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Kurt Tucholsky und die Fotografie

Title: Kurt Tucholsky und die Fotografie

Seminar Paper , 2006 , 31 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Anna Panek (Author)

German Studies - Comparative Literature
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Summary Excerpt Details

Im Folgenden sollen Kurt Tucholskys theoretische Reflexionen zur Verwendbarkeit des Mediums einer genaueren Betrachtung unterzogen werden, wobei der Schwerpunkt auf seinen Veröffentlichungen zwischen 1912 und 1929 liegen wird, also mit dem Erscheinen des Deutschlandbuches endet. In einer Zeit, in der die Fotografie ihre Möglichkeiten in hohem Tempo zu entfalten begann, liefern Tucholskys reges Interesse für die raschen Veränderungen im Zeitungs- und Zeitschriftensektor und seine Bemühungen um die Wahrnehmung des agitatorischen Potenzials der Fotografie seitens sozialdemokratischer, bislang noch immer an traditionelle Printmethoden „wie zu Großmutters Zeiten“2 gebundener Periodika einen Einblick in die medialen Entwicklungen der Weimarer Ära und das politische Gewicht seines Einsatzes für das Medium Bild, das die Fotografie als ‚Waffe’ nicht kampflos dem bürgerlich-konservativen und nationalistischen Spektrum überlassen wollte. Tucholskys Beiträge zur Fotografie werden hierbei in zwei thematische Felder untergliedert untersucht: im ersten Abschnitt liegt der Schwerpunkt auf Stellungnahmen, mit denen Tucholsky sich produktionsorientiert zu Wirkungsweisen der Fotografie äußert. Im zweiten Teil werden an drei Beispielen ästhetische Äußerungen herangezogen, in denen er sich als Kunstrezensent zu erkennen gibt. Durch den ihnen immanenten Versuch einer medientheoretischen Unmöglichkeit - nämlich der Kommunikation von Wahrnehmung, die als rezeptive Mitteilung das Wesen der jeder Rezension ausmacht - wird zur erstgenannten Position des Wirkungsweisen thematisierenden Praktikers auch die Stellungnahme des passiven Rezensenten deutlich. Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, Kontinuitäts- und Veränderungsprozesse dieser Positionierungen nachzuzeichnen sowie herauszufinden, inwiefern das Deutschlandbuch als Konsequenz dieser Prozesse verstanden werden kann.

Berichtigung:
1. Es gibt einen kleinen Fehler in einer Zeile der Datenbankmaske. Diese Arbeit wurde nicht am FB Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaften abgegeben, sondern am FB Publizistik an der FU.
2. Die Autoreninfo auf grin.de und der amazon-buchseite enthält den Hinweis auf die Seite strajk.de. Diese Seite wurde 2006-2007 stufenweise in den Ruhezustand versetzt. Ein paar der nun emeritierten Lettern und Links sind jetzt nur noch über artalk.de zu ergattern.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Tendenzprogrammatische Appelle und Wirkungsstrategien

1.1. „Mehr Fotografien” (1912 )

1.2. „Das politische Kino“ (1920)

1.3. „Die Tendenzfotografie“ (1925)

1.4. „Waffe gegen den Krieg“ (1926)

1.5. „Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte“ (1926)

1.6. „das überholte Witzblatt“ (1928)

2. Die ästhetischen Reflexionen: Tucholsky als Rezensent.

2.1. „Altes Licht“ (1927)

2.2. „Neues Licht“ (1928)

2.3. „Neues Licht. Die Photosammlung ‚Das deutsche Lichtbild’“ (1928)

Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht Kurt Tucholskys theoretische Reflexionen und praktischen Einsatz des Mediums Fotografie zwischen 1912 und 1929. Ziel ist es, Kontinuitäts- und Veränderungsprozesse in Tucholskys Auseinandersetzung mit dem Bild als agitatorisches Kampfmittel sowie seine ästhetischen Einschätzungen als Kunstrezensent nachzuzeichnen und in den Kontext der Weimarer Ära einzuordnen.

  • Entwicklung des agitatorischen Potenzials der Fotografie bei Tucholsky.
  • Die Rolle von Bild-Text-Kombinationen und Fotomontagen in der politischen Publizistik.
  • Tucholskys Wandel in der ästhetischen Bewertung von Kunstfotografie.
  • Der Einfluss des Zeitgeistes der Weimarer Republik auf Tucholskys medienkritisches Denken.
  • Die Entstehung des "Deutschlandbuchs" als Resultat dieser Entwicklungsprozesse.

Auszug aus dem Buch

1.1. „Mehr Fotografien!“ (1912)

Kurt Tucholskys frühester Beitrag, in dem er sich für eine stärkere Wahrnehmung des agitatorischen und massenwirksamen Potenzials fotografischer Abbildungen ausspricht, entstand nach dem Besuch einer Fotoausstellung im Berliner Gewerkschaftshaus 1912, die Arbeitsunfälle von Holzarbeitern dokumentierte. Die Bilder verstümmelter Gliedmaßen „wirken: das rüttelt die Gleichgültigsten auf“, heißt es darin, womit Tucholsky bereits jene Akzente seiner Aufmerksamkeit setzt, die bis zum Erscheinen von „Deutschland, Deutschland über alles“ den Schwerpunkt seiner Auseinandersetzung mit fotografischer Illustration bleiben wird: das agitatorische Potenzial bildlicher Darstellung, ihre Fähigkeit, emotativ zu „wirken“, werden hier bereits thematisiert und mit dem Aufruf verbunden, sich der Technik verstärkt anzunehmen: „So etwas verdient Nachahmung“.

