Blumen im Frühling - Erarbeitung ausgewählter Merkmale des Gänseblümchens in Form eines Angebotslernens


Unterrichtsentwurf, 2006
48 Seiten, Note: 1,3

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Voraussetzungen der Schüler für den Unterricht
1.1 Voraussetzungen bei den Schülern
1.1.1 Voraussetzungen im Allgemeinen
1.1.2 Voraussetzungen im Fach Heimat- und Sachkunde und für diese Stunde
1.2 Äußere Voraussetzungen

2. Lernziele

3. Stellung des Unterrichtsinhaltes im größeren Zusammenhang
3.1 Einordnung in die Stundeneinheit
3.2 Fächerübergreifende Möglichkeiten der Unterrichtsgestaltung

4. Geplanter Unterrichtsverlauf
4.1 Tafelbild
4.2 Übersicht der Angebote

5. Anhang
5.1 Literatur und Quellenverzeichnis
5.2 Selbstständigkeitserklärung
5.3 Arbeitsblätter / verwendete Buchseiten / Material etc.

1. Voraussetzungen der Schüler für den Unterricht

1.1 Voraussetzungen bei den Schülern

Den Kurs 1/2 der xxx besuchen 16 Kinder, davon neun Mädchen und sieben Jungen. Sie wurden nach dem Konzept der veränderten Schuleingangsphase eingeschult. Die xxx gehörte zu den Versuchsschulen in Thüringen, welche die veränderte Schuleingangsphase 1998 eingeführt haben. Den rhythmisierten Tagesablauf gibt es schon länger. Es werden die Pausen in den Lernzeiten, die im Block stattfinden frei gewählt.

Die Schüler sind den zum größten Teil stattfindenden Wochenplanunterricht in der altersgemischten Gruppe gewöhnt. Es gibt momentan noch an jedem Tag eine Kursstunde, in denen die beiden Kurse (1/1 und 1/2) getrennt werden. Trotzdem sind reine 45 min.-Stunden eine Seltenheit.

Die Stammgruppe hat jeden Tag die ersten zwei bis drei Stunden zusammen den Stammunterricht und danach erfolgen die Fächer Werken, Schulgarten, Ethik, Religion, Sport und Musik. Ethik, Religion und Sport werden ebenfalls in der altersgemischten Gruppe unterrichtet.

Die Schüler des Stammes Eins kommen aus xxx und xxx und viele kennen sich bereits aus dem Kindergarten.

Seit dem neuen Schuljahr sind sieben neue Kinder in den Stamm gekommen, auch diese Schüler kannten sich aus dem Kindergarten.

Die tägliche Gleitzeit vor dem Unterrichtsbeginn von 7.00–7.40 Uhr ist entsprechend lang gefasst, damit alle Schüler in Ruhe an ihrem „Arbeitsplatz“ ankommen und sich auf den Unterricht einstellen können. In dieser Zeit stehen die Lehrer für persönliche Gespräche jederzeit zur Verfügung, was von den Schülern auch lebhaft genutzt wird. Außerdem können die Kinder in dieser Phase an den beiden Computern arbeiten, sich mit den zahlreichen Übungs- und Spielmaterialien beschäftigen oder ein Buch aus der kleinen Klassenbibliothek lesen.

Das endgültige Zeichen dafür, dass der Unterricht beginnt bzw. dass sich die Schüler an ihren Plätzen einfinden sollen, ist das Einschalten von instrumentaler Musik. Diese ist den Schülern bestens bekannt und sie wissen genau, was sie zu tun haben. Die Musik findet ihren Einsatz auch am Ende von Arbeitsphasen und dient somit als Zeichen, dass die Arbeit einzustellen ist oder dazu, dass die Schüler sich im Sitzkreis einfinden sollen.

Des Weiteren signalisiert den Kindern ein Aufkleber an der Klassenuhr, wann die Arbeitsphase vorbei ist.

Im Großen und Ganzen ist es ein sehr lebendiger und aufgeweckter Kurs, in dem alle Schüler mehr oder weniger an Neuem interessiert sind und sich auch leicht für verschiedene Themen motivieren lassen.

