In Mittel- und Süddeutschland, in Österreich und in der Schweiz sprechen viele Menschen auch in nicht-privaten Situationen mit einer abgeschwächten oder starken dialektalen Färbung. Von Norden nach Süden (zunehmendes Nord/Südgefälle) findet der Dialekt immer mehr Akzeptant; in der Schweiz wird er auch in vielen öffentlichen Situationen gesprochen. Viele Sprachforscher teilen die Bandbreite zwischen Ortsdialekten und genormter Standardsprache in drei Schichten ein: den Ortsdialekt, eine regionale Umgangssprache und die Standardsprache. Das vorliegende Buch gibt kurz und prägnant Aufschluß über die deutschen Dialekte im Allgemeinen und stellt, wenn möglich, eine Verknüfung zur deutschen Standardsprache bzw. Hochsprache her.
Inhaltsverzeichnis
0. Vorwort
1. Sprache und Dialekt
1.1. Definition: Sprache
1.2. Definition: Hochsprache
1.3. Definition: Gemeinsprache
1.4. Definition: Umgangssprache
1.5. Definition: Dialekt
2. Definitorisches: Dialekt vs. Sprache
3. Verteilung der deutschen Mundarten um 1900
4. Deutsche Mundarten im deutschsprachigen Raum und die Ansiedlung der Deutschen je nach Ursprung
5. Die Benrather Linie und ihre Weiterführung
6. Deutsche Mundarten und Dialekte und ihre Einteilung
7. Die zweite Lautverschiebung als Kriterium der Dialektgliederung im deutschen Sprachraum
8. Weitere strukturbildende Faktoren für die Sprachentwicklung in der deutsche Dialektlandschaft
9. Geographische Verteilung der Dialektkenntnis
10. Die sozialen Schichten und ihre Sprachen
11. Wechsel zwischen Standardsprache und Dialekt
12. Hyperkorrektheit
13. Einige berühmte Vertreter deutscher Dialektsprecher
14. Schlussbemerkung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit bietet eine systematische Einführung in die Soziolinguistik mit einem Fokus auf die deutschen Dialekte. Ziel ist es, die komplexen Abgrenzungen zwischen Sprache, Hochsprache, Umgangssprache und Dialekt zu verdeutlichen sowie die historische und strukturelle Entwicklung der deutschen Dialektlandschaft darzulegen.
- Definition soziolinguistischer Grundbegriffe
- Geographische Verteilung und Einteilung deutscher Mundarten
- Einfluss der zweiten Lautverschiebung auf die Dialektgliederung
- Soziale Faktoren und Sprachwechselphänomene (Code Switching)
- Bedeutung und Zukunft der Dialekte in der modernen Gesellschaft
Auszug aus dem Buch
1.1. Definition: Sprache
Sprache ist ein Kommunikationsmittel des Menschen und ist gekennzeichnet durch die Verwendung arbiträrer (willkürlicher) gesprochener oder geschriebener Symbole mit festgelegter Bedeutung. Sprache lässt sich definieren als Zeichensystem zum Zweck der Kommunikation. Im weitesten Sinn werden neben den so genannten natürlichen Sprachen auch künstliche Sprachen (wie beispielsweise Welthilfssprachen oder Programmiersprachen in der EDV) sowie die Kommunikationsmittel der Tiere dazu gerechnet.
Einige Linguisten betrachten die Sprache als Form des Denkens und der Kognition. Die Frage, wie viele Sprachen auf der Welt gesprochen werden, lässt sich nicht exakt beantworten. Die Angaben schwanken zwischen 3 000 und 5 500 Einzelsprachen. Naturgemäß ist es schwierig, Dialekte von Sprachen zu unterscheiden, da die Übergänge oft fließend sind.
Zusammenfassung der Kapitel
0. Vorwort: Ein kurzer Überblick über die Akzeptanz und Abstufung von Dialekten in verschiedenen deutschsprachigen Regionen.
1. Sprache und Dialekt: Definition der grundlegenden linguistischen Begriffe Sprache, Hochsprache, Gemeinsprache, Umgangssprache und Dialekt.
2. Definitorisches: Dialekt vs. Sprache: Zusammenstellung wissenschaftlicher Zitate zur Abgrenzung von Dialekt und Sprache.
