Diese Arbeit widmet sich der Frage, ob ein Herrscher, hier Dareios I., 549 v. Chr. – 486 v. Chr., als Weltenherrscher gesehen werden kann und wenn dies der Fall ist, warum war er es.
Die geläufige Definition für Weltenherrscher ist meist König, Kaiser oder Zar, der über eine beträchtliche Zahl von Untertanen und über ein weitausgreifendes Reich herrscht. Wird die Frage: „Wer war ein Weltenherrscher?“ einem Geschichtsinteressierten gestellt, fallen die üblichen Namen, also zum Beispiel Alexander der Große oder Caesar, vielleicht auch Napoleon, seltener Karl V.. Denkbar sind aber auch Antworten, wie George Washington, dieser aber nicht Höchstselbst, sondern dessen Konterfei auf der die Weltwirtschaft dominierenden Währung, dem US – Dollar, damit verbunden ist dann auch zwangsläufig der Name: Alan Greenspan, der „Hüter dieser Banknote“.
Was zeichnet also einen Weltenherrscher aus? Warum sollte der König Darios I., mit dem Ausgangspunkt der Persis, in diese, oben erwähnte, Liste gehören.
Anhand ausgewählter Kriterien wird untersucht, ob Dareios I. ein Weltenherrscher ist und letztlich die Frage durch den Autor dieser Arbeit mit „Ja!“ beantwortet. Neben diesem Hauptstrang erfährt der Leser, wie das erste, das persische Weltreich (nach Hieronymus) durch effiziente Maßnahmen so stabilisiert wird, dass es noch weitere 150 Jahre durch schwierige Zeiten zusammenhielt.
Anhand der Kriterien kann in weiteren vergleichenden Arbeiten eine Vielzahl von potentiellen Weltenherrschern der hier angestellten Untersuchung unterzogen werden.
Inhaltsverzeichnis
I Einleitung
II Hauptteil
1 Machtübernahme
2 Machterhalt
3 Selbstdarstellung
4 Ideologie
5 Nachfolger und Nachruhm
6 Sonstiges
III Schluss
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht die historische Figur Dareios I. vor dem Hintergrund der Frage, ob er als Weltenherrscher zu klassifizieren ist, wobei insbesondere die Legitimation seiner Herrschaft sowie seine administrativen und wirtschaftlichen Reformen analysiert werden.
- Analyse der Machtergreifung und Legitimation des Herrschaftsanspruchs von Dareios I.
- Untersuchung der strukturellen Reichsreformen und der Verwaltungsorganisation.
- Bewertung der wirtschaftlichen Maßnahmen und der Einführung des persischen Münzwesens.
- Interpretation der Selbstdarstellung durch monumentale Felsreliefs und Inschriften.
- Einordnung der Herrschaftsstruktur mithilfe der soziologischen Kriterien von Max Weber.
Auszug aus dem Buch
3 Selbstdarstellung
Die Selbstdarstellung des Herrschers als Retter, als Herr oder als Mitmensch spricht Bände über das Selbstbild des Herrschers.
Sollte unter den drei oben genannten Varianten gewählt werden müssen, so ist nach der Schilderung Dareios Herrschaft klar zu erkennen, dass jener sich in erster Linie als Herr verstand und nur seine ersten Königjahre als Errettung der Perser betrachtet.
Als Herr gesehen werden kann Dareios vor allem deshalb, da die von ihm reformierte Verwaltung der Finanzen, des Militärs und der Herrschaft streng hierarchisch mit ihm als Spitze eingerichtet wird. Jeder Beamte, jeder Schreiber, aber auch jeder Satrap oder Karanos von Dareios Gnaden diesen Posten begleitete. Ein ebenso beredetes Zeugnis seiner HERRschaft ist aber auch die Tatsache, dass nicht ohne weiteres bei Großkönig vorgesprochen werden konnte. Gelegentlich wagten dies verzweifelte Gemüter und bezahlen mit ihrem Leben dafür.
Zusammenfassung der Kapitel
I Einleitung: Die Einleitung führt in die Thematik ein, hinterfragt den Begriff des Weltenherrschers und stellt die Leitfragen zur Herrschaft des Dareios I.
II Hauptteil: Der Hauptteil analysiert detailliert die Machtergreifung, den Machterhalt, die Formen der Selbstdarstellung, die zugrundeliegende Ideologie sowie die Nachfolgeregelung und sonstige Errungenschaften des Königs.
III Schluss: Das Schlusskapitel beantwortet die Ausgangsfrage positiv und bestätigt Dareios I. als Weltenherrscher unter Berücksichtigung seiner administrativen Leistungen.
Schlüsselwörter
Dareios I., Perserreich, Weltenherrscher, Achämeniden, Satrapien, Machtübernahme, Herrschaftslegitimation, Kyros, Kambyses, Ahuramazda, Reichsreform, Dareikos, Selbstdarstellung, Max Weber, Antike.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die Herrschaft von Dareios I. im antiken Perserreich und untersucht, inwieweit er als Weltenherrscher charakterisiert werden kann.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die Schwerpunkte liegen auf der Machtergreifung, der administrativen Neugliederung des Reiches, der wirtschaftlichen Stabilisierung durch Währungsreformen und der ideologischen Selbstdarstellung des Königs.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, die Herrschaft von Dareios I. unter Berücksichtigung historischer Fakten und soziologischer Herrschaftskriterien kritisch zu bewerten und die Forschungsfrage seiner Rolle als Weltenherrscher zu beantworten.
Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine Analyse antiker Quellen, wie Herodot und persische Inschriften, und setzt diese in Bezug zu modernen historischen Fachwerken sowie soziologischen Konzepten, namentlich der Herrschaftssoziologie nach Max Weber.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Bereiche Machtergreifung, Machterhalt, Selbstdarstellung, Ideologie, Nachfolge sowie eine Zusammenfassung wichtiger Innovationen und Reformen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Dareios I., Achämeniden, Weltenherrscher, Satrapien, Ahuramazda, Dareikos und Reichsreform.
Warum war die Legitimation der Herrschaft für Dareios so wichtig?
Aufgrund der illegalen Machtergreifung durch den Sturz des Usurpators Gaumata war Dareios darauf angewiesen, seine Herrschaft durch die Anbindung an die Teispiden-Linie des Kyros und eine göttliche Legitimation durch Ahuramazda zu rechtfertigen.
Welche Bedeutung kommt dem Felsrelief von Bisutun zu?
Das Relief dient als zentrales Instrument der Selbstdarstellung, in dem Dareios seinen Sieg über die sogenannten Lügenkönige und seine Stellung als Herrscher visuell und durch Inschriften in mehreren Sprachen dauerhaft manifestiert.
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- Andreas Glück (Author), 2004, Dareios I. als Weltenherrscher, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/55277