Bei der Frage, in welcher Einrichtung ich mein achtwöchiges Praktikum absolvieren
wollte, standen zwei Überlegungen im Vordergrund:
1. Welche Form von Einrichtung kann mir am ehesten eine allgemeine Einsicht
in das Gebiet der Kinder- und Jugendarbeit bieten?
2. Ich besaß bis dahin nur wenig Erfahrung mit Jugendlichen aus sozialen
Brennpunkten und scheute davor zurück, ein konfliktbehaftetes Einsatzgebiet
(wie etwa Jugendarrestanstalten) zu wählen.
Ich entschied mich daher (unter anderem da mir aufgrund eigener Besuche aus meiner
Kindheit die Einrichtung bekannt war) für den Aktivspielplatz X.
Inhaltsverzeichnis
Vorwort
1. Beschreibung der Organisation
1.1. Historie
1.2. Lage
1.3. Finanzierung
1.4. Mitarbeiter/Innenstruktur
1.5. Besucher/Innenstruktur
1.6. Kooperation und stetiger Austausch mit Familien und anderen Kinder- und Jugendhilfeeinrichtungen
1.7. Öffnungszeiten
1.8. Ausstattung des Aktivspielplatzes
2. Pädagogischer Leitfaden, Rechtsgrundlage und Ziele der Aktivspielplatzarbeit
2.1. Was bedeutet „Offene Kinder- und Jugendarbeit“?
2.2. Rechtsgrundlage
2.3. Ziele des Aktivspielplatzes
3. Darstellung der eigenen Tätigkeit und des Tätigkeitszusammenhanges (Einbindung in die Konzeption)
3.1. Betreuung im Offenen-Tür-Bereich
3.2. Beobachtung im Offenen-Tür-Bereich
3.2.1. Beobachtung am Beispiel der Familie S.
3.3. Spiel- und Sportangebote
3.4. Kreative Angebote
3.5. Allgemeine Vorbereitungsarbeiten
3.6. Verpflegung der Tiere
3.7. Hausaufgabenhilfe
4. Reflektion meines Praktikums
4.1. Eigene Probleme
4.2. Eigene Erfolge
4.3. Negative Eindrücke
4.4. Betriebsklima und Beurteilung der Anleitung
4.5. Folgerungen für meine Zukunft
4.6. Verbesserrungsvorschläge
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit dokumentiert die Erfahrungen eines achtwöchigen Praktikums auf einem Aktivspielplatz. Ziel ist es, die pädagogische Arbeit in dieser Einrichtung der offenen Kinder- und Jugendarbeit darzustellen, die eigene Tätigkeit kritisch zu reflektieren und den Einfluss auf die berufliche Entwicklung der Verfasserin zu analysieren.
- Strukturelle Analyse der Organisation und Zielgruppenbetreuung.
- Einordnung der Einrichtung in den pädagogischen und gesetzlichen Rahmen (KJHG).
- Praktische Dokumentation pädagogischer Methoden wie offene Spielbetreuung, Beobachtung und Hausaufgabenhilfe.
- Reflektion über Professionalisierungsprozesse und den Umgang mit Herausforderungen in sozialen Brennpunkten.
Auszug aus dem Buch
3.2.1. Beobachtung am Beispiel der Familie S.
Ich möchte die Beobachtung am Beispiel der Familie S. erläutern.
Die kurdische Familie S. lebt zusammen mit Vater, Mutter, einem 6 Monate alten Säugling, der 6 Jährigen I., dem 8 Jährigen H, dem 9 jährigen M.., der 12 jährigen Z und der 14 jährigen L. zusammen in einer kleinen 5-Zimmer-Wohnung. Die Kinder schlafen zu zweit oder zu dritt mal in dem einen Bett und mal in dem anderen Bett. Das Baby schläft bei den Kindern im Zimmer. Die älteren Mädchen kümmern sich nachts und manchmal auch tagsüber um den Säugling. Die Eltern dürfen nicht arbeiten weil sie nur eine Duldung in Deutschland haben. Die Kinder gehen zwar zur Schule, aber auf Unterstützung der Eltern können sie nicht zählen, da lt. Ihnen nur die Jungen ein recht auf Bildung haben und die Mädchen für den Haushalt und die Familie zuständig sind und vorhandene Sprachprobleme die Schulunterstützung stark einschränken.