1.1.1 Voraussetzungen im Allgemeinen

Der Umgang mit anderen Kindern ist größtenteils unkompliziert. Die Kinder des Kurses gehen meistens (besonders auch im Umgang mit dem anderen Teil der Stammgruppe, der 1. Klasse) hilfsbereit und rücksichtsvoll miteinander um, so dass insgesamt von einem positiven Sozialverhalten und einer angenehmen Lernatmosphäre ausgegangen werden kann. Ausnahmen bilden ab und zu xxx, xxx und xxx.

Diesen Kindern fällt es noch schwer sich an die verabredeten Regeln zu halten. Sie stören oft durch Unaufmerksamkeit.

Gründe dafür sind ihre allgemeine „Schwatzhaftigkeit“ und ihr großes Mitteilungsbedürfnis, aber auch die Tatsache, dass sie sich noch immer nicht an die Schulregeln halten können. Meistens reicht eine Erinnerung an die Regeln („nur einer redet!“, „Wir melden uns!“) bzw. ein kurzes Zeichen (wie ein Finger auf dem Mund) aus, um die Kinder zu ermahnen. Dies kann auch erreicht werden, wenn der Lehrer den Begriff „Eiszeit“ laut in die Unruhe hineinruft. Die Schüler müssen dann alles stehen und liegen lassen und für ein paar Sekunden starr verharren, bis der Lehrer das Kommando zum Weitermachen erteilt. Es geht dann wesentlich ruhiger weiter, da sie mit dieser einfachen Methode an ihr Fehlverhalten erinnert werden.

xxx und xxx ärgern zudem gern andere Kinder und stören absichtlich den Unterricht um Aufmerksamkeit zu erregen. Ursachen sehe ich hier in der mangelnden Aufmerksamkeit, die die Kinder durch das Elternhaus erhalten. Sie werden deshalb besonders von mir beachtet, um ihnen nicht auch noch in der Schule dieses Gefühl zu geben. Außerdem erhalten gerade sie Aufgaben wie Arbeitsblätter verteilen etc., um ihnen bewusst zu zeigen, dass sie wichtig sind und gebraucht werden.

Die Lerneinstellung und -bereitschaft in diesem Kurs sind sehr unterschiedlich.

Die meisten Schüler sind sehr engagiert und aufgeschlossen, so dass die Beteiligung vor allem in Gesprächsphasen üblicherweise recht hoch ist.

Um die Lerneinstellung zu verdeutlichen werde ich die Klasse in drei Lerngruppen einteilen.

Zu den leistungsstarken Schülern gehören xxx, xxx, xxx, xxx und xxx. Diese Schüler sind sehr aufgeschlossen für alles Neue, zeigen vielfältig Interesse an dem zu lernenden Stoff, sind sehr ehrgeizig und wollen viel schaffen.

Sie gehen sehr zügig und mit großem Interesse an neue Aufgaben heran und versuchen diese selbständig zu lösen, zum Beispiel unbekannte Leseaufträge oder allgemeine Schreibaufgaben. Diese Kinder können schon sehr gut lesen und zeigen ein hohes Maß an Selbständigkeit. xxx ist zudem schon etwas weiter als seine Mitschüler und kann unbekannte Texte gut erlesen und auch schreiben. Auch in Mathematik ist xxx den anderen Kindern voraus, so rechnet er zum Beispiel schon Aufgaben mit Übertrag zweistelliger Zahlen aus dem Hunderterraum, obwohl dies noch nicht vollständig erarbeitet wurde. Deswegen erhält er meist noch seinem Lernniveau angepasste Aufgaben, die ihm persönlich vor oder während der Arbeitsphase mitgeteilt werden. Auch sein Wochenplan enthält mehr bzw. qualitativ hochwertigere Aufgaben.

Zum mittleren Leistungsfeld zählen xxx, xxx, xxx, xxx, xxx, xxx, xxx, xxx und xxx. Diese Schüler zeigen eher schwankenden Eifer, bemühen sich aber und halten sich dabei sehr an Vorgaben. Oft ist die Lerneinstellung bei ihnen vom Thema des Lerngegenstandes abhängig.

