Ehescheidung im moralischen Diskurs


Studienarbeit, 2005

16 Seiten, Note: 1,2


Leseprobe

Gliederung

1. Einleitung: „Bis das der Tod euch scheidet.“

2. Begriffsdefinition
2.1. Definition Ehe
2.2. Definition Scheidung

3. Statistische Daten zur Scheidungssituation in Deutschland

4. Gründe für Veränderungen von Ehe und Familie

5. Die Scheidungsfamilie
5.1. Folgen des Scheiterns einer Beziehung
5.2. Auswirkungen auf die Scheidungskinder

6. Christliche Ethik

7. Ethische Analyse der Scheidung aus dem Blickwinkel der Bibel
7.1. Christliche Moral in Bezug auf die Ehe
7.2. Aussagen im Alten und Neuen Testament

8. Stellungnahme christlicher Organisationen zum Thema Scheidung
8.1. Zeitungsartikel aus dem Parteiheft der Partei Bibeltreuer Christen
8.2. EKD (evangelische Kirche in Deutschland)

9. Schlussfolgerung

1.Einleitung: „Bis das der Tod euch scheidet.“

Jahr für Jahr schwören sich bei der weltlichen und kirchlichen Trauung zig-tausend Paare die Treue und versprechen sich ein gemeinsames Leben, bis dass der Tod sie scheidet. Die Ehe erfreut sie sich nach wie vor großer Beliebtheit. Neben des zweifachen Zusammenlebens ohne Trauschein entscheiden sich drei von vier Personen mindestens einmal in ihrem Leben für die Ehe. Mittlerweile ist die Ehe nicht mehr als bloße Zweckgemeinschaft zu sehen, wie noch bis Anfang des 20. Jahrhunderts, sondern sie ist zu einer frei wählbaren und individuell gestaltbaren Lebensform geworden. Niemand ist irgendwelchen Heiratszwängen unterworfen, jeder kann die Ehe mit dem Partner, bzw. der Partnerin der eigenen Wahl eingehen. Doch die Glückserwartungen, die dabei aneinander gestellt werden, erfüllen sich bei einem drittel der Paare nicht. Und da, wie bereits erwähnt, die Ehe in unserer modernen Gesellschaft nicht mehr rein aus Zweckgründen geschlossen und somit dadurch auch nicht mehr zusammengehalten wird, ist die Scheidung oftmals schon vorprogrammiert, sollte ein Ehepartner die Erwartungen des anderen nicht erfüllen.

In meiner Seminararbeit möchte ich mich ausführlich mit dem Thema Scheidung befassen. Zum Beginn werde ich die wichtigsten Begriffe (Ehe, Scheidung) definieren und Statistische Daten zur Scheidungssituation in Deutschland anführen. Anschließend fahre ich mit den Gründen für die zunehmenden Veränderungen von Ehen und Familien fort und gehe genauer auf die Scheidungsfamilie ein.

Der Hauptteil meiner Studienarbeit beginnt mit der Erläuterung der Christlichen Ethik darauf folgt die ethische Analyse der Scheidung aus dem Blickwinkel der Bibel. Da es sehr schwierig war christlich theologische Aussagen zum Thema Scheidung zu finden, habe ich mich für die Partei Bibeltreuer Christen und die EKD (evangelische Kirche in Deutschland) entschieden. Sicherlich ist dieses Thema eine sehr heikle Problematik in den protestantischen Kirchen sein und es wird auch nur selten darüber gesprochen, da es oft zu Meinungsverschiedenheiten kommt.

Die Aussagen der Theologen in der Katholischen Kirche über das Thema Scheidung sind eindeutiger, die Ehescheidung ist nicht gestattet und gilt als verpönt und sündhaft. In dieser Arbeit werde ich mich ausschließlich mit der protestantischen Kirche beschäftigen. Die Schlussfolgerung besteht aus einer kurzen Zusammenfassung und einer persönlichen Stellungnahme zum Thema Scheidung.

2. Begriffsdefinition

2.1 Definition Ehe

Im rechtlichen Sinn, BGB (§ 1353 (1)) heißt es: „Die Ehe wird auf Dauer geschlossen. Die Ehegatten sind einander zu ehelicher Lebensgemeinschaft verpflichtet.“

Implizit kommt in deutschen Gesetzeskommentaren ein ähnlich gelagertes Eheverständnis zum Ausdruck, wobei von folgenden fixen Bausteinen im europäischen Eheverständnis ausgegangen wird:

(1) Die Ehe besteht zwischen einem Mann und einer Frau.
(Monogamie- und Heterosexualitätsprinzip)
(2) Die Ehe kommt durch den erklärten Ehewillen von Mann und Frau zustande.
(Konsensprinzip)
(3) Die Ehe wird auf Lebenszeit geschlossen.
(Lebenszeitprinzip)

2.2. Definition Scheidung

„Scheidung ist ein komplexer, ganzheitlicher Prozess, der auf sehr unterschiedlichen Ebenen und hier keineswegs immer zeitsynchron abläuft. Scheidung bedeutet die Auflösung eines Familienverbandes in rechtlicher, sozioökonomischer und psychosozialer Hinsicht.“

Vor allem die Psychologie zählt die Scheidung zu den kritischsten Ereignissen im Leben eines Menschen, denn es ergeben sich Folgen für alle Beteiligten. Für Kinder ist das Erleben eines solchen Trennungsprozesses noch weitaus dramatischer, als für die Erwachsenen. Es bedeutet für sie in erster Linie das Zusammenbrechen oder Sich - Auflösen eines bis dahin festen Systems, dessen integrativer Bestandteil sie waren. Nun besteht für alle Personen vor allem die Problematik der Neuordnung und Neuorientierung, so auch für die Kinder.

