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Denkverhalten in Abhängigkeit von der paradigmatischen Vorprägung

Title: Denkverhalten in Abhängigkeit von der paradigmatischen Vorprägung

Diploma Thesis , 2005 , 71 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Saskia-Nicole Siegl (Author)

Didactics - Business economics, Economic Pedagogy
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Die Fähigkeit zu kommunizieren ist eines der wichtigsten Merkmale, die ein Lebewesen ausmachen. Für uns Menschen bietet die „gemeinsame Sprache“ die bedeutendste Möglichkeit, Mitteilungen und Nachrichten verbal auszutauschen. Obwohl die zwischenmenschliche Kommunikation innerhalb einer Sprache meist beabsichtigt, eindeutig zu sein, reden Menschen oft „aneinander vorbei“. Die Auswirkungen von falsch verstandenen Nachrichten können vielschichtig sein. Seit langem - die erste Beschreibung des Kommunikationsprozesses erfolgte durch Harold Lasswell im Jahre 19481- untersucht die Kommunikationsforschung die Ursachen einer „unbeabsichtigt fehlerhaften“ Kommunikation. Aus den Ergebnissen haben Denker verschiedene Theorien entwickelt, wie die Entstehung von Missverständnissen verstanden und dadurch möglicherweise vermieden werden können.
Die vorliegende Arbeit sucht ebenfalls nach einem Grund für Missverständnisse in der zwischenmenschlichen Kommunikation, deren Inhalt ein zu lösendes Problem ist. Die Suche beschäftigt sich dabei mit logischem, nachvollziehbarem Denken und vernachlässigt emotionales Denken, da es keinen logischen, nachvollziehbaren Regeln folgt.
Meine Überlegungen beginnen bei der Überzeugung, dass Menschen sich nicht eindeutig und nachvollziehbar miteinander unterhalten können, wenn sie unterschiedlich denken und die zu besprechenden Probleme auf unterschiedlichem Wege lösen wollen. Es wird angenommen, dass das unterschiedliche Denken auf einer unterschiedlichen paradigmatischen Vorprägung basiert.
Ziel der Arbeit ist es, Anhaltspunkte für die Existenz einer unterschiedlichen (individuellen) paradigmatischen Vorprägung zu finden und, falls sich eine paradigmatische Vorprägung isolieren lässt, Umsetzungsvorschläge für ihre Berücksichtigung zu erarbeiten.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

A. Ziel und Aufbau der Arbeit

B. Die wissenschaftstheoretischen Paradigmen als Basis für die paradigmatische Vorprägung

I. Der Kritische Rationalismus

1. Geschichte

2. Ziel

3. Kennzeichnung des wissenschaftstheoretischen Paradigmas

a. Der Entdeckungszusammenhang

b. Der Begründungszusammenhang

c. Der Verwertungs- und Wirkungszusammenhang

4. Graphische Zusammenfassung zum Kritischen Rationalismus

5. Der Kreislauf des forschungslogischen Ablaufs

II. Die Hermeneutik

1. Geschichte

2. Ziel

3. Kennzeichnung des wissenschaftstheoretischen Paradigmas

a. Der Hermeneutische Zirkel I

b. Der Hermeneutische Zirkel II

4. Zusammenfassung zur Hermeneutik

III. „Verstehen“ vs. „Erklären“

IV. Zuteilung der Wissenschaften zu den zwei Paradigmen

V. Tabellarischer Vergleich der zwei Paradigmen

C. Die Offenlegung der paradigmatischen Vorprägung

I. Die zwei Seiten des menschlichen Gehirns

1. Die Funktionsspezialisierung

2. Exkurs

3. Die Verbindung zwischen der Arbeitsweise des Gehirns und den wissenschaftstheoretischen Paradigmen

a. Die linke Gehirnhälfte

b. Die rechte Gehirnhälfte

4. Fazit

II. Lernstile

1. Definition des Begriffs „Lernstil“

2. Die Lernstil-Typologie nach David A. Kolb

a. Die vier Lernstil-Typen

b. Die Verbindung zwischen Kolbs Lernstil-Typologie und den wissenschaftstheoretischen Paradigmen

