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Umgangsformen: Die Deutschen und der gute Ton

Title: Umgangsformen: Die Deutschen und der gute Ton

Seminar Paper , 2005 , 19 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Julia Kietzmann (Author)

Didactics for the subject German - German as a Foreign Language
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In den Medien heißt es „Benimm ist wieder in“, doch war es jemals „out“? Höflichkeit war und ist zu jeder Zeit ein elementarer Teil des menschlichen Zusammenlebens. Was jedoch unter „gutem Benimm“ zu verstehen ist, wie es definiert wird, ist abhängig von Kulturkreis und Zeitgeist.

Die vorliegende Seminararbeit beschäftigt sich mit dem Thema „Umgangsformen – Die Deutschen und der gute Ton“.

In diesem Kontext fällt häufig der Begriff „Knigge“ . Aufgrund dessen wird zu Beginn des vorliegenden Textes ein Blick auf die Biografie von Adolph Freiherr von Knigge geworfen. Dazu wird sein wohl bekanntestes Werk „Über den Umgang mit Menschen“ vorgestellt, wobei sich zeigt, dass sein Gedankengut noch heute auf das Verständnis von Höflichkeit in Deutschland nachwirkt. Um dies zu verdeutlichen stellt die Autorin einen intertemporären Vergleich synonym verwendeter Begriffe für „gutes Benehmen“ auf.

Anschließend wird im Schwerpunkt dieser Arbeit die heutige Bedeutung von gesellschaftlichen Umgangsformen erörtert. Die Komplexität des zu behandelnden Themas erfordert eine Eingrenzung auf einige aussagekräftige Aspekte.

Insbesondere geht die Autorin auf den gegenwärtigen „guten Ton“ zwischen Muttersprachlern und Nicht-Muttersprachlern in der Bundesrepublik Deutschland ein, was gerade im Bereich der interkulturellen Germanistik ein zentrales Thema ist. Dabei werden Verhaltensweisen aufgegriffen, die als „typisch deutsch“ betitelt werden. Anhand von Beispielen wird dazu ein Vergleich zu anderen europäischen Ländern aufgestellt.

Zudem wird die vermeintlich richtige Anredeform als ein besonders beachtetes Charakteristikum von Höflichkeit thematisiert. So wird beispielsweise der Verwendung des pronominalen „Sie“ große Beachtung geschenkt. Gleichzeitig ergeben sich vor allem hier für Nicht-Muttersprachler Probleme.

Durch die 68er-Bewegung ergaben sich deutliche gesellschaftliche Veränderungen, wovon einige in der Ausarbeitung näher behandelt werden. Die kontrovers geführte Diskussion zwischen Konservativen und Anhängern der 68er-Generation, ob durch die anti-autoritären Erziehungsmethoden tatsächlich ein Werteverfall innerhalb Deutschlands eingetreten ist, ist nicht Gegenstand der vorliegenden Arbeit.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. EINLEITUNG

2. UMGANGSFORMEN – EINE HISTORISCHE EINFÜHRUNG

2.1 Das Leben des Freiherrn von Knigge

2.2 „Über den Umgang mit Menschen“ – Inhalt und Aufbau

2.3 Definitorischer Abriss

3. DER GUTE TON IN DEUTSCHLAND

3.1 Der gute Ton zwischen Muttersprachlern und Nicht-Muttersprachlern

3.2 Kommunikative Probleme für Nicht-Muttersprachler

3.2.1 Die „richtige“ Anrede: Du oder Sie

3.2.2 Der gute Ton der (non-)verbalen Kommunikation

4. FAZIT

5. QUELLENVERZEICHNIS

5.1 Literatur

5.2 Internet

Zielsetzung & Themen

Diese Seminararbeit untersucht das Phänomen „Umgangsformen“ in Deutschland, wobei der Fokus auf dem interkulturellen Vergleich und der Entwicklung höflicher Verhaltensnormen liegt. Die zentrale Forschungsfrage betrachtet, wie historische Konzepte des „guten Benehmens“ das heutige Verständnis von Höflichkeit beeinflussen und welche interkulturellen Herausforderungen bei der Anwendung dieser Normen, insbesondere in Bezug auf Anrede und Kommunikation, für Nicht-Muttersprachler entstehen.

  • Historische Herleitung des Begriffs „Knigge“ und dessen gesellschaftliche Bedeutung.
  • Vergleichende Analyse des „guten Tons“ in verschiedenen Kulturkreisen.
  • Kommunikative Problematiken bei der Verwendung von „Du“ und „Sie“.
  • Einfluss nonverbaler Kommunikation und kultureller Distanzzonen.
  • Aktualität historischer Anstandsliteratur im heutigen gesellschaftlichen Kontext.

