In der vorliegenden Arbeit wird in Form eines Unterrichtsversuchs
experimentell (Kontrollierte Einzelfalluntersuchungen im Design der MGV) überprüft, inwieweit die
Mnemotechnik der Loci-Methode die Gedächtnisleistungen jüngerer Kinder mit sonderpädagogischem
Förderbedarf verbessert. In sieben von zehn Einzelfällen lassen sich Verbesserungen nachweisen, wodurch
auf erste Hinweise für die Wirksamkeit dieser Technik geschlossen werden kann.
Es werden Untersuchungsmethode und – ergebnisse dargestellt und auf Anwendungsmöglichkeiten
des Gedächtnistrainings im Schulalltag, sowie auf mögliche Erweiterungen eingegangen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung und Überblick
2. Theoretischer und empirischer Hintergrund
2.1 Gedächtnisentwicklung
2.2 Gedächtnistheoretische Überlegungen und Modelle
2.2.1 Mehrspeichermodelle
2.2.2 Theorie des Arbeitsgedächtnisses
2.2.3 Theorie der Verarbeitungstiefe
2.2.4 Die duale Kode-Theorie
2.2.5 Integration der Ergebnisse zu den dargestellten gedächtnistheoretischen Überlegungen
2.3 Formen mentaler Repräsentation
2.4 Faktoren und Prozesse des Einprägens und Erinnerns
2.4.1 Einprägen
a) Standardparadigmen des verbalen Lernens
b) Übung
c) Merkmale des Lernmaterials
d) Kognitive Prozesse
2.4.2 Behalten und Abruf
a) Abruf aus dem Kurzzeitgedächtnis
b) Abruf aus dem Langzeitgedächtnis
2.5 Gedächtnistraining
2.5.1 Trainierbare Aspekte des Gedächtnisses
2.5.2 Erfolgreiche Elemente eines Gedächtnistrainings
2.5.3 Mnemotechniken
a) Schlüsselwort-Methode
b) Loci-Methode
3. Ableitung der Fragestellung und Formulierung der Forschungshypothese
4. Methode
4.1 Vorüberlegungen und Voruntersuchungen
4.2 Untersuchungsplan
4.2.1 Benennung und Operationalisierung der unabhängigen und abhängigen Variablen
a) Jüngere Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf
b) Gedächtnistraining auf Basis der Loci-Methode
c) Lernmaterial
d) Messzeitpunkte
e) Gedächtnisleistung
4.2.2 Auswahl der Untersuchungsmethode
4.3 Untersuchungsdurchführung
4.3.1 Untersuchungsablauf
4.3.2 Zeitliche und räumliche Bedingungen
4.3.3 Trainer und Mitarbeiter
4.3.4 Beschreibung der Stichprobe
5. Ergebnisse
5.1 Ergebnisse der Einzelfalluntersuchungen
5.2 Zusammenfassung der Einzelfallbetrachtungen
5.3 Betrachtung der Einzelfalluntersuchungen im Sinne der MGV
6. Diskussion
6.1 Methodenkritik
6.2 Überprüfung der H1-Hypothese
6.3 Vorschläge zur Modifikation der vorliegenden Untersuchung
6.4 Anwendungsmöglichkeiten
6.5 Ausblick auf weitere mnemotechnische Verfahren
6.6 Schlussbetrachtung
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht, inwieweit der Einsatz eines Gedächtnistrainings auf Basis der Loci-Methode die Gedächtnisleistungen von jüngeren Kindern mit sonderpädagogischem Förderbedarf verbessern kann. Ziel ist es, ein theoriegeleitetes Trainingsprogramm zu evaluieren und Forschungsdaten zur Wirksamkeit dieser speziellen Mnemotechnik in dieser Zielgruppe zu gewinnen.
- Gedächtnisentwicklung und theoretische Modelle der Informationsverarbeitung
- Faktoren und Prozesse beim Einprägen und Erinnern
- Theorie und Praxis der Loci-Methode
- Design und Anwendung von Gedächtnistrainings für Kinder
- Evaluation durch kontrollierte Einzelfallstudien
Auszug aus dem Buch
2.5.2 Erfolgreiche Elemente eines Gedächtnistrainings
Um erfolgreiche Trainingselemente identifizieren zu können ist es notwendig zu klären, welcher Effektivitätsbegriff bei der Beurteilung zu Grunde liegt. Nachdem in den 70er Jahren kontrovers über den Effektivitätsbegriff diskutiert wurde, hat sich nach Hasselhorn (1987) ein konsensfähiger Effektivitätsbegriff herausgebildet: Es wird von einem effektiven Gedächtnistraining gesprochen, wenn die geförderten Versuchspersonen längerfristig über die vermittelten Kompetenzen verfügen (Aufrechterhaltung) und die vermittelten Kompetenzen auch in anderen Kontexten und bei neueren Aufgabenbereichen leistungsdienlich eingesetzt werden können (Generalisierung).