3. Exkurs

4. Fazit

III. Problemlösemethoden

1. Was ist ein Problem?

2. Problemlösearten nach Dörner

a. Das Interpolationsproblem

b. Das synthetische Problem

c. Das dialektische Problem

3. Fazit

IV. Zusammenfassung der Ergebnisse aus Kapitel C

D. Umsetzung in der beruflichen Weiterbildung

I. Rahmenbedingungen

II. Der Vortrag

1. Definition, Merkmale und allgemeine Regeln

2. Möglichkeiten der Berücksichtigung der paradigmatischen Vorprägung im Rahmen eines Vortrages

a. Der kritisch rational denkende Teilnehmerkreis

b. Der hermeneutisch denkende Teilnehmerkreis

III. Die Gruppenarbeit

1. Definition, Merkmale und allgemeine Regeln

2. Möglichkeiten der Berücksichtigung der paradigmatischen Vorprägung im Rahmen der Gruppenarbeit

IV. Zusammenfassung der Ergebnisse aus Kapitel D

E. Mögliche Kommunikationsregeln

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Ursachen für Missverständnisse in der zwischenmenschlichen Kommunikation bei der gemeinsamen Problemlösung. Dabei wird die Hypothese aufgestellt, dass unterschiedliche Denkweisen, die auf einer paradigmatischen Vorprägung basieren, maßgeblich zu Kommunikationsschwierigkeiten beitragen. Ziel ist es, Anhaltspunkte für eine solche individuelle Vorprägung zu isolieren und konkrete Umsetzungsvorschläge für die berufliche Weiterbildung zu erarbeiten, um durch Berücksichtigung dieser Unterschiede Missverständnisse zu minimieren.

  • Kritischer Rationalismus als naturwissenschaftlich geprägte Denkweise
  • Hermeneutik als geisteswissenschaftliche, kontextbezogene Interpretationsmethode
  • Hirnbiologische Funktionsspezialisierung der Gehirnhemisphären
  • Lernstil-Typologie nach David A. Kolb zur Klassifizierung individueller Lernpräferenzen
  • Problemlösemethoden nach Dietrich Dörner (Interpolations-, synthetische und dialektische Probleme)

Auszug aus dem Buch

3. Kennzeichnung des wissenschaftstheoretischen Paradigmas

Karl Popper liefert uns in einem seiner Aufsätze eine Kurzdarstellung seiner Methodik der Erkenntnis- und Wissenschaftstheorie: „Die Wissenschaft beginnt mit Problemen. Sie versucht, sie durch kühne, erfinderische Theorien zu lösen. Bei weitem sind die meisten Theorien falsch und/oder unüberprüfbar. Die wertvollen überprüfbaren Theorien werden nach Irrtümern abgesucht. Wir suchen, Irrtümer zu finden und zu eliminieren. So ist die Wissenschaft: Sie besteht aus wilden, oft unverantwortlichen Ideen, die sie unter eine scharfe Kontrolle der Fehlerkorrektur setzt.“

Popper selbst nennt seine Methode „die Methode von Versuch und Irrtum“. Er vergleicht das Vorgehen der Erkenntnisgewinnung mit dem Problem eines schwarzen Mannes, der in einem dunklen Keller einen schwarzen Hut sucht, der dort nicht ist. Der schwarze Mann tastet bei seinem Versuch, den Hut zu finden, nach allen Richtungen und kommt dabei zu einer Vorstellung, wie der Keller gestaltet sein kann. Eventuell erkennt er sogar im Laufe der Zeit, dass sich der Hut nicht in dem Keller befindet.

Der forschungslogische Ablauf einer Problemlösungs-Untersuchung läuft bei Karl Popper in drei „Zusammenhängen“ ab: a. Der Entdeckungszusammenhang, b. Der Begründungszusammenhang, c. Der Verwertungs- und Wirkungszusammenhang.

Zusammenfassung der Kapitel

A. Ziel und Aufbau der Arbeit: Diese Einleitung führt in die Problematik ein, dass Missverständnisse in der Kommunikation oft aus unterschiedlichen Denkweisen resultieren, und skizziert den Aufbau der Untersuchung.

