Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Pedagogy - School System, Educational and School Politics

Die Minderheiten in Italien - Südtirol und seine Mehrsprachigkeit

Title: Die Minderheiten in Italien - Südtirol und seine Mehrsprachigkeit

Term Paper (Advanced seminar) , 2006 , 32 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Heike Lorenz (Author)

Pedagogy - School System, Educational and School Politics
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Ausgehend von den rechtlichen Grundlagen der Minderheiten in Italien, welche einleitend im Einzelnen vorgestellt werden, wird am Beispiel des italienischen Schulwesens zunächst gezeigt, wie das Recht auf sprachliche Ausbildung in der Minderheitensprache in der Praxis umgesetzt werden kann. Dazu wird auf entsprechende Erneuerungen im italienischen Schulgesetz in den letzten Jahren näher eingegangen.
Im Hauptteil wird am Beispiel Südtirol, in dem neben der Standardsprache Italienisch ebenso das Deutsche und das Ladinische als Minderheitensprachen gesprochen werden, exemplarisch dargestellt, wie eine lebendige Mehrsprachigkeit in einer Region funktionieren kann. Mit Bezug auf die historische Entwicklung der rechtlichen Situation der Minderheiten in Südtirol, beginnend mit Ende des 1. Weltkrieges bis heute, wird die Bedeutung des, in dieser historischen Entwicklung entstandenen, Autonomiestatutes Südtirols für dessen Schulwesen näher betrachtet. Schließlich wird das zweisprachige (deutsch/ italienisch) bzw. dreisprachige (deutsch/ italienisch/ ladinisch) Schulsystem Südtirols hinsichtlich der schulausbildungspraktischen Umsetzung der Mehrsprachigkeit in dieser Region dargestellt. Abschließende Betrachtungen gehen näher auf die Problematik Hochsprache vs. Dialekt innerhalb der schulischen Ausbildung und bezüglich der Mehrsprachigkeit ein.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Rechtliche Grundlagen der sprachlichen Minderheiten in Italien

2. Vorstellung der sprachlichen Minderheiten in Italien

3. Schule für die Minderheiten in Italien

4. Südtirol und seine Mehrsprachigkeit

4.1. Historische Entwicklung der Situation der Minderheiten in Südtirol

4.1.1. Die Zeit vom 1. Weltkrieg bis zum Ende des 2. Weltkrieges

4.1.2. Das "Gruber – De Gaspari – Abkommen"

4.1.3. Das erste Autonomiestatut und das zweite Autonomiestatut

4.2 Das Schulwesen in Südtirol

4.2.1. Die Bedeutung der Autonomiestatute für das Schulwesen in Südtirol

4.2.2. Kindergarten und Schule für die deutsche und italienische Bevölkerung

4.2.3. Das Schulsystem in den ladinischen Tälern

4.3. Deutsche Hochsprache vs. Dialekt – Problematik in Südtirol und die neue Schulreform

Zusammenfassende Betrachtung des Minderheitenschulwesens in Italien mit Fokus auf Südtirol

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das Minderheitenschulwesen in Italien mit einem besonderen Fokus auf Südtirol und die dortige Mehrsprachigkeit. Ziel ist es, die rechtlichen Rahmenbedingungen und die historische Entwicklung der Autonomie zu analysieren, um ein tieferes Verständnis für die schulische Organisation und die Sprachförderung der verschiedenen Sprachminderheiten in dieser Region zu gewinnen.

  • Rechtliche Grundlagen und Verfassungsschutz für Minderheiten in Italien
  • Historische Entwicklung der Südtirol-Autonomie und der Autonomiestatute
  • Strukturen des Südtiroler Schulwesens (Seperatismus vs. Parität)
  • Didaktische Ansätze zur Sprachförderung (Hochsprache vs. Dialekt)
  • Die Rolle der Schule als Identitäts- und Integrationsfaktor

Auszug aus dem Buch

4.1.1. Die Zeit vom 1. Weltkrieg bis zum Ende des 2. Weltkrieges

Durch den Friedensvertrag von Saint Germain wurde nach dem 1. Weltkrieg die Grenze zwischen Österreich und dem italienischem Königreich direkt am Brenner entlang der natürlichen Hauptwasserscheide gezogen. Damit wurde die Zukunft des fast ausschließlich deutschen Südtirols im italienischen Königreich besiegelt, ohne dass im Friedensvertrag von Saint Germain die deutsche, als auch die ladinische Minderheit überhaupt Beachtung erfahren hätten. So wurde Südtirol am 10. Oktober 1920 offiziell von Italien annektiert. Und nicht nur Personen deutscher Muttersprache widerfuhr dieses Ereignis, ungefähr auch genauso viele Menschen slowenischer und kroatischer Muttersprache fanden sich plötzlich innerhalb italienischer Staatsgrenzen wieder. Die positive Grundhaltung der italienischen Monarchie gegenüber dieser neuen und besondere Maßnahmen erfordernde Situation, die zunächst minderheitenfreundliche Politik, welche auf den ersten Blick Anlass zur Hoffnung gab, wurde mit der Machtübernahme der Faschisten im Oktober 1922 zunichte gemacht.