3. Verteilung der deutschen Mundarten um 1900: Geographische Einordnung der Mundarten basierend auf der Lautverschiebung.
4. Deutsche Mundarten im deutschsprachigen Raum und die Ansiedlung der Deutschen je nach Ursprung: Beschreibung der germanischen und slawischen Einflüsse auf die Dialektverteilung.
5. Die Benrather Linie und ihre Weiterführung: Erläuterung der Isoglosse, die das Niederdeutsche vom Oberdeutschen trennt.
6. Deutsche Mundarten und Dialekte und ihre Einteilung: Klassifizierung der deutschen Mundarten nach ihren historischen Stämmen.
7. Die zweite Lautverschiebung als Kriterium der Dialektgliederung im deutschen Sprachraum: Analyse der lautlichen Veränderungen, die zur heutigen Dialektlandschaft führten.
8. Weitere strukturbildende Faktoren für die Sprachentwicklung in der deutsche Dialektlandschaft: Diskussion linguistischer Entwicklungen wie Konsonantenschwächung oder Diphthongierung.
9. Geographische Verteilung der Dialektkenntnis: Untersuchung zur Akzeptanz und Verbreitung von Dialekten in der heutigen Bevölkerung.
10. Die sozialen Schichten und ihre Sprachen: Analyse des Zusammenhangs zwischen sozialer Schichtung und Sprachbeherrschung.
11. Wechsel zwischen Standardsprache und Dialekt: Betrachtung von Code Switching und Code Shifting als kommunikative Strategien.
12. Hyperkorrektheit: Beschreibung phonetischer Übertreibungen bei der Anpassung an die Standardsprache.
13. Einige berühmte Vertreter deutscher Dialektsprecher: Auflistung prominenter Persönlichkeiten, die Dialekte repräsentieren.
14. Schlussbemerkung: Plädoyer für den Erhalt und die Pflege der Dialekte als kulturelles Erbe.
Schlüsselwörter
Soziolinguistik, Dialekt, Hochsprache, Umgangssprache, Zweite Lautverschiebung, Benrather Linie, Sprachvarietät, Code Switching, Hyperkorrektheit, Mundartforschung, Sprachgeschichte, Sprachgrenzen, Regionalsprache, Standardsprache, Sprachwandel
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit bietet eine soziolinguistische Einführung in das deutsche Dialektwesen, inklusive deren Definition, geographischer Verteilung und struktureller Merkmale.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die Schwerpunkte liegen auf der Abgrenzung von Sprachvarietäten, der historischen Entwicklung durch Lautverschiebungen und der sozialen Bedeutung von Dialektsprechern.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das primäre Ziel ist es, ein Verständnis für das Kontinuum zwischen Dialekt und Standarddeutsch zu schaffen und die wissenschaftliche Einordnung der Mundarten zu erleichtern.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer deskriptiven Analyse linguistischer Fachliteratur sowie der Auswertung historischer Sprachkarten.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil befasst sich mit Definitionen, historischen Einflüssen wie der Benrather Linie, der Rolle der Lautverschiebung sowie soziolinguistischen Phänomenen wie Hyperkorrektheit.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe sind Soziolinguistik, Dialekt, Sprachvarietät, Lautverschiebung, Standardsprache und Code Switching.
Was versteht die Autorin unter dem Begriff "Hyperkorrektheit"?
Dabei handelt es sich um eine übersteigerte Anpassung von Dialektsprechern an die Standardsprache, bei der Dialektmerkmale fälschlicherweise in korrekte Formen überführt werden.
Warum wird die Benrather Linie in der Arbeit erwähnt?
Sie dient als geografischer Anhaltspunkt, um die Grenze zwischen niederdeutschen und oberdeutschen Dialektgebieten zu verdeutlichen.
Welche Rolle spielt die soziale Schichtung laut der Analyse?
Die Autorin stellt fest, dass die Beherrschung der Standardsprache oft an Bildungschancen geknüpft ist, während die Unterschicht eher auf regionale Dialekte zurückgreift.
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- Claudia Nickel (Author), 2005, Deutsche Dialekte im Allgemeinen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/55371