Des Weiteren fällt es ihnen noch schwer eigene Lösungsmöglichkeiten zu entwickeln und die Lösungen sind meist nicht fehlerfrei.

xxx ist nicht, wie seine ehemaligen Mitschüler, in die 3. Klasse gewechselt, sondern besucht die Schuleingangsphase nun auch im dritten Schulbesuchsjahr. Er ärgert durch Schubsen und Drängeln sehr oft andere Kinder im Wochenplanunterricht und lenkt sie damit ab. Er selbst zeigt einen großen Hang zur Faulheit und findet oft Ausreden, warum er nicht arbeiten kann. Ursachen sind, wie schon erwähnt, auch hier im Elternhaus zu finden, wo er meiner Meinung nach zu wenig Zuneigung und Anerkennung findet. So versucht er in der Schule besonders viel Aufmerksamkeit auf sich zu lenken. Sobald man ihm diese schenkt und ihn lobt, arbeitet er auch. Des Weiteren zeigt xxx wenig Lust und Bereitschaft am Lernen. Ursachen dafür sehe ich auch hier wieder in den häuslichen Problemen und dass er zu Hause keine andere Lerneinstellung vorgelebt bekommt. Die Eltern zeigen wenig Interesse am Schulleben. Deswegen wird er immer wieder auf die unterschiedlichste Weise zum Lernen angeregt und erhält somit auch in dieser Stunde helfende Unterstützung von mir, um nicht zu verzweifeln und Erfolgserlebnisse zu haben.

Leider lassen sich xxx und xxx sehr leicht von xxx mitreißen. Deshalb achte ich darauf, dass diese Drei nicht zusammen arbeiten.

xxx, xxx und xxx gehören in einigen Bereichen zu den schwachen Schülern. So hat xxx zum Beispiel sehr große Probleme im Fach Deutsch (vermutlich sogar eine Lese-Rechtschreibschwäche), ist aber in Mathematik einer der Besten. Er arbeitet wegen seiner Probleme in der Lautunterscheidung besonders im Wochenplanunterricht zum Beispiel mit dem speziellen PC-Programm „Audilex“. Dies ist ein Lese-Therapieprogramm, was besonders die akustische Wahrnehmung schulen soll. Codierte Muster (Lautabfolgen) müssen in die Verbindung mit visuellen Mustern gebracht werden. Außerdem wird bei ihm sehr großer Wert auf die Verbildlichung von Wörtern gelegt, um das Lesen zu vereinfachen. Auch das Anwenden der Lautgebärden aus der Gehörlosensprache soll ihn voranbringen und für ihn eine Erleichterung sein, die er sehr gut annimmt und die ihm auch wirklich hilft. Des Weiteren erhält xxx auch einen gesonderten Wochenplan, der differenzierte Aufgaben enthält.

xxx hat noch Probleme im Lesen, er ist zu langsam. Ursachen sehe ich in der mangelnden Übung und Lust. Somit sind Leseaufgaben meist besonders motivierend ausgelegt und es wird Wert auf Themen gelegt, die die Kinder interessieren.

Mit der genügenden Zeit kann er aber alles erlesen.

xxx hat große Probleme im Lesen, was auf die mangelnde Übung zurückzuführen ist. Er erhält somit verstärkt Leseaufgaben.

In der heutigen Stunde erhalten xxx und xxx die Möglichkeit sich jederzeit Hilfen bei anderen Kindern zu holen. Dies nutzen die Kinder des Kurses bei Problemen recht selbstständig und sind außerdem auch dazu bereit Hilfe zu leisten.

xxx ist eine sehr leistungsschwache Schülerin, die Förderunterricht erhält. Sie ist in vielen Bereichen weit zurück, unter anderem auch weil sie oft keine richtige Lust am Lernen zeigt oder aber bummelt und deshalb nicht viel schafft. Sie erhält fast immer differenzierte Aufgaben. Bei ihr wird sehr viel Lob (zum Beispiel kleine Belohnungen in Form von Aufklebern) eingesetzt, um sie zu motivieren.

Ursachen dafür könnten häusliche Probleme wie fehlende Liebe und elterliche Zuwendung sein, so war xxx schon bei Pflegeltern und auch ihr Bruder ist erst seit kurzem wieder zu Hause. So spiegeln sich auch die psychischen Probleme im Verhalten wider.

Des Weiteren gehört Xxx zu den „Verweilern“ und besucht die Schuleingangsphase im dritten Schulbesuchsjahr, da in ihrem ersten Schulbesuchsjahr kaum ein Lernzuwachs zu verzeichnen war. Sie hat damals kaum bis gar nicht gearbeitet und so wurde in Absprache mit den Eltern festgelegt, dass Xxx die drei Jahre der Schuleingangsphase nutzen sollte.

Sie erhält ebenfalls einen gesonderten Wochenplan und arbeitet sogar mit Tagesplänen, da die Lernbereitschaft bei ihr stark von Tag zu Tag schwankt bzw. sie sehr oft gar nicht anwesend ist. So ist bei Xxx die Lernbereitschaft von der Tagesverfassung, der Tageszeit und dem Thema der Unterrichtsstunde abhängig. Xxx braucht die ständige Kontrolle, Ermutigung und Zuwendung, um überhaupt zu arbeiten.

So wird also in Arbeitsphasen besonders intensiv mit ihr (meist einzeln) gearbeitet, was auch in dieser Stunde der Fall sein wird.

Xxx braucht mittlerweile zwar immer noch sehr viel individuellen Zuspruch, aber sie beginnt allmählich auch Aufgaben allein zu lösen, was ihr durch die „häppchenweise“ Zuteilung der Aufgaben erleichtert wird. So ist sie mit einem Überangebot von Aufgaben nicht überfordert und kann jede Aufgabe nacheinander lösen. Auch das für sie sehr anstrengende Entscheiden für eine Aufgabe wird ihr dadurch abgenommen. Außerdem hilft ihr der auf sie abgestimmte Unterricht mit der Förderlehrerin sehr. In den Kursstunden wird sie immer wieder vom Lehrer aktiviert und erhält viele individuelle Hilfen. Xxx wird nach diesem Schuljahr in die Förderschule wechseln.

xxx besucht ebenfalls die Schuleingangsphase im dritten Schulbesuchsjahr und hat immer noch große Probleme in der Grobmotorik, was laut Psychologin auf ein Defizit im Gehirn zurückzuführen ist. Sie erhält den dementsprechenden Förderunterricht und bearbeitet zum Beispiel viele Nachspurübungen etc., die die Motorik schulen.

Den meisten Schülern des Kurses 1/2 fällt es schwer mit bestimmten leistungsschwachen Schülern zusammenzuarbeiten oder sie wollen es nicht, was das Arbeitsklima und besonders die Partnerarbeit etc. oft erschwert. Ursachen dafür sehe ich in der Unlust von den schwachen Schülern an schulischen Aufgaben, was die anderen Kinder nicht gut finden. Des Weiteren spielt auch das Benehmen dieser Kinder und ihr Erscheinungsbild eine Rolle. So ärgert Xxx oft andere Kinder, indem sie sie beim Arbeiten durch lautes Sprechen mit sich selbst oder Geräusche machen stört.

Die Kinder müssen deshalb abwechselnd mit den jeweiligen Schülern (Bsp.: Xxx) arbeiten, so dass jeder einmal dran kommt und sie sich daran gewöhnen, dass man auch mit Menschen zusammenarbeiten muss, die man nicht leiden kann. Außerdem wird die Thematik oft im Unterricht an der passenden Stelle thematisiert und die Schüler sollen sich zum Beispiel zum Thema „Ausgrenzen“ äußern, um ihre Empathiefähigkeit zu schulen. In dem neu eingeführten Projekt „Faustlos“, welches nun jeden Montag behandelt wird, soll der gewaltfreie Umgang miteinander geschult werden. Auch über Gefühle wird dabei gesprochen. Dies wird sich hoffentlich auf das Arbeitsklima positiv auswirken.

Das Arbeitstempo ist ebenfalls sehr unterschiedlich.

xxx ist sehr langsam bei allen Tätigkeiten und kann deshalb viele schon differenzierte

Aufgaben nicht in der vorgegebenen Zeit lösen, weshalb er immer wieder Ansporn durch Zuspruch und individuelle Hilfe bekommt.

In der heutigen Stunde wird ihm damit geholfen, dass er nicht alle Aufgaben lösen muss. Diese Information wird ihn beruhigen und motivieren, die Pflichtaufgaben zu bewältigen. Die Zusatzaufgaben kann und wird er meiner Meinung nach weglassen.

Auch xxx und xxx arbeiten nicht in der vorgesehenen Zeit und schaffen somit meist die Aufgaben nicht, obwohl sie es könnten. Sie wollen alles richtig und überkorrekt machen, weshalb sie sich viel Zeit lassen. xxx träumt zudem gern und gönnt sich ab und zu eine kleine Pause. Eine kurze Ermahnung reicht aus, um die beiden wieder zum Arbeiten anzuregen.

