Direct Costing

Deckungsbeitragsrechnungssysteme in der Grenzkostenrechnung


Seminararbeit, 2006
31 Seiten, Note: 2,0

Leseprobe

I Inhaltsverzeichnis

II Abkürzungsverzeichnis

III Abbildungsverzeichnis

IV Formelverzeichnis

1. Einführung

2. Entstehung und Wesen des Direct Costing
2.1. Besonderheiten des Direct Costing
2.2. Die Grundgleichung des Direct Costing
2.3. Grundvoraussetzungen des Direct Costing
2.3.1. Kostenspaltung nach der Beschäftigungsabhängigkeit
2.3.1.1. Buchtechnische Kostenauflösung
2.3.1.2. Mathematische Kostenauflösung
2.3.1.3. Statistische Kostenauflösung
2.3.1.4. Analytische Kostenauflösung
2.3.2. Lineare Kostenverläufe
2.4. Direct Costing und die dispositiven Aufgaben der Kostenrechnung
2.4.1. Die Deckungspunkt-Analyse
2.4.2. Festsetzung von Angebotspreisen
2.4.3. Erfolgsorientierte Produktionsprogrammplanung
2.4.3.1. Optimierung des Produktionsprogramms bei Unterbeschäftigung
2.4.3.2. Optimierung des Produktionsprogramms bei Vollbeschäftigung
2.4.4. Kostenorientierte Verfahrenswahl
2.4.5. Kostenorientierte Entscheidung zwischen Eigenfertigung und Fremdbezug von Vorleistungen

3. Vor- und Nachteile des Direct Costing
3.1. Kritik an der kostenorientierten Preisuntergrenze
3.2. Kritik an der Bestandsbewertung
3.3. Kritik an der Grundkonzeption des Direct Costing
3.4. Vorteile des Direct Costing

4. Fazit

Literaturverzeichnis

Anhang VI

II Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

III Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Lineare Gesamtkostenfunktion

Abbildung 2: Regressionsgeraden bei der statistischen Kostenauflösung

Abbildung 3: Deckungspunkt

Abbildung 4: Typisch, doppelt „geknickte“ Preis-Absatzfunktion

Abbildung 5: Erfolgreiche Preissenkungsmaßnahme

Abbildung 6: Optimales Produktionsprogramm bei Unterbeschäftigung

Abbildung 7: Rechenbeispiel zum optimalen Produktionsprogramm

IV Formelverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1. Einführung

Der vierte und vorletzte Abschnitt des Seminars der internen Kostenrechnung handelt von den dispositionsorientierten Teilkostenrechnungssystemen. Dieses Themengebiet umfasst prinzipiell zwei Bereiche: Die Einzelkostenrechnung nach Riebel und das Direct Costing. Im vorliegenden Referat liegt der Fokus auf das Direct Costing. Jedoch beschränkt sich diese Seminararbeit auf die Grundform dieses Kostenrechnungsinstruments. Der zweite Teil, die stufenweise Fixkosten-deckungsrechnung, wird im anschließenden Referat dargestellt.

Das Direct Costing wird innerhalb der Deckungsbeitragsrechnungssysteme, der Grenzkostenrechnung zugeordnet. Und zwar handelt es sich hierbei um eine Istkostenrechnung, im Gegensatz zur bereits bekannten Grenzplankostenrechnung.[1]

Ziel dieser Arbeit ist es, den Studenten diese anglo-amerikanische Rechnungsmethode in seiner Grundform vorzustellen. Darüber hinaus werden die erforderlichen Voraussetzungen und die Kritikpunkte aufgezeigt.

2. Entstehung und Wesen des Direct Costing

Beim Direct Costing handelt es sich um geschlossenes System der Grenzplankostenrechnung. Erstmals angewandt in den USA, ging es aus der amerikanischen Standardkostenrechnung hervor. Die Gründer dieses Ansatzes waren J.N. Harris und G.C. Harrison. Harris führte dieses System bereits 1934 ein. Nur ein Jahr später, im Jahre 1935, führte Harrison seine Art der Grenzkostenrechnung ebenso ein. Beide Kostenrechner gelten sozusagen als die Pioniere des Direct Costing.

Das Hauptaugenmerk des Direct Costing galt von Anfang an der Verbesserung der Erfolgsanalyse und der Gewinnplanung.[2] Folglich es ist ein Ziel des Direct Costing, anders als das in der traditionellen Vollkostenrechnung angewandte Verfahren alle angefallenen Kosten einer Periode auf die Leistungen der entsprechenden Periode zu verrechnen, dem Erzeugnis nur die Kosten zuzurechnen, die es tatsächlich verursacht hat. Die Grenzkosten sind die eigentlichen Kosten, die durch die Herstellung eines Produktes anfallen und die diesem Produkt nach dem Verursachungsprinzip zuzurechnen sind. Aus diesem Grund wird das Verfahren des Direct Costing in Deutschland auch als Grenzkostenrechnung bezeichnet.[3] Die strenge Auslegung des Verursachungsprinzips gilt als der wichtigste Grundsatz des Direct Costing.[4]

