Nach der unternehmensinternen Prozessorientierung gewinnt die elektronische Integration von Geschäftsprozessen über Unternehmensgrenzen hinweg an Bedeutung. XML-Technologien versprechen im Zusammenhang mit der B2B-Integration flexible Lösungen. In kleinen und mittelständigen Unternehmen bieten die Standardtechnologien eine kostengünstige Alternative zu kommerziellen Integrationslösungen. Das Buch stellt ein Konzept für den Einsatz von XML-Technologien, insbesondere XSLT, zur Geschäftsprozess-Integration vor. An einem Beispiel zur Anbindung von Dienstleistern an Versicherer wird gezeigt, wie eine dynamische Transformation von XML basierten Geschäftsdokumenten den unternehmensübergreifenden Datenaustausch unterstützen kann. Neben betriebswirtschaftlichen Grundlagen geht der Autor auf Treiber, Ebenen und die Realisierung von B2B-Integrationsprojekten ein. Auf dieser Grundlage wird an einem Fallbeispiel gezeigt, welche Vorteile eine flexible, konfigurierbare Transformation von Geschäftsdokumenten bietet. Neben dem Konzept wird auch eine mögliche Implementierung vorgestellt, was das Buch auch für Praktiker interessant macht.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Ziel der Arbeit
1.3 Aufbau der Arbeit
2 Allgemeine Grundlagen
2.1 Betriebswirtschaftlich-organisatorische Grundlagen
2.1.1 Geschäftsprozess
2.1.2 E-Business
2.1.3 Enterprise Application Integration
2.1.4 Business to Business Application Integration
2.2 Informationstechnische Grundlagen
2.2.1 Integrationsansätze
2.2.1.1 Anforderungen an Integrationswerkzeuge im B2B-Bereich
2.2.1.2 Integrationstechnologien
2.2.1.3 Topologien von Integrations-Systemen
2.2.1.4 Architektur von Integrations-Systemen
2.2.2 XML-Technologien
2.2.2.1 XML - Extensible Markup Language
2.2.2.2 DTD und XML Schema
2.2.2.3 XPath
2.2.2.4 XSLT – Extensible Stylesheet Language Transformation
2.2.2.5 XQuery
2.2.2.6 Digitale Signaturen in XML
3 E-Business Integration
3.1 Integrationstreiber
3.1.1 Heterogenität der Systeme
3.1.2 Dynamisches Unternehmensumfeld
3.1.3 ERP-Integration
3.1.4 B2B-Integration
3.1.5 E-Commerce
3.1.6 Fusionen und Akquisitionen
3.2 Ebenen der Integration
3.2.1 Präsentations-Integration
3.2.2 Prozess-Integration
3.2.3 Anwendungs-Integration
3.2.4 Daten-Integration
3.3 Realisierung von Integrationsprojekten
3.3.1 Theoretische Vorgehensweise und Praxis
3.3.2 Erfolgsfaktoren
3.3.3 Wirtschaftlichkeitsbeurteilung
3.4 Integration mit XML
3.4.1 Probleme des inner- und zwischenbetrieblichen Datenaustauschs
3.4.2 XML versus traditionelles EDI
3.4.3 XML-Standards im Bereich des E-Business
3.4.4 Electronic Business XML und die Universal Business Language
4 Die Anbindung eines Dienstleisters an das „Kfz-Schadennetz“
4.1 Vorstellung des GDV
4.1.1 Das „Kfz-Schadennetz“ des GDV
4.1.2 Der GDV-Standard
4.1.2.1 Release 2000
4.1.2.2 Release 2003
4.2 Der Beispielprozess „Fakturierung und Versand von Produkten“
4.2.1 Der Geschäftsprozess „Fakturierung und Versand“
4.2.2 Informationstechnische Unterstützung
4.2.3 Schwächen des Vorgehens mit statischer Transformationslogik
5 Konzept zur dynamischen Transformation
5.1 Anforderungsdefinitionen
5.2 Workflow-Ebene
5.3 Transformations-Ebene
5.3.1 Dynamisches XSLT
5.3.2 XSLT-Objekte
5.3.3 Zusammensetzen der Objekte - „Assembler“
5.3.4 Konfiguration
5.3.4.1 Konfiguration über die Objektauswahl:
5.3.4.2 Konfiguration über Präferenzen:
5.3.5 Zusammenfassung der Transformationsprozesse
5.3.6 Dokumentation – „Docwriter“
5.3.7 Allgemeine Anwendbarkeit
5.4 Aspekte der Implementierung
5.5 Betrachtung der Wirtschaftlichkeit
6 Implementierung der dynamischen Transformation
6.1 Quell- und Zieldokumente
6.2 Die Konfiguration der Transformation
6.3 Aufbau der XSLT-Objekte
6.4 Die Transformation
6.5 Die Funktionsweise des Assemblers
6.6 Automatische Erzeugung der Dokumentation
7 Zusammenfassung und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Ziel der Arbeit ist es, Integrationskonzepte im Kontext von E-Business und B2B-Prozessen zu erörtern und ein effizientes, wiederverwendbares Konzept zur dynamischen Transformation XML-basierter Daten zu entwickeln. Die Forschungsfrage fokussiert darauf, wie durch XML-Technologien wie XSLT der Entwicklungs- und Wartungsaufwand bei der Anbindung heterogener Geschäftspartner reduziert werden kann.
