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Die Rolle der Schriftsteller in der DDR bis in die siebziger Jahre unter besonderer Betrachtung des Falles Biermann

Title: Die Rolle der Schriftsteller in der DDR bis in die siebziger Jahre unter besonderer Betrachtung des Falles Biermann

Term Paper (Advanced seminar) , 2003 , 20 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Maria Fernkorn (Author)

German Studies - Miscellaneous
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Mehr politische Freiheit und zugleich mehr soziale Gerechtigkeit, das ist die unsterbliche Forderung nach der
Quadratur des Kreises in der menschlichen Gesellschaft. Dem Kapitalismus ist nun der vertraute Todfeind
weggestorben. Die kommunistische Alternative ist gescheitert. Aber das ist noch lange kein historischer Sieg für
die Schweinepriester der kapitalistischen Profitmaximierung.
(Zitat Wolf Biermann) Diese kontroversen und sprengstoffbergenden Sätze wurden von einem der schärfsten DDR-Regime Kritiker überhaupt im ersten Jahr der deutschen Wiedervereinigung geäußert - von Wolf Biermann. Trotz seiner sozialistischen Weltanschauung wurde er von „seiner“ DDR ausgebürgert. Wie kam es dazu? Die Beantwortung dieser Frage sowie Wolf Biermanns Leben und Schaffen im „Arbeiter- und Bauernstaat“ und nach der Wiedervereinigung sollen ein Teilthema dieser Hausarbeit sein. Der größere Teil dieser Arbeit beschäftigt sich allerdings mit der Erläuterung der Frage nach dem Abhängigkeitsverhältnis von Literatur und Politik im Zeitraum von 1945 bis in die siebziger Jahre hinein sowie nach der Rolle der Schriftsteller und Literatur in der Deutschen Demokratischen Republik im Allgemeinen.

Excerpt


Gliederung

1. Einleitung

2. Hauptteil:

2.1. Die DDR etabliert sich als Staat der Schriftsteller

2.2. Stalinismus und „sozialistischer Realismus“- Der Anfang der Zäsur

2.3. Arbeiteraufstand und ein „neuer“ Kurs

2.4. Die Entstalinisierungskrise und ihre Folgen

2.5. Das Verhältnis von Schriftstellern zu oppositionellen Gruppen

2.6 Ulbricht fürchtet um seine Macht und verschärft den innenpolitischen Kurs

2.7. Der Bitterfelder Weg - die Generallösung für das Ideologieloch und die schlechte wirtschaftliche Lage?

2.8. Die Reaktionen auf den Mauerbau – ein erneuter Treuebeweis der Schriftsteller an das Regime?

2.9. Erneute Verhärtung des Kurses – das Kahlschlagplenum von 1965 und die Folgen

2.10. Die Neue Künstlergeneration der Siebziger und Achtziger Jahre, die Folgen der Biermann-Ausbürgerung und das Ende der DDR

2.11 Wolf Biermanns politische und literarische Rolle im Arbeiter- und Bauernstaat

3. Schlussteil

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das Abhängigkeitsverhältnis von Literatur und Politik in der DDR im Zeitraum von 1945 bis in die siebziger Jahre. Dabei steht die Frage im Zentrum, wie die SED versuchte, Schriftsteller zu instrumentalisieren, und wie sich einzelne Autoren, exemplarisch dargestellt am Fall Wolf Biermann, zu diesen Repressionen verhielten.

  • Kulturpolitik der SED im Wandel der Jahrzehnte
  • Die Instrumentalisierung von Schriftstellern als staatliche Aufgabe
  • Reaktionen der Intelligenz auf Zäsuren wie den Mauerbau oder die Entstalinisierung
  • Der "Bitterfelder Weg" als Versuch der ideologischen Lenkung
  • Die Rolle von Wolf Biermann als systemkritischer Künstler