Xxx ist ebenfalls in allen Belangen sehr langsam, was auf die schon oben angesprochenen Probleme zurückzuführen ist. Dies zeigt sich besonders auch nach der Hofpause, wo sie gern trödelt und so meist als Letzte den Raum betritt, so dass oft nicht pünktlich mit der folgenden Stunde begonnen werden kann.

Bezüglich der Lerngewohnheiten kennen die Schüler vielfältige Arbeits- und Sozialformen, wie Frontalunterricht (Klassenunterricht, Lehrer-/Schülervortrag), Gruppenunterricht wie Partner- und Kleingruppenarbeit, Einzelarbeit, Unterrichtsgespräche und Spiele zum Beispiel in Form von Rollenspielen. Sie beherrschen diese Formen sehr gut, da sie immer wieder angewandt werden. Durch das Mehrpädagogensystem in der Schuleingangsphase sind sie an das Team-Teaching gewöhnt.

Der Wochenplanunterricht ermöglicht den Kindern ein hohes Maß an selbständigem Arbeiten, was fast alle Schüler gut beherrschen. Der Kursunterricht ist vor allem durch offene oder frontale Phasen geprägt. Die offenen Formen und Angebotslernen werden sehr gut von den Kindern angenommen und die festen Regeln bei Einzel-, Partner-, Gruppenarbeit und Angebotslernen etc. sind ihnen bekannt. Sie sind dabei gewohnt, auf vereinbarte Zeichen und Symbole, wie zum Beispiel „wir flüstern“ zu achten. Hier wird immer wieder darauf Wert gelegt, dass die Schüler ihr Verhalten den Regeln entsprechend selbst einschätzen müssen. Es klappt daher auch immer besser und die Kinder weisen sich selbst untereinander auf die vereinbarten Regeln hin („Nicht rennen“, „Wir flüstern“).

Den Schülern ist außerdem die Verwendung eines Glöckchens nicht fremd, was seine Anwendung findet, wenn sich eine schöpferische Unruhe zum Störfaktor entwickelt (ähnlich des Begriffs „Eiszeit“).

Folgende Auffälligkeiten habe ich festgestellt und werde ich berücksichtigen.

xxx ist ein sehr temperamentvoller Junge. Er redet oft dazwischen und reizt auch gerne andere Schüler in Bewegungsphasen durch absichtliches „Schubsen“ etc. Ich werde in meiner Unterrichtsstunde darauf achten, ihn auf die bestehenden Klassenregeln hinzuweisen, um Störungen zu minimieren.

Wie schon erwähnt, müssen auch xxx und xxx gezielt beobachtet und evtl. diszipliniert werden, da sie sich leicht gegenseitig ablenken.

Xxx beteiligt sich kaum am Unterrichtsgeschehen, träumt vor sich hin oder wendet sich anderen Dingen zu, wie Stifte spitzen. Sie benötigt sehr viele Hilfestellungen, um sich auf neue Sachverhalte einzustellen. Aufgabenstellungen kann Xxx mit der genügenden Motivation selbst erlesen. Da sie auf Zuspruch und Lob in Form von Belohnungen reagiert, werde ich dies in meiner Stunde berücksichtigen, um ihr Selbstvertrauen zu stärken. Dabei werde ich viel mit Positivverstärkern arbeiten.

Wenn xxx viel Stress zu Hause hat oder noch viele Aufgaben am Tag anstehen, ist sie meist sehr aufgeregt, zappelig und unkonzentriert. Ihr kann geholfen werden, wenn man beruhigend auf sie einwirkt und keinen Druck ausübt.

Auch xxx arbeitet nur sehr langsam und unkonzentriert, wenn es Probleme gibt, die sie beschäftigen, da sie sehr sensibel ist. Hier kann ebenfalls mit motivierendem und ruhigen Zuspruch geholfen werden.

xxx erscheint manchmal „faul“ und erleichtert sich Aufgaben durch Abschreiben. Ich werde in meiner Stunde darauf achten und durch Lob, Zuspruch sowie eventuelles Umsetzen reagieren.

xxx schaut häufig bei anderen Kindern nach Ergebnissen etc., um es sich leichter zu machen. Nötig hätte sie es keineswegs. Ich werde sie deshalb im Auge behalten und evtl. darauf hinweisen, dass sie die Aufgaben allein bewältigen muss.

1.1.2 Voraussetzungen im Fach Heimat- und Sachkunde und für diese Stunde

Im Allgemeinen kann man im Bezug auf das Fach Heimat- und Sachkunde keinen Unterschied zu den allgemeinen Lernvoraussetzungen (wie oben beschrieben) feststellen.

Die Beteiligung der Kinder ist von Interesse geprägt.

Besonders solche Kinder wie xxx bringen sich hier sehr viel ein und können mit ihrem großen Allgemeinwissen glänzen.

Auch xxx weist in diesem Fach viel Wissen auf, weshalb diese beiden Kinder einen guten Rückenhalt bieten. Gerade xxx weiß viel, da er laut seiner Mutti sehr wissbegierig ist und oft den Nachrichtensender N24 schaut. Sie erhalten deshalb des Öfteren knifflige Aufträge, um ihr Wissen unter Beweis zu stellen. Außerdem können die anderen Kindern mit ihrem Wissen helfend zur Seite stehen, zum Beispiel mit unserem allgemeinen Hilfesystem. Hier hat jedes Kind eine Magnetkarte mit seinem Namen zur Verfügung, welche es bei Bedarf an die Tafel heften kann (untereinander). Ich arbeite diese Karten der Reihe nach ab und jedes Kind erhält so seine Hilfestellung. Schüler, die mit allen Aufgaben fertig sind, dürfen sich ebenfalls eine Namenskarte nehmen und dem entsprechenden Kind helfen. Dies fördert ungemein die soziale Kompetenz.

xxx ist trotz seiner Probleme im Fach Deutsch sehr lern- und anstrengungsbereit, weshalb er oft nicht nur von mir Hilfe bekommt, sondern auch von seinen Mitschülern. Die Kinder wissen, dass sie ihm beim Erlesen mancher Aufgaben helfen müssen und sie bewältigen dies auch mit viel Engagement.

Xxx zeigt, genau wie xxx, ähnlich den anderen Fächern kein großes Engagement. Beide sind an den Themen des Heimat- und Sachkundeunterrichts aber sichtlich interessiert. Ich werde deshalb versuchen, die Unterrichtsstunden so interessant und motivierend wie möglich auszulegen, um auch sie zu begeistern.

Wir befinden uns im Heimat- und Sachkundeunterricht in der Unterrichtseinheit „Frühling“. Der kalendarische Frühlingsbeginn am 20./21. März bildete den Einstieg in die Thematik. Der meteorologische Frühling beginnt dahingegen schon circa drei Wochen früher und umfasst die Monate März, April und Mai.

Der phänologische Frühling ist vom Klima abhängig. Er richtet sich nach der Entwicklung der Pflanzen und hat dieses Jahr lange auf sich warten lassen.

Des Weiteren wird der Frühling durch die Blüte bestimmter Pflanzen in 3 Phasen eingeteilt. Man unterscheidet den Vorfrühlung (von Februar bis März, Schneeglöckchen blüht), den Erstfrühling (von Ende März bis Ende April, Obstbäume blühen) und den Vollfrühling (von Ende April bis Mitte Mai, Apfel und Flieder blühen). Wir befinden uns momentan also zwischen Vor- und Erstfrühling.

Die Naturerscheinungen im Frühling sind vielfältig. So erwacht das neue Leben nach der Winterpause neu, die Tage werden länger, die Temperaturen steigen und die Menschen werden dadurch zu mehr Freizeitaktivitäten nach draußen gelockt.

Für viele Pflanzen beginnt ein neuer Abschnitt. Bei den einjährigen Pflanzen keimen die Samen, bei mehrjährigen Pflanzen sprießen aus den Knospen neue Blätter sowie Blüten und die immergrünen Pflanzen treiben neu aus.

Auch bei den Tieren tut sich viel. Einige erwachen aus der Winterstarre/ -schlaf/ -ruhe. Die Fortpflanzungszeit beginnt, Eier werden gelegt und die Jungtiere werden geboren.

Die Kinder haben sich seit Mitte März intensiv mit Frühlingsphänomenen beschäftig, sowie eigene Erfahrungen aus Unterrichtsgängen eingebracht und verarbeitet.

Dabei wurde der Sachverhalt übergreifend auf alle Lebewesen eingeführt. Die Schüler haben ein breites Wissen über Menschen, Tiere und Pflanzen im Frühling aufgebaut. Ich konnte dabei an Wissen aus der ersten Klasse anknüpfen. Hier haben die Kinder schon Zugvögel (zum Beispiel der Storch), Standvögel (zum Beispiel die Amsel), Winterschläfer (zum Beispiel der Igel) und Frühblüher (zum Beispiel die Tulpe) kennen gelernt. Mit diesen Fachbegriffen kann also gearbeitet werden. Nun galt es dieses Wissen zu vertiefen und dabei die Sinne der Kinder mit einzubeziehen, da dies den Lehrplanschwerpunkt „Natur erfahren und verstehen“ erst richtig ausmacht. Demnach haben die Kinder den Frühling in Unterrichtsgängen selbst erfahren und Entdeckungen gemacht. Im Fach Schulgarten wurde dazu noch nicht viel behandelt, lediglich Ostergras angepflanzt.

Entsprechend dem Thüringer Lehrplan in Heimat- und Sachkunde erhält das Thema „Blumen im Frühling“ einen höheren Stellenwert in der Unterrichtseinheit Frühling und wird intensiver behandelt. Demnach entschied ich mich dafür, den Kindern unterschiedliche Frühlingspflanzen näher zu bringen. So unterscheiden wir die typischen Frühblüher mit Zwiebel als Nährstoffspeicher und die Frühlingsblumen mit Erdspross/Wurzel. Den Kindern wurde der Unterschied Erdspross (= verlängerte Sprossachse) und Wurzel nur ganz kurz erläutert, um sie nicht zu verwirren. Obwohl der Teil wie eine Wurzel aussieht, wird er bei der Frühlingsblume Erdspross genannt, in dem Nährstoffe über den Winter gespeichert werden. Eine Pflanze kann zudem Erdspross und Wurzel besitzen.

Die Entscheidung zwischen Zwiebel- und Wurzelpflanzen traf ich, aufgrund von vielen Verwechslungen die ich beobachtet habe. So begründeten einige Kinder das frühe Blühen der Veilchen zum Beispiel auf die Zwiebel. Um dieses Wissen nicht falsch zu festigen erarbeiteten wir den Unterschied. Dabei bezeichneten wir die typischen Zwiebelblumen als Frühblüher und die Wurzelblumen als Frühlingsblumen, um eine Abgrenzung vorzunehmen.

Ich fertigte für jedes Kind ein Frühlingsblumenbuch an, um mit den Kindern ein dauerhaftes Medium herzustellen, aus dem die Schüler noch lange Wissen schöpfen können. Des Weiteren ist es jederzeit erweiterbar und in weiterführenden Klassenstufen fortführbar. Es ist demnach auch denkbar andere Jahreszeiten und deren Blumen anzuhängen. In der vorausgegangenen Unterrichtseinheit „Medien“ fertigten die Schüler selbst ein Klappbuch an, was auf große Begeisterung stieß. Daher entschied ich mich auch hier für diese Medium, da meine Beobachtungen ergeben haben, wie groß die Freude bei den Schülern war, ein solches mit nach Hause nehmen zu dürfen.

Des Weiteren begleitet die Schüler ein Frühlingsmärchen während der Unterrichtseinheit. Die Kinder des Kurs 1/2 lassen sich sehr gut mit Geschichten und Bildern motivieren und fiebern regelrecht mit. Aus diesem Grund schrieb ich nach der Vorlage „Die Frühlingsprinzessin“ (aus: Burger, Monika: Frühling in der 1. und 2. Klasse.) ein Märchen, was zu unseren Gegebenheiten passt. Es enthält viele Informationen über den Frühling und bezieht die Kinder immer wieder ein.

So ist eine Zusammengehörigkeit der Unterrichtseinheit erkennbar und die Kinder haben einen Sachverhalt an dem sie sich orientieren können. Das Genre Märchen wurde dabei geklärt, so dass jedem Kind bewusst ist, dass der Inhalt nicht wirklich geschehen kann.

Vor den Osterferien haben wir Zwiebeln und Wurzeln angeschaut, um den Unterschied zu ermitteln. Verschiedene Blumen sollten zugeordnet werden. Dabei wurden die Blumen im Original ausgegraben, um Zwiebel oder Wurzel zu erkennen.