Auch vorhandene finanzielle Probleme lenken das Hauptmerkmal der Eltern von den Kindern ab. Die Älteste Tochter ist dafür zuständig sich um die Jüngeren zu kümmern. Wenn z. B. eines der jüngeren Geschwister krank wird geht sie mit dem Kind zum Arzt und verpasst dadurch natürlich den eigenen Schultag. Da sie schon 14 Jahre alt ist, darf sie nur einmal die Woche nachmittags den Aktivspielplatz besuchen. Alle diese Kinder kommen fast täglich zur Hausaufgabenhilfe und verbringen auch ihren Nachmittag auf dem Gelände. Die 14 Jährige L. blüht regelrecht auf wenn sie sich altersgerecht benehmen kann und nicht eine Mutterfigur für ihre Geschwister sein muss. Ein weiterer Grund für ihre Unbefangenheit ist die Tatsache, dass zu Hause schon über ihre Zwangshochzeit im Heimatland gesprochen wird und sie sehr viel Angst davor hat.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Beschreibung der Organisation: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über die Geschichte, Lage, Finanzierung sowie die Personal- und Besucherstruktur der Einrichtung.
2. Pädagogischer Leitfaden, Rechtsgrundlage und Ziele der Aktivspielplatzarbeit: Hier werden die theoretischen Grundlagen der offenen Kinder- und Jugendarbeit sowie die gesetzlichen Vorgaben gemäß KJHG erläutert und mit den spezifischen Zielen des Aktivspielplatzes verknüpft.
3. Darstellung der eigenen Tätigkeit und des Tätigkeitszusammenhanges (Einbindung in die Konzeption): Der Abschnitt dokumentiert die praktischen Aufgaben der Praktikantin, darunter die Betreuung im offenen Bereich, gezielte Beobachtungen und die Durchführung von Kreativ- sowie Sportangeboten.
4. Reflektion meines Praktikums: Das abschließende Kapitel reflektiert die während des Praktikums gemachten Erfahrungen, aufgetretene Probleme, erzielte Erfolge sowie persönliche Schlussfolgerungen für den weiteren beruflichen Werdegang.
Schlüsselwörter
Aktivspielplatz, Offene Kinder- und Jugendarbeit, Soziale Arbeit, Praktikumsbericht, Pädagogische Beobachtung, Hausaufgabenhilfe, KJHG, Sozialer Brennpunkt, Spielpädagogik, Integrationsarbeit, Familienhilfe, Sozialpädagogik, Kinderbetreuung, Jugendhilfe, Praxisreflektion.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Es handelt sich um einen Praktikumsbericht, der die tägliche Arbeit, die strukturellen Rahmenbedingungen und die pädagogischen Prozesse auf einem Aktivspielplatz während eines achtwöchigen Zeitraums dokumentiert.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die pädagogische Begleitung von Kindern in einem sozialen Brennpunkt, die Einbindung der Einrichtung in den rechtlichen Rahmen des KJHG sowie die Reflexion der Rolle einer Praktikantin.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das primäre Ziel ist die Dokumentation der Lernprozesse und praktischen Erfahrungen in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen, um das berufliche Profil der Verfasserin zu schärfen.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit basiert primär auf teilnehmender Beobachtung, pädagogischer Reflexion und der Verknüpfung von Praxiserfahrungen mit fachspezifischen theoretischen Grundlagen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung der Einrichtung, die theoretische Herleitung der pädagogischen Arbeit und die detaillierte Schilderung der durchgeführten Tätigkeiten und Projekte.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist durch Begriffe wie Aktivspielplatz, Offene Kinder- und Jugendarbeit, Sozialarbeit und Praxisreflektion geprägt.
Wie geht die Einrichtung mit Kindern aus sozial schwierigen Verhältnissen um?
Die Einrichtung setzt auf eine Kombination aus freiem Spiel, Hausaufgabenhilfe und gezielter Beobachtung, um individuelle Defizite frühzeitig zu erkennen und durch einfache, strukturierte Angebote auszugleichen.
Welche Rolle spielt die Beobachtung bei der Arbeit?
Die Beobachtung dient dazu, ein objektives Bild vom Entwicklungsstand der Kinder zu erhalten und so die Fördermaßnahmen unvoreingenommen und effektiv auf die Bedürfnisse des einzelnen Kindes abzustimmen.
Was wird als größte Herausforderung im Praktikum geschildert?
Die Verfasserin beschreibt die Betreuung bei hoher Besucherzahl unter Personalmangel sowie die Schwierigkeiten, als Praktikantin eigene pädagogische Konzepte gegen Widerstände oder aufgrund fehlender Konzeption umzusetzen.
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- Nicole Taschewski (Author), 2005, Mein Praktikum auf dem Aktivspielplatz Hildesheim, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/55201