Auf der Grundlage dieses Effektivitätsbegriffes hat Hasselhorn (1987) verschiedene Trainingselemente identifiziert, die sich als besonders wirksam für den Trainingserfolg herausgestellt haben.
Modellgeleitetes Einüben selbständiger Strategieanwendung
Für längerfristige Behaltensleistungen ist ein interaktives Modelllernen notwendig. Bei dieser Form des Modelllernens beobachten die Versuchspersonen das relevante Verhalten an einem kompetenten Modell und müssen es anschließend nachahmen. Eine vielfach angewendete Methode zum modellgeleiteten Einüben selbständiger Strategieanwendung ist die verbale Selbstinstruktion (Hasselhorn & Mähler, 2001; Neidhardt, 2001).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung und Überblick: Einführung in die Problematik der Gedächtnisförderung bei Kindern mit sonderpädagogischem Förderbedarf und Definition der Forschungsziele.
2. Theoretischer und empirischer Hintergrund: Darstellung der aktuellen Forschung zu Gedächtnismodellen, Entwicklungspsychologie und Strategien zur Wirksamkeitsprüfung von Trainings.
3. Ableitung der Fragestellung und Formulierung der Forschungshypothese: Begründung der Hypothese, dass die Loci-Methode trotz kognitiver Anforderungen ein effektives Instrument zur Leistungssteigerung darstellen kann.
4. Methode: Detaillierte Beschreibung des Untersuchungsdesigns unter Verwendung von kontrollierten Einzelfallstudien (MGV) und Erläuterung der experimentellen Bedingungen.
5. Ergebnisse: Präsentation der erhobenen Daten für die einzelnen Probanden sowie eine zusammenfassende Bewertung der Wirksamkeit der Intervention.
6. Diskussion: Kritische Reflexion der Untersuchungsmethode, Validierung der Hypothese und Ausblick auf zukünftige Forschung sowie Anwendungsbereiche der Loci-Methode.
Schlüsselwörter
Gedächtnistraining, Loci-Methode, sonderpädagogischer Förderbedarf, Gedächtnisleistung, Einzelfallstudie, Mnemotechnik, Informationsverarbeitung, Strategietraining, Lernregulation, Gedächtnisentwicklung, Metagedächtnis, Schulkinder, Wirksamkeitsprüfung, kognitive Förderung, Reproduktionsleistung.
Häufig gestellte Fragen
Was ist das grundlegende Thema dieser Hausarbeit?
Die Arbeit befasst sich mit der Entwicklung und Evaluation eines Gedächtnistrainings basierend auf der Loci-Methode, das speziell auf Schulkinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf zugeschnitten ist.
Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?
Das Spektrum reicht von der theoretischen Fundierung durch Gedächtnismodelle und der Entwicklung kognitiver Strategien bis hin zur methodischen Durchführung und Auswertung empirischer Einzelfallstudien im schulischen Kontext.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das primäre Ziel besteht darin, theoriegeleitet zu prüfen, ob durch gezieltes Training der Loci-Methode die Gedächtnisleistung der untersuchten Kinder in der seriellen Reproduktion von Wortlisten nachhaltig verbessert werden kann.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Autorin wählt eine kontrollierte Einzelfallstudie im Design der Multiplen-Grundraten-Versuchspläne (MGV), um die Effektivität des Trainings bei Kleingruppen wissenschaftlich fundiert zu evaluieren.
Was behandelt der Hauptteil der Arbeit?
Der Hauptteil konzentriert sich auf die theoretische Einbettung der Gedächtnispsychologie, die detaillierte Planung des Trainings, die Beschreibung der methodischen Vorgehensweise und die Analyse der gesammelten Daten mittels grafischer Auswertung.
Welche Keywords charakterisieren die Arbeit am besten?
Zentrale Begriffe sind Gedächtnistraining, Loci-Methode, sonderpädagogischer Förderbedarf, Einzelfallstudie und Mnemotechnik.
Eignet sich die Loci-Methode für Kinder mit Förderbedarf?
Obwohl die Literatur teils von komplexen Anforderungen spricht, legt die Arbeit durch ihre Ergebnisse nahe, dass bei entsprechender Unterstützung und anschaulicher Aufbereitung durchaus positive Lerneffekte erzielbar sind.
Warum wurde eine Einzelfallstudie statt einer Gruppenstudie gewählt?
Die Wahl fiel auf die Einzelfallstudie, da dies ethisch unbedenklicher bei bisher wenig erprobten Verfahren ist und gleichzeitig eine genauere Kontrolle des Lernfortschritts in kleinen, homogenen Gruppen ermöglicht.
Können die Ergebnisse direkt auf den Schulalltag übertragen werden?
Die Arbeit diskutiert vielfältige Anwendungsmöglichkeiten im Unterricht, wie das Einprägen von Handlungsabläufen oder Referatsinhalten, betont jedoch, dass weitere Studien zur langfristigen Generalisierung wünschenswert sind.
- Citar trabajo
- Marcus Gummelt (Autor), 2004, Gedächtnistraining für Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/55298