Nun sollen die Kinder einen jeweiligen Frühlingsboten intensiv und gezielt kennen lernen. Bei der Zwiebelpflanze entschied ich mich für die Osterglocke, da sie den Schülern zurzeit immer präsent ist und auch an das vergangene Osterfest erinnert und anknüpft. Die Schüler sollten die Pflanze mit den Begriffen Zwiebel/Wurzel, Stängel, Blatt und Blüte beschriften. Diese Fachbegriffe sind den Schülern bekannt und können benutzt werden. Des Weiteren lernten die Kinder Begriffe wie „Blütezeit“, „Standort“, „giftig“ und „geschützt“ kennen. Sie sollten die Osterglocke mit Hilfe des Originals, von Plakaten, einer Blumenkartei etc. untersuchen und ihr Frühlingsblumenbuch vervollständigen.

In der heutigen Heimat- und Sachkundestunde soll nun eine Frühlingsblume mit Wurzel genauer betrachtet werden. Hier entschied ich mich für das Gänseblümchen, da es eine Pflanze ist die jedes Kind kennt, allerdings meistens nur unbewusst. Des Weiteren ist sie Bestandteil des Jo-Jo Sachhefts der Kinder, was die Grundlage des Heimat- und Sachkundeunterrichts bildet. Die Seite des Sachheftes wird in dieser Unterrichtsstunde allerdings keine Rolle spielen. Sie wird Teil der Lernzielkontrolle am Ende der Unterrichtseinheit sein.

Das Gänseblümchen (lat. Bellis perennis) gehört zu den mehrjährigen Pflanzen, deren Wurzel/Erdspross im Boden überwintert und bei Wärme neu sprießt.

So kann es schon im Februar zu sehen sein, bis spät in den November hinein.

Es gehört des Weiteren zu den Korbblütengewächsen (lat. Asteraceae), da die Blütenblätter wie in einem Korb angeordnet sind. Es handelt sich um eine essbare Heilpflanze, die auf Wiesen, Feldern und Wegrändern zu finden ist.

Das Hauptanliegen dieser Stunde beinhaltet nun, das die Schüler ausgewählte Merkmale des Gänseblümchens kennen lernen. In der Einstiegsphase, die im Sitzkreis stattfindet, werden die Kinder mit einem weiteren Abenteuer der ihnen bekannten Prinzessin Tausendschön (siehe Text in den Anlagen) konfrontiert. Die kleine Prinzessin vermisst in dieser Episode ihre Lieblingsfrühlingsblumen. Zur Wiederholung sollen die Schüler überlegen, welche das wohl sein könnte. Im Idealfall nennen sie an dieser Stelle die bisher kennen gelernten Frühlingsblumen. Wenn nicht, werde ich sie mit Impulsen dahin leiten.

Es schließt sich eine Art Kurzmeditation an, bei der die Schüler bewusst mit dem Unterrichtsgegenstand konfrontiert werden. Sie hören Vogelgezwitscher, riechen an dem Gänseblümchen, erfühlen es und sprechen kurz über das Aussehen. Dies soll die Kinder auf den Unterricht einstimmen, motivieren und die Sinne aktivieren. Die Schüler des Kurses 1/2 kennen diese Einstiegsvariante, da sie das ein oder andere Mal schon genutzt wurde. Die Kinder reagieren sehr gut darauf und jeder Einzelne kann sich für diesen kurzen Moment konzentrieren und ruhig sein. Ich werde die Schüler zwar bitten ihre Augen zu schließen, gehe aber davon aus, dass dies nicht alle tun. Einige Kinder wie xxx, xxx, xxx oder xxx können dies nicht, da sie sehr neugierig sind und am liebsten alles mitbekommen möchten. Dies stellt kein Problem dar und es wird niemand gezwungen, um die Kinder nicht zu demotivieren.

[...]

Ende der Leseprobe aus 48 Seiten

Details

Titel
Blumen im Frühling - Erarbeitung ausgewählter Merkmale des Gänseblümchens in Form eines Angebotslernens
Note
1,3
Autor
Jahr
2006
Seiten
48
Katalognummer
V55392
ISBN (eBook)
9783638503471
Dateigröße
1171 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Das ist der Lehrprobenentwurf zur praktischen Prüfung für das Lehramt an Grundschulen.
Schlagworte
Blumen, Frühling, Erarbeitung, Merkmale, Gänseblümchens, Form, Angebotslernens
Arbeit zitieren
Christina Kühnle (Autor), 2006, Blumen im Frühling - Erarbeitung ausgewählter Merkmale des Gänseblümchens in Form eines Angebotslernens, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/55392

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