Auszug aus dem Buch

3.1 Der gute Ton zwischen Muttersprachlern und Nicht-Muttersprachlern

„Es wird sehr deutlich, dass eine menschliche Gesellschaft ohne Einhaltung bestimmter Spielregeln unmöglich ist und dass zweitens, eine harmonische Gemeinschaft nur dann möglich ist, wenn jeder einzelne, statt zu sagen und zu tun, wozu er gerade Lust hat, sich so benimmt, wie es von ihm erwartet wird. Erwartet wird aber von jedem von uns, dass wir uns jedem gesellschaftlichen Partner gegenüber so benehmen, als ob wir in ihm ein besonders wertvolles Exemplar der Gattung homo sapiens respektieren. Das ist nämlich das A und O der Höflichkeit.“36

In unserer Gesellschaft erfährt interkulturelles Einfühlungsvermögen und Wissen einen signifikanten Bedeutungszuwachs. Die verschiedenen Kulturkreise tangieren sich in vielen Bereichen. So etwa in Kindergarten, Schule und Ausbildung ebenso, wie in Sportvereinen oder im Beruf. Immer wieder treffen wir in unserem alltäglichen Leben auf Menschen anderer „fremder“ Kulturen.

„Unsere Kultur umfasst nicht alles. Sie ist begrenzt, und jenseits der Grenzen befindet sich das, was wir nicht kennen. […] Das Fremde ist ein Konzept für all das, was zwar nicht zu uns gehört, uns aber doch […] betrifft. Nie lässt das Fremde uns gleichgültig. Wir verhalten uns gegenüber diesem Fremden ambivalent: Es erweckt Angst und treibt uns in unsere Welt zurück, zugleich aber vermag es zu faszinieren und uns aus unserer Welt hinauszulocken. Lassen wir uns auf das Fremde ein, so kommt es zu Grenzverschiebungen […]. Gehorchen wir der Angst, so werden wir die Grenzen verstärken und befestigen.“37

Zusammenfassung der Kapitel

1. EINLEITUNG: Die Einleitung führt in das Thema ein, erläutert den Stellenwert von Höflichkeit im Wandel der Zeit und legt die methodische Vorgehensweise der Arbeit dar.

2. UMGANGSFORMEN – EINE HISTORISCHE EINFÜHRUNG: Dieses Kapitel behandelt die Biografie von Adolph Freiherr von Knigge sowie den historischen und ideengeschichtlichen Kontext seines Hauptwerks „Über den Umgang mit Menschen“.

3. DER GUTE TON IN DEUTSCHLAND: Der Hauptteil analysiert aktuelle gesellschaftliche Umgangsformen mit einem Schwerpunkt auf interkulturellen Begegnungen, sprachlichen Anredeformen und nonverbalen Kommunikationsregeln.

4. FAZIT: Das Fazit fasst die Relevanz der untersuchten Höflichkeitsnormen zusammen und bewertet die Notwendigkeit sowie die Chancen interkultureller Anpassungsprozesse.

5. QUELLENVERZEICHNIS: Dieses Kapitel listet sämtliche verwendete Literatur und Internetquellen auf, die der Arbeit zugrunde liegen.

Schlüsselwörter

Umgangsformen, Knigge, Höflichkeit, Interkulturelle Germanistik, Anstand, Kommunikation, Duzen, Siezen, Nonverbale Kommunikation, Kulturstandards, Gesellschaft, 68er-Bewegung, Werteverfall, Distanzzonen, Etikette.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit den gesellschaftlichen Umgangsformen und dem „guten Ton“ in Deutschland unter Berücksichtigung historischer Entwicklungen und gegenwärtiger interkultureller Herausforderungen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Die zentralen Felder umfassen die Geschichte der Anstandsliteratur (speziell Knigge), die Analyse moderner Umgangsformen sowie die Problematiken interkultureller Kommunikation im Alltag.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?

Ziel ist es, den Einfluss historischer Normen auf heutige Höflichkeitsvorstellungen zu ergründen und die Schwierigkeiten aufzuzeigen, die durch interkulturelle Unterschiede in der Kommunikation entstehen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine literaturbasierte Analyse, verbindet biographische Aspekte mit kulturwissenschaftlichen Ansätzen und bezieht aktuelle Beispiele aus dem sozialen Leben mit ein.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil liegt der Fokus auf der Interaktion zwischen Muttersprachlern und Nicht-Muttersprachlern, den Schwierigkeiten bei der Wahl der Anrede (Du/Sie) und der Bedeutung nonverbaler Signale wie Distanzzonen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Umgangsformen, Höflichkeit, Knigge, Interkulturalität, Anstand, Kommunikation und Kulturstandards beschreiben das Werk präzise.

Welche Rolle spielt der „Knigge“ für das heutige Verständnis von Benehmen?

Der historische „Knigge“ wird als philosophische Basis verstanden, während das moderne Verständnis eher auf situative Anpassung und technokratische Regeln fokussiert ist.

Wie beeinflusst die 68er-Bewegung laut der Autorin unsere heutigen Umgangsformen?

Die 68er-Bewegung führte zu einem antiautoritären Wandel, der den Wunsch nach festen Normen in der heutigen Gesellschaft jedoch wieder verstärkt hat.

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Details

Title
Umgangsformen: Die Deutschen und der gute Ton
College
University of Bayreuth
Grade
1,7
Author
Julia Kietzmann (Author)
Publication Year
2005
Pages
19
Catalog Number
V55262
ISBN (eBook)
9783638502634
ISBN (Book)
9783638792165
Language
German
Tags
Umgangsformen Deutschen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Julia Kietzmann (Author), 2005, Umgangsformen: Die Deutschen und der gute Ton, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/55262
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