B. Die wissenschaftstheoretischen Paradigmen als Basis für die paradigmatische Vorprägung: Dieses Kapitel stellt den Kritischen Rationalismus und die Hermeneutik als fundamentale, gegensätzliche Wissenschaftstheorien vor und setzt sie zueinander in Beziehung.

C. Die Offenlegung der paradigmatischen Vorprägung: Hier werden Theorien aus der Hirnforschung, Lernstil-Forschung und Problemlösemethodik genutzt, um individuelle Denkstile zu operationalisieren und sie den Paradigmen zuzuordnen.

D. Umsetzung in der beruflichen Weiterbildung: Basierend auf den vorherigen Kapiteln werden praktische Methoden wie Vortrag und Gruppenarbeit modifiziert, um auf unterschiedliche Teilnehmertypen gezielt einzugehen.

E. Mögliche Kommunikationsregeln: Das abschließende Kapitel leitet allgemeine Regeln ab, um durch das Erkennen der prägenden Denkmuster eines Gesprächspartners Missverständnisse in der Kommunikation zu verringern.

Schlüsselwörter

Kritischer Rationalismus, Hermeneutik, Kommunikationsforschung, paradigmatische Vorprägung, Hirnhemisphären, Lernstil-Typologie, David A. Kolb, Problemlösemethoden, Dietrich Dörner, Wissensvermittlung, berufliche Weiterbildung, Missverständnisse, Deduktion, Induktion, Sinnverstehen.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, wie unterschiedliche paradigmatische Vorprägungen die zwischenmenschliche Kommunikation und das Lösen von Problemen beeinflussen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder sind die Wissenschaftstheorien des Kritischen Rationalismus und der Hermeneutik, ergänzt durch Modelle aus der Hirnbiologie, der Lernstil-Forschung und der Problemlösemethodik.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Es soll geklärt werden, ob sich unterschiedliche individuelle Denkstile isolieren lassen und wie ein Trainer in der beruflichen Weiterbildung diese gezielt bei der Wissensvermittlung berücksichtigen kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Analyse und Operationalisierung von Denkweisen, die durch eine Transferleistung auf praktische Szenarien in der Weiterbildung angewandt werden.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die theoretischen Grundlagen der Paradigmen und operationalisiert diese mithilfe der Gehirnhemisphären-Theorie, der Lernstile nach Kolb und der Problemlösemethoden nach Dörner.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Kritischer Rationalismus, Hermeneutik, paradigmatische Vorprägung, Lernstile, Problemlösen, Kommunikation und Weiterbildung.

Wie unterscheiden sich die beiden Gehirnhälften bezüglich der Problemlösung?

Die linke Gehirnhälfte ist auf analytische, sequentielle und logische Prozesse spezialisiert, während die rechte Hälfte für holistisches, kreatives und intuitives Denken zuständig ist.

Welchen Einfluss hat die paradigmatische Vorprägung auf die Gruppeneinteilung?

Die Autorin diskutiert, ob homogene Gruppen basierend auf diesen Prägungen effizienter arbeiten oder ob heterogene Gruppen durch den Austausch unterschiedlicher Perspektiven zu besseren Ergebnissen gelangen könnten.

Warum ist das "Neun-Punkte-Problem" relevant für die Analyse?

Es dient als Beispiel, um zu verdeutlichen, wie verschiedene Problemlöser durch unterschiedliche Denkmuster (z.B. durch Sättigung oder Umstrukturierung) an Aufgaben herangehen.

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Details

Title
Denkverhalten in Abhängigkeit von der paradigmatischen Vorprägung
College
Friedrich-Alexander University Erlangen-Nuremberg  (Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Fakultät)
Grade
1,0
Author
Saskia-Nicole Siegl (Author)
Publication Year
2005
Pages
71
Catalog Number
V55491
ISBN (eBook)
9783638504188
Language
German
Tags
Denkverhalten Abhängigkeit Vorprägung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Saskia-Nicole Siegl (Author), 2005, Denkverhalten in Abhängigkeit von der paradigmatischen Vorprägung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/55491
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