Maria gilt als Vorbild des Glaubens und als "Mutter" der katholischen Kirche. Mit Ihrem Ja zu Gott hat sie Gott in sich Raum gewährt, hat ihn in sich wachsen lassen, hat sich von ihm einnehmen lassen. Gleichzeitig hat sie Gott ein menschliches Gesicht gegeben, hat ihn unter Menschen erfahrbar und erlebbar gemacht und damit den Mitmenschen geholfen, ihrerseits befreit und erlöst und damit richtig Mensch zu werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Mariendarstellungen mit dem Jesuskind
2. Begriff „Maria“, „Madonna“, Mutter Jesu Christi“, „Gottesmutter“
3. Auszüge aus der Bibel:
3.1 Matthäus, 1.18
3.2 Lukas, 1.34
4. Darstellungsformen der byzantinischen Kunst
5. Darstellungsformen der westeuropäischen Kunst
6. Die Lichtsymbolik
7. Darstellungsformen des Maria-Kind-Sujets im Mittelalter
7.1 Blacherniotissa - die Betende
7.2 Hodigitria - die Repräsentierende
7.3 Eleusa - die Mütterliche
7.4 Platytéra - Die Thronende
7.5 Maestà (ital. = Majestät)
7.6 Glykophilusa - die Süßküssende, die Zärtliche
7.7 Nikopoia - die Siegbringende
7.8 Galaktotrophousa - die Milchspenderin
7.9 Santa conversazione
7.10 Schutzmantelmadonna
7.11 Maria im Ährenkleid , Ährenmadonna, Ährenkleidmadonna
7.12 Mondsichelmadonna (Madonna im Strahlenkranz, apokalyptische Madonna)
7.13 Maria im Strahlenkranz
7.14 Löwenmadonna
7.15 Lukasmadonna
7.16 Schöne Madonna
7.17 Rosenhag-Madonna (Madonna Umiltà)
7.18 Rosenkranzmadonna
Zielsetzung und Themen
Die vorliegende Belegarbeit untersucht die ikonographische Entwicklung und Bedeutung der bildlichen Darstellung Marias mit dem Jesuskind von der Spätantike bis zur Renaissance. Ziel ist es, die stilistischen Unterschiede, die symbolische Aufladung der Motive sowie deren theologische Fundierung herauszuarbeiten und die Wandlung des Mutterbildes über die Jahrhunderte zu analysieren.
- Historische Herleitung und dogmatische Bedeutung von Mariendarstellungen
- Unterschiede zwischen byzantinischer Ikonenmalerei und westeuropäischer Kunstauffassung
- Klassifizierung der zentralen Madonnentypen (z.B. Hodigitria, Eleusa, Maestà)
- Symbolik in der Marienmalerei (Farben, Pflanzen, Licht, Tiere)
- Die Rolle der Schutzmantelmadonna und anderer spezifischer Bildformen im Mittelalter
Auszug aus dem Buch
Die Lichtsymbolik
In der christlichen Bildkunst haben sich einige Darstellungsformen des himmlischen Lichtes zur Auszeichnung göttliches und heiliger Personen herausgebildet.
Am häufigsten ist der Nimbus (Heiligenschein, Glorie, Glorienschein) ein den Kopf umgebender Lichtkranz, in der Regel kreisförmig als goldene oder goldgelbe Scheibe, in der Spätgotik und der Renaissance auch als Ring, der nun (wie auch die Scheibe) körperlich in perspektivischer Ansicht über dem Kopf schweben kann.
Dem Nimbus verwand ist die Aureole (Aura) oder der Strahlenkranz, der entweder nur den Kopf oder den ganzen Körper umgibt und im Wesentlichen göttliche Personen oder deren Symbole vorbehalten ist: Gottvater, Christus, dem Lamm, dem Heiligen Geist in Form der Taube, der Mondsichelmadonna, der Dreifaltigkeit und deren Symbolen und bisweilen den Engeln. Ursprünglich weiß, ist die Aureole später gold und kommt auch in den Farben des Regenbogens vor. Blaue Aureolen sollen himmlische Glorie veranschaulichen.
Eine Sonderform der Aureole ist die Mandorla, ein in Form einer Mandel fest begrenzter Strahlenkranz, in der Plastik ein entsprechend geformter Ring oder eine Scheibe, der nur den thronenden Christus (im Jüngsten Gericht und in der Maiestas Domini) bzw. die Madonna umgibt, vielfach in den Farben des Regenbogens oder in den Farben Blau, Rot, Grün, Gelb (Bezug zur kosmischen Sphärenvorstellung).
Zusammenfassung der Kapitel
Mariendarstellungen mit dem Jesuskind: Einleitung in die spirituelle Rolle Marias als Vorbild des Glaubens und Mutter der Kirche.
Begriff „Maria“, „Madonna“, Mutter Jesu Christi“, „Gottesmutter“: Erläuterung der etymologischen Herkunft und der kirchlichen Dogmen rund um die Person Maria.
Auszüge aus der Bibel: Dokumentation der biblischen Berichte zur Geburt und Verkündigung Jesu als Grundlage der Bildthemen.
Darstellungsformen der byzantinischen Kunst: Analyse der kanonischen Regeln und Bildtypen der östlichen Ikonenmalerei.
Darstellungsformen der westeuropäischen Kunst: Überblick über die stilistische Entwicklung und die zunehmende menschliche Darstellung Marias in Romanik, Gotik und Renaissance.
Die Lichtsymbolik: Untersuchung der Bedeutung von Nimbus, Aureole und Mandorla als Zeichen göttlicher Überhöhung.
Darstellungsformen des Maria-Kind-Sujets im Mittelalter: Detaillierte Katalogisierung und Beschreibung spezifischer Madonnentypen und ihrer ikonographischen Merkmale.
Schlüsselwörter
Maria, Madonna, Jesuskind, Ikonenmalerei, Ikonographie, Mittelalter, Byzanz, Symbolik, Gottesmutter, Theotokos, Bildtypen, Kunstgeschichte, Farbsymbolik, Schutzmantelmadonna, Mondsichelmadonna.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die ikonographische Geschichte der Darstellung von Maria mit dem Jesuskind in der christlichen Kunst zwischen dem Mittelalter und der Renaissance.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der Entwicklung unterschiedlicher Madonnentypen, der Bedeutung religiöser Symbole und den stilistischen Unterschieden zwischen Ost- und Westkirche.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist eine fundierte Analyse und Interpretation der verschiedenen Marien-Bildmotive sowie deren zeitliche und inhaltliche Einordnung in den kunsthistorischen Kontext.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt die ikonographische Analyse, um Bildmotive, Attribute und formale Gestaltungselemente der Kunstwerke systematisch zu erfassen und zu deuten.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Definition von Begrifflichkeiten, die Untersuchung von Darstellungsformen in Ost- und Westkunst sowie die detaillierte Vorstellung spezifischer Bildtypen wie der Schutzmantelmadonna.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den zentralen Begriffen zählen Ikonographie, Madonna, Theotokos, Bildtypen, christliche Kunst und Mariensymbole.
Welche Rolle spielt die byzantinische Kunst für das Thema?
Die byzantinische Kunst lieferte mit ihren festen, kanonischen Madonnentypen wichtige Grundlagen und Vorbilder für die gesamte europäische Marienmalerei.
Wie unterscheidet sich die Darstellung von Maria in der Romanik von der Gotik?
Während die Romanik Maria oft als strenge, thronende Himmelskönigin darstellt, zeichnet sich die Gotik durch eine zunehmende Hinwendung zum Menschlichen, Emotionalen und Mütterlichen aus.
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- Andrea Seifert (Author), 2006, Mariendarstellungen , Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/55504