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Der Gegendarstellungsanspruch - Ein Vergleich von Bild und Tagesspiegel

Title: Der Gegendarstellungsanspruch - Ein Vergleich von Bild und Tagesspiegel

Seminar Paper , 2006 , 25 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Moritz Förster (Author)

Communications - Journalism, Journalism Professions
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Summary Excerpt Details

Von den Medien gefürchtet, von den Betroffenen als Waffe genutzt – die Gegendarstellung zwingt die Medien zum Abdruck der Ansicht der Betroffenen. Was für Medienmacher eher eine lästige Pflicht ist, empfinden die Bürger als angenehmes Recht. Vor allem, weil die Medien seitens des Gesetzes zu dieser Maßnahme gezwungen werden, sie also nicht in freien Stücken über Inhalt und Form entscheiden können, wird die Gegendarstellung teilweise als krasser Eingriff in die Pressefreiheit gewertet.
Andererseits garantiert diese rechtliche Regelung, dass die Persönlichkeitsrechte der Bürger und Bürgerinnen gewahrt werden und speziell der Aspekt der informationellen Selbstbestimmung garantiert wird.
Auch hat die Existenz der Gegendarstellung eine sichernde Funktion in Bezug zur journalistischen Qualität, regt sie doch die Journalisten zu einer „gründlichen und fairen Recherche“ an. Schließlich muss der Journalist, um einer Gegendarstellung vorzubeugen, beide Parteien zum jeweiligen Fall zu Wort kommen lassen. Letzt genanntes ist ein unumstrittenes journalistisches Qualitätsmerkmal, um eine möglichst objektive und ausgewogene Berichterstattung zu ermöglichen. Nur sorgfältigste Recherche und saubere journalistische Arbeit können die Gefahr eines Gegendarstellungsanspruchs auf ein Minimum senken, wenn auch nicht immer gänzlich ausräumen. Schwierig wird dies vor allem, wenn ein Betroffener von vorneherein keine Stellung zu Vorwürfen nimmt, die seine Person betreffen.
Die Wurzeln der Gegendarstellungen beruhen auf dem französischen Entwurf des „droit de résponse“, der 1831 in Deutschland übernommen wurde und 1874 in den Reichspressegesetzen verankert wurde (Kapitel 2.1). Kennzeichnend für die deutsche Rechtsprechung ist seit dem letztgenannten Zeitpunkt, dass der Anspruch sich ausschließlich gegen Tatsachenbehauptungen richtet.
Während die Reichspressegesetze Bundesländer übergreifend galten, ist die mediale Gesetzgebung heutzutage Ländersache. Allerdings kann sich der Anspruch auf das durch das Grundgesetz gesicherte allgemeine Persönlichkeitsrecht berufen (Kapitel 2.2). Indes kann es durchaus passieren, dass unterschiedliche Landesgerichte die Rechtslage tendenziell unterschiedlich auslegen. Es heißt, einige seien Medien freundlicher, andere Medien feindlicher.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Gegendarstellung: Entstehungsgeschichte und Idee

2.1 „Droit de résponse“

2.2 Die Gegendarstellung in Deutschland

3. Rechtliche Aspekte des Anspruchs

3.1.1 Rechtliche Grundlagen

3.1.2 Der Gegendarstellungsanspruch im Berliner Landespressegesetz

4. Operationalisierung

4.1 Methode

4.2 Fragestellung und Hypothesen

5. Ergebnisse

5.1 Quantitative Auswertung

5.2 Qualitative Auswertung

5.2.1 Bild

5.2.2 Tagesspiegel

6. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht, inwieweit sich der spezielle Boulevard-Journalismus der Bild-Zeitung auf die Häufigkeit von Gegendarstellungen auswirkt und ob dieser Anspruch tatsächlich dem Schutz allgemeiner Persönlichkeitsrechte dient. Die zentrale Forschungsfrage fokussiert dabei den Vergleich zwischen der Bild-Zeitung und dem Tagesspiegel hinsichtlich ihrer Betroffenheit durch Gegendarstellungsansprüche.

  • Historische Entwicklung des Gegendarstellungsrechts
  • Rechtliche Rahmenbedingungen und Grundgesetzbezug
  • Vergleich von Boulevard- und Qualitätsjournalismus
  • Analyse der Wirksamkeit von Gegendarstellungen
  • Rolle des Eilverfahrens im Medienrecht

Auszug aus dem Buch

1. Einleitung

Von den Medien gefürchtet, von den Betroffenen als Waffe genutzt – die Gegendarstellung zwingt die Medien zum Abdruck der Ansicht der Betroffenen. Was für Medienmacher eher eine lästige Pflicht ist, empfinden die Bürger als angenehmes Recht. Vor allem, weil die Medien seitens des Gesetzes zu dieser Maßnahme gezwungen werden, sie also nicht in freien Stücken über Inhalt und Form entscheiden können, wird die Gegendarstellung teilweise als krasser Eingriff in die Pressefreiheit gewertet. Andererseits garantiert diese rechtliche Regelung, dass die Persönlichkeitsrechte der Bürger und Bürgerinnen gewahrt werden und speziell der Aspekt der informationellen Selbstbestimmung garantiert wird.

