Einheit und Dreiheit in der Gotteslehre Karl Barths


Hausarbeit, 2005

16 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Einheit in Dreiheit

3. Dreiheit in Einheit

4. Die Trinitätslehre, eine kritische Hinterfragung

5. Die zentrale Frage des Christentums

6. Kritische Reflexion

7. Anhang Literaturverzeichnis

Einleitung

Barth befasst sich in diesem Text mit der kirchlichen Trinitätslehre. Als Wurzel aller Fragen und Antwortversuche dient hier die Offenbarung. Barth stellt sich der Frage, wie die Geschehnisse der Offenbarung zu deuten sind und benutzt dazu die kirchliche Trinitätslehre. Die Formel 1=3 und 3=1 wird mit all ihren Spannungen beleuchtet und verdeutlicht. Auch andere Meinungen werden kritisch hinterfragt und mit seiner Argumentation verglichen.

Barth stellt bereits zu Anfang eine Arbeitshypothese auf indem er folgenden zwei Sätze voranstellt: „ Der Gott, der sich nach der Schrift offenbart, ist Einer in drei eigentümlichen, in ihren Beziehungen untereinander bestehenden Seinsweisen: Vater, Sohn und Heiliger Geist. So ist er der Herr, d.h. das Du, das dem menschlichen Ich entgegentritt und sich verbindet als das unauflösliche Subjekt und das ihm eben so und darin als sein Gott offenbar wird.“[1] Deren Klärung und Ausführung ist das Anliegen des folgenden Textes. Um die Beleuchtung dieser beiden Sätze dreht sich somit die folgende Arbeit.

Einheit in Dreiheit

Barth stellt bereits im ersten Textabschnitt die zentrale These auf: „Gott … ist Einer…“[2], die er im Folgenden begründet und an die er weitere Fragestellungen, die sich hieraus ergeben, anschließt und ausführt. Diese zentrale Aussage wurzelt nach Barth in der Offenbarung[3]. Er begründet somit seine These mit einem biblischen Beleg.

Denkt man diesen Gedankengang zu Ende, so kommt man nach Barth zu der Aussage: Gott ist einer und gleichzeitig dreieinig. Dreieinigkeit Gottes so stellt Barth fest heißt, es gibt drei Personen in Gott, wobei diese wiederum eine Einheit bilden. Dieses bedeutet aber nicht, dass die Trinität und die damit verbundene innere Differenz die Einheit Gottes gefährdet. Hierbei ist es dem Autor wichtig, bereits am Anfang darauf hinzuweisen, dass die Begrifflichkeit „drei Personen in Gott“ nie dazu führen darf, dieses als „drei Götter in Gott“ zu verstehen. Vielmehr ist der eine Gott in dreimaliger Potenzierung ein Gott und nur so der eine Gott[4].

Um dies zu untermauern, führt Barth in einem textlichen Exkurs die Unterscheidung alius (ein Anderer) und aliud (etwas Anderes) ein. Sprechen wir nach Barth von den drei Personen in Gott, müssen wir von alius- alius- alius sprechen[5]. Gott ist in sich dreimal ein Anderer aber nicht etwas Anderes. Dieser „dreimal ein Anderer“ führt jedoch nicht zu der Aufhebung der vorangestellten Kernaussage: „Gott ist Einer.“

In sich ist Gott ewiglich Dreiheit und Einheit zugleich. Die hieraus entstehende Spannung ist offensichtlich. Sie sollte jedoch nicht, wie von Antitrinitariern oft nach Barth fälschlicherweise versucht, dazu führen, sie aufzulösen zu wollen.

In der Bibel, so sagt Barth, begegnet einem schließlich in vielen Facetten diese Dreiheit. Hieraus dürfe man aber nicht ableiten es gäbe nur die Möglichkeit, die Einheit oder die Dreiheit Gottes für wahr gelten zu lassen. Beide, die Dreiheit und die Einheit, sind das Wesen Gottes. Nach Barth führt das Trennen wollen dieser Dreiheit in Einheit entweder dazu, die Offenbarung zu leugnen indem man davon ausgeht das Gott sich hier nicht wirklich ganz offenbart hat, oder dazu die Einheit Gottes zu leugnen, indem man den Schluss zieht: Gott hat sich hier „nur“ in einer seiner Seinsweisen offenbart, womit er nicht mehr Einer sein kann[6].

Solche nach Barths Meinung Irrwege hat es in der Theologie immer wieder gegeben. Barth benennt diese in einem geschichtlichen Exkurs zur Entstehung der kirchlichen Trinitätslehre. Ging Arius beispielsweise davon aus, dass „Christus und der Heilige Geist“ als „…Lebensmächte“ anzusehen sind, „durch die Gott das Wollen und das Vollbringen des Guten in den Menschen schuf“[7] ; so bringt die Subordinatianische Christheologie von Origenes in das Wesen Gottes „ein Mehr oder Weniger“ ein[8]. Beide Gedankenansätze ziehen eine Trennlinie zwischen Gott einerseits und dem Sohn und dem Heiligen Geist andererseits. Ihnen folgend wird eine Hierarchie in Gott sichtbar, die ein Einssein der drei Personen in Gott nicht mehr denkbar erscheinen lässt. Auch die verschiedenen Vertreter des ökomenischen Verständnisses der Trinität können nach Barth nicht verhindern, dass Gott hinter den Seinsweisen bleibt.

Wichtig ist es hierbei zu fragen, welche theologische Änderung der Sichtweise diese Ansätze in sich bergen. Nach Barth sind sie deshalb falsch, weil sie die zentrale Aussage des Christentums, die Offenbarung Christus in der Hinsicht in Frage stellen, dass Jesus Christus zwar am Kreuz gestorben ist, aber dieser nicht eigentlich Gott ist. Barth fasst dies in folgender These noch einmal zusammen: Wenn in der Offenbarung Gott gegenwärtig ist „…dann dürfen Christus und der Geist keine untergeordneten Hypostasen sein.“[9]

[...]


[1] Barth, KD I/1, 367

[2] Barth, KD I/1, 367

[3] vgl. Barth, KD I/1, 367

[4] vgl. Barth, KD I/1, 369

[5] vgl. Barth, KD I/1, 369

[6] vgl. Barth, KD I/1, 370-71

[7] Barth, KD I/1, 372

[8] vgl. Barth, KD I/1, 372

[9] Barth, KD I/1, 372

Ende der Leseprobe aus 16 Seiten

Details

Titel
Einheit und Dreiheit in der Gotteslehre Karl Barths
Hochschule
Technische Universität Dortmund
Veranstaltung
Einführung in die Systematische Theologie
Note
2,0
Autor
Jahr
2005
Seiten
16
Katalognummer
V55509
ISBN (eBook)
9783638504362
Dateigröße
457 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Hausarbeit zu folgendem Text: Barth, Karl: Die kirchliche Dogmatik I/1, Zürich 12 1989, §9, S. 376- 404
Schlagworte
Einheit, Dreiheit, Gotteslehre, Karl, Barths, Einführung, Systematische, Theologie
Arbeit zitieren
Anja Klein (Autor), 2005, Einheit und Dreiheit in der Gotteslehre Karl Barths, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/55509

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