Übersetzt man Direct Costing ins Deutsche, bedeutet es soviel wie „Direkt-Kostenrechnung“. Diese Übersetzung basiert auf der Tatsache, dass nur die direkt von den einzelnen betrieblichen Produkten verursachten Kosten auf die Kostenträger verrechnet werden und die fixen Kosten der Bereitschaft außen vor bleiben. Jedoch ist dieser Ausdruck mit Vorsicht zu genießen, denn es kann schnell zu Missverständnissen kommen. Man spricht nicht von direkt verursachten, sondern von direkt zurechenbaren Kosten.[5]

2.1. Besonderheiten des Direct Costing

Die wichtigsten Besonderheiten des Direct Costing lassen sich durch die folgenden fünf Merkmale kennzeichnen:[6]

1.) Zerlegung der Kosten jeder Kostenstelle in einen variablen und fixen Teil
2.) Ledigliche Verrechnung der variablen Kosten auf die Erzeugnisse (Fertigungsmaterial, Fertigungslöhne, Sondereinzelkosten, aber auch alle variablen und anteil-variablen Gemeinkosten wie z.B. Werkzeuge, Energie)
3.) Abzug der variablen Kosten von den Erlösen der dazu gehörigen Erzeugnisse und Errechnung der Brutto-Deckungsbeiträge
4.) Absetzung der fixen Kosten von den um die variablen Kosten einer Abrechnungsperiode verminderten gesamten Erlösen
5.) Bewertung der Halb- und Fertigprodukte nur auf der Basis der variablen Kosten des Fertigungsbereiches: Fertigungsmaterial, Fertigungslöhne, Sondereinzelkosten und direkt zurechenbare variable Gemeinkosten.

Die soeben aufgelisteten Merkmale lassen sich zum besseren Verständnis in einem Rechenschema übersichtlich darstellen:[7]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

2.2. Die Grundgleichung des Direct Costing

[8] Um das Grundprinzip des Direct Costing zu verstehen, geht man anschließend auf die Grundgleichung ein. Das Direct Costing entspricht dem aus England stammenden Marginal Costing. Die in diesem Zusammenhang von Lawrence und Humphreys formulierte fundamentale Ausgangsgleichung aus den späten fünfziger Jahren bildet hierfür die Grundlage[9]:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Wir wollen uns jedoch in Zukunft mit einer leicht abgeänderten Form der Gleichung beschäftigen, die dessen ungeachtet zum gleichen Ergebnis führt:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Ein Zahlenbeispiel zur Betriebsergebnisrechnung in Anhang 1 verdeutlicht nochmals das Rechenschema aus Kapitel 2.1. und die soeben kennen gelernte Grundgleichung.

Ergänzend muss gesagt werden, dass das Verfahren des Direct Costing für die Vorbereitung, insbesondere kurzfristiger und dispositiver Entscheidungen Hilfe leistet. Und damit das Direct Costing Grundlage dieser dispositiver Entscheidungen sein kann, müssen Voraussetzungen erfüllt sein, auf die im anschließenden Kapitel eingegangen wird.

[...]


[1] Vgl. Ebbeken, K./ Grohnert, B., Kontroll- und Entscheidungsorientierte Kostenrechnung, 1990, S. 77

[2] Vgl. Kilger, W., Flexible Plankostenrechnung und Deckungsbeitragsrechnung, 10. Auflage, 1993, S. 64

[3] Vgl. Mellerowicz, K., Neuzeitliche Kalkulationsverfahren, 5. Auflage, 1977, S. 96

[4] Vgl. Ebbeken, K./ Grohnert, B., Kontroll- und Entscheidungsorientierte Kostenrechnung, 1990, S. 77

[5] Vgl. Biergans, E., Grenzkostenrechnung – Direct Costing, 1968, S. 39

[6] Vgl. Mellerowicz, K., Neuzeitliche Kalkulationsverfahren, 5. Auflage, 1977, S. 97

[7] ebenda

[8] Vgl. Ebbeken, K./ Grohnert, B., Kontroll- und Entscheidungsorientierte Kostenrechnung, 1990, S. 79

[9] Vgl. Heine, P., Direct Costing – eine anglo-amerikanische Teilkostenrechnung, in ZfhF, 1959, S. 518 f.

Ende der Leseprobe aus 31 Seiten

Details

Titel
Direct Costing
Untertitel
Deckungsbeitragsrechnungssysteme in der Grenzkostenrechnung
Hochschule
Hochschule Bochum
Note
2,0
Autor
Jahr
2006
Seiten
31
Katalognummer
V55403
ISBN (eBook)
9783638503549
ISBN (Buch)
9783638663892
Dateigröße
635 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Direct, Costing
Arbeit zitieren
Dipl.-Kfm. (FH)/ Dipl. en Ciencias Empresariales Gabriel Rivas Perez (Autor), 2006, Direct Costing, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/55403

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