Auch hat die Existenz der Gegendarstellung eine sichernde Funktion in Bezug zur journalistischen Qualität, regt sie doch die Journalisten zu einer „gründlichen und fairen Recherche“ an. Schließlich muss der Journalist, um einer Gegendarstellung vorzubeugen, beide Parteien zum jeweiligen Fall zu Wort kommen lassen. Letzt genanntes ist ein unumstrittenes journalistisches Qualitätsmerkmal, um eine möglichst objektive und ausgewogene Berichterstattung zu ermöglichen. Nur sorgfältigste Recherche und saubere journalistische Arbeit können die Gefahr eines Gegendarstellungsanspruchs auf ein Minimum senken, wenn auch nicht immer gänzlich ausräumen. Schwierig wird dies vor allem, wenn ein Betroffener von vorneherein keine Stellung zu Vorwürfen nimmt, die seine Person betreffen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Rolle der Gegendarstellung als Spannungsfeld zwischen Pressefreiheit und Persönlichkeitsschutz sowie als Instrument zur Qualitätssicherung im Journalismus.

2. Gegendarstellung: Entstehungsgeschichte und Idee: Dieses Kapitel zeichnet die historische Entwicklung vom französischen „droit de réponse“ bis zur Etablierung des Anspruchs in Deutschland nach.

3. Rechtliche Aspekte des Anspruchs: Hier werden die verfassungsrechtlichen Grundlagen sowie die spezifischen Regelungen des Berliner Landespressegesetzes detailliert erläutert.

4. Operationalisierung: In diesem Teil wird die methodische Vorgehensweise des Vergleichs zwischen Bild-Zeitung und Tagesspiegel sowie die Hypothesenbildung beschrieben.

5. Ergebnisse: Das Kapitel präsentiert die quantitative und qualitative Analyse der gefundenen Gegendarstellungen in beiden Zeitungen und bewertet die aufgestellten Hypothesen.

6. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bestätigt die Bedeutung der Gegendarstellung als faktisches Korrektiv für lückenhafte oder fehlerhafte journalistische Berichterstattung.

Schlüsselwörter

Gegendarstellung, Pressefreiheit, Persönlichkeitsschutz, Boulevardjournalismus, Bild-Zeitung, Tagesspiegel, Tatsachenbehauptung, Eilverfahren, Medienrecht, journalistische Qualität, Pluralismus, Grundgesetz, Redaktionsschwanz, Recherche, Medienlandschaft.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das Rechtsinstitut der Gegendarstellung und vergleicht dessen praktische Anwendung bei der Bild-Zeitung und dem Tagesspiegel.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind der Schutz der Persönlichkeitsrechte, die Pressefreiheit und der Einfluss des journalistischen Stils auf die Häufigkeit von Gegendarstellungen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Forschungsfrage lautet, ob sich der Boulevard-Journalismus der Bild-Zeitung signifikant stärker auf die Anzahl der Gegendarstellungen auswirkt als die Berichterstattung des Tagesspiegels.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Der Autor führt eine empirische Analyse der Gegendarstellungen beider Zeitungen in einem festgelegten Zeitraum durch, kombiniert mit einer vergleichenden Auswertung von Umfang und Textmenge.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil umfasst die historische Herleitung, die rechtlichen Grundlagen im Berliner Landespressegesetz sowie den methodischen Vergleich der beiden Zeitungen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich primär über die Begriffe Gegendarstellung, Pressefreiheit, Persönlichkeitsschutz und Boulevardjournalismus definieren.

Wie wirkt sich der Boulevard-Stil auf die Betroffenheit aus?

Die Analyse zeigt, dass die Bild-Zeitung zwar pro gesamte Ausgabe weniger Gegendarstellungen hat, jedoch im Verhältnis zum publizierten Text häufiger mit Gegendarstellungen konfrontiert wird.

Welche Bedeutung hat das Eilverfahren für Betroffene?

Das Eilverfahren ermöglicht eine unverzügliche Reaktion auf kränkende Tatsachenbehauptungen, was für den Schutz des öffentlichen Rufs von entscheidender Bedeutung ist.

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Details

Title
Der Gegendarstellungsanspruch - Ein Vergleich von Bild und Tagesspiegel
College
Free University of Berlin  (Otto-Suhr-Institut für Politikwissenschaften)
Course
Seminar "Stellung der Medien im politischen System der BRD"
Grade
1,3
Author
Moritz Förster (Author)
Publication Year
2006
Pages
25
Catalog Number
V55465
ISBN (eBook)
9783638504058
ISBN (Book)
9783638663953
Language
German
Tags
Gegendarstellungsanspruch Vergleich Bild Tagesspiegel Seminar Stellung Medien System
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Moritz Förster (Author), 2006, Der Gegendarstellungsanspruch - Ein Vergleich von Bild und Tagesspiegel, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/55465
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