- Grundlagen von EAI (Enterprise Application Integration) und BBAI (Business to Business Application Integration)
- Analyse von Anforderungen und Erfolgsfaktoren für Integrationsprojekte
- Integration mittels XML-Technologien im Vergleich zu traditionellem EDI
- Konzeptentwicklung für eine dynamische, konfigurierbare Datentransformation
- Praktische Implementierung einer flexiblen Transformationslösung am Beispiel des GDV-Standards
Auszug aus dem Buch
4.2.3 Schwächen des Vorgehens mit statischer Transformationslogik
Wie bereits beschrieben, müssen die Daten von dem internen Datenformat des Produktionssystems (die Daten liegen bereits in XML-Notation vor) in das Format des GDV-Standards transformiert werden. Der gesamte Export-Prozess besteht aus einer Reihe von Aufgaben, welche vom EAI-Tool durch einen Workflow abgebildet werden. Neben vor- und nachbereitenden Aufgaben ruft der Workflow den XSLT-Prozessor auf, um die XML-Datensätze aus dem Produktionssystem in XML-Dokumente zu transformieren, die den Vorgaben des GDV-Standards entsprechen.
In der Vorstellung des Standards wurde angesprochen, dass dieser bestimmte Freiheiten bietet. Nicht alle Felder müssen verwendet werden, einige Satzarten können in unterschiedlicher Häufigkeit in einer Nachricht vorkommen, Anhänge können unterschiedlicher Art sein, optionale Felder können mit einer Bedeutung versehen und verwendet werden. Bilder von Schadensfällen können beispielsweise in Form von PDF oder als einzelne Bilddateien und in unterschiedlicher Anzahl angehängt werden. Einige Versicherungsunternehmen benötigen detaillierte Informationen, andere nur wenige Details usw. Diese Auflistung von nicht strikt determinierten Inhalten ist nicht vollständig. Von den Möglichkeiten, die der GDV-Standard bietet, machen die Kunden Gebrauch. Die genauen Inhalte des bei der Transformation zu erstellenden XML-Dokuments hängen also von dem jeweilig an der Kommunikation beteiligten Versicherungsunternehmen ab. Der GDV-Standard muss nach den Präferenzen des empfangenden Versicherungsunternehmens entsprechend mit Daten gefüllt werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Hinführung zum Thema Geschäftsprozess-Integration und Problemstellung heterogener Anwendungssysteme.
2 Allgemeine Grundlagen: Definition betriebswirtschaftlicher Begriffe wie Geschäftsprozess und E-Business sowie technischer Grundlagen wie Middleware und XML.
3 E-Business Integration: Untersuchung von Integrationstreibern, Integrationsformen und spezifischen Herausforderungen bei der Anbindung von Geschäftspartnern.
4 Die Anbindung eines Dienstleisters an das „Kfz-Schadennetz“: Analyse der GDV-Plattform und der Herausforderungen bei der Umsetzung der Datenanbindung mittels statischem XSLT.
5 Konzept zur dynamischen Transformation: Entwurf eines flexiblen, XML-basierten Konzepts zur datengesteuerten Transformation unter Verwendung eines Assemblers.
6 Implementierung der dynamischen Transformation: Technische Umsetzung des entwickelten Konzepts unter Verwendung von XSLT-Objekten und Konfigurationsdateien.
7 Zusammenfassung und Ausblick: Fazit der Arbeit und Ausblick auf zukünftige semantische Technologien wie RDF und OWL.
Schlüsselwörter
E-Business, B2B-Integration, Enterprise Application Integration, XML, XSLT, Geschäftsprozess, Datentransformation, GDV-Standard, Middleware, Konfigurierbarkeit, Schnittstellen, Datenaustausch, Automatisierung, Architektur
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit primär?
Die Arbeit behandelt die Integration von Geschäftsprozessen zwischen Unternehmen mittels XML-Technologien, um eine flexible und kostengünstige Datentransformation zwischen verschiedenen Systemen zu ermöglichen.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die Themen umfassen E-Business-Integration, die Architektur von Integrationssystemen, XML-Standards wie XSLT und die praktische Anwendung am Beispiel des GDV Kfz-Schadennetzes.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist die Entwicklung eines wiederverwendbaren und flexiblen Konzepts zur Datentransformation, welches den hohen Wartungsaufwand traditioneller, statischer XSLT-Lösungen reduziert.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Der Autor verbindet eine fundierte Theorieanalyse mit einem Praxisteil, in dem ein Konzept entwickelt, prototypisch implementiert und anhand von fiktiven Szenarien (VUA, VUB) verifiziert wird.
Was behandelt der Hauptteil der Arbeit?
Der Hauptteil erstreckt sich von der theoretischen Fundierung der E-Business-Integration bis hin zur detaillierten technischen Beschreibung des entwickelten "Assembler"-Konzepts für dynamische XSLT-Transformationen.
Welche Keywords charakterisieren die Arbeit?
Kernbegriffe sind E-Business, B2B-Integration, XML, XSLT, Geschäftsprozess-Integration, EAI und die dynamische Datentransformation.
Wie löst das neue Konzept das Problem statischer Transformationen?
Anstatt für jede Partnerkombination ein eigenes XSLT-Stylesheet zu pflegen, zerlegt das Konzept die Transformationslogik in wiederverwendbare "XSLT-Objekte", die durch eine externe Konfiguration dynamisch zu Ziel-Stylesheets zusammengesetzt werden.
Welche Rolle spielt der GDV-Standard in der Arbeit?
Der GDV-Standard dient als reales Praxisbeispiel für ein zwischenbetriebliches Integrationsszenario, an dem der Autor die Schwächen statischer Transformationen aufzeigt und sein neues Konzept validiert.
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- Dipl. Oec. Torben Müller (Author), 2009, Einsatz von XML-Technologien zur Geschäftsprozess-Integration. Die Anbindung von Dienstleistern aus der Versicherungswirtschaft an das Branchennetz „Kfz- Schadenservices“, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/55417