Auszug aus dem Buch

2.1 Die DDR etabliert sich als Staat der Schriftsteller

Nach dem Ende des zweiten Weltkrieges versuchte man möglichst viele hochkarätige Emigranten nach Deutschland, vornehmlich in die sowjetische Besatzungszone (SBZ), zurückzuholen. Der sowjetische Kulturoffizier Alexander Dymschitz warb mit persönlichen Gesprächen, Propagandaschriften und dem als „überparteilich“ ausgegebenen „Kulturbund zur demokratischen Erneuerung Deutschlands“. Dieser im Juli 1945 gegründete Kulturbund sollte Taten, Geist und Macht vereinigen sowie eine Antwort sein auf das Versagen der Intellektuellen während der Machtergreifung und -ausübung Hitlers. Weitere Faktoren für die Immigration vieler Schriftsteller waren das uneingeschränkte Interesse, das die östliche Besatzungszone ihnen im Gegensatz zur Westlichen entgegenbrachte und die versprochene materielle Unterstützung von SED und SMAD (sowjetische Militäradministration). Sie waren bis in die sechziger Jahre der Ansicht, dass Literatur eine Erziehungsfunktion habe und dass die angeworbenen Künstler und Autoren durch ihre Werke den Aufbau des Sozialismus und Kommunismus massiv unterstützen könnten.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Problematik des Verhältnisses von Literatur und Politik ein und stellt Wolf Biermann als zentrales Fallbeispiel vor.

2. Hauptteil: Der Hauptteil analysiert chronologisch die kulturpolitische Entwicklung der DDR und die Reaktion der Schriftsteller auf die staatliche Bevormundung von 1945 bis in die achtziger Jahre.

3. Schlussteil: Das Fazit resümiert die Rolle der Schriftsteller als Instrumente staatlicher Interessen und beleuchtet die Haltung Wolf Biermanns gegenüber seiner ehemaligen Heimat.

Schlüsselwörter

DDR, Literatur, Politik, SED, Wolf Biermann, Bitterfelder Weg, Stalinismus, Zensur, Kulturpolitik, Schriftsteller, Entstalinisierung, Mauerbau, Widerstand, Sozialismus, Kahlschlagplenum

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt die komplexe Rolle von Schriftstellern in der DDR und deren Abhängigkeit von der SED-Kulturpolitik zwischen 1945 und den siebziger Jahren.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder umfassen die staatliche Instrumentalisierung von Künstlern, die Kulturpolitik der SED, die Rolle der Literatur im Sozialismus sowie die Biografie und politische Wirkung von Wolf Biermann.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist die Erläuterung des Abhängigkeitsverhältnisses zwischen Literatur und Politik in der DDR und die Analyse, wie systemkritische Stimmen unterdrückt oder integriert wurden.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer historischen Aufarbeitung durch Literatur- und Quellenanalyse, insbesondere unter Heranziehung von Primärquellen, Biografien und kulturgeschichtlicher Literatur.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in verschiedene Phasen, angefangen von der Nachkriegszeit über den Stalinismus, den "Bitterfelder Weg" und das "Kahlschlagplenum" bis hin zur Ausbürgerung Biermanns.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind DDR, Literatur, SED, Zensur, Sozialismus, Instrumentalisierung und der Fall Wolf Biermann.

Warum spielt der Fall Wolf Biermann eine so prominente Rolle in der Analyse?

Biermann wird als Paradebeispiel für einen Künstler gewählt, der durch seine sozialistische Grundeinstellung einerseits zum Staat gehörte, andererseits durch seine Kritik zum "staatlich anerkannten Klassenfeind" wurde.

Wie bewertet der Autor den "Bitterfelder Weg"?

Der Autor ordnet den "Bitterfelder Weg" als gescheiterten Versuch ein, Literatur und Arbeiterkultur zu synthetisieren, was letztlich in einer Sackgasse endete und den Schriftstellern die künstlerische Freiheit raubte.

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Details

Title
Die Rolle der Schriftsteller in der DDR bis in die siebziger Jahre unter besonderer Betrachtung des Falles Biermann
College
http://www.uni-jena.de/
Grade
1,3
Author
Maria Fernkorn (Author)
Publication Year
2003
Pages
20
Catalog Number
V55439
ISBN (eBook)
9783638503846
ISBN (Book)
9783656059714
Language
German
Tags
Rolle Schriftsteller Jahre Betrachtung Falles Biermann
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Maria Fernkorn (Author), 2003, Die Rolle der Schriftsteller in der DDR bis in die siebziger Jahre unter besonderer Betrachtung des Falles Biermann, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/55439
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