1923 verkündete Mussolini sein 32 Punkte umfassendes "Italianisierungsprogramm". Um die deutsche Bevölkerung durch die Entnationalisierung sprachlich zu entwurzeln, wurde Südtirol 1923 der Provinz Triest einverleibt. Die neuerliche Politik Mussolinis, war eine der Unterdrückung und Assimilierung der deutschen Minderheit. Neben der Massenansiedlung von Italienern durch die Industrialisierung des Gebietes und der Aussiedlung der Deutschen wurde Italienisch zur ausschließlichen Unterrichts- Amts- und Gerichtssprache erklärt, zudem wurden alle Ortsnamen ins Italienische übersetzt. Daraus folgte, dass zur Besetzung öffentlicher Dienstellen fast nur Italiener herangezogen wurden, und die Deutschen so aus dem öffentlichen Leben verdrängt wurden.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Einführung in die Minderheitensituation in Italien, wobei die zentrale Rolle Südtirols und die historische Bedeutung des Schutzes sprachlicher Minderheiten hervorgehoben werden.

1. Rechtliche Grundlagen der sprachlichen Minderheiten in Italien: Analyse der italienischen Verfassung und der legislativen Rahmenbedingungen, insbesondere des Gesetzes Nr. 482 zum Schutz der Sprachminderheiten.

2. Vorstellung der sprachlichen Minderheiten in Italien: Ein Überblick über die verschiedenen Sprachminderheiten, ihre geographische Verbreitung und die Herausforderungen bei der praktischen Umsetzung von Schutzmaßnahmen.

3. Schule für die Minderheiten in Italien: Darstellung der schulischen Bildungsreformen und der Bedeutung des Muttersprachunterrichts für den Erhalt kultureller Identität.

4. Südtirol und seine Mehrsprachigkeit: Detaillierte Betrachtung der Südtiroler Besonderheit, gegliedert in historische Hintergründe, Autonomiestatute, das spezifische Schulwesen sowie die Problematik von Dialekt und Hochsprache.

Zusammenfassende Betrachtung des Minderheitenschulwesens in Italien mit Fokus auf Südtirol: Synthese der Ergebnisse, wobei die Effektivität von Schulseparatismus und paritätischen Modellen kritisch bewertet wird.

Schlüsselwörter

Minderheitenschutz, Südtirol, Autonomiestatut, Italienische Verfassung, Mehrsprachigkeit, Muttersprachunterricht, Schulseparatismus, Paritätische Schule, Ladinisch, Hochdeutsch, Dialekt, Identitätsfindung, Sprachpolitik, Bildungswesen, Minderheitensprachen.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Hausarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit dem Minderheitenschulwesen in Italien, wobei der Fokus auf Südtirol und den dortigen sprachpolitischen sowie bildungsrelevanten Besonderheiten liegt.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Im Zentrum stehen die rechtliche Absicherung von Sprachminderheiten, die Autonomiegeschichte Südtirols und die Organisation des Schulwesens unter Berücksichtigung verschiedener Sprachtypen.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die Untersuchung zielt darauf ab, aufzuzeigen, wie das Schulsystem in Südtirol den Schutz und die Förderung der verschiedenen Sprachen (Deutsch, Italienisch, Ladinisch) realisiert und welche Herausforderungen dabei entstehen.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Arbeit stützt sich auf eine fundierte Literaturanalyse und die Auswertung von Gesetzen, Autonomiestatuten sowie statistischen Daten zur Schulsituation in Südtirol.

Was wird schwerpunktmäßig im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die rechtlichen Grundlagen auf nationaler Ebene und eine detaillierte Analyse der Südtiroler Schulstruktur, inklusive der paritätischen Modelle in den ladinischen Tälern.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit am besten charakterisieren?

Die zentralen Begriffe sind Minderheitenschutz, Autonomie, Mehrsprachigkeit, Schulseparatismus und Sprachdidaktik.

Welche Bedeutung hat das "Gruber – De Gaspari – Abkommen" für Südtirol?

Dieses Abkommen von 1946 ist für den Schutz der deutschen Sprachminderheit in Südtirol von grundlegender Bedeutung, da es die Internationalisierung des Problems einleitete und wichtige Rechte für die Minderheit festschrieb.

Was unterscheidet das Schulmodell in den ladinischen Tälern vom übrigen Südtirol?

Während im restlichen Südtirol ein Schulseparatismus (getrennte Schulen) vorherrscht, setzen die ladinischen Täler auf ein paritätisches Schulmodell, das auf Integration und dreisprachigem Unterricht basiert.

Warum stellt der Dialektgebrauch im Kontext der Schule eine Herausforderung dar?

Da im Alltag stark Dialekt gesprochen wird, während die Schule das Hochdeutsche als Schriftsprache festigen muss, entsteht eine Spannungsfeld zwischen sprachlicher Identität und der Notwendigkeit einer standardisierten Bildungssprache.

Excerpt out of 32 pages  - scroll top

Details

Title
Die Minderheiten in Italien - Südtirol und seine Mehrsprachigkeit
College
Dresden Technical University  (Fakultät Erziehungswissenschaften)
Course
Das Minderheitenschulwesen in Europa –eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe
Grade
1,0
Author
Heike Lorenz (Author)
Publication Year
2006
Pages
32
Catalog Number
V55205
ISBN (eBook)
9783638502221
ISBN (Book)
9783638693394
Language
German
Tags
Minderheiten Italien Südtirol Mehrsprachigkeit Minderheitenschulwesen Europa Aufgabe
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Heike Lorenz (Author), 2006, Die Minderheiten in Italien - Südtirol und seine Mehrsprachigkeit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/55205
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  32  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint