helfen sich darin zurecht zu finden und ihnen Ratschläge geben, wie sie z. B. mit einem sehr aggressiven Kind umgehen können)
- Kinder und Jugendliche vor Gefahr und für ihr Wohl schützen
- Dazu beitragen, positive Lebensbedingungen für junge Menschen und ihre Familien, sowie eine kinder- und familienfreundliche Umwelt zu erhalten oder zu schaffen (Eventuelle kulturelle Missverständnisse aus der Welt räumen und sich mit den Stadtteilbewohnern für den Bau eines kleinen Spielplatzes zwischen den Häusern einsetzen) . (KJHG §1 Abs. 3)
Im KJHG werden alle für die Offene Kinder- und Jugendarbeit wichtigen Punkte geregelt.

2.3. Ziel des Aktivspielplatzes:

Die Aufgabe des Aktivspielplatzes bzw. der beschäftigten Mitarbeiter/Innen ist es, den Kindern die den Aktivspielplatz besuchen verschiedene Spielmöglichkeiten aufzuzeigen die wiederum verschiedene pädagogische, psychologische und physiologische Ziele verfolgen. Des Weiteren wird den Kindern beigebracht sich an Gebote, Verbote und Regeln zu halten, die für einen normalen Umgang miteinander unumgänglich sind. Und natürlich sollen die Kinder und Jugendlichen einfach nur Spaß am Entdecken, Ausprobieren und Spielen haben. Der Schwerpunkt der Angebote ist es jedoch, Kinder und Jugendliche zu einem verantwortlichen Umgang mit der Natur und Umwelt zu befähigen. Um ihnen kausale Zusammenhänge (Kreisläufe) der Natur und deren (Aus-) Wirkung auf den Menschen zu vermitteln, ist es notwendig, ihnen Primärerfahrungen mit der Natur zu ermöglichen. Diese Determiniertheiten Erleben und Begreifen Kinder auf dem Aktivspielplatz durch besondere Exkursionen und Angebote (Besuch der Kläranlage, Baumfällen in Zusammenarbeit mit dem Forstamt, Analyse des Teich- und Brunnenwassers uva.) sowie in der alltäglichen Betreuung und Nutzung der speziellen Bereiche des Außengeländes (Garten, Tierbereich, Feuerstelle, Teich).

[...]

Ende der Leseprobe aus 18 Seiten

Details

Titel
Mein Praktikum auf dem Aktivspielplatz Hildesheim
Hochschule
HAWK Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst - Fachhochschule Hildesheim, Holzminden, Göttingen
Note
1,3
Autor
Jahr
2005
Seiten
18
Katalognummer
V55201
ISBN (eBook)
9783638502214
Dateigröße
480 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Mein, Praktikum, Aktivspielplatz, Hildesheim
Arbeit zitieren
Nicole Taschewski (Autor), 2005, Mein Praktikum auf dem Aktivspielplatz Hildesheim, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/55201

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Mein Praktikum auf dem Aktivspielplatz Hildesheim



Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden