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Kombilöhne in Deutschland - Schafft die Etablierung eines Niedriglohnsektors mehr Arbeitsplätze in Deutschland?

Title: Kombilöhne in Deutschland - Schafft die Etablierung eines Niedriglohnsektors mehr Arbeitsplätze in Deutschland?

Seminar Paper , 2005 , 23 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Florian Buntin (Author)

Sociology - Work, Education, Organisation
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Die Zahl der Arbeitslosen beträgt im November 2005 nicht saisonbereinigt 4.531.000. Das entspricht einer Arbeitslosenquote von 10,9 Prozent (Vgl. Bundesagentur für Arbeit: 2005). Der Arbeitsmarkt bleibt somit weiter an-gespannt. Auch die Einführung von Hartz IV, der Zusammenlegung von Arbeitslosenhilfe und Sozialhilfe, konnte nicht für Belebung sorgen. Zudem nimmt die Zahl der Insolvenzen stetig zu. Massenentlassungen bei der Deutschen Bank, Daimler-Chrysler und AEG beherrschen die Medien im Herbst 2005. Angela Merkel, die neue Bundeskanzlerin, sieht als das „größte Problem, mit dem unser Land zu kämpfen hat - die Arbeitslosigkeit -, (...)“ (Merkel 2005).
Gründe für die hohe Arbeitslosigkeit gibt es viele. Generelle und strukturelle Wachstumsschwächen, die Lohnnebenkosten, Regulierung des Arbeitsmarktes und diverse weitere (Vgl. Schmid 2002: S. 27ff). Bis jetzt konnte jedoch noch kein Allheilmittel zur Bewältigung der Probleme gefunden werden.
In letzter Zeit wird wieder verstärkt über die Etablierung des Niedriglohnsektors in Deutschland diskutiert. Wobei die Meinungen darüber auseinander gehen, ob es einen Niedriglohnsektor in Deutschland bereits gibt oder dieser erst geschaffen werden muss (Vgl. Bach/Schupp 2003: S. 1). Im gleichen Kontext wird über die Einführung von Kombilöhnen beratschlagt. Bereits im Koalitionsvertrag zwischen CDU, CSU und SPD ist eine Prüfung der Möglichkeiten in 2006 vorgesehen (Vgl. Koalitionsvertrag 2005). Die CDU forciert dabei das Tempo. Nach ihr sollen Kombilöhne bereits zum 01.01.2007 für Langzeitarbeitslose eingeführt werden (Vgl. Spiegel Online 02.01.2006).
Die vorliegende Arbeit wird zeigen, dass es in Deutschland bereits einen bedeutenden Niedriglohnsektor gibt. Je nach Bemessungsgrundlage umfasst er zwischen 17,4% und etwas mehr als einem Viertel aller Vollzeitbeschäftigten. Im Hauptteil der Arbeit werden verschiedene Kombilohnmodelle diskutiert. Es werden die Stärken und Schwächen herausgearbeitet und dabei Lehren für die Einführung einer bundesweiten Einführung gezogen. In diesen Zusammenhang wird auch das amerikanische Earned Income Tax Credit (EITC) diskutiert. Es wird gezeigt, dass die Schaffung und Etablierung eines Niedriglohnsektors insgesamt betrachtet hinter den Erwartungen zurückgeblieben ist. Dennoch ist gerade für die Problemgruppe der Geringqualifizierten und der Langzeitarbeitslosen der Niedriglohnsektor der einzige Wiedereinstieg auf den Arbeitsmarkt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der Niedriglohnsektor in Deutschland

2.1. Struktur des Niedriglohnsektor

2.2 Mobilität im Niedriglohnsektor

3. Segmentationsansätze

4. Kombilöhne

4.1. Wirksamkeit von Kombilöhnen

4.1.1. Pro Kombilöhne

4.1.2. Contra Kombilöhne

5. Blick in die USA

6. Zusammenfassung

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die Hausarbeit untersucht die Wirksamkeit von Kombilöhnen als arbeitsmarktpolitisches Instrument zur Förderung der Beschäftigung in Deutschland, insbesondere für Langzeitarbeitslose und Geringqualifizierte. Dabei wird der bestehende Niedriglohnsektor analysiert und hinterfragt, ob durch entsprechende Lohnsubventionen zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen werden können oder ob diese Maßnahmen strukturelle Probleme des Arbeitsmarktes nicht lösen können.

  • Analyse der Struktur und Mobilität innerhalb des deutschen Niedriglohnsektors.
  • Diskussion theoretischer Ansätze zur Arbeitsmarktsegmentation.
  • Evaluation von Kombilohnmodellen und deren Wirksamkeit anhand empirischer Studien.
  • Vergleichende Analyse des amerikanischen Earned Income Tax Credit (EITC) und dessen Übertragbarkeit.
  • Erörterung der Chancen und Risiken bei der Einführung einer bundesweiten Kombilohnregelung.

Auszug aus dem Buch

4.1.1. Pro Kombilöhne

In Deutschland wird immer wieder davon gesprochen, dass der Servicegedanke nicht besonders ausgeprägt sei und wir uns in einer Dienstleistungswüste befänden. In der Tat ist der Dienstleistungssektor in Deutschland viel schwächer ausgeprägt als in anderen europäischen Ländern. Bis zu 4 Millionen Arbeitsplätze könnten theoretisch in diesem Bereich entstehen (Vgl. Bosch 2003: S. 37). Ein nicht unbedeutender Teil wäre im Niedriglohnbereich angesiedelt.

Ein großes Problem in Deutschland stellt die Schattenwirtschaft, namentlich die Schwarzarbeit, dar. Hier entstehen dem deutschen Staat Milliardenverluste durch Mindereinnahmen. Schwarzarbeit kann extrem günstig angeboten werden, da keine Sozialversicherungsbeiträge anfallen. Bezahlt wird die reine Arbeitsleistung. Eine Subventionierung der Sozialbeiträge könnte helfen, diesen Bereich einzudämmen und in die Legalität zu heben. Zudem stellt die Subventionierung der Löhne die für die Problemgruppen vielleicht letzte Lösung dar, auf dem Arbeitsmarkt wieder Fuß zu fassen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Darstellung der aktuellen Arbeitsmarktsituation in Deutschland und Vorstellung der Fragestellung zur Wirksamkeit von Kombilöhnen.

2. Der Niedriglohnsektor in Deutschland: Untersuchung der Größe und Struktur des Sektors sowie Analyse der vertikalen Mobilität der Beschäftigten.

3. Segmentationsansätze: Darstellung der theoretischen Grundlagen der Arbeitsmarktsegmentation und deren Übertragung auf den deutschen Niedriglohnsektor.

4. Kombilöhne: Analyse der Definition und der Wirksamkeit von Kombilohnmodellen, unterteilt in pro- und contra-Argumente sowie regionale Fallbeispiele.

5. Blick in die USA: Untersuchung des US-amerikanischen EITC-Systems und dessen eingeschränkte Übertragbarkeit auf den deutschen Arbeitsmarkt.

6. Zusammenfassung: Resümee der Ergebnisse, das die Skepsis gegenüber Kombilöhnen als Allheilmittel unterstreicht und strukturelle Reformen sowie Investitionen in Bildung fordert.

Schlüsselwörter

Kombilöhne, Niedriglohnsektor, Arbeitslosigkeit, Arbeitsmarkt, Segmentationsansätze, Sozialversicherungsbeiträge, Mainzer Modell, Earned Income Tax Credit, EITC, Geringqualifizierte, Langzeitarbeitslose, Beschäftigungspolitik, Arbeitsmarktforschung, Lohnsubventionen, Mindestlohn.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Debatte um die Einführung von Kombilöhnen in Deutschland als Mittel zur Bekämpfung der hohen Arbeitslosigkeit durch die Förderung eines Niedriglohnsektors.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Zentrale Themen sind die Struktur des Niedriglohnsektors, die Segmentationsansätze der Arbeitsmarkttheorie, die Wirksamkeit von Kombilohn-Modellen sowie ein Vergleich mit dem US-amerikanischen System.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die zentrale Frage ist, ob die Etablierung eines Niedriglohnsektors durch Kombilöhne tatsächlich zu einem substanziellen Beschäftigungswachstum in Deutschland führen kann.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, die aktuelle Studien des IAB, WSI und anderer Institute sowie arbeitsmarktpolitische Konzepte systematisch auswertet und vergleicht.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden theoretische Ansätze, verschiedene Kombilohn-Modelle, deren Wirksamkeit anhand von Studien und das US-Modell (EITC) ausführlich diskutiert und bewertet.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Kombilöhne, Niedriglohnsektor, Arbeitslosigkeit, Arbeitsmarktsegmentation und Lohnsubventionen charakterisiert.

Warum schneidet das Mainzer Modell in der Analyse eher negativ ab?

Das Mainzer Modell blieb in der Realität hinter den Erwartungen zurück, da es laut der untersuchten Studie die Zahl der Förderfälle nicht wie erhofft steigern konnte und unerwünschte Anreize wie die Kündigung bestehender Arbeitsverhältnisse schaffte.

Lässt sich das US-amerikanische EITC-System auf Deutschland übertragen?

Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass der EITC aufgrund der grundlegend anderen Sozialsysteme und der bereits vorhandenen Niedriglohnstrukturen in den USA nur sehr schwer auf das deutsche System übertragbar ist.

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Details

Title
Kombilöhne in Deutschland - Schafft die Etablierung eines Niedriglohnsektors mehr Arbeitsplätze in Deutschland?
College
University of Hamburg  (Department für Sozialwissenschaften)
Course
Mittelseminar Arbeitsmarkttheorien
Grade
1,7
Author
Florian Buntin (Author)
Publication Year
2005
Pages
23
Catalog Number
V55236
ISBN (eBook)
9783638502467
ISBN (Book)
9783638731850
Language
German
Tags
Kombilöhne Deutschland Schafft Etablierung Niedriglohnsektors Arbeitsplätze Deutschland Mittelseminar Arbeitsmarkttheorien
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Florian Buntin (Author), 2005, Kombilöhne in Deutschland - Schafft die Etablierung eines Niedriglohnsektors mehr Arbeitsplätze in Deutschland?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/55236
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