Er misst der Ausdruckkraft des Bildes eine stärkere Intensität zu als dem geschriebenen Wort: „So ein Blatt mit den halbierten Fingern redet (agitatorisch) mehr als Statistik, Berichte, als die aufreizendsten Reden“.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Einführung in Tucholskys Auseinandersetzung mit dem Medium Fotografie und Erläuterung der Zielsetzung dieser Untersuchung.

1. Tendenzprogrammatische Appelle und Wirkungsstrategien: Analyse von Tucholskys produktionsorientierten Stellungnahmen zur Fotografie als politisches Agitationsmittel.

1.1. „Mehr Fotografien” (1912 ): Untersuchung des frühesten Beitrags zur agitatorischen Wirkung fotografischer Bilder von Arbeitsunfällen.

1.2. „Das politische Kino“ (1920): Erörterung der Forderung nach der Nutzung von Fotografien als Tendenzbilder zur Massenbeeinflussung.

1.3. „Die Tendenzfotografie“ (1925): Analyse von Tucholskys Kritik an der Phantasiearmut der sozialdemokratischen Presse und seinem Appell zur Nutzung von Bildern als Kampfmittel.

1.4. „Waffe gegen den Krieg“ (1926): Untersuchung des Bildes als absolut gesetzte „Waffe“ in der Rezension von Ernst Friedrichs Antikriegs-Bilderalbum.

1.5. „Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte“ (1926): Reflexion über das enthüllende Potenzial der Augenblicksfotografie und ihre Wirkung auf das Gefühlszentrum.

1.6. „das überholte Witzblatt“ (1928): Darstellung von Tucholskys Hinwendung zu John Heartfields Fotomontagen als Vorbereitung auf das Deutschlandbuch.

2. Die ästhetischen Reflexionen: Tucholsky als Rezensent.: Analyse von Tucholskys formalästhetischen Betrachtungen in seiner Rolle als Kunstrezensent.

2.1. „Altes Licht“ (1927): Betrachtung der Rezension einer Pariser Fotoausstellung mit Fokus auf ästhetische Autonomie.

2.2. „Neues Licht“ (1928): Analyse der Rezension zur Sammlung „Das deutsche Lichtbild“ unter Berücksichtigung handwerklicher Qualitätsstandards.

2.3. „Neues Licht. Die Photosammlung ‚Das deutsche Lichtbild’“ (1928): Untersuchung der zunehmend distanzierten Haltung Tucholskys gegenüber einer uniformen, rein technischen Ästhetik.

Fazit: Zusammenführung der Ergebnisse, die das Deutschlandbuch als Resultat einer langjährigen Entwicklung zwischen Agitation und Ästhetik darstellen.

Schlüsselwörter

Kurt Tucholsky, Fotografie, Weimarer Republik, Tendenzfotografie, Politische Agitation, Bild-Text-Kombination, Fotomontage, Neue Sachlichkeit, John Heartfield, Massenmedien, Kunstrezension, Medienwahrnehmung, Deutschlandbuch, Agitation, Bildsprache.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht Kurt Tucholskys theoretische und praktische Auseinandersetzung mit der Fotografie als publizistisches Medium in der Weimarer Republik.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind das agitatorische Potenzial der Fotografie, die Entwicklung von Bild-Text-Kombinationen sowie Tucholskys Wandel als Kunstrezensent.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, die Kontinuitäten und Brüche in Tucholskys Positionierung zum Medium Bild aufzuzeigen, insbesondere vor dem Hintergrund seines späteren Deutschlandbuchs.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit analysiert Tucholskys Veröffentlichungen zwischen 1912 und 1929 sowie einschlägige zeitgenössische medientheoretische Texte.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil ist zweigeteilt: Er untersucht Tucholskys Stellungnahmen als „Praktiker“ zur Agitation und seine Reflexionen als „Rezensent“ zu ästhetischen Fragen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Tendenzfotografie, Politische Publizistik, Fotomontage und Medienästhetik charakterisiert.

Welchen Stellenwert nimmt die Fotomontage ein?

Die Fotomontage, insbesondere in der Zusammenarbeit mit John Heartfield, wird als Höhepunkt der von Tucholsky geforderten Verknüpfung von Bild und Text zur politischen Zeitkritik gesehen.

Warum ändert sich Tucholskys Bewertung der Fotografie?

Tucholskys Bewertung wandelt sich von einer rein instrumentellen, agitatorischen Sichtweise hin zu einer ästhetischen Auseinandersetzung, wobei er gegen Ende der 20er Jahre eine Distanz gegenüber einer rein technischen, „falschen“ Sachlichkeit entwickelt.

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Details

Title
Kurt Tucholsky und die Fotografie
College
Free University of Berlin  (Institut für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft)
Course
Proseminar
Grade
1,0
Author
Anna Panek (Author)
Publication Year
2006
Pages
31
Catalog Number
V55577
ISBN (eBook)
9783638504843
ISBN (Book)
9783638819985
Language
German
Tags
Kurt Tucholsky Fotografie Proseminar
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anna Panek (Author), 2006, Kurt Tucholsky und die Fotografie, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/55577
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