3. Statistische Daten zur Scheidungssituation in Deutschland

2001 waren es noch 197498 geschiedene Ehen in Deutschland, wie es das Statistische Bundesamt Wiesbaden aufführt. Im Jahre 2002 registrierte die amtliche Statistik einen weiteren Anstieg der Zahl der jährlichen Ehescheidungen. Mit 204210 geschiedenen Ehen (+3,4% gegenüber 2001) war 2002 ein neuer Höchststand in der Statistik der gerichtlichen Ehescheidungen zu beklagen. Die Zahl der Ehescheidungen hat im Jahr 2003 erneut zugenommen. Es wurden fast 214000 Ehen geschieden, was wiederum 4,8% mehr als 2002 waren.

Das heißt, das im Jahr 2003 von 1000 bestehenden Ehen 11 geschieden wurden. Seit 1993 ist die Zahl der Ehescheidungen mit Ausnahme des Jahres 1999 beständig angestiegen du hat im Jahr 2003 einen neuen Höchststand erreicht. Anfang der 90er Jahre waren vorübergehend deutlich weniger Ehen geschieden wurden. Diese zeitweilige Abnahme war auf einen starken Rückgang der Ehescheidungen in den neuen Ländern zurückzuführen, was auf der Einführung des bundesdeutschen Scheidungsrechts und der Umgewöhnungszeit an die neuen rechtlichen Verhältnisse , Fristen und Vorgaben resultierte. So endet inzwischen Knapp jede dritte Ehe in Deutschland vor dem Scheidungsrichter.

Das höchste Scheidungsrisiko besteht zwischen dem dritten und sechsten Ehejahr, weshalb mit steigender Tendenz unmündige Kinder von Scheidung und Trennung betroffen sind. 2001 hatte die Hälfte aller geschiedenen Paare Kinder unter 18 Jahre, insgesamt waren 153000 Kinder von der Trennung betroffen. Gegenüber 2002 hat sich die Zahl der von der Scheidung ihrer Eltern betroffenen minderjährigen Kinder um 6,3% erhöht, von 160100 auf 170260 pro Jahr. Die Quelle hierfür ist das Statistische Bundesamt Wiesbaden.

Geschiedene Ehen und Zahl der betroffenen Kinder
Deutschland

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

(Statistisches Bundesamt Wiesbaden – www.statistischesbundesamtdeutschland.de)

4. Gründe für Veränderungen von Ehe und Familie

(1) Zunahme der Lebenszeit und dadurch bedingte Änderungen im Lebens- (oder Familien-) zyklus
(2) Funktionsverlust und Funktionsänderungen von Ehe und Familie

Die ursprüngliche Bedeutung einer Familie liegt in der einer Hausgenossenschaft. Damit sind eine Reihe von Funktionen angesprochen, die eine Familie für ihre Mitglieder erfüllt, z.B.:

- Hilfe in persönlichen Notfällen
- gegenseitige Versorgung im Krankheitsfall,
- arbeitsteilige Bewältigung alltäglicher Lebensbereiche
- Lebensnotwendigkeiten in Form der gemeinschaftlichen Haushaltsführung

Wenn ein Funktionsverlust von Familie beklagt wird,

so ist damit gemeint, dass diese Aufgaben zunehmend durch andere gesellschaftliche oder staatliche Institutionen übernommen werden, z.B.:

- Altersversorgung durch Rentenkassen
- Übernahme von Erziehungsaufgaben durch Kindergarten, Schule, etc.,
- Versorgung älterer Menschen im Alters- und Pflegeheimen

(3) Änderung der Anforderungen aus der Berufswelt
Von der Wirtschaft werden massive Forderungen in Bezug auf Loyalität und Flexibilität der Arbeitnehmer gestellt. Je weiter man die Karriereleiter hinaufsteigt, desto eher sollte der ideale Mitarbeiter mit der Firma verheiratet sein und dem Beruf alle anderen Lebensbereiche unterordnen.

(3) Emanzipation der Frauen

Weitere Veränderungen sind:

a) Abnahme der Geburten
b) Anstieg nichtehelicher Geburten
c) Anstieg des Heiratsalters
d) Zunahme der Single- bzw. Ein-Personen-Haushalte
e) Rückgang der Eheschließungen
f) Zunahme der nichtehelichen Lebensgemeinschaften

[...]

Ende der Leseprobe aus 16 Seiten

Details

Titel
Ehescheidung im moralischen Diskurs
Hochschule
Berufsakademie Sachsen in Breitenbrunn
Note
1,2
Autor
Jahr
2005
Seiten
16
Katalognummer
V55331
ISBN (eBook)
9783638503198
ISBN (Buch)
9783638886499
Dateigröße
483 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Ehescheidung, Diskurs
Arbeit zitieren
Christin Seidler (Autor), 2005, Ehescheidung im moralischen